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Letzte Änderung am 24.05.2010 Die dritte Regel, die ein Mensch auf dem Weg zum starken Menschen zu befolgen hat, ist die Gier. Hier sollen einige wichtige Hinweise darauf gegeben werden, was sich hinter der Regel 3 verbirgt. Auszüge aus dem für 2010 geplanten Buch sollen uns den Begriff Gier etwas näher bringen.
Regel 3: Gier Befreie dich von jeder Form der Gier!
Begehren mit Augenmaß Um einem Heranwachsenden Verantwortungsbewusstsein nahe zu bringen, mussten wir etwas fördern oder sogar erwecken, was nur unzureichend in ihm vorhanden war. Bei der folgenden Regel müssen wir den entgegengesetzten Weg einschlagen. Wir sollen nämlich eine Unart beseitigen, die zumindest ansatzweise in jedem vorhanden ist und das Zusammenleben erheblich stört, und zwar die Gier.
Gier – was alles rechnen wir dazu? Gier begegnet uns in verschiedenen Erscheinungsformen. Die Einstellung zu den einzelnen Formen ist uneinheitlich. Manche erkennen wir ohne Probleme als negativ, bei einigen anderen fällt uns das hingegen schwer. In wenigstens einem Fall lassen wir uns sogar dazu verleiten, Gier als positiv zu werten. Der Duden[1] erklärt uns Gier als ein heftiges, maßloses Verlangen, das auf Genuss und Befriedigung, auf Besitz und Erfüllung von Wünschen gerichtet ist. Diese Bedeutung entspricht dem heutigen allgemeinen Sprachgebrauch. Wir können sie wohl unschwer nachvollziehen und akzeptieren. Beobachten wir den Einfluss der Gier auf den Menschen, sollte uns die Parallele zur Sucht auffallen: Beide bindet eine Art von Verwandtschaft. Erlebt ein betroffener Mensch eine Form der Gier als so mächtig, dass er sich ihr nicht mehr zu entziehen vermag, können wir von Sucht sprechen. Weil wir oft nicht erkennen, wie schwer die Folgen dieser speziellen Form der Sucht sein können, neigen wir dazu, sie zu verharmlosen. Das tritt besonders deutlich hervor, wenn wir sie mit dem vergleichen, woran wir bei dem Begriff Sucht spontan denken, an die krankhafte Abhängigkeit von Alkohol oder Drogen. Alkoholabhängige verlieren für eine gewisse Zeit das Verlangen nach Alkohol, sobald es gestillt worden ist. Dagegen erweist sich die auf Gier zurückzuführende Sucht als potenziell unstillbar. Einen Sklaven der Habsucht, und sei er bereits der Reichste dieser Welt, wird die Gier weiterhin dazu drängen, sein Vermögen zu mehren. Auf der einen Seite gibt es manches, was wir nicht auf Anhieb als Gier erkennen, doch auf der anderen Seite fällt uns einiges auf, was zwar wie Gier aussieht, aber trotzdem von Gier zu unterscheiden ist, sei es, dass es tatsächlich etwas völlig anderes ist, oder sei es nur deshalb, weil es nicht die gleiche schädliche Wirkung zeigt, wie wir es von Gier gewohnt sind. Indem wir das hinter dem Begehren eines Menschen stehende Motiv berücksichtigen, verstoßen wir nur scheinbar gegen den anerkannten Grundsatz, sogar der beste Zweck heilige keine schlechten Mittel. Das Verlangen eines hungernden Menschen nach etwas Essbarem ist auf jeden Fall von der Gier nach Reichtum und Macht zu unterscheiden. Die Begründung dafür ergibt sich aus der Entscheidungsfreiheit des Menschen, genauer, aus ihrer natürlichen Beschränkung. Während es ohne Gefahr für Leib und Leben möglich ist, der Gier nach Reichtum zu widerstehen, können wir Menschen nur eine äußerst begrenzte Zeit auf Nahrung verzichten. Wo der denkbar edelste und willensstärkste Mensch nicht mehr frei entscheiden kann, ob er einem Verlangen widerstehen sollte oder nicht, schwindet jede Berechtigung, solches Verlangen Gier zu nennen.
Erscheinungsformen der Gier Nachdem wir den Bedeutungsbereich des Wortes Gier in groben Zügen abstecken konnten, wollen wir nun zumindest auf einige folgenschwere Arten dieser Unzulänglichkeit genauer eingehen. Da vor allem kapitalistisch geprägte Staaten die Geschicke der Menschen bestimmen, scheint es folgerichtig zu sein, die Gier nach Eigentum an den Anfang zu stellen. Menschen, die mehr als andere haben wollen, finden wir überall, wo dem Kapital eine beherrschende Stellung eingeräumt wird, was keineswegs ein Zufall ist.
