Der GR 20 - Kultwanderung auf KorsikaDer Grande Randonnée 20 ist Korsika's Kultwanderweg Nummer 1Der folgenden Bericht stammt aus dem Jahre 1998. Es wird sich also in den folgenden Jahren einiges geändert haben... So kann man heutzutage wohl nicht mehr mit DM oder FF bezahlen ;-) und auch die Anzahl und der Zustand der Unterkünfte wird sich wahrscheinlich geändert haben. Außerdem wird der GR 20 normalerweise nicht von Küste zu Küste durchwandert, sondern beginnt in Calenzana und endet in Conca. Aber ansonsten sollten die Beschreibungen noch recht gut passen :-) Allgemeines zu Korsika
ReisezeitDie schönste Reisezeit für Korsika ist eindeutig der Frühling (Mitte März bis Ende Juni). Die Temperaturen sind schon sommerlich warm und unter den schneebedeckten Gipfeln steht die Macchia in voller Blüte, die den berühmten Duft verstrahlt, anhand dessen Napoleon 'seine' Insel schon aus 100 km Entfernung erkannt haben soll. Allerdings ist das Wandern in den Hochlagen nur mit entsprechender Ausrüstung sinnvoll, da die letzten Schneefelder erst Ende Juni vollständig abgetaut sind. Im Hochsommer (Anfang Juli bis Ende August), wenn sich die Urlauber massenweise an den Sandständen tummeln, findet der Wanderer das Beste Klima in den Bergen vor. Regentage gibt es dann so gut wie gar nicht. Allerdings sollte man sich vor Nebel und Gewittern in acht nehmen, da diese meist urplötzlich hereinbrechen und es dann erhebliche Orientierungsprobleme (verbunden mit starkem Temperaturabfall) geben kann. Anreise und KostenWir sind mit dem Zug von Ulm aus über Florenz nach Livorno gefahren. Da in Italien allerdings chaotische Zugverbindungen hersch(t)en mußten wir in Florenz ein Taxi nehmen (es war nachts um vier !!!) um vom einem Bahnhof zum anderen zu kommen und erwischten den Anschlußzug gerade noch rechtzeitig. Da es vom Bahnhof in Livorno auch noch ein Stückchen bis zum Hafen ist, setzten wir uns in ein weiteres Taxi (es empfiehlt sich hierbei etwas Lira in der Tasche zu haben) und konnten danach die Überfahrt nach Bastia mit der Fähre antreten. In Bastia ging's dann weiter mit dem Inselzügchen (sehr empfehlenswert) an der Küste entlang bis nach Lumio. Und von dort aus starteten wir unsere große Korsikadurchquerung. Von Lumio bis nach Calenzana (dem eigentlichen Einstiegsort des GR20) sind es rund 8 km. Nach der großen Durchquerung liefen wir von Conca aus (das offizielle Ende des GR20) über Fautea bis zum Meer, campten wild am Strand und hatten danach riesiges Glück weil uns ein Pärchen (an dieser Stelle bedanken wir uns nochmals riesig bei Anne Klein und Stephan Niesser) per Anhalter bis nach Ajaccio mitnahm. Von Ajaccio fuhren wir dann wieder mit dem Zügchen durch halb Korsika, machten einen Zwischenstop in Corte (ein wunderschön gelegenes und sehenswertes Dorf) und kamen schließlich wohlbehalten in Bastia an. Danach ging's weiter mit der Fähre nach Livorno und von dort aus mit dem Zug direkt nach Ulm. Gedauert hat die Anreise von Ulm über Florenz und Livorno bis nach Lumio 17,5 Stunden. Um 14.11 Uhr sind wir in Ulm losgefahren, um 7.00 Uhr waren wir in Livorno. Die Überfahrt mit der Fähre hat 5,5 Stunden gedauert (8.30 Uhr bis 14.00 Uhr), die anschließende Zugfahrt von Bastia nach Lumio 3 Stunden (16.30 bis 19.30 Uhr). Die Rückreise hat ähnlich lange gedauert... Die Anreisekosten betrugen insgesamt 257 DM. Davon fielen auf den Zug 139 DM (BRD) + 77 DM (Italien) und auf die Fähre 41 DM. Für den Aufenthalt in Korsika kamen nochmals um die 600 DM hinzu - vor allem für das Essen und das Übernachten. Reist man mit dem Zelt, so wird es etwas günstiger, denn übernachten auf den Hütten des GR20 kostete 50 FF, das Zelten nur 20 FF. Die Zugfahrt durch Korsika kostete von Bastia nach Lumio ... weiß ich nimmer. Auf jeden Fall waren's 64 FF für die Strecke Ajaccio - Corte und 57 FF für Corte - Bastia. Verpflegung und AusrüstungIn der folgenden Liste ist unsere komplette Ausrüstung für 20 Tage Korsika aufgelistet. Fast das gesamte Material ist für den GR20 bestimmt, ein kleiner Teil davon ist noch für den Badeurlaub nach der großen Korsikadurchwanderung gedacht. Zum Proviant ist zu sagen, dass dieser nicht einmal für 3 Tage gereicht hat. Denn wer viel Sport treibt, hat bekanntlich einen Bärenhunger. Zum Glück gab's auf dem GR20 alle 3 Tage Nachschubstellen (und es werden immer mehr), so dass ein Verhungern ausblieb. Dennoch, auch wir legten unfreiwillig eine Hungeretappe ein, da der Proviant eines Tages alle war und die erhoffte Nachschubstelle nicht mehr existierte. Immerhin, der guten Figur halfs... Kleidung Kurze Hose, Trainingshose, 3 T-Shirts, 2 paar Socken, 3 U-Hosen, Pullover, Fließjacke, Regencape, Sandalen, Sonnenmütze, Halstuch, Stirnband, Badehose, leichte Schuhe Wanderausrüstung Rucksack, Tagesrucksack, Bergschuhe, 2 paar Wandersocken, Wanderstöcke, Gletscherbrille, Trillerpfeife, Hilfsseil Campingausrüstung und Werkzeug 2 Mann Zelt, Schlafsack, Isomatte, Kocher, Kartuschen, Alu Topf, Topfhalter, Alu Besteck, Alu Tasse, Feuerzeug, Taschenmesser, Helmlampe, Schnur, Klebeband, Plastiktüten Waschzeugs und Arzeimittel Großes Handtuch, Kleines Handtuch, Wachlappen, Bioseife, Zahnpasta, Zahnbürste, Haarbürste, Pinzette, Toilettenpapier, Tempos, Sonnencreme, Labello, Stichsalbe, Antibiotikum, Betaisadonna Wundsalbe, Mobilat gegen Prellungen, Desinfektions Spray, Halswehtabletten, Schnupfenspray, Desinfektionstabletten für Wasser, Immodium für Durchfall, Erste Hilfe Set (Pflaster usw.) Sonstiges Geldbeutel, Schlüssel, Umhängebeutel, Kängeruhbeutel, Auslandsversicherung, Bargeld, Traveler Schecks, Kamera, Stift und Zettel, Uhr mit Weckfunktion, Reiseführer, Wörterbuch, Wanderkarten Verpflegung für die ersten Tage Wasserflasche (2 x 1.5 Liter), Brühwürfel, Salz, Pfeffer, Tütensuppen, Trockenfleisch, Knäckebrot, Trockenmilch, Nüsse, Rosinen, Müsli- und Powerriegel, Teebeutel, Vitamintabletten, Schokolade, Haferflocken Für alle die nun wissen wollen was das ganze Zeug so wiegt: Mit etwas Proviant wog mein Rucksack bei der Abfahrt 17,5 kg bei der Heimfahrt 16 kg. Dennoch, auch wir stopften die Rucksäcke am zweiten Tag nochmals so richtig voll (hatten wohl nach unseren Hungergefühlen am Vortrag etwas Bammel, dass das Essen knapp wird...), so dass wir auf der Strecke von Calenzana zur Piobbu Hütte fast um die 