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"Großmutter, warum hast Du so einen großen Mund?" "Damit ich dich besser fressen kann!", sprachs und "vernaschte" das Rotkäppchen. Bösewicht ist in diesem alten Märchen eines der Raubtiere, die früher einmal auch in den Wäldern Deutschlands ihr Unwesen getrieben haben. Die Rede ist natürlich vom Wolf. Das eigentliche Märchen hat zahlreiche moralische und auch erotische Aspekte, die zu beleuchten sich sicherlich einmal lohnen würde, doch das wäre eine andere Geschichte ... Wesentlich ist in dem hier relevanten Zusammenhang die Information, dass in Deutschland große Raubtiere wie Wolf, Luchs oder Bär längst ausgerottet wurden. Die Angst des Menschen um sein Vieh, um jagbares Wild aber auch die Zerstörung zusammenhängender Biotope haben - wie vielerorts - auch bei uns zum Verschwinden der größeren Raubtiere beigetragen. Obwohl ... eigentlich müsste es heißen, diese Gründe hatten in Deutschland zum Verschwinden dieser Raubtiere beigetragen. Denn es gibt sie wieder. Vereinzelt und von großen Teilen der Bevölkerung unbemerkt, sind die "großen Drei" wie ich sie hier einmal nennen möchte, auch in Deutschland wieder zu finden. Der WolfFilme und Geschichten, in denen die Bestie Wolf in dunklen Wäldern herumstreift und ahnungslose Menschen anfällt, sind uns allen hinlänglich bekannt. Tatsächlich entspricht dieses Bild des Wolfes keinesfalls dem Wesen des Canis lupus, wie der in Europa vorkommende Grauwolf mit wissenschaftlichem Namen genannt wird. Wölfe haben vielmehr allen Grund dem Menschen, ihrem einzigen Feind, aus dem Wege zu gehen. Mit Klick vergrößern
Wölfe ernähren sich von Nagetieren, Insekten und Säugern bis hin zur Größe von Rehwild, Elchen und Bisons, fressen aber auch Früchte und Beeren. Der Mensch steht nicht auf ihrer Speisekarte. Experten bezweifeln sogar, dass jemals ein gesunder Mensch von einem Wolf angefallen worden sei. Wölfe leben und jagen im Rudel, das zwischen 4 und 15 Tiere umfasst. Das Rudel wird von einem sogenannten Leitwolf angeführt. Die soziale Ordnung innerhalb des Rudels ist klar umrissen und sichert allen Tieren das Überleben. Die Tiere werden bis 100 cm groß und bringen 20 bis 40 Kilogramm auf die Waage. Im Jahr 2000 - 100 Jahre nach Ausrottung des Wolfes in Deutschland - siedelte sich ein Wolfspaar in der sächsichen Lausitz an. Derzeit leben wieder 7 Wolfsrudel in Ost-Deutschland. Nach Untersuchungen des Bundesamtes für Naturschutz würden die Platzverhältnisse in Deutschland, insbesondere in den Mittelgebirgen, genug Lebensraum für bis zu 440 Wolfsrudel bieten. Der LuchsDer Eurasische Luchs (Lynx lynx), auch als Nordluchs bezeichnet, ist die größte in Europa beheimatete Wildkatzenart. Die schönen Katzen waren in Europa bereits ausgerottet. Erst durch Auswilderungen in den letzten Jahrzehnten gelang es einige Tiere wieder anzusiedeln. Derzeit sind zwei Populationen im Harz und Bayrischen Wald bekannt. Des weiteren werden gelegentlich Einzeltiere unbekannter Herkunft gesichtet. Die derzeitige Anzahl in Deutschland lebender Luchse wird auf etwa 40 geschätzt. Mit Klick vergrößern
Luchse erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 80 bis 120 cm und ein Gewicht zwischen 15 und 35 Kilogramm. Der Schwanz ist kurz (Stummelschwanz). Die Tiere erreichen eine Schulterhöhe von bis zu 70 cm. Sie ernäheren sich von kleinen und mittelgroßen Säugetieren und auch Vögeln. Bevorzugte Beute sind Rehe. Für den Menschen ist der scheue Luchs nicht gefährlich. Problematisch könnte jedoch der Übergriff auf Haustiere (z.B. Schafe und Ziegen) sein. In Europa kommt neben dem Eurasischen Luchs auch der kleinere Pardelluchs (Lynx pardinus) vor, dessen Lebensraum allerdings auf ein eng begrenztes Gebiet der iberischen Halbinsel beschränkt ist. Nach einer spanischen Studie über den Pardelluchs aus dem Jahre 1991 sollen dort etwa 16 Tiere auf 100 qkm leben. Der Bär
