Avatar - Aufbruch nach Pandora

von Hans

Avatar ist ein Kinofilm, der im Bereich 3D-Technik neue Maßstäbe setzt und ist nicht so außergewöhnlich wegen seiner Handlung, sondern wegen seiner Effekte. Diesen Film sieht man nicht, man erlebt ihn.

Avatar - Aufbruch nach PandoraJames Cameron, der Erfolgsregisseur von Filmen wie Terminator, Aliens oder Titanic hat mit Avatar einen Meilenstein in der Geschichte des 3D-Kinos gesetzt. Avatar ist nicht aufgrund seiner Handlung so außergewöhnlich. Die Geschichte eines Mannes, der ein fremdes Volk - die Na'vi - ausspionieren soll, danach aber erkennt, dass er für die falsche Seite kämpft und sich anschließend den Respekt und die Anerkennung der Na'vi wieder verdienen muss, erinnert an Pocahontas in blau! Aber die revolutionäre Machart, die Avatar zu einem neuen Filmerlebnis in 3D emporhebt, definiert die technischen Maßstäbe des Kinos neu!

Diesen Film sieht man nicht, man erlebt ihn.

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Technische Umsetzung

Die Produktionszeit von Avatar betrug fast vier Jahre und ist dem Film auch anzusehen. Technisch perfekt umgesetzt, erfaltet der Film seine Wirkung vor allen in 3D. James Cameron erschafft mit Pandora eine hochkomplexe fotorealistische Welt, die in ihren Einzelheiten außerirdisch und fremdartig ist und auf das menschliche Auge dennoch natürlich wirkt. Jedes Detail ist bis ins Kleinste durchdacht, stellt den Zuschauer ins Zentrum des Geschehens und lässt ihn hautnah an allen Aktionen teilnehmen. Egal ob Mensch, Pflanze oder Tier - alles wirkt authentisch - wie zum Beispiel die fluoreszierenden Pflanzen, die im Dunkeln Leuchten. Wunderschön!

Dank des innovativen Performance-Capture-Verfahrens, das bereits bei Matrix eingesetzt wurde, können kleinste mimische Nuancen digital übersetzt werden. James Cameron gelingt es damit, die bislang größte Hürde bei der Darstellung künstlicher Charaktere zu nehmen: Die Augen der fremdartigen Wesen werden auf realistische Weise mit Leben erfüllt. Der Zuschauer meint ein lebendiges, denkendes Wesen vor sich zu haben und erkennt in den Avataren die dahinter steckende menschliche Person. Diese technische Aspekte verbunden mit der Dreidimensionalität fügen den Film zu einem Glaubwürdigkeit großen Ganzen zusammen und ist schon jetzt - neben Titanic - der erfolgreichste Kinofilm aller Zeiten.

Weitere Infos zum Film bei Wikipedia

Avatar – Aufbruch nach Pandora ist ein Science-Fiction-Film des Regisseurs James Cameron, der weltweit am 17. und 18. Dezember 2009 startete. Der Film vermischt real gedrehte und computeranimierte Szenen. Große Teile des Films wurden in einem virtuellen Studio mit neu entwickelten digitalen 3D-Kameras gedreht. Bis zum 30. Mai 2010 spielte ''Avatar'' weltweit über 2,7 Milliarden US-Dollar ein, womit er der Film mit dem bisher höchsten Einspielergebnis in US-Dollar ist. Er übertraf ...

3D-Techniken

Schon die 3D-Pioniere vor 170 Jahren versuchten den Menschen eine dreidimensionale Welt in 2 Dimensionen vorzugaukeln. Die Technik, die dahintersteckt, klingt im Prinzip einfach: Man muss dem Auge nur zwei leicht versetzte Bilder ein und desselben Motives vorsetzen.

In der Vergangenheit lag das mehrfache Scheitern der 3D-Technik vor allem daran, dass es anstrengend und teilweise sogar unangenehm war, längere Zeit einen dreidimensionalen Film anzuschauen.