20 kg schleppen mußten. Und das den Berg hoch bei 30 Grad im Schatten... Zeitliche Einteilung und Infos zu den EtappenInsgesamt sind wir die 20 Etappen des GR20 in 15 Tagen gelaufen. Allerdings wurde hier noch die Besteigung des Monte Cinto und der Wegverlauf vom bzw. ans Meer mit einberechnet (Daher die etwas höhere Etappenanzahl, im Gegensatz zu Angaben in anderen Führern). Die Wegstrecke betrug hierbei 202 km (nur GR20: 182 km) und es wurden ca. 13100 m auf und auch wieder abgestiegen (nur GR20: ca. 11800 m). Insgesamt sind dies also über 25000 Höhenmeter in 15 Tagen. Die vier Etappenpläne spiegeln u.a. den damaligen Zustand der Unterkünfte wieder. Einige der Hütten sind in der Zwischenzeit sicher neu aufgebaut worden, andere sind wahrscheinlich wieder verfallen, aber ich hoffe dass wenigstens die Wasserquellen immer noch an den gleichen Stellen sprudeln wie damals :-) GR 20 - Etappenpläne mit HöhenmeterangabenMit Klick vergrößern
Ausführliche Beschreibung der ersten 4 Etappen1. Etappe: Von Lumio nach CalenzanaMit der Fähre erreichten wir Bastia um ca. 14.00 Uhr und fuhren dann mit dem Zug (von 16.30 Uhr bis 19.00 Uhr) nach Lumio, wo unser erster Wandertag begann. Da es bereits dunkel wurde, schlugen wir auf dem Weg nach Calenzana irgendwo im Gemüse unser Zelt auf. Zum Glück fanden wir noch ein angenehmes Plätzchen im Gestrüpp, da die Macchia normalerweise nur aus dornigem Gehölz besteht und ein Durchkommen fast unmöglich macht. So schliefen wir dann bald auch recht früh ein und waren gespannt auf den nächsten Tag... 2. Etappe: Von Calenzana auf die Piobbu Hütte
3. Etappe: Von der Piobbu Hütte zur Carozzu HütteAufgebrochen sind wir heute schon bei Sonnenaufgang (ca. 8.00 Uhr), was aber dennoch zu spät war, da die Sonne schon wieder mit einer unglaublichen Hitze auf uns nieder 4. Etappe: Von der Carozzu Hütte nach Haut AscoAufbruch um 7.30 Uhr. Morgenstund hat Gold im Mund oder wie war das Sprichwort doch gleich? Um 8.00 Uhr erreichten wir die erste Hängebrücke, was für uns natürlich ein Riesen Spaß war, da einige Sprossen gebrochen waren und das rostige Stahlseil auch nicht gerade vielversprechend aussah. Dennoch, uns hat sie ausgehalten, die Brücke, und so waren wir recht froh, die 10 m tiefe Schlucht mit dem rauschenden Gebirgsbach darunter gesund und munter überquert zu haben. Photoimpressionen zu den Etappen 5 bis 20Und zum Schluß noch alle Etappen in der Kurzübersicht1. Etappe: Von Lumio nach Calenzana Ausgangspunkt / Endpunkt: Lumio, 0 m / Calenzana, 275 m
Tiefster Punkt / Höchster Punkt: Lumio, 0 m / Calenzana, 275 m Höhenunterschiede aufwärts / abwärts: 275 m / 0 m Streckenlänge / Gehzeit: 8 km / 2 Std.
2. Etappe: Von Calenzana zur Piobbu Hütte Ausgangspunkt / Endpunkt: Calenzana, 275 m / Piobbu Hütte, 1650 m Mühen: Sehr steiler Aufstieg zum Hochplateau des Capu Ghiovu
Gefahren: Kurz vor dem Hochplateau leichte Kletterstellen, max. I
Sehenswert: Kastanienbaum mit 7 m Stammdurchmesser
3. Etappe: Von der Piobbu Hütte zur Carozzu Hütte Ausgangspunkt / Endpunkt: Piobbu Hütte, 1650 m / Carozzu Hütte, 1190 m Mühen: Brutaler Abstieg zur Carozzu Hütte
Gefahren: Leichte Klettereien...
