Geld verdienen durch Heimarbeit und Internet Marketing

 
 

Täuschung mit Analog-Käse und Schinken-Imitaten



Bookmark


Was wie Käse aussieht, muss nicht Käse sein. Der Verbraucher kann Analog-Käse, hergestellt aus Eiweißpulver, Pflanzenfett, Wasser, Geschmacksverstärkern und Aromastoffen in Fertigprodukten wie Pizzas etc. nicht von echtem Käse unterscheiden. Mangelhafte Kontrolle der Aufsichtsbehörden, durch die Konsumenten geschützt werden sollten, erweist sich zum Vorteil der Hersteller. Oder die Deklarationen werden nicht gelesen oder von Verbrauchern missverstanden. Auf diese Missstände, die bereits seit 2004 bekannt sind, machte die Sendung Frontal21 am 7.04.2009 erneut aufmerksam.

100.000 Tonnen Analogkäse werden jährlich in Deutschland produziert und in Fertigprodukten, für Backwaren und in Restaurants verwendet. Wegen seiner simplen Zusammensetzung ist er bis zu 40% billiger, als der für diese Zwecke ansonsten verwendete, ohnehin kostenunaufwendige (recycelte) Schmelzkäse. Als „Pizza-Mix“ lässt sich das Käseimitat neben richtigem Käse auch in den Regalen der Supermärkte finden. Um in der Deklaration die Benennung „Käse-Imitat“ zu verschleiern, wird von „überbacken" geredet oder dem Imitat eine geringe Menge echter Käse zugefügt, die dann auf der Zutatenliste an erster Stelle erscheint.

Analogkäse bietet den Herstellern neben dem Preisvorteil noch die Eigenschaft, dass er bis 400 Grad erhitzt werden kann. Dadurch kann die Fließbandproduktion von Pizzas etc. annähernd verdoppelt werden. Inzwischen haben einige Hersteller  allerdings auf die hier zitierte Kritik reagiert und wollen zukünftig nur noch echten Käse verwenden. Andere werden wahrscheinlich die Imitate – die ja grundsätzlich nicht verboten sind - weiterhin verwenden und hoffentlich gezwungen sein, sie auch deutlich zu deklarieren.

Nebenwirkungen sind häufig

Auf jeden Fall lohnt es sich, die Zusammensetzung derartiger Lebensmittel genau zu studieren. Allein schon die Erwähnung von Geschmacksverstärkern lässt eine Erinnerung an das "China-Restaurant-Syndrom" aufkommen. Weiter könnten die Inhalte Auslöser von Lebensmittelunverträglichkeiten sein, die sich u.U. nicht nur als „Bauchgefühl“, wie z. B. Unwohlsein, Übelkeit oder Durchfall zeigen, sondern durchaus auch chronische Müdigkeit, Migräneanfälle, aber auch orthopädisch-rheumatische Beschwerden, bis hin zu arthritischen Schüben u.a. auslösen können. 

Die Beurteilung, ob ein Nahrungsmittel solche Symptome verursacht, trauen sich Konsumenten meist nicht zu. Es wird vielfach die Meinung vertreten, dass Beschwerden erst nach mehrfachem "Genuss" und längeren Zeiträumen auftreten können. Das ist allerdings nicht der Fall, denn unser Körper reagiert auf ihm Unverträgliches schnell. Werten Sie es deshalb nicht als Zufall, wenn bereits kurze Zeit nach einer Mahlzeit eine Symptomatik auftaucht, sondern fragen Sie sich, was unmittelbar zuvor auf den Tisch kam. Der Zeitraum dafür liegt  zwischen 10 Minuten und einer Stunde. Wiederholen Sie, wenn alles wieder abgeklungen ist die verdächtige Mahlzeit und meiden Sie den Stoff zukünftig, wenn danach erneut Verschlimmerungen auftreten. Ein weiteres Thema hier. Bis dahin mein wahrscheinlich kaum realisierbarer Rat:

Essen Sie am Besten nichts, wofür Werbung gemacht wird!

Analogkäse bei Frontal21

Sie finden hier noch weitere Berichte über Lebensmittelimitate

Was ist Schinken-Imitat?