Denn die Technik ist nicht ganz einfach umzusetzen: Das über Jahrzehnte weit verbreitete 3D-Verfahren der Doppelprojektion verwendet zwei Filmprojektoren, die jeweils Bilder für das linke und das rechte Auge auf die Leinwand projizieren. Die Zuschauer tragen dabei Brillen mit Polarisationsfiltern, die jedem Auge nur das ihm zugedachte Bild zeigen.

Das größte Problem zu Zeiten der analogen Filmtechnik war die Unmöglichkeit, beide Projektoren präzise genug aufeinander abzustimmen und zu synchronisieren. Zudem wackelte das Bild bei durchlaufenden Filmstreifen immer ein wenig. Deshalb mussten Augen und Gehirn Bilder verarbeiten, die nicht perfekt zusammenpassen. Die Zuschauer wurden müde, bekamen Kopfschmerzen und bei Manchen trat sogar Übelkeit auf. Die alternativen Rot-Grün-Brillen waren kein guter Ersatz, denn die Farben konnten mit dieser Technik nicht richtig dargestellt werden.

Erst durch die Verbreitung digitaler Kinotechnik konnten diese Probleme in den letzten Jahren gelöst werden. Die Zuschauer müssen zwar immer noch Brillen tragen, doch die Filme kommen direkt von der Festplatte und sind dann dank digitaler Projektion hell, kontrastreich und flimmerfrei. Dabei steuern Computer die Projektion der Bilder für jedes Auge auf die Millisekunde genau. Der Raumeindruck ist perfekt.

Vier digitale 3D-Verfahren werden derzeit in den Kinos weltweit verwendet: XpanD, RealD, Dolby Digital 3D und die Doppelprojektion. Die Systeme unterscheiden sich zwar in ihrer Konstruktion und Funktionsweise, aber jeder 3D-Film kann mit jedem System vorgeführt werden. Die Unterschiede sind für den Zuschauer meist nur an den unterschiedlichen Brillen erkennbar...

Für die Technikinteressierten

  • Das XpanD-Verfahren funktioniert nach dem Shutter-Prinzip: Die Bilder werden abwechselnd für das linke und rechte Auge auf die Leinwand projeziert. Die Shutter Brille öffnet sich dann im richtigen Takt jeweils für das linke bzw. rechte Auge. Während das Bild für das eine Auge sichtbar ist, bleibt das Bild für das andere Auge dunkel. Dadurch wird der Film dunkler - ähnlich wie beim Tragen einer Sonnenbrille - und daher muss dann der Projektor heller sein. Weil ein Auge nur die Hälfte der Bilder sieht, wie bei einem normalen Film, muss die Bildwiederholfrequenz verdoppelt werden, damit es nicht flimmert. Hohe Kosten verursachen vor allem die sehr teuren XpanD-Brillen.
  • Beim RealD-Verfahren werden die Bilder abwechselnd durch einen zirkularen Polarationsfilter mit zwei verschiedenen Polarisationsrichtungen geschickt, wobei die Sichtfelder der Brille nur jeweils eine Polarisationsrichtung zulassen. Genauso wie beim RealD-Verfahren wird das Bild dunkler und die Bildwiederholfrequenz muss verdoppelt werden. Die Brillen sind sehr günstig im Gegensatz zur Leinwand, die versilbert werden muss, damit die Polarisation nicht verloren geht.
  • Bei Dolby Digital 3D wird in den Projektor ein Farbrad eingebaut, welches sich synchron zum Film dreht. Dieses Rad verändert die Farbwerte des aktuellen Bildes etwas. Eine Interferenzbrille filtert dann ein für das jeweilige Auge unterschiedliches Spektrum heraus, sodass Bilder mit dem entsprechenden Farbwert jeweils nur auf einem Auge zu sehen sind. Genauso wie bei den zuvor vorgestellten Verfahren wird das Bild dunkler und die Bildwiederholfrequenz muss verdoppelt werden. Sowohl das Farbrad wie auch die Interferenzbrillen sind relativ teuer.
  • Bei der Doppelprojektion werden 2 Polaristionsprojektoren verwendet. Die Systeme arbeiten mit statischen linearen Polfiltern in Simultanprojektion, das heißt die Bilder werden für das linke und rechte Auge zeitgleich dargestellt. Das Doppelprojektionssystem zeichnet sich vor allem durch seine sehr kostengünstigen Brillensysteme aus und bietet genug Strahlungshelligkeit für große Räume. Auch die Trennung von den Farbkanälen ist durchweg gut und gehört zu den großen Vorteilen dieses Systems. Kostenpunkte sind vor allem die 2 Projektoren, die angeschafft werden müssen, sowie die versilberte Leinwand.

