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Ein Kratzer am Auto, bleibt ein Kratzer


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Die kleine Geschichte von Kratzer

Es gibt Menschen, die regen sich über jede Kleinigkeit auf. Es gibt aber auch die Anderen, die ausgeglichen auf jede Situation reagieren. Ein gesunder Mix von Allem ist immer gut. Gleichgültigkeit ist genauso schlecht wie Extremismus.

Man wählt seinen Lebensweg schon sehr früh und baut sein Leben darauf auf. Ab und zu bekommt man dennoch die Möglichkeit das zu ändern, was man nicht geplant hat. Da fängt meine kleine Geschichte an.

 

Wie jeder Mensch hatte ich ein Päckchen zu tragen, dass ich mir selber ausgesucht hatte. Manchmal kam es mir so vor, als ob auch andere ihren Teil dazu beigetragen hatten. Sicherlich hatte ich aber den größten Teil bewirkt und verschuldet. Schon seit meinem 16. Lebensjahr schrieb ich alles mögliche auf. Sporadisch, aber es hat sich über die Jahre einiges angesammelt. Meine Gedichte, meine Gedanken und meine Traumwelt und Illusion, in die ich flüchtete.

Ich dachte die ganze Zeit, dass die reale Welt zu viel für mich wäre. Ich wollte keine Verantwortung übernehmen und immer Kind bleiben. Aber die Realität holte einen schnell ein und riss einen unsanft auf den Boden der Tatsachen. Das verwirrte mich nicht. Ich schmückte meine Traumwelt mehr und mehr. Es ging sogar soweit, dass ich nicht mehr mit anderen sprach, keine Ich hatte aber auch wirklich eine Pechsträhne nach der anderen.

Ein Tag fing an und das Erste war, dass ich meinen Wecker verschlafen hatte. Das wühlte mich schon innerlich auf, da ich Hektik am Morgen nicht vertragen konnte. Das machte ich auf der Arbeit einen Fehler nach dem anderen. Ich verschickte die Emails falsch, anstatt Zucker tat ich Salz in meinen Tee. Solche Tage summierten sich und ich hatte keine Pause, um einmal durchzuatmen. Jeden Abend lag ich in meinem Bett alleine mit meinen Gedanken.

Nach einer gefühlten Ewigkeit schlief ich ein und in meinen Träumen nahm die Pechsträhne kein Ende. Ein Alptraum folgte dem nächsten. So war ich dann auch am Tag fertig von der Nacht, die mir meine Energie raubte. Ich war unerträglich, selbst für mich. Im Spiegel blinzelte mich ein trauriges, müdes und verlorenes Mädchen an, keine Frau. Meine Augen war leer und ausdruckslos.

Meine Freunde wendeten sich von mir ab. Das war für mich verständlich, wenn ich es noch nicht einmal selbst mit mir aushalten konnte. Ich war innerlich zerrissen und verzweifelt. Da das auf meiner Arbeit nicht aufhörte, kündigte mir mein Chef fristlos in einem Moment, wo ich es nicht erwartete. Meine Sachen durfte ich noch einpacken und dann fuhr ich am Boden zerstört nach Hause. Ich regte mich über alles maßlos auf, über den Regen, die Autofahrer, die roten Ampeln und meiner Unaufmerksamkeit. Ich konnte vor lauter Tränen nichts mehr erkennen und musste auf den Seitenrand auf der Autobahn fahren.

Das Resultat nach all der Zeit war, dass ich nicht nur mich verletzte, sondern auch die Menschen, die mich liebten und alle anderen, die mit mir zu tun hatten. Meine Familie verstand die Welt nicht mehr. Zu Hause angekommen, fuhr ich auch noch einen Kratzer in mein geliebtes Auto, weil ich gegen irgendetwas gefahren war. Ich stieg aus, tobte auf der Straße und fluchte lautstark. Das war der Tropfen, der das Fass zum überquellen brachte. Wieso musste mir das alles passieren? Womit hatte ich das verdient?