Mogelschinken besteht zu 40-60 % aus Fleisch, der Rest sind Wasser, Binde-, Gelier- und Verdickungsmittel. Oft wird Soja- und Milcheiweiß zugesetzt. Das Produkt ist schnittfestes Stärke-Gel, in das Fleischstückchen eingebettet sind. Zur Verdeutlichung kann auch gesagt werden, dass es sich dabei um "schnittfestes Wasser" handelt. Das Ganze wird in Supermärkten u.a. als Aufschnitt angeboten aber vorwiegend für Fertiggerichte verwendet oder in Restaurants z. B. als Cordon Bleu serviert. Obwohl in Gaststätten offensichtlich Deklarierungspflicht besteht, denken Sie an die "Russischen Eier 1 2 3 4 5 6 7", müssten dort beispielsweise zu einen Cordon Bleu die  Bezeichnungen Formfleischschinken, aus Schinkenteilen zusammengefügt“ oder „brühwurstartiger Pizzabelag“ auf der Speisekarte stehen. Informationen, die beim Einkauf auf dem Label der Packung jedem Wirt gegeben werden. Widersinnig am Lebensmittelrecht ist dabei, dass derartige Produkte zwar im Supermarkt gekennzeichnet sein müssen, nicht aber wenn sie beim Metzger in der Theke liegen oder von der Bäckerei an der Ecke angeboten werden. Ich schlage Restaurants übrigens vor, das Cordon Bleu mit Schinken-Imitat und Analogkäse auf der Speisekarte als "fleisch- und käsefreies Lightprodukt" auszuweisen. Dann ließe sich das Gericht an Mitglieder der Wightwatschers und an Vegetarier besser verkaufen.

Selbstverständlich können auch hier die  verwendeten lebensmittelrechtlich absolut zulässigen Stoffe zu persönlichen Unverträglichkeiten führen, wie sie bereits weiter oben beschrieben wurden. 

 
 

Verwandte Seiten

Molke wirklich gesund?
Molke wurde im Lauf der letzten Zeit vom Abfallstoff zum hochwertigen Lebensmittel hochgeredet ...

Quinoa - das unterschätzte Wunderkorn
Quinoa, auch Wunderkorn genannt, ist nicht nur sehr schmackhaft - auch die Nährungswerte sind ...

Die Spiritualität in der Küche
Mit Heilkräuter gesund ernähren , des ist einfach . Es genügt etwas Hintergrundwissen und das ...

Der Wolpertinger - unser moderner Foodcoach
Auf der Suche nach der Wahrheit begegnen wir zu allererst uns selbst....



Kommentare

Wird nicht veröffentlicht oder weitergegeben




Klaus_Radloff sagte:
am 12.05.2010
Hallo Inforitter
Die Deklaration sollte eindeutiger sein, denn es gibt viele Verbraucher mit vielfachen allergischen Reaktionen auf Lebensmittel aber keine brauchbare Datenbank zu diesem Thema. Diese hochsensiblen Personen sind zwingend auf korrekte Inhaltsangaben angewiesen. Darüber hinaus hätte ich als "Otto Normalverbraucher" zur Beurteilung des Preisleistungsverhältnsis gerne gewusst, ob echter Käse oder ein Proteinpulver-Öl-Wassergemisch für meine Pizza verwendet wird. Auch hier wieder die perfekte Täuschung. Es werden in der Deklaration z. B. 3% echter Käse angegeben und der Kunstkäse, getrennt nach seinen Bestandteilen, bei den Eiweißen und Fetten aufgeführt.

Sorry, dass ich bei soviel Datenmassage mich wie ein Appenzeller oder Limburger verhalte und Stunk mache.

"Stichwort Joghurt": Da wird gerne mit dem Begriff des "naturidentischen Aromas" operiert. Das bedeutet im Klartext, dass dieses Aroma einen natürlichen Ursprung hat und beispielsweise aus Sägespänen gewonnen wird. Claro, Sägespäne sind Naturprodukt, oder die von Spanplatten vielleicht doch nicht?


Inforitter sagte:
am 24.04.2010
Beim Betrachten der Bevölkerungsexplosion auf der Welt und den damit steigenden Nahrungsbedarf, sehen viele Leute solche künstlichen Nährstoffe fast als Segen. Was ja ursprünglich nur Astronauten und Extremsportler über sich ergehen lassen mussten.
Und jetzt sind wir Normalverbraucher dran Stichwort: Fruchtjoghurt!
Es gibt nämlich keine Früchte da drinnen, weil es einfach nicht so viele Früchte geben tut! ;-)
Ich weiss nicht ob Kunstkäse oder -Schinken an sich wirklich schlecht ist. Aber deklariert sollte es schon sein, da stimme ich zu.


