Im Idealfall: Macht die ersten Versuche auf einer ebenen, weicheren Oberfläche (Turnhalle oder Wiese) mit ordentlich Platz, so dass jede Ausgleichbewegung möglich ist - und keine Angst dabei! Natürlich könnt ihr auch jederzeit die Knie anwinkeln, wodurch die Höhe reduziert wird und das Fallen noch langsamer abläuft - das gibt aber Abzüge in der B-Note: Also strebt als Ziel einen gestreckten Handstand an - Macht auch mehr Spaß!
Ungleichgewicht ausgleichen: Es gibt genau zwei wichtige Punkte beim freien Stehen, mit denen ihr das Kippen rechtzeitig abfangen könnt. Wichtig ist dabei, dass ihr schnell reagiert, sobald ihr ein Ungleichgewicht spürt. Das Gefühl dazu wächst langsam und es dauert einige Zeit, bis der Körper seine Sinne für das zunächst kaum spürbare Kippen entwickelt hat.
a) Eure Feintarierung läuft über die Handgelenke ab - hier heißt es einfach Ausprobieren! Mit den Handgelenken fangt ihr auch einen leicht zu starken Aufschwung mit etwas Fingerkraft komfortabel ab.
b) Eure Haupttarierung erreicht ihr durch die Schultern: Ihr bemerkt ein Kippen in Richtung Rücken, dann drückt den Oberkörper über die Schultern in Richtung Brust/Gesicht. Euer Körperschwerpunkt wandert dadurch entgegen der vermeintlichen Kipprichtung und wenn das rechtzeitig passiert, steht ihr wieder stabil. Ein Kippen in Richtung Brust/Gesicht lässt sich durch die Gegenbewegung kontrollieren: Drückt euren Oberkörper mit den Schultern nach vorne - Richtung Rücken - bis das Gleichgewicht wiederhergestellt ist.
Ausdauer: Nicht verzagen, wenn es nicht auf Anhieb klappt. Babies brauchen Monate, um das Gehen auf den Beinen zu lernen. Genauso ist es beim Handstand. Zunächst hatte ich das Gefühl gar keine Fortschritte zu machen, aber Schritt für Schritt wächst die Erfahrung. Es ist reine Übungssache: Wer will, der schafft es auch. Ich bin sportlich, habe ein recht gutes Gleichgewichtsgefühl und bei mir hat es ca. 4 Wochen gedauert bis ich sicher stehen und laufen konnte und das bei fast täglichen Übungen! Also dranbleiben!
Apropos laufen auf den Händen: Wer sicher stehen kann, der kann auch laufen. I.d.R. ist das Laufen sogar einfacher, da man ein Ungleichgewicht schneller und kraftschonender ausgleichen kann. Zum Laufen genügt es sein Gleichgewicht mit den Füßen etwas in eine Richtung zu verlagern. Zum Ausgleich *muss* man förmlich mit den Händen Schritte machen. Ihr werdet sehen: Sobald ihr steht, könnt ihr auch laufen!
Viel Erfolg und viel Spaß!
Kommentare
Hey avataar, krieg erstmal aus dem Kopf raus, dass das Laufen schwerer ist, als stehen! Eine Minute frei stehen ist enorm stark! Wow! Zum Gehen: lass Dich einfach mal ganz leicht nach vorn (also Richtung Rücken) kippen. Dann sollte das mit dem Gehen ganz von selbst anfangen ;-) Versuch am Anfang so wenig wie nur möglich nach vorne zu kippen, dann kriegst Du den Bogen sehr schnell raus.
Viel Erfolg!
guter beitag habe fast zwei monate gebraucht um stehen zu können. jetzt kann ich es gut eine min aber kann noch nicht gehen
Tolles tut!
Elisa, lass Dir von einem Freund dabei helfen. Mit ein wenig Hilfestellung kannst Du gar nicht unschön umkippen.
Ich hab immer total Angst wenn ich vorwärts einen Handstand an die Wand machen will und andersrum komm ich auch nicht hoch...
Hey Simon,
ich finde den Beitrag sehr gut gelungen!
Zur Zeit habe ich auch wieder mein Interesse dafür entdeckt und übe fleißig an der Wand. Mal sehen, ob´s durch die Tipps bald ohne geht?!
Die Frage nach dem "Warum Handstand?" vor fast 2 Jahren ist großartig! Natürlich zum Spaß haben, aber auch zur Verbesserung der eigenen Körperwahrnehmung, der Koordination, der Kraft und -wie sagte jemand vor Kurzem so trefflich- um ´mal die Perspektive zu wechseln :o)
Vielen Dank!
Anni
coole website das hat mir echt geholfen
Hi Melli,
ja, der Körper gewöhnt sich recht schnell daran. Wenn es dir Spaß macht, einfach immer wieder probieren und aufhören, wenn es zu viel wird.
Einerseits wird der Kopf rot, weil es anfangs eine ungewöhnliche Anstrengung ist, v.a. aber muss sich der Körper erst "psychisch" auf die Haltung einstellen. Das klingt etwas seltsam, es ist aber wirklich so, dass man da anfangs schon alleine durch die innere Einstellung das Gefühl hat, der Kopf würde gleich platzen.
LG und viel Spaß,
Simon
Echt gut gemacht, ich habs auch gleich mal ausprobiert aber mir läuft immer das Blut in den Kopf. Das hindert mich dann am Üben und ich bekomme Kopfschmerzen. Kann man sich da irgendwie dran gewöhnen oder langsam rantrainieren?
Hi!
Der Artikel war wirklich ziemlich gut geschrieben! Auch die Tips sind interessant! Muss ich gleich mal ausprobieren. ;)
MfG Giovanni