Ich konnte tagelang weder schlafen, noch essen und suchte die Einsamkeit. Das konnte alles nicht wahr sein. Wenn ich dann kurz einnickte, sah ich meinen Chef, meine Arbeitskollegen, Bekannte und meine Familie, wie sie sich um mich im Kreis versammelten und mich auslachten. Als ich meine Augen öffnete, konnte ich nur noch weinen.

Nach ein paar Tagen war ich so erschöpft, dass meine Beine unter mir einfach zusammen brachen. Ich setzte mich vor mein Auto, starrte geschlagene 2 Stunden auf diesen Kratzer, der mich dazu brachte, mich so kaputt zu machen. Dann fing ich an zu lachen. Die Nachbarn dachten schon, ich würde verrückt werden. Aber genau das Gegenteil war der Fall.

Es war nur ein blöder Kratzer. Egal, was ich machte und wie sehr ich tobte, es änderte nichts daran. Ich machte mich selber dadurch krank und legte auf diesen Kratzer so viel Wert in meinem Leben, dass mir alles andere egal war. Dabei war das nicht so. Alles was mir lieb und teuer war, hatte ich verloren. Obwohl meine Familie immer für mich da war, hatte ich das Gefühl, sie tief verletzt und enttäuscht zu haben. Ich verrannte mich Illusionen und erkannte es endlich, wie zum Beispiel, dass ich meiner Familie nicht mehr unter die Augen treten konnte. Ich fing an zu lachen und die Nachbarn dachten schon, dass ich verrückt geworden sei. Aber dem war nicht so, im Gegenteil. Ich lachte, weil ich das endlich begriffen hatte.

Meine Mutter hatte wohl gespürt, dass etwas mit mir nicht in Ordnung war, denn in diesem Augenblick kam sie mit ihrem Auto um die Ecke gefahren. Sie sah mich vom Auto aus am Straßenrand sitzen, parkte ihr Auto und setzte sich neben mich. Nach einem kurzen Gespräch, wo ich ihr in Kurzfassung erzählte, was passiert war, ludt sie mich zum Kaffee ein, um ihr alles zu erzählen. In dem Moment wusste ich, alles wird gut.

Ein paar Literaturhinweise

Stoff für die Seele

Danach habe ich viele Bücher gelesen, die sich mit positiven Gedanken befassen. Manche Tipps für den Alltag sind sehr hilfreich. Die Kraft der Gedanken, das ist das Stichwort, den unser Unterbewusstsein steuert und unsere Träume.

Ein gesunder Schlaf ist wichtig, genauso wichtig wie unser erlebter Tag. Wir entscheiden, wie unser Leben verläuft und was wir mit jedem einzelnen Tag anfangen.


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Kommentare

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Saltira sagte:
am 29.06.2010
Hallo Ursula,
oft ist es so, dass man sich auch mobben lässt. Das hast du wunderbar zusammen gefasst. Danke.

Liebe Grüße,
Saltira


UrsulaOrtmann
(Online)
UrsulaOrtmann sagte:
am 28.06.2010
Hallo Saltira, man kann es nicht Jedem recht machen und das Leben ist eine Baustelle. Wer Dich wirklich mag nimmt Dich wie Du bist und alle Anderen merken wahrscheinlich, wenn Du unsicher bist, weil Du an Dir selbst zweifelst. Das ist für wenig verständnisvolle Zeitgenossen meist eine Aufforderung zu lästern und zu mobben. Denk nicht immer nur an Deine Schwächen, sondern auch an die Stärken, mit denen kannst Du punkten, das hebt auch Dein Selbstwertgefühl. Denk daran , no body is perfect.
Ich wünsche Dir Alles Gute und viel Freude mit Dir selbst.