Der Braunbär (Ursus arctos arctos) war in Deutschland mit dem Abschuss des letzten Exemplares im Jahre 1835 im bayrischen Ruhpolding ausgerottet. Im Jahre 2006 tauchte nach 171 Jahren erstmals wieder ein wildlebender Braunbär in Deutschland auf. Der Bär war aus Norditalien über Österreich bis Deutschland gewandert. Nach einer Odyssee im deutsch-österreichischen Grenzgebiet wurde "Bruno" wie der Bär schnell "getauft" wurde, letztendlich am 26.06.2006 erschossen, nachdem er mehrfach nahe menschlicher Ansiedlungen gesichtet wurde. Braubären erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 280 cm und die nordeuropäischen Exemplare ein Gewicht von bis zu 250 Kilogramm. Die Schwanzlänge ist mit bis zu 21 cm sehr kurz. Große Bären erreichen eine Schulterhöhe von etwa 150 cm. Die Tiere leben als Einzelgänger und durchwandern saisonal und abhängig vom Nahrungsangebot, größere Areale, sind also nicht standorttreu. Braunbären sind Allesfresser. Ihre Nahrung besteht aus Gräsern, Früchten und Beeren sowie - der fleischliche Anteil - aus Insekten, Nagetieren und Säugern bis zur Größe von Elch und Bison. Meist werden kranke und alte Tiere oder Jungtiere erbeutet. Sie verschmähen auch Aas nicht. Haustiere (Schafe, Ziegen und Rinder) stehen durchaus auch auf ihrem Speiseplan. Aufgrund ihrer Größe und Kraft stellen Braunbären durchaus eine Bedrohung für den Menschen dar. Zwar wird menschlicher Kontakt in der Regel gemieden, verletzte, erschreckte oder provozierte Bären sowie Muttertiere mit Jungen greifen im Zweifel jedoch durchaus an. Chance auf biologische VielfaltWolf und Luchs sind bereits seit einiger Zeit wieder in Deutschland heimisch geworden. Auch eine erneute Zuwanderung von Braunbären aus Norditalien, wo bereits eine wachsende Population lebt, oder Österreich, wo über eine Wiederansiedlung diskutiert wird, ist in den nächsten Jahren nicht ausgeschlossen und sicherlich auch wünschenswert. Gefördert werden sollte die Ausdehnung der bestehenden Wildtierpopulationen durch eine Verbindung möglicher Lebensräume und Biotope. Die von Menschen geschaffenen Barrieren wie beispielsweise Autobahnen verhindern leider vielerorts eine weitere Ausbreitung. Die Raubtiere vermeiden - wo immer möglich - den Kontakt zum Menschen. Um mögliche Gefahren durch diese drei großen Raubtiere für den Menschen und seine Haustiere zu minimieren, ist ein staaten- und länderübergreifendes Monitoring nach einheitlichen Standards sinnvoll. Darüber hinaus sollte die Bevölkerung durch Aufklärung über bei uns lebende Wildtiere, sowie Verhaltensregeln für den eher seltenen Fall des Zusammentreffens informiert und sensibilisiert werden. Die Akzeptanz insbesondere bei Bauern, Schäfern oder Jagdberechtigten sollte durch Ausgleichszahlungen bei nachgewiesenen Übergriffen erhöht werden. Die Wiederausbreitung von Wolf, Luchs und Bär in Europa und auch in Deutschland stellt eine Chance dar. Eine Chance die biologische Vielfalt (wieder) zu erhöhen. Verwandte Seiten:Veröffentlicht: 30. Dezember 2009
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Kommentare
Marcus_Skupin sagte:
am 06.01.2010vielen Dank. Verwende derzeit eine Canon Eos 1000 D. Da hat man die nicht zu unterschätzende Möglichkeit, Wechsel-tele-objektive zu verwenden. Und soooo teuer ist die auch nicht mehr ;)
Gruß
Marcus
Hans sagte:
am 06.01.2010Eine super Seite! Bin begeistert. Was verwendest Du denn für eine Kamera? Habe mir vor ein paar Jahren eine Lumix FZ-18 zugelegt. Die hat ein 18x-fach optisches Zoom und kostete unter 300 Euro. Also gerade wenn es um Tierfotografien geht eine super Sache...
Viele Grüße,
Hans
Marcus_Skupin sagte:
am 01.01.2010Marcus_Skupin sagte:
am 30.12.2009Simon sagte:
am 30.12.2009Simon sagte:
am 30.12.2009Danke für die Infos! Simon