Geld verdienen durch Heimarbeit und Internet Marketing

 
 

Die Geschichte der Ballaststoffe



Bookmark


Was ist dran an der Behauptung das Ballaststoffe "gesund" sind? Können Ballaststoffe auch schaden? Bei Ballaststoffen handelt es sich um Kohlenhydrate, die in unterschiedlichen Mengen, meist in pflanzlichen Lebensmittel enthalten sind. Vielfach werden sie als schon als fast lebensnotwendig dargestellt und dafür geworben möglichst Produkte mit hohen Ballaststoffanteilen zu konsumieren.  Da Ballastoffe als unverdaulich angesehen werden, genießen sie den Ruf Schlankmacher zu sein. Tatsächlich werden sie aber u.a. durch Mikroorganismen im Dickdarm in verwertbare Fettsäuren, Fuselalkohole und Gase umgesetzt. Der daraus resultierende Energiegewinn ist zwar vernachlässigbar gering, jedoch möglicherweise das so ausgelöste Kopfweh und der Riesenblähbauch nicht. 

Die Rolle der Ballaststoffe in Asien

In Ostasiatischen Ländern wird der Bauch als Heiligtum betrachtet und wie ein Baby gehegt und gepflegt. Niemand kommt da auf die Idee, das „Baby Bauch“ mit Schwerbekömmlichen zu traktieren. Vollkornprodukte sind unbekannt. Asiaten essen sehr viel Reis, aber keinen Vollkornreis. Zum Frühstück werden Dampfbrötchen, hergestellt aus feinem Weizenmehl und gefüllt mit den verschiedensten Dingen verzehrt. Dieses ausgeprägte  Bellyfeeling ist im Westen nicht bekannt. Um die Gegensätze zwischen asiatischer und der westlicher Auffassung, nicht nur in der Ernährung als Analogie darzustellen, erzählte mir eine koreanische Kollegin folgende Geschichte:

Der Teufel kommt zu einem Menschen und sagt ihm: „Komm mit, es ist soweit. Aber es wird nicht so schlimm.“ Antwort des Menschen: „Da ist ein Haken dran.“ Bei ihrer Wanderung kommen die beiden in einen wunderschönen Park mit einer ebenso schönen Villa. „Hier wirst du wohnen“, bemerkt der Teufel und fragt noch: „gefällt es Dir?“ „Ja“, antwortet der Mensch „aber da ist ein Haken dran“. Der Teufel verneint wiederum. Auf der Terrasse hört der Mensch lautes Wehklagen und Stöhnen vom Nachbargrundstück. „Das ist der Haken“ meint er und der Teufel führt ihn auf das Nebengrundstück, wo Menschen sich einander mit Peitschen, Ruten und Dornbüschen schlagen. Dazu kommentiert der Teufel: „ Das sind Christen, die mögen das so“.

Das hat mich „gebeutelt“

Ich hoffe nicht, dass Sie sich von der teuflischen Geschichte gebeutelt fühlen. Fragen sollte man sich jedoch, woher der Ausdruck „gebeutelt“ kommt. Er stammt aus dem Mittelalter, einer Zeit in der das gemahlene Getreide neben Hüllen und Spelzen noch Fragmente des Mühlsteines enthielt. Um diesen Ballast auszusondern, den „Spreu vom Weizen“ zu trennen, wurde das Mahlgut in Seidenbeutel gebracht, die lange und kräftig geschüttelt wurden. Für die Küche wurde das herausgefallene Mehl und der im Beutel verbliebene Inhalt höchstens als Viehfutter verwendet.  (Quelle: Udo Pollmer „Prost Mahlzeit, krank durch gesunde Ernährung“)

Der Wandel begann mit Graham

Der Wandel der Ansichten begann etwa 1830. Sylvester Graham (1794–1851) war presbyterianischer Prediger und vertrat die Hypothese, dass ungezügelte Sexualität, unmoralische Lebensweise und der Verzehr von Hühnerfleisch Cholera hervorriefen. Er wurde von vielen seiner Zeitgenossen wegen seines fanatischen Enthusiasmus belächelt. Zeitungsberichten zufolge fielen viele Damen während seiner Vorträge in Ohnmacht, sobald er seine Ansichten über Sexualität, vor allem über Masturbation äußerte. Er hielt vegetarische Ernährung für ein probates Mittel gegen Sexualität und andere Missstände. Er entwickelte das sog. Grahambrot. Ein Brot aus fein geschrotetem, ungesiebtem Vollkornweizen, als Alternative zum damals üblichen Weißbrot. Eine Brotart, die auch heute noch im Handel erhältlich ist.