Habgier Habgier, auch Pleonexie genannt, die Gier nach Besitz, ist untrennbar verbunden mit dem Kapitalismus. Deshalb ist es unmöglich, sich mit Habgier auseinanderzusetzen, ohne dabei kapitalistische Systeme zu berühren. Indem wir der Habgier den Kampf ansagen, wird der Kapitalismus ebenfalls zu unserem Gegner, denn für ihn ist die Gier nach Besitz ebenso unverzichtbar wie Treibstoff für Autos. Kapitalistische Gesellschaftssysteme rufen in uns die Habgier hervor, und sie verstärken vorhandene Ansätze. Im Gegenzug sichert Habgier den Fortbestand eines derartigen Systems. Es lässt sich wohl kaum leugnen, dass Habgier und Kapitalismus einander bedingen. So ist es auch nicht weiter erstaunlich, dass Habgier in unserer privatkapitalistisch geprägten Gesellschaft keineswegs nur als ein vermeintlich notwendiges Übel hingenommen, sondern häufig sogar als eine Tugend angesehen wird. Die Habgier zählt selbstverständlich genauso wenig zu den Tugenden wie Mord, Raub oder Diebstahl. Wie kann es überhaupt zu einer derart absurden Einschätzung kommen? – Den Grund liefert eine bekannte Gesetzmäßigkeit. Je weiter sich eine Organisation mit ihren Zielen von den üblichen Moralvorstellungen entfernt, desto stärker weichen dann ebenfalls ihre Wertmaßstäbe ab. In Verbrecherkreisen gilt es als eine Ehrensache, andere an einer strafbaren Handlung Beteiligte nicht zu verraten, und das den Mittätern gegebene Ehrenwort hat sogar einen höheren Wert als jedes staatliche Gesetz, es darf folglich nicht gebrochen werden. Sogar die Ermordung eines Menschen ist in diesem Umfeld nichts Ehrenrühriges, sofern der Boss einer hierarchisch gegliederten Verbrecherorganisation den Befehl dazu gegeben hat. Habgier ist keine Tugend. Obwohl die Ausrichtung einer Gesellschaft auf Regeln, die den Kapitalismus fördern, zu einem geschlossenen und ungerechten Gesellschaftssystem führt, halten nicht wenige das kapitalistische System für die einzig praktikable Form menschlichen Zusammenlebens. Eine deutliche Mehrheit sieht in ihm sogar das Beste aller möglichen Systeme. Sie weisen dann für gewöhnlich auf den nicht zu leugnenden Tatbestand hin, dass die Staaten, die den Regeln des kapitalistischen Systems konsequent folgen, genau die Staaten sind, die den höchsten Lebensstandard erreicht haben. Doch was besagt dieser Hinweis eigentlich? – Wer den Maßstab setzt, bestimmt letztlich das Urteil. In der vom Kapitalismus beherrschten Welt wird jemand, der sich ihren Regeln nicht unterwirft, zwangsläufig benachteiligt. Ihm ergeht es nicht anders als Menschen, die unter Räubern leben müssen, sich aber an Raubzügen nicht beteiligen wollen: Sie werden zweifellos materiell schlechtergestellt sein als ihre raubgierigen Nachbarn. Verleitet von der Redensart Hast du was, bist du was und getrieben von Habgier, strebt ein leichtgläubiger Mensch nach Vergrößerung seines Besitzes. Dabei hofft er vielleicht darauf, den Widerspruch zwischen Haben und Sein auf diese Weise ohne allzu viel Mühe überbrücken zu können. Zwar mag es unterschiedliche Meinungen darüber geben, was wir unter dem Ausdruck etwas sein zu verstehen haben, aber bereits nach kurzem Bedenken müsste uns allen bewusst werden, dass materieller Wohlstand allein sicher nicht ausreichen kann. Anderenfalls zählten zu denen, die etwas sind, auch alle Verbrecher, die mit Drogenhandel oder gar als Berufskiller Vermögen erworben haben. Doch das verstieße gegen die wohl als unstrittig anzusehende Auffassung, etwas zu sein müsse als positiv gewertet werden können.