Klaus_Radloff sagte:
am 14.02.2010
Und noch ein Gedicht ...
Gestern habe ich folgende US-amerikanische Produkte hier im Supermarkt gefunden: Sehr gut grafisch aufgemachte Packungen mit offensichtlich geriebenem Käse und der unübersehbaren Produktbeschreibung: "Real artificial cheese like emmentaler". (Wirklich künstlicher Käse wie Emmentaler.) Andere Geschmackssorten sind ebenfalls erhältlich.

So wird Wertloses durch positive Beschreibung zur Qualität erhoben! Und die unerkannten Lebensmittelintoleranzen steigern sich weiter.


Klaus_Radloff sagte:
am 07.12.2009
Hallo Simon, danke für deine Beobachtung über das Lebensmittelrecht. Es erinnert mich an die Story des Metzgergesellen, der wegen gestohlener Knochen entlassen wurde. In seinem Arbeitszeugnis stand: " ... und er war ehrlich bis auf die Knochen".

In amerikanischen und kanadischen Nutrition Facts steht fett gedruckt der Gehalt an Sodium und Potassium, darunter, nur mit der Lupe lesbar, die Ingredients mit ähnlich chemischen Deklarationen wie in Deutschland. Die Leute unterhalten sich nicht über die kleingedruckte Detailchemie, sondern ernsthaft darüber, ob sie nun Produkte mit Potassium oder Sodium besser vertragen würden.

Ok, big changes can come from small steps. Versuchen wir weiter aufmerksam zu sein und auf Missstände hinzuweisen.

Danke und viele Grüße Klaus



Simon sagte:
am 06.12.2009
Apropos Konsumententäuschung:
Gerade eben habe ich auf meiner Chipstüte gelesen:

"Ohne Zusatzstoff Mononatriumglutamat"

Als Chemiker höchst interessiert musste ich mir sofort die Zutaten ansehen, denn Chips ohne Geschmacksverstärker - wäre schön - gibt es nicht zu kaufen bei uns!!

Also schnell gefunden: Inhaltsstoff "Hefeextrakt". Ja, ein Klassiker unter der Konsumententäuschung. Diese Substanz ist sozusagen DER Ausgangsstoff für die Gewinnung von Natriumglutamat und hat die gleiche Wirkungsweise, wie das chemischer klingende Glutamat. Wg. einer Haarspalterei muss es gesetzlich aber in Deutschland nicht als Geschmacksverstärker genannt werden - toll! :-)

Mehr dazu z.B. in der Wiki: http://de.wikipedia.org/wiki/Hefeextrakt

LG Simon


Simon sagte:
am 30.11.2009
Wow, ich bin schockiert!! Es ist wirklich schade, dass es den meisten Mensch so egal scheint, was v.a. in den Fertigprodukten alles drin steckt. Würden die Käufer mehr die Inhaltsangaben lesen (und die Verschleierungen verstehen), dann gäbe es vermutlich kaum noch einen Absatzmarkt, denn wer ernährt sich schon gerne von purer Chemie und Kunstprodukten.
Danke Klaus, für die wichtigen Infos!


Hans
(Online)
Hans sagte:
am 28.11.2009
Hallo Klaus,

Toller Artikel über Konsumententäuschung. Leider gibt es in Deutschland eine starke Lebenmittellobby, so daß sich positive Änderungen für den Verbraucher nur langsam durchsetzen.

In diesem Zusammenhang ein Hinweis auf die "Ampel-Kennzeichnung" von Lebensmitteln: Die Ampel auf Lebensmittelverpackungen bewertet leicht verständlich den Gehalt an Nährstoffen und wurde von 90 % der Befragten als schnell verständlich bewertet. Wie üblich ist z.B. die Schweiz Vorreiter und handelt schnell - nur in Deutschland wird gezögert.

Viele Grüße, Hans


Wolf-Gero sagte:
am 28.11.2009
Hallo Klaus!
Wenn ein guter Gewinn winkt, scheinen einige keine Moral zu kennen und kein Schamgefühl.
Viele Grüße
Wolf-Gero


Veröffentlicht: 27. November 2009
Eigene Artikel erstellen

In Heimarbeit Geld verdienen und
Internet Marketing betreiben. mehr...


Daten werden übertragen.

Bitte warten...