Sehenswert: Blick in den Kessel von Bonifato
4. Etappe: Von der Carozzu Hütte nach Haut Asco Ausgangspunkt / Endpunkt: Carozzu Hütte, 1190 m / Haut Asco, 1422 m Mühen: Anstrengender Abstieg nach Haut Asco
Gefahren: Bei Nässe Rutschgefahr auf den schrägen Platten
Sehenswert: Interessanter Wegverlauf an und nach der Hängebrücke
5. Etappe: Von Haut Asco zur Tighiettu Hütte Ausgangspunkt / Endpunkt: Haut Asco, 1422 m / Tighiettu Hütte, 1640 m Mühen: Steiler Abstieg zur Tighiettu Hütte
Gefahren: IIer Kletterstellen im Kessel von Solitude
Sehenswert: Kessel von Solitude, Nette Badegumpen an der Tighiettu Hütte
6. Etappe: Von der Tighiettu Hütte zur Mori Hütte Ausgangspunkt / Endpunkt: Tighiettu Hütte, 1640 m / Mori Hütte, 2000 m Mühen: Keine
Gefahren: Keine
Sehenswert: Paglia Orba und Capu Tafunato
7. Etappe: Von der Mori Hütte zum Hotel Verghio Ausgangspunkt / Endpunkt: Mori Hütte, 2000 m / Hotel Verghio, 1400 m Mühen: Keine
Gefahren: Keine
8. Etappe: Vom Hotel Verghio zur Manganu Hütte Ausgangspunkt / Endpunkt: Hotel Verghio, 1400 m / Manganu Hütte, 1601 m Mühen: Keine
Gefahren: Keine
Sehenswert: Wetterbuchen am Col de Pierre, Ninosee
9. Etappe: Von der Manganu Hütte zur Petra Piana Hütte Ausgangspunkt / Endpunkt: Manganu Hütte, 1601 m / Petra Piana Hütte, 1842 m Mühen: Ständiges Auf- und Ab oberhalb der Seen
Gefahren: Kletterstellen oberhalb der Seen, max. I-II
Sehenswert: Blick auf den Capitello und Melo See
10. Etappe: Von der Petra Piana Hütte zur L'Onda Hütte Ausgangspunkt / Endpunkt: Petra Piana Hütte, 1842 m / L'Onda Hütte, 1450 m Mühen: Abstieg ins Manganello Tal
Gefahren: Keine
Sehenswert: Badegumpen im Manganello Tal
11. Etappe: Von der L'Onda Hütte nach Vizzavona Ausgangspunkt / Endpunkt: L'Onda Hütte, 1450 m / Vizzavona, 920 m Mühen: Sehr langer Abstieg ins Tal der Agnone
Gefahren: Keine
Sehenswert: Supergumpen an der ersten Brücke (7 m !!! Sprung möglich), Cascades des Anglais
12. Etappe: Von Vizzavona nach Capanelle Ausgangspunkt / Endpunkt: Vizzavona, 920 m / Capanelle Hütte, 1586 m Mühen: Keine
Gefahren: Keine
13. Etappe: Von Capanelle zum Col Verde Ausgangspunkt / Endpunkt: Capanelle Hütte, 1586 m / Col Verde Hütte, 1289 m Mühen: Keine
Gefahren: Keine
Sehenswert: Bergeriedorf Traggette
14. Etappe: Vom Col Verde zur Prati Hütte Ausgangspunkt / Endpunkt: Col Verde Hütte, 1289 m / Prati Hütte, 1839 m Mühen: Keine
Gefahren: Keine
15. Etappe: Von der Prati Hütte zur Usciolu Hütte Ausgangspunkt / Endpunkt: Prati Hütte, 1839 m / Usciolu Hütte, 1745 m Mühen: Anstrengender Aufstieg zum Col du Brouillard (Monte Formicola)
Gefahren: Keine