Ehrgeiz Der Wunsch, etwas zu sein oder etwas darzustellen, was andere als anerkennenswert einstufen, dieser Wunsch steckt vermutlich in mehr oder minder starker Ausprägung in allen Menschen. Große Unterschiede zeigen sich jedoch, sobald es um das unserem Wunsch folgende Verhalten geht. Und damit sind wir jetzt zu der Art von Gier vorgedrungen, die wir als Ehrgeiz bezeichnen und allzu oft völlig falsch bewerten. Genau er ist es, der das Ausmaß unseres Verlangens nach Anerkennung enthüllt. Vermutlich fragt sich nun mancher, weshalb wir Ehrgeiz der Gier zurechnen, er sei doch schließlich ein positiv zu wertendes Merkmal eines Menschen. Weiter oben deuteten wir bereits an, dass wir uns in mindestens einem Fall verleiten lassen, eine Form der Gier als positiv einzustufen – damit war Ehrgeiz gemeint. Hinter Ehrgeiz steckt nichts anderes als die Gier nach Ehre, ausführlicher gesagt, die Gier nach Ehrerbietung, Verehrung, Ansehen und Ruhm. Es ist also reine Gier, was in Ehrgeiz enthalten ist und ihm das Wertvolle nimmt. Entgegen einer oft geäußerten Meinung haben wir nicht erst den übertriebenen Ehrgeiz als eine Form der Gier zu betrachten, sondern auch bereits den Ehrgeiz ohne jedes Attribut. Wie kommt es trotz negativer Grundbedeutung des Wortes Ehrgeiz zu der verbreiteten Ansicht, Ehrgeiz werte einen Menschen auf? – Wie uns scheint, verwechseln wir allzu oft Ehrgeiz mit dem durchaus anerkennenswerten Bestreben, eine Aufgabe gewissenhaft und so gut wie möglich zu bewältigen. Im zweiten Fall steht sozusagen die Qualität der Arbeit im Vordergrund, dagegen bezweckt Ehrgeiz nur, das Verlangen nach Anerkennung zu stillen. Die Gier nach Ehre lässt sich in dem einen oder anderen Fall sogar ohne größere Anstrengungen befriedigen: Fürsprecher mit Einfluss sorgen für einen kräftigen Karrieresprung, oder der Mensch wird bereits mit einem goldenen Löffel im Mund als Königskind geboren.
Machtgier Wonach es ein Opfer der Machtgier verlangt, ist Macht, also die Befugnis und Fähigkeit, über andere zu bestimmen. Der Begriff Macht weckt in uns widersprüchliche Gefühle. Einerseits erkennen wir, dass sich sogar das denkbar Beste nicht ohne die entsprechende Macht durchsetzen lässt, doch andererseits fürchten wir ihren Missbrauch. Unserer Furcht ungeachtet hegen wir durchaus eine gewisse Bewunderung für ausgesprochene Machtmenschen, wie beispielsweise Alexander den Großen, Julius Cäsar und Dschingis Khan. Dieser Gruppe gehören für einige Mitmenschen die beiden Diktatoren Hitler und Stalin ebenfalls an. Die Bewunderung, die wir einigen Machtmenschen entgegenbringen, beschränkt sich keineswegs auf Personen der Geschichte. Im Grunde ist das Rufen nach dem starken Mann, sobald es im Staat ein wenig kriselt, die vorweggenommene Bewunderung für einen Mann, der hinreichend mächtig ist, uns aus der Krise herauszuführen.
Mordgier Mussten wir noch davon ausgehen, dass etliche Menschen Schwierigkeiten damit haben, in Habgier, Machtgier und vor allem in Ehrgeiz den unschönen Gier-Anteil zu erkennen und deswegen alle drei Arten als negativ zu werten, so scheint der Aufruf, die Mordgier zu ächten, etwas zu fordern, wozu ohnehin beinahe jeder bereit ist, denn Mordgier trifft auf einhellige Ablehnung. Einmal abgesehen von Gangsterkreisen mit ihren pervertierten Wertmaßstäben, gilt Mordlust, wie die Mordgier häufig ebenfalls genannt wird, als verabscheuenswürdig. Stimmt diese Annahme überhaupt? – Sie trifft sicherlich zu, solange diese Gier keine Gelegenheit hat, sich hinter etwas Unauffälligem zu verbergen. Wie und wo könnte sich Mordlust aber derart geschickt tarnen, dass wir ein heftiges und maßloses Verlangen, eine ganz und gar ungezügelte Begierde, Menschen zu töten, nicht zu erkennen vermögen? Was der Urknall für die Formeln der Physiker ist, sind Kriegszeiten für menschliches Verhalten: In Ausnahmezeiten müssen wir mit deutlichen Abweichungen vom Üblichen rechnen. Auf dem Schlachtfeld schlüpft ein Soldat vielleicht nur deshalb in die Rolle eines kühnen Kämpfers, weil er eine günstige Gelegenheit nutzen will, sich seiner geheimen Gier ungestraft hingeben zu können. Vielleicht sollten wir uns einmal fragen, ob nicht durch die beim Militär übliche Praxis, erfolgreiche Kämpfer mit Orden zu belohnen, einige Soldaten geradezu ermutigt werden, ihre Mordgier unter dem Deckmantel von Heldentum ungestraft auszuleben.
