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Digitales Herbarium


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Herbarium digital

Pflanzensammlung

Vor über fünfzig Jahren hatte ich im Rahmen meiner Ausbildung ein Herbarium mit einer Samensammlung anzufertigen. Es war geforderter Bestandteil für die Abschlussprüfung und dann war es das. Eine gewisse Zeit wanderte es von einem Ablageplatz zum anderen bis es keiner mehr vermisste. Diese Sammlung gibt es schon ein halbes Jahrhundert nicht mehr. Es ist mir jedoch aufgefallen, dass es immer noch Berufsausbildungen gibt, die eine ausbildungsbegleitende Erstellung eines Herbariums oder ähnlicher botanischer Sammlung fordern.

Was ist ein Herbarium

Ein Herbarium (Herba=Kraut) ist eine Sammlung von Pflanzenteilen, die fast immer flachgepresst, getrocknet und auf einem sog. Herbarblatt befestigt sind. Dazu gehören natürlich eine exakte Bestimmung des Objektes und einige ergänzende Angaben, die auch auf diesem Blatt ihren Platz haben. Der Begriff Herbarium wird häufig auch als Sammelbegriff genutzt, wenn es um Sammlungen geht, die dem eigentlichen Herbarium nahe stehen. Damit sind z.B. die Samensammlung, eine Knospensammlung, eine Wurzelsammlung oder eine Sämlingssammlung gemeint.

 

Nicht immer gelingt es die Objekte so flach und damit aufbewahrungsfreundlich zu pressen, wie z.B. ein Kleeblatt. Dazu kommen natürlich auch die Schwierigkeiten mit der Größe, denn z.B. eine Sonnenblume überragt naturgemäß die Archivierungsmappe.

 

Diese Probleme fordern schon mehr als nur einen thematischen Rahmen für das Sammelgut. Im Folgenden sollen einige Beispiele aufgelistet werden, welche Probleme noch auftreten und die Nutzbarkeit eines Herbariums einschränken können.

  • Die trocknen Pflanzenteile werden brüchig
  • Die Pflanzenteile (besonders die Blüten) verlieren ihre nat. Farben
  • Eine Präsentation ist nur begrenzt möglich
  • Es bleiben Unikate, da keine Vervielfältigungsmöglichkeit
  • Die Naturmaterialien sind häufig Opfer von Schädlingsbefall

Der einzige Vorteil gegenüber der weiter unten vorgestellten Variante ist nur darin zu sehen, dass vom natürlichen Objekt evtl. genetisches Material gewonnen werden kann oder wenigstens aus den trocknen Blüten noch ein paar Pollen herausgelöst werden können, damit der Mikroskopiker seine Vergleichssammlung ergänzen kann.

Das digitalisierte Herbarium

Fast alle Probleme, die eine Sammlung von natürlichem Material erschwert, könnte man mit den Mitteln der zeitgemäßen Technik umgehen.

Es darf heute ein vorhandener PC vorausgesetzt werden. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm, seinen Möglichkeiten sollte man sich angefreundet haben. Das Bildbearbeitungsprogramm darf ruhig eine ältere Version sein, jedoch sollte die Arbeit mit Ebenen möglich sein. Als weiterhin notwendiges Handwerkzeug ist der Flachbettscanner und zur gelegentlichen Nutzung eine Digitalkamera anzusehen. Folgend die Vorzüge gegenüber der Archivierung von Naturmaterial.

  • Eingescannte Pflanzenteile lassen sich in geeignete Größe bringen
  • Verschiedene Entwicklungsstadien lassen sich nebeneinander in verschiedenen Größen darstellen.
  • Bei übergroßen Objekten (Blatt plus Bild vom Baum) ist es kein Problem verkleinerte Fotos mit einzubinden
  • Die Farbwiedergabe entspricht der nat. Vorlage und das auch noch nach längerer Lagerzeit
  • Für die Archivierung sind geringere Aufwendungen (Lagerraumklimatisierung, Schädlingsbefall) erforderlich
  • Die Archivierung, Vervielfältigung und Präsentation sind problemlos über die elektronischen Medien möglich

Der Grundsatz für die berufsbegleitende Erstellung derartiger botanischer Sammlungen, dass der Lernende im Kontakt mit der Natur sehen und erkennen lernen soll und sich dabei Fertigkeiten der Bestimmung des Sammelgutes aneignet, bleibt jedoch erhalten. Es ist bei beiden Herbarformen heute wie vor hundert Jahren erbaulich in Begleitung des verständnisvollen Begleiters durch Feld und Flur zu wandern, um Material zu sammeln.