Graham beeinflusste amerikanische Persönlichkeiten, darunter den Naturheilarzt John Harvey Kellogg, der heute vor allem als Erfinder der Cornflakes bekannt ist und Grahams Haltung gegenüber Sex, Alkohol und Fleischkonsum teilte. 

Der Stand vor ca. 1075 Jahren

1933 begann die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) das 1000 jährige deutsche Reich zu gründen. (Daher die Zeitangabe in der Überschrift.) Neben innenpolitischen Zielen wurde schon bald an der Zielsetzung die Grenzen Deutschlands zu erweitern, gearbeitet. Das konnte nur mit den Kriegsmitteln geschehen und es musste im Vorfeld das Problem gelöst werden, wie Soldaten an den Fronten, die dann nicht mehr zu Ernteerträgen beitragen konnten und das in der Heimat verbliebene Volk ernährt werden sollten. Man kam u.a. auf die Idee, Mahlabfälle im Mehl zu belassen, um so die Ertragsmenge zu steigern. Vermarktet wurde diese Idee mit der Begründung, etwas ganz besonders Gesundes gefunden zu haben. In dieser Hinsicht ist mir ein Artikel des „Völkischen Beobachters“, (als Faksimile) der parteiamtlichen Zeitschrift des Hitlerregimes in Erinnerung, in dem die Vorzüge der Vollkornernährung gepriesen wurden.

Die Hitlerpartei versicherte sich für ihre Propaganda der Unterstützung namhafter Ärzte, zu denen Max Otto Bruker, der Zuckerpapst gehört haben soll. Das behauptet u.a. die „Grüne“ Politikerin Jutta Ditfurth. Bruker sei Mitglied der SA gewesen. Bruker klagte dagegen und unterlag vor Gericht. 

Unter diesem Hintergrund lässt sich nicht nur Brukers Ablehnung von feingemahlen Auszugsmehlen, sondern auch sein vehementer Kampf gegen weißen Zucker erklären. Zucker musste relativ energieaufwändig und abfallträchtig aus Zuckerrüben hergestellt werden, der in seiner Urform, der Rübe, effektiver für tierische Ernährung und Schweinemast verwendet werden konnte. Das Halbfertigprodukt Sirup (Melasse) wurde als Süßmittel für Speisen und Backwaren gerade noch geduldet. Daraus resultiert wahrscheinlich das Gerücht, dass brauner Zucker ernährungsphysiologisch gesehen wertvoller sei, als weißer Zucker. Brauner Zucker unterscheidet sich von weißem, völlig gereinigten Zucker, nur dadurch, dass er etwas natürlich-biologischen Dreck beinhaltet.

Nach dem 2. Weltkrieg

Nach Kriegsende 1945 übernahm die Industrie gerne diese „unpolitischen“ Errungenschaften. Dadurch wurde es möglich, teures Mehl durch billige Abfallstoffe gewinnsteigernd aufwerten. Die Mengen der beigefügten Ballaststoffe ließen sich in den weiteren Jahren sogar noch steigern, so dass heute u.a. Vollkornbrot mit 30% gesunden Ballaststoffen erhältlich ist. Neuerdings wird überlegt Ballaststoffe aus Stroh herzustellen. 

Inzwischen deutet sich wiederum ein Wandel an

Der Ernährungsmediziner Maximilian Ledochowski sieht die herkömmlichen Ansichten über Ballaststoffe ebenfalls nicht durch neuere Studien bestätigt. Mit derart hohen Ballaststoffanteilen würde man Patienten möglicherweise unnötig quälen. Der WDR berichtete in einer Sendung, "Der Mythos von den Ballaststoffen", bereits  am 11.01.2007 darüber.