Weitere Arten der Gier Die Gruppe der bisher genannten Erscheinungsformen von Gier erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ebenfalls nicht auf Ewigkeitswert. Ebenso wenig beansprucht sie alle vorderen Plätze auf einer nach Bedeutung geordneten Liste, obgleich gegenwärtig zumindest einigen der erwähnten Arten durchaus Spitzenplätze zukommen. Alles im Leben ändert sich. Diese Erkenntnis wird zwar oft als Binsenwahrheit geschmäht, an ihrem Wahrheitsgehalt ändert sich deswegen aber nichts, denn zunächst einmal ist eine Binsenwahrheit auch eine Wahrheit, und allein das ist hier von Belang. Da sich ohnehin alles ändert oder – nicht ganz so streng formuliert – ändern kann, erscheint es wenig sinnvoll, ein für immer gültiges Verzeichnis von Arten der Gier erstellen zu wollen. Unser Ziel kann es daher auch nur sein, an Hand ausgewählter Beispiele zu zeigen, woran Gier trotz guter Tarnung zu erkennen ist. Falls es gelungen sein sollte, den Blick für verräterische Anzeichen einer Gier zu schärfen, wird unserer Aufmerksamkeit am Ende keine Art mehr entgehen, wie gut sie sich auch immer tarnen mag, sei sie nun eine alte Bekannte oder eine völlig neue Art dieser menschlichen Unzulänglichkeit. Zum Beispiel erkennen wir hinter der Jagd nach aufregenden Erlebnissen die Gier nach einem von Nachdenken befreiten Leben, und die weitaus verhängnisvollere Rachgier enthüllt uns ihre Hässlichkeit, selbst wenn sie sich, wie bei der Todesstrafe, mit dem Ruf nach ausgleichender Gerechtigkeit einen blassen Anflug von Legalität zu verleihen bemüht. Zwar können sich Objekte der Gier von Mensch zu Mensch unterscheiden, vielleicht sogar beim einzelnen Menschen im Laufe seines Lebens wechseln, aber die Gier an sich bleibt im Wesentlichen konstant: Stets erfahren wir sie, wie es der Duden nennt, als ein auf Genuss und Befriedigung, Besitz sowie Erfüllung von Wünschen gerichtetes, heftiges, maßloses Verlangen.
Der verhängnisvolle Einfluss der Gier Wir haben nun dargelegt, was wir unter Gier verstanden wissen wollen, sind auf einige ihrer Arten ein wenig näher eingegangen, haben darauf hingewiesen, wie sie zu erkennen sind, und nicht zuletzt mehrfach erwähnt, dass wir uns vom starken Menschen die Charakterfestigkeit erhoffen, die ihn befähigt, jeder Form der Gier zu widerstehen. Dabei war es wohl nicht zu umgehen, dass wir früher oder später auf die grundsätzliche Frage stoßen, was denn an Gier eigentlich so verwerflich sei. Weshalb beschränken wir uns nicht darauf, nur die Auswüchse einzelner Arten zu verdammen? Könnte uns Gier nicht sogar von Gott oder der Natur mitgegeben worden sein, um unser Überleben zu sichern? Dann wäre sie nämlich gar nichts Negatives, sondern etwas eindeutig Positives. Überzeugt, es sei im Allgemeinen ohne Belang für unser alltägliches Leben, ob etwas schon an sich verwerflich ist oder nicht, legen wir bei unserer Suche nach Antworten auf die oben gestellten Fragen die Verknüpfung von Ursache und Wirkung zugrunde, beurteilen die Wirkung und schließen von dem Ergebnis auf den Wert der Ursache. Zum Beispiel zählen wir bei dieser Vorgehensweise die Ermordung eines Menschen deshalb zu den negativen Ursachen, weil das Mordopfer eine ungerechtfertigte Benachteiligung erfährt, indem sein Ende gewaltsam, also vor Ablauf seiner natürlichen Lebensspanne herbeigeführt wird. Bisher haben wir Gier allein nach Arten differenziert. Um auch die Auswirkungen untersuchen zu können, werden wir zusätzlich danach unterscheiden, wen die Gier beeinflusst. Unser Interesse gilt insbesondere der Frage, wie sich Gier auf einen von ihr befallenen Menschen selbst auswirkt. Aus einem bestimmten und bereits bald offenbar werdenden Grund ist gerade dieser Punkt von wesentlicher Bedeutung für das abschließende Urteil. Im Buch wird zu lesen sein, dass Gier den von ihr befallenen Menschen beeinträchtigt. Außerdem wird dort ausgeführt, dass Gier das Zusammenleben der Menschen stört. Wir gehen auch der Frage nach, ob Gier ein Werk des Teufels ist. Weiterhin widmen wir uns den Wurzeln der Gier, insbesondere gehen wir der Frage nach, ob Gier Bestandteil unseres Erbgutes ist weitergereicht oder ob sie uns im Laufe unserer Kindheit von unserem Umfeld eingepflanzt wird. Schließlich wollen wir wissen, ob Werbung Gier wecken oder fördern kann.