Abschließend sei noch bemerkt

  • Nur soviel Pflanzen sammeln wie man benötigt
  • Nur dort Pflanzen entnehmen, wo ausreichend Exemplare dieser Art vorkommen
  • Nur die Pflanzen sammeln, deren Sammeln gestattet ist
  • Nur dort sammeln, wo es erlaubt ist (Privatgelände!)
  • Möglichst keine Spuren wie herausgerissene Wurzeln, abgebrochene Zweige oder

aufgebuddeltes Erdreich hinterlassen; Auch andere Spaziergänger wollen sich an der Natur erfreuen

Zur Arbeitsweise mit der Bildbearbeitung kommen hier keine Ausführungen und würden den Rahmen überschreiten. Ein Hinweis nur: Scannt immer mit der höheren Auflösung, damit man etwas herausvergrößern kann und bringt vor dem Montieren alle Teilbilder auf eine Auflösungsgrößenordnung. Es wäre doch schön, wenn ein praktischer Teil der Ausbildungserfordernisse endlich mit modernen Mittel bewältigt (und dieses auch gestattet wäre) und das Verständnis für die Natur mit den Mittel der zeitgemäßen Technik verknüpft werden könnte.

Nachfolgend einige Abbildungen digitaler Herbarblätter, die nur als Beispiel dienen können. Die Archvierungsmerkmale auf den Blättern sind nicht real, da es die genannte Sammlung außer diesen Beispielblättern nicht gibt.

 

Bei Nachfragen an klaber40@web.de werde ich bemüht sei zu helfen.

Klaber

 

 

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Kommentare

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Augenblick sagte:
vor 3 Tagen
Hallo Klaus,

Deinem Wunsch kann ich wahrscheinlich morgen entsprechen - (Bilder müssen zunächst noch vom Handy in den Computer).

Bis morgen
Gruß Augenblick


klaber sagte:
vor 3 Tagen
Hallo,
wenn es nicht zu umständlich ist, so sende mir doch einmal ein Bild davon. klaber40@web.de
Gruß Klaus


Augenblick sagte:
vor 3 Tagen
Hallo Klaus,

wir haben im März und jetzt Ende August fotografiert. Heute habe ich gesehen, dass die Blüten jetzt abgefallen sind, die "Steine" sich vermehren und richtig dick sind (teilweise etwa 5 cm Durchm.)

Gruß Augenblick


klaber sagte:
vor 3 Tagen
Hallo Augenblick,
da kann ich auch nur staunen, denn, dass " Lebende Steine" bei uns wild vorkommen, das habe ich noch nicht gehört. Beobachte das doch einmal ob sie winterhart sind oder fotografiere sie doch einmal damit man versuchen könnte sie zu bestimmen oder einzuordnen.
Mit bestem Gruß Klaus


Augenblick sagte:
vor 4 Tagen
H allo Klaber!
Du hast sehr gut die Voraussetzungen für und die Tätigkeit zum Anlegen eines Herbariums beschrieben, das ist viel zu wenig gewürdigt worden!
Vielleicht interssiert es Dich so nebenbei, dass ich bei unseren Wanderungen Lithops im Wald gefunden habe, pinkfarben blühend (erstmalig im März und dann wieder Ende August). Sie hat sich den weißen runden Kieseln des Weges in Blattfarbe und -form angepasst - merkwürdig für diese Pflanze, die doch eigentlich eine Wüstenpflanze ist.
LG Augenblick


Veröffentlicht: 21. Januar 2010
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