Liebe Grüße
Ursula


Saltira sagte:
am 28.06.2010
Hallo Augenblick,
ja ich wurde gemobbt... aber schon seit der Grundschule. Naja, im Erwachsenenleben ist es auch nicht leichter, aber mittlerweile nehmen mich die Menschen, wie ich bin...
Danke für dein Kommentar^^

Liebe Grüße,
Saltira


Augenblick sagte:
am 28.06.2010
Heute, Saltira, heute
ist der erste Tag in Deinem neuen Leben, ab heute wird alles anders; denn aus "Tränen werden Edelsteine" (lt. der Aussage des Buches von Dr. Robert Schuller). Kann es sein, obwohl Du nichts darüber berichtet hast, dass Du auf Deiner Arbeitsstelle aufgrund Deiner "Andersartigkeit" gemobbt worden bist? Hast Du Dich deshalb in die "innere Emigration" begeben? Lass' Dich in Zukunft nicht mehr schrecken; denn Du bist so wie Du bist einzigartig und es ist müßig, jedem gefallen zu wollen. Das ist ein Unterfangen, das keiner je erreichen kann. Nimm' Dich einfach selbst an und wenn Deine Kraft erlahmt ist, befolge einfach den Tipp von Uwe F. Miethke.
Nebenbei herzliches Willkommen im Fan-Club!

Viel Edelsteine auf Deinem Lebensweg
wünscht Dir Augenblick


Uwe_F_Miethke sagte:
am 27.06.2010
Hallo Saltira,
Schmerz ist ein Warnsignal.
Vielleicht fehlt Öl, oder Kühlwasser, oder die Bremsbeläge sind
fällig.
Such nach der Ursache und wenn du es nicht selber findest,
lass dir von einem Therapeuten helfen.
Nur den Schmerz ertragen ist keine Lösung.

Alles Gute

Uwe


Saltira sagte:
am 27.06.2010
Hallo Uwe,
Mit der Schmerzgrenze hast du wohl recht, dass man selber den Maßstab setzt. Manchmal kann man es aber nicht verhindern, dass etwas einen weh tut, weil man es nicht beeinflussen kann.

LG,
Saltira


Uwe_F_Miethke sagte:
am 27.06.2010
Hallo Saltira,
wenn Du bei einem Kratzer Schmerzen hast, musst Du das therapieren.
Wenn es Dir keine Schmerzen verursacht, kann es Dir egal sein.
Es kommt immer darauf an, wie hoch Du deine Schmerzgrenze
ansetzt.
Mein Motto heisst: Alles, was mir nicht weh tut, ist mir egal.

Viele Grüsse
Uwe


Saltira sagte:
am 27.06.2010
Hallo Wolf-Gero,

danke für dein Kommentar. Aktiv zu sein ist im ersten Anlauf schwierig, ja das stimmt, aber wenn man erst losgelaufen ist, muss man auch jeden Tag aufs Neue die Energie aufbringen weiterzulaufen. Der erst Schritt ist der Wichtigste, aber genauso wichtig wie jeder weitere Schritt. Man darf die Hoffnung nicht aufgeben!

Sitzt man fest, dann heißt es Strampeln!

Liebe Grüße,
Saltira


Wolf-Gero sagte:
am 27.06.2010
Guten Morgen, Saltira!
Man sollte meinen, dieser Sprung über den eigenen Schatten wäre keine Schwierigkeit, doch die Praxis liefert ein anderes Bild.
Es ist richtig, dass " Ein Kratzer am Auto, [bleibt] ein Kratzer" bleibt, aber es ist auch richtig, dass er nur ein Kratzer ist. Wer es schafft, den Unterschied zwischen den beiden Aussagen ohne Schwierigkeiten zu erkennen, hat bereits seine Sprungkraft aktiviert, sodass er nur noch zu springen braucht.
Ich gebe vier Sternchen für den gut beschriebenen Sinneswandel.
Viele Grüße
Wolf-Gero


Veröffentlicht: 26. Juni 2010
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