Sich seiner Gier stellen Den Kampf gegen die zahlreichen Arten der Gier müssten wir von vornherein verloren geben, sollten wir nicht genug Mut aufbringen, der eigenen Gier entgegenzutreten, was von uns zunächst einmal verlangt, einzuräumen, dass zumindest Spuren von Gier in uns allen zu finden sind. Wie könnten wir auch wirksam gegen einen Feind kämpfen, wenn wir seine Existenz leugnen? Dieser Feind existiert jedoch, und wir können ihn gar nicht übersehen, sofern wir uns selbst nur hinreichend kritisch betrachten. Stellen wir uns der Herausforderung und beginnen endlich das Kämpfen, und zwar bei uns selbst! Mit jeder auch noch so zarten Verlockung, der wir widerstehen, wächst unsere Kraft, und wir reifen mehr und mehr zu einem vollwertigen Menschen. Auf unsere Entscheidungen verwehren wir der Gier schließlich auch die geringste Einflussnahme. Unverzichtbarer Besitz des vollwertigen Menschen, beschert uns die Entscheidungsfreiheit die willkommene Gelegenheit, unseren Reifegrad zu messen – wir nutzen die Gelegenheit. Uns jederzeit der umfassenden Verantwortlichkeit für alles, was wir beeinflussen können, voll bewusst, erleben wir die zurückgewonnene Freiheit als große Bereicherung, ungeachtet all der mit ihr verbundenen Schwierigkeiten. Der Kampf gegen die uns innewohnende Gier gestaltet sich zu einem Teil unserer Menschwerdung. Viele Grüße
[1] Duden, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache in sechs Bänden, Band 3, 1977. Das Geheimnis des PräsidentenDie neuen GeboteMit Klick vergrößern
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Veröffentlicht: 19. Dezember 2009
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Autor Wolf-Gero
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Kommentare
Wolf-Gero sagte:
am 18.01.2010Die Angestellte, die um ihren Arbeitsplatz fürchtet und deshalb anfängt, die junge Kollegin zu mobben, handelt zweifelsohne ziemlich schäbig. Aber ich hätte Bedenken, dieses Verhalten dem Ehrgeiz zuzuordnen. Mir fehlen im Augenblick die Ehre und die Anerkennung.
Wer befördert werden oder eine Gehaltserhöhung erreichen will, der greift möglicherweise ebenfalls zu solch schäbigen Methoden, aber seine Motivation ist eine andere. Das Motiv der Angestellten erwächst, wie ich es sehe, aus der Angst um ihren Arbeitsplatz.
Dieser Fall liegt sicherlich im Grenzbereich, sodass ich darüber noch einmal nachdenken werde.
Liebe Grüße
Wolf-Gero
crazytiger sagte:
am 18.01.2010Ich weiss nicht, ob das ein wirklich gutes Beispiel ist, aber vielleicht wird trotzdem klar, wie ich es meine.
Liebe Grüße
Wolf-Gero sagte:
am 17.01.2010Obwohl ich für gewöhnlich kein Befürworter des Prinzips "alles oder nichts" bin, spreche ich mich hier für "ganz oder gar nicht" aus, weil vieles leichter zu entscheiden ist, wie zum Beispiel Alkoholmenge.
