Bore-out – Mehr als Langeweile bei der Arbeit

von ghostwriter

Krankhafte Langeweile bei der Arbeit ist weitverbreitet. Die Gründe sind vielfältig...

Arbeit hat in Deutschland einen hohen Stellenwert; nicht selten definieren sich viele Arbeitnehmer durch ihren Status und ihren Einsatz am Arbeitsplatz. In der letzen Zeit ist jedoch ein Phänomen entstanden, dass dem "Burn-out" –Syndrom, d.h, der Überarbeitung bis zur Schmerzgrenze, in nichts nachsteht: Der sogenannte "Bore-Out" (eg: to bore = sich langweilen).

 

Was ist Bore-Out?

 Bore-Out hat viele Gesichter – vom stundenlangen Schreiben von Privat-Emails während der Arbeit – auch unter Kollegen im selben Hause- bis hin zur Depression mit Suchttendenzen ist alles vorhanden. Erschöpfung und Leeregefühl, das Gefühl "kopftot" zu sein, Rückzug von Freunden und Verwandten sind ebenfalls keine Seltenheit. Der Arbeitnehmer macht vermehrt untypische Fehler, die von fehlender Konzentrationsfähigkeit aufgrund des Bore-Outs herrühren. Aus Angst um den Arbeitsplatz und ein geregeltes Einkommen erträgt der Betroffene die quälende Langweile oft jahrelang im Stillen. Andere gehen offensiv mit dem Thema um und provozieren den Vorgesetzen mit betont lässigem und nicht arbeitstypischen Verhalten, in der Hoffnung mit anspruchsvolleren Tätigkeiten beschäftigt zu werden.

 

Unterforderung fordert ihren Tribut

Da viele Stellen heutzutage mit überqualifizierten bzw branchenfremden Mitarbeitern besetzt werden, kann es schnell dazu kommen, dass der Betreffende sich von der Aufgabe an sich nicht ausgefüllt fühlt, er geht müde und apathisch, manchmal sogar depressiv in den Feierabend, obwohl er "nicht wirklich viel geleistet hat". Besonders gefährdet ist die Berufsgruppe der Call Center Agents, die interessanterweise sowohl in der "Burn out" als auch in der "Bore-out" Gruppe in den oberen Rängen zu finden sind.

 

Was tun?

Der Arbeitgeber reagiert auf seinen zu "Tode gelangweilten Mitarbeiter" oft mit Ärger und Restriktionen. Das Schreiben von Privat-Emails beziehungsweise Internetnutzung wird untersagt, und der betreffende Mitarbeiter bekommt oft noch weitere, für ihn sinnleere Aufgaben zugewiesen. Früher oder später kommt es zwangsläufig zur Feuerung durch den Arbeitgeber oder eigenmächtige Kündigung durch den Arbeitnehmer. Je nach Branche lohnt sich in einigen Fällen das Gespräch mit dem Vorgesetzen; in den meisten Fällen hilft jedoch nur ein Jobwechsel.

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ghostwriter, am 30.05.2010
 
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Kommentare


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Gast am 11.09.2010

Was also tun? Das Sicherheitsdenken ist in unserer Gesellschaft sehr ausgeprägt. Genau aus diesem Grund verplempert so mancher sein (Berufs-) Leben. Innere Kündigung ist auch ein Thema. Die kann viele verschiedene Ursachen haben.

Soweit unsere Feststellung der Tatsachen. Wie kann man etwas daran ändern?

Grundeinkommen für ein auskömmliches Leben ist ein ineterssanter Ansatz. Allerdings kaum zu machen. Seht euch die Parteien an respektive die Polithelden in diesem Land.

Freundlcihe Grüße
Dieter

AnnaFelicitas am 03.08.2010

Danke für diesen nachdenkenswerten Artikel!

Alles Liebe
Anna

Simon am 02.06.2010

Top - Auch von mir vier Sterne dafür :) Ja, diese Probleme nehmen scheinbar immer mehr zu - Neuentwicklung oder schon immer dagewesen? Woran das liegt??

Die Menschen sehnen sich alle nach Sicherheit und trauen sich deswegen nicht ihren Träumen oder ihrem Traumjob nachzugehen. Wer einen Job mit ausreichendem Einkommen hat, für den ist eine Kündigung natürlich extrem schwer, auch wenn ihn der Job nicht ausfüllt. Schwerer wird's natürlich noch, wenn eine Familie vom Einkommen abhängt ...

Danke für die Anregung zum Nachdenken,
Simon

Jigoku am 31.05.2010

Klasse Artikel wasir.. ich hatte auch drüber nachgedacht, darüber zu schreiben, dachte mir aber, dass du das sicher machen wirst ;) ist wirklich gelungen, und so nah am "echten Leben"... ;)

ghostwriter am 30.05.2010

ach ja...und ich stimme Dir zu 100% zu!!!

ghostwriter am 30.05.2010

vielen Dank Peer-:))

textpressi am 30.05.2010

Der Zustand, innerlich bereits gekündigt zu haben und sich nur aus Existenzangst Tag für Tag zur Arbeit zu schleppen ist sehr schrecklich.

Dagegen könnte nur helfen, alles ein bisschen lockerer zu sehen und Mut zur Selbstverwirklichung zu haben. Bei Aufgaben, die einem Spaß machen, ist man i.d.R. sehr effizient, was auch der Produktivität zu Gute kommt.

Wie kann das gehen? Wir brauchen das Bedingungslose Grundeinkommen. Denn im Gegensatz zum ALG I oder ALG II stigmatisiert es nicht und jeder darüber hinaus eingenommene € ist wirklich zusätzlich verdient.

Vielen Dank für diesen Text, von mir 5 Sterne!

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