Sehenswert: Buchenwald am Col de Laparo
16. Etappe: Von der Usciolu Hütte zur Asinao Hütte Ausgangspunkt / Endpunkt: Usciolu Hütte, 1745 m / Asinao Hütte, 1600 m Mühen: Aufstieg zum Monte Incudine, Harter Abstieg zur Asinao Hütte
Gefahren: Leichte Klettereien
Sehenswert: Grad der Statuen, Schöner Buchenwald und Hochweiden am bzw. nach dem Col de Occhiatu und natürlich super Rundumsicht vom Mt. Incudine aus. An klaren Tagen reicht der Blick bis nach Sardinien
17. Etappe: Von der Asinao Hütte (Alpine Variante) zum Bavella Paß Ausgangspunkt / Endpunkt: Asinao Hütte, 1600 m / Bavella Paß, 1218 m Mühen: Abstieg zum Bavella Paß
Gefahren: Keine
18. Etappe: Vom Bavella Paß zur Paliri Hütte Ausgangspunkt / Endpunkt: Bavella Paß, 1218 m / Paliri Hütte, 1050 m Mühen: Keine
Gefahren: An den Bavella Türmen Ier Stellen
Sehenswert: Bavella Massiv, Schön(st)er Campingplatz an der Paliri Hütte
19. Etappe: Von der Paliri Hütte nach Conca Ausgangspunkt / Endpunkt: Paliri Hütte, 1050 m / Conca, 252 m Mühen: Hangquerung im Macchiagestrüpp zum Col d'Usciolu; hier herrschte eine Sau Hitze (35°C) !!!
Gefahren: Hitzschlag, Halluzinationen, Vertrocknung...
Sehenswert: Blick auf den Granitkegel der Punta di i Paliri
20. Etappe: Von Conca zum Strand von Fautea Ausgangspunkt / Endpunkt: Conco, 252 m / Strand von Fautea, 0 m Mühen: Wenig Schatten
Gefahren: Hitzschlag, Halluzinationen, Vertrocknung...
Sehenswert: Schöner Sandstrand bei Fautea Verwandte Seiten:
Veröffentlicht: 09. März 2010
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Korsika ist nach Sizilien (25461 qkm), Sardinien (24089 qkm) und Zypern (9251 qkm) mit 8720 qkm die viertgrößte Insel im Mittelmeer. Ihre Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt 183 km, von Osten nach Westen 83 km. Die Entfernung zur französischen Küste (Nizza) beträgt 180 km, bis nach Italien (Livorno) sind es 83 km. Ihre geographische Nähe zu Sardinien zeigt sich auch darin, daß beide Inseln nur vom 12 km breiten Golf von Bonifacio getrennt werden. Korsika besitzt ungefähr 1000 km Küste, wovon 300 km Badestrand sind. Mit einer mittleren Höhe von 586 m ist Korsika die gebirgigste Insel des Mittelmeeres. Das Hauptgebirge besteht vor allem aus Granit; im Norden (Cap Corse) trifft man auf ein schieferähnliches Gestein. Die bedeutendsten Berge der Insel sind der Monte Cinto (2706 m), der Monte Rotondo (2622 m), die Paglia Orba (2525 m) und der Capu Tafunato (der Berg mit dem Riesen Loch im Fels, 2335 m), der Monte d'Oro (2389 m), der Monte Renoso (2352 m) und der Monte Incudine (2134 m). Insgesamt gibt es 70 Berge über 2000 m.