Viele Grüße
Wolf-Gero
Hans sagte:
am 17.01.2010Hmmm, wirklich interessant Deine Überlegungen. Du bringst mich dabei immer wieder ins Grübeln und regst an, die eigene Meinung nochmals zu überdenken...
Interessant finde ich den Satz: "...nach dem Prinzip ganz oder gar nicht zu handeln. " Im Falle des Alkohols erleichtert die Null-Promille-Grenze gewissermaßen die Entscheidung, ob nun Fahren ok ist oder nicht.
Viele Grüße,
Hans
Wolf-Gero sagte:
am 30.12.2009Danke für deinen Kommentar!
Dass der Mensch im Laufe seiner Entwicklung Phasen durchläuft, in denen die Gier unterschiedlich stark ausgeprägt ist, nehme auch ich an.
Ich habe intensiv darüber nachgedacht, ob es nicht reicht, nur in der übertriebenen Gier eine negative Eigenschaft zu sehen. Das Hauptproblem dabei wäre die Grenze. Wo auch immer sie liegen mag, sie wird stets als willkürlich gesetzt erscheinen. Wer gerade die Grenze überschreitet, fragt natürlich, warum er gierig sein soll, während der Nachbar im Rahmen der noch erlaubten Gier bleibt und nicht als gierig gelten soll. Der absolute Unterschied wäre doch extrem gering.
In solchen Fällen bietet es sich an, nach dem Prinzip ganz oder gar nicht zu handeln. Beispiel: Alkohol-Konsum bei Autofahrern. Ich bin ein Gegner der 0,5-Promille-Grenze. Ob der vom Autofahrer getrunkene Alkohol zu einer Promille-Zahl führt, die keine Grenze überschreitet, kann der Autofahrer nicht exakt wissen. Er weiß aber, ob er innerhalb der letzten 24 Stunden überhaupt Alkohol getrunken hat.
Bei Gier verhält es sich ähnlich. Konsultiert man Herkunftswörterbücher, stellt man fest, dass die Eigenschaft Gier kein Attribut braucht, um als negativ zu gelten.
Indem du Ehrgeiz aus der Aufzählung von Gier herausnehmen möchtest, bewegst du dich im üblichen Rahmen. Meines Erachtens ist die positive Wertung von Ehrgeiz auf ein Missverständnis zurückzuführen: Im Extremfall arbeiten zwei Arbeitskollegen gleich gut und schnell und gründlich. Ist das Ehrgeiz? Die Antwort darauf ergibt sich erst aus der Motivation. Der eine Kollege strengt sich an, weil er befördert werden will, der andere ist bestrebt, seine Aufgaben auf seinem Arbeitsplatz so gut, wie es ihm möglich ist, zu erfüllen. Der erste Kollege ist ehrgeizig, der zweite nicht, denn bei ihm steht das Arbeitsergebnis im Vordergrund. Zugegeben, der Unterschied ist nicht immer auf Anhieb zu erkennen, aber wer mit jemandem etwas länger bekannt ist, weiß die Motivation richtig einzuschätzen.
Jetzt bleibt die Frage, warum dieser Unterschied so wichtig sein soll. - Liefert der Wunsch, befördert zu werden, die Motivation, gibt es viele andere Möglichkeiten, um dieses Ziel zu erreichen. Ein bewährter Weg ist das Bemühen, sich beim Chef einzuschmeicheln, vielleicht noch, indem die eigene Arbeit besonders positiv dargestellt wird, die des Kollegen wird aber außergewöhnlich schlecht beurteilt.
Das Bestreben, seine Aufgaben so gut wie möglich zu erfüllen, wird erst dann zum Ehrgeiz, wenn der Wunsch, befördert zu werden, an erster Stelle steht.
Viele Grüße
Wolf-Gero
Hans sagte:
am 29.12.2009Sehr interessanter Artikel. Ich denke jeder Mensch durchläuft viele Phasen, in denen er gierig ist, wobei ein gewisse Maß an Gier nicht schlecht sein muss (z.B. Ehrgeiz). Allerdings sollte durch Erziehung auf der einen Seite bzw. vernünftiges Handeln und Nachdenken auf der anderen Seite die Gier nicht überhand nehmen.
Viele Grüße,
Hans
Wolf-Gero sagte:
am 23.12.2009Leider hast du recht.
Viele Grüße
Wolf-Gero
Hilf_Dir_Selbst sagte:
am 23.12.2009