Zusammenfassend soll angemerkt werden, dass Ballaststoffe untrennbar mit meist pflanzlichen Nahrungsmitteln verbunden sind. Die Frage nach der Menge ist von der persönlichen Verträglichkeit abhängig. Es besteht m.E. nach keine Veranlassung Produkte mit besonders hohen Anteilen herzustellen, geschweige denn sie zu konsumieren, nur weil sie der Werbung nach (von der Industrie bezahlten) Gutachten besonders gesund sein sollen. Bedenklich. oder gar prekär können sie sich bei einigen Darmerkrankungen, wie z. B. bei einer Divertikulitis auswirken.

Ach ja, …

… in Lettland wurde vor etwa 4 Jahren eine Umweltsteuer für Rindviecher eingeführt, weil diese Pflanzenfresser mit ihren methangashaltigen Ausscheidungen (sprich Blähungen) an der Vergrößerung des Ozonlochs beteiligt sind. Mir erscheint es deswegen logisch, Fanatiker ballaststoffreicher Ernährung und kämpferische Vegetarier, weltweit einer vergleichbaren Steuer zu unterwerfen. 

 

Weiterführende Literatur 
Klaus Radloff "Die chinesische Medizin kennt keine orthopädischen Krankheiten" 

Meine Website: 
Vorsicht Orthopädie
und weiteren Themen

Der Link zur Behandlungsmethode für Therapeut/Innen 

Energetisch-Statische Behandlung ESB/APM

 

Verwandte Seiten

Kräuterhitparade
Eine Initiative, die beliebtesten Kräuter unter der Bevölkerung zu ermitteln. Ob Küchen- oder ...

Fett macht fett aber Distelöl macht schlank
Fette sind nicht gleich Fette. Es sind Wertigkeiten zu beachten um nicht Schaden zu erleiden. ...

Warum ist Chili so gesund?
Nur wenige Pflanzen haben Früchte mit einer derartigen Zahl gesundheitsfördernder Inhaltsstoffe ...

Salat, die halbe Krankenversicherung
Salat wird als gesundheitsfördernd gesehen. Es gibt aber auch kritische Stimmen. Was ist also ...



Kommentare

Wird nicht veröffentlicht oder weitergegeben




Inforitter sagte:
am 24.04.2010
Sehr interessant deine Ausführungen Klaus.
Kannst du mir schriftliche Quellen nennen? Vor allem zum Thema Beri-Beri und Schimmelpilze.

Olaf


Sylvi sagte:
am 30.10.2009
Oh danke für die Erläuterung.
Da also natürliche Ballaststoffe ok sind, werde ich doch bei meiner Müsli/Gemüse/Vollkornreis-Ernährung bleiben. Denn mein Belly-Feeling wird eher schlecht, wenn ich nur noch "weisses" Zeugs esse. Dann bewegt sich mein Darm leider genauso wenig wie ich, seit ich zu mind. 8 Bürostunden täglich verpflichtet bin.
LG und danke für Deine vielen spannenden Berichte.


Klaus_Radloff sagte:
am 30.10.2009
Hier ein Argument für die vermehrte Zufuhr von Ballaststoffen:

Auf die Frage, ob ich unter Blähungen leide, konnte ich kürzlich nur antworten: "Nein, sie sind mein mein einziges Vergnügen."

Fern aller Spöttelei. es gibt für den Meteorismus (Blähungen) auch noch andere Ursachen.


Klaus_Radloff sagte:
am 29.10.2009
Hallo Sylvi
Obwohl in Asien Nahrung oft knapp ist, wird dennoch weißer Reis gegessen. Das obwohl die Reismenge mit Schalen etc. auch größer wäre. Aber das "Bauchgefühl" der Asiaten lehnt Vollkornreis ab.

Vollkornreis gilt bei uns als besonders "gesund" weil er im Gegensatz zum polierten Reis Vitamin B1 enthält. B1-Mangel wird fälschlicherweise mit der Krankheit Beri-Beri assoziert. Seit 1905 sollte jedoch bereits bekannt sein, dass Beri-Beri tatsächlich eine Vergiftung durch Schimmelpilze ist. Hat sich nur noch nicht herumgesprochen.