Heute sind wir etwa um 9.00 Uhr fit. Kurz vor 10.00 Uhr erreichten wir dann Calenzana und füllten nochmals unsere Rucksäcke auf, die allerdings davor schon schwer genug waren. Aber jetzt ging's erst richtig los, denn die Sonne brannte in voller Stärke auf uns nieder und der Weg zog sich nun durch Macchia Gestrüpp auf engen Pfaden den Berg empor (Ächz). Die erste Rast bot sich unter einem Kastanienbaum an, der mitten im Weg steht und dessen Baumumfang nicht weniger als 7 Meter beträgt. Kurz danach, so gegen 13.00 Uhr erreichten wir zwei Quellen, die aber fast schon versiegt waren. Zudem dienten sie auch noch als Kuhtränken, wie uns später Leute auf der Hütte genüßlich erzählten. Jeder möchte seinen Spaß... Doch die gut ausgerüsteten GR20 Wanderer (Marcus und ich) hatten dann auch gleich ein Gegenmittel zur Hand: Die extra starken Wasserdesinfektionssterilisationstabletten vom Outdoor Shop. Na, wie dem auch sei, weiter ging's dann jedenfalls einen endlos langen Steilhang hoch bei 30°C im Schatten. Ich zweifelte an meiner Kondition (wie in jedem guten GR20 Touri Führer nachzulesen ist), und erst um 16.00 Uhr erreichten wir das Hochplateau des Capu Ghiovu. Läuft man dann noch ein paar Meter weiter, so wird die Piobbu Hütte sichtbar, die für Auftrieb, Energie und super Power sorgte. Schließlich, um 20.30 Uhr erreichten wir glücklich und zugleich erschöpft die Hütte. Geschafft!!!
brannte... Zum Glück schlängelt sich der Weg zu Beginn überwiegend durch lichten Birkenwald, so daß wir hier die meiste Zeit im Schatten liefen. Nach ca. 2 Stunden überquerten wir einen Bach, wo wir unsere Wasserflaschen auffüllen konnten. Der Weg verläuft dann weiter über schiefe Felsplatten und kleines Geröll und nach weiteren 2 Stunden erreichten wir dann die 2. Quelle. Hier sollte man auf jeden Fall nochmals Wasser nachtanken, da nun ein langer Aufstieg zum Col Piscaghia bevorsteht. Vom Paß, den wir um 15.30 Uhr erreichten, eröffnete sich uns ein fesselnder Blick in den Kessel von Bonifato. Im Hintergrund leuchten nun die imposanten Felskulissen von Monte Cinto, Paglia Orba und Capu Tafunato hervor. Einfach super. Danach wird der ganze Kessel in einem stetigen Auf- und Ab umrundet, bis man schließlich vor dem heftigen Abstieg zur Carozzu Hütte steht (16.45 Uhr). Wer hier nicht schlappmacht und keine weichen Knie bekommen hat, wird auch den
Weiterweg bewältigen. Schließlich erreichten wir die wunderschön gelegene Carozzu Hütte (18.00 Uhr) inmitten eines lichten Waldstücks, was uns schnell all unsere Sorgen vergessen ließ. Nach einem kalorienreichen Essen erlebten wir noch einen fantastischen Sonnenuntergang und genossen so die letzten Sonnenstrahlen bis es endgültig Zeit zum Schlafen war.
Hier trafen wir auch auf Philippa und Rene - Grüße an Euch Zwei an dieser Stelle - mit denen wir noch einige Zeit zusammen liefen. So gegen 11.15 Uhr kamen wir dann nach einem langen Aufstieg zur Osterhasenscharte (Breche de Stagnue) und machten erst mal ausgiebig Rast. Danach führte uns eine kurze Querung zum gegenüberliegenden Paß mit anschließendem Blick ins Tal von Haut Asco. Doch die Ernüchterung folgte auf dem Fuße - ein super anstrengender, super steiler Abstieg ins nicht gerade hübsche Dörfchen da unten... von den Hotels und Skianlagen ganz zu schweigen... Immerhin, zum Einkaufen gereicht hat's allemal. Und dann waren wir sofort wieder startbereit, liefen noch ein Stückchen aus dem Dorf heraus und campten zum zweiten Mal etwas abseits des offiziellen GR 20 Weges.
Kommentare
UrsulaOrtmann sagte:
am 09.03.2010Viele Grüsse
Ursula