Bei den Polarisationsverfahren ist es von Vorteil, wenn das Licht zirkular polarisiert wird, denn bei einer zirkularen Polarisation kann der Kopf geneigt werden. Bei einer linearen Projektion hingegen verschwindet der 3D-Effekt bei einer Neigung des Kopfes. Verbesserungen an den bekannten Verfahren sowie weitere 3D-Verfahren liegen bereits in den Schubladen der Entwickler und man darf gespannt sein, was das 3D-Kino in paar Jahren bieten wird.

Tipps für den 3D-Kinobesuch

Bei 3D-Verfahren ist es immer gut, möglichst zentral zu sitzen, da dann das Erlebnis intensiver ist. Sitzt man etwas weiter vorne, wirken die 3D-Effekte stärker. Und wenn lineare Polarisationsfilter zum Einsatz kommen, sollte man den Kopf nicht zu stark neigen, das sonst die 3D-Effekte - wie oben beschrieben - verschwinden.

Die Qualität von 3D-Filmen hängt nicht nur vom angewendeten Verfahren ab, sondern auch vom Kino, welches den Film ausstrahlt. So habe ich von Freunden erfahren, dass in verschiedenen Kinos deutliche Unterschiede bezüglich der Filmqualität zu spüren waren, obwohl das gleiche 3D-Verfahren eingesetzt wurde.

Fazit

Camerons Avatar bietet ein völlig neues Kinoerlebnis, das - mal abgesehen von der Handlung - den Zuschauer in seinen Bann zieht und staunen lässt. Wer kein Science-Fiction (oder besser gesagt Science-Fantasy) Fan ist,  kann sich dennoch von den 3D-Welten und fantastischen Effekten beeindrucken lassen. 

Meine Empfehlung: Unbedingt anschauen, absolut sehenswert

PS: Hat man den Film in 3D gesehen, wirken die Trailer richtig platt und langweilig und spiegeln nicht annähernd das Kinoerlebnis wieder.

Hans, am 24.01.2010
 
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Kommentare


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Hans am 16.10.2010

Hallo Inforitter,
Danke für den Link. Schaut aber ganz schön kompliziert aus den Heli nachzubasteln. Aber wer Zeit hat... :-)
Viele Grüße,
Hans

Inforitter am 16.10.2010

Wer gerne was aus Papier zaubert, kann sich bei "paperhobby" den Scorpion-Heli nachbauen:
http://myhobbycraft.blogspot.com/2010...
Unten am Ende sind die Links zum runterladen.
(SB=Modell ohne Farbe)

Olaf

Scully_van_Funkel am 16.10.2010

Der Film hat mich bezaubert.

Hans am 19.09.2010

Hallo Olaf,

Danke für den Kommentar. Und Du hast recht: Filme mit Tiefgang bzw. einer guten Story findet man in Hollywood nicht zu oft. Deshalb hat mir der Film auch ganz gut gefallen.

Viele Grüße,
Hans

Inforitter am 19.09.2010

Avatar gehört auch zu meinen liebsten Filmen. Er hat sogar Tiefgang, was für einen Hollywoodstreifen nicht selbstverständlich ist.
Bin auf die Fortseztung gespannt...

Olaf

UrsulaOrtmann am 27.01.2010

Hallo Hans, habe gerade auf we.de gelesen, Avatar ist der beste Film aller Zeiten seiner Art geworden. Finde ihn lehrreich u. gut umgesetzt, man muß den Symbolgehalt hinter Handlung u. Figuren verstehen.

Viele Grüße
Ursula

chippy am 24.01.2010

Hey Hans!
Warst Du nun endlich auf Pandora, Drachen reiten ;-)

In Welchem Kino warst du? Mit welcher 3D-Technik?

Btw. der Vorteil von Dolby3D ist, dass man keine Silberleinwand braucht. Bei RealID braucht man nur ein Beamer.



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