Solange keine größeren gesundheitlichen Probleme bestehen, sollte der persönliche Geschmack entscheiden. Bestehen jedoch Störungen, sollte m.E. die Gesamtmenge der täglich konsumierten Ballaststoffe überdacht werden. Ballaststoffe sind in jedem pflanzlichen Nahrungsmittel enthalten, also keinesfalls "böse", aber um Produkte die zusätzlich mit "Ballast" angereichert wurden oder Ballaststoffe in Pillenform mache ich einen Bogen.

VLG Klaus


Sylvi sagte:
am 29.10.2009
Hallo Ihr zwei.
und sind nun z.B. bei Vollkornreis einfach mehr gesunde Inhaltsstoffe enthalten als bei poliertem Reis?
Evtl. muss ich meine vermeintlich gesunde Ernährung überdenken. Sonst muss ich noch "Abgassteuer" zahlen ;-)


Simon sagte:
am 26.10.2009
Hallo Klaus,
in dem Fall ist unter "Sättigung" gemeint, dass die in pflanzlichen Ölen häufiger vorkommenden Doppelbindungen durch Hydrierung zu Einfachbindungen umgewandelt werden. Dadurch ändert sich die 3D-Struktur der Moleküle, so dass ihr Schmelzpunkt steigt, d.h. die Öle werden bei Raumtemperatur fest. Ruthenium ist tatsächlich äußerst teuer, wird aber beim Prozess nur in gerinsten Mengen verbraucht und im großen Maßstab lohnt sich das finanziell - wenn man die Butterherstellungskosten zum Vergleich nimmt.

Ja, durchaus ein gutes Thema für eine neue Seite :-)


Klaus_Radloff sagte:
am 25.10.2009
Schön, dass ich dir mit Infos auch Argumente liefern konnte. Aus "amtlicher" Sicht sieht das natürlich gaanz anders aus.

Weiterhin hast du ein gutes Gespür für Lebensmittelkrimis. Angefangen bei Napoleon, der aus tierischen Fetten die Margarine herstellen ließ, über den Biochemiker und Physiologen Dr. med. Otto Warburg, dessen Erkenntnisse aus den zwanziger Jahren bis heute weitgehend nicht "renoviert" wurden, bis hin zum Wirtschaftsfaktor Cholesterin.

Was mir neu ist, sind die von "Ruthenium-Katalysatoren" gesättigten Fettsäuren. Welchen Sinn kann Sättigung mit wahrscheinlich hohem technischen Aufwand haben, wenn dieser Prozess von selbst unter Einfluss von Sauerstoff abläuft? Ungesättigte Fettsäuren haben die Fähigkeit Sauerstoff zu binden. Wenn die Bindung im Körper geschieht, ergibt sich daraus eine (wünschenswerte) Stoffwechselanregung.

Bleibt nur noch die Frage, wer von uns beiden zuerst darüber schreibt. Lass uns einfach beide tätig werden.

Danke für deine Ermutigung!



Simon sagte:
am 24.10.2009
Ganz im Gegenteil :-) Ich habe mit größtem Interesse Deinen Bericht gelesen und bin höchst erstaunt über diese mir bislang unbekannten Fakten!

Beeindruckend, wie sich derartige Gerüchte (Ballaststoffe seien gesund) einprägen können. Ähnlich wird es wohl bei der Margarine sein, die soweit ich weiß von Napoleon eingeführt wurde, da es an der Front keine Butter gab oder weil sie zu teuer war. Aber ob mit Ruthenium-Katalysatoren hydrierte (also künstlich gesättigte) pflanzliche Fette wirklich gesünder sind, das ist ja eine altbekannte Dauerfrage. Der historische Ablauf was die Ballaststoffe angeht, scheint mir da sehr ähnlich zu sein.

Danke abermals füe die sonst nicht leicht zugänglichen Infos.


Veröffentlicht: 24. Oktober 2009
Eigene Artikel erstellen

In Heimarbeit Geld verdienen und
Internet Marketing betreiben. mehr...


Daten werden übertragen.

Bitte warten...