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Osteoporose eine Eiweißüberflusserkrankung



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Wir essen sehr eiweißreich. Osteoporose könnte eine ernährungsbedingte Zivilisationskrankheit sein, bei der Kalziumzufuhren und Hormontherapien wirkungslos bleiben müssen. Angaben über die benötigten Eiweißmengen sind unterschiedlich und es lassen sich dem Internet Zahlen von knapp 1 Gramm, einem halben Gramm, von 1,5 Gramm und mehr entnehmen. 0,3 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht sind ebenso vertreten. Tatsächlich wissenschaftlich begründet ist da nichts und offenbar hütet man sich auch davor Normen festzulegen, die u.U. der Lebensmittelindustrie schaden könnten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht täglich und liegt damit so etwa in der Mitte aller Empfehlungen. Ein Mensch mit 70 Kilo benötigt somit „nur“ 56 Gramm Proteine pro Tag.

Bei Betrachtung eines normalen Speisezettels ergibt sich aus den Eiweißmengen eine Überraschung:

Frühstück
2 Weißmehlbrötchen 6 g – 1 Ei 7,7g - 2 Scheiben Käse 16 g – 150 g Fruchtjoghurt 6 g

Mittagessen
150 g Schweineschnitzel 31 g - 160 g Kartoffeln 3 g - 150 g Blumenkohl 3 g

Abendessen
2 Scheiben Brot (60 g) 5 g - 50 g Käse 12 g - 30 g Salami 6 g -2 Essiggurken 0,5 g

Gesamt: 96,2 g

Was geschieht mit zu vielem Eiweiß?

Der menschliche Körper kann Eiweiß nicht speichern. Jede über den aktuellen Bedarf hinausgehende Menge wird wieder ausgeschieden. Das geschieht unter Mitreißung von Mineralien, zu denen Kalzium bekanntlich ebenfalls gehört und Kalziummangel wird als ein Grund (unter mehreren) für die Verminderung der Knochendichte, der Osteoporose genannt.

Milch und Milchprodukte sind stark kalziumhaltig und werden deshalb zur Prophylaxe und Behandlung der Osteoporose empfohlen. Bei dieser Argumentation bleibt der hohe Eiweißgehalt dieser Nahrungsmittel und dessen Ausscheidung unbedacht. Noch mehr Zufuhr wird deshalb ein Kalziumdefizit nicht mindern, sondern eher verstärken. Erschwerend kommt dazu, dass wegen Lebensmittelunverträglichkeiten der Verdauungstrakt bereits so gereizt sein kann, dass eine Resorption von Spurenelementen, Mineralien und Vitaminen kaum oder nur erschwert möglich ist. (Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien wird eines der nächsten Themen sein.)

Eiweißmengen der Vergangenheit

Etwa bis zur Mitte des letzen Jahrhunderts ernährte man sich aus finanziellen Gründen vorwiegend vegetarisch. Da Pflanzen, im Gegensatz zu Fleisch deutlich weniger Eiweiße enthalten, war das Eiweißangebot niedriger als heute. Fleischgerichte kamen meist nur ein mal pro Woche als „Sonntagsbraten“ auf den Tisch und da 1950 die tägliche Milchleistung einer Kuh bei durchschnittlich 4,5 Litern lag (heute beträgt sie das Sechsfache davon und genmanipulierteTurbokühe sind im Vormarsch), erfolgte auf diesem Weg auch keine nennenswerte zusätzliche Eiweißzufuhr. Von der Osteoporose wurde zu dieser Zeit nicht geredet. Die Zahl der Erkrankungen nahm später im gleichen Umfang zu, wie sich der Eiweißverbrauch steigerte. Tägliche Fleischgerichte und Unmengen an Milch und Milchprodukten sind heute (fast) die Regel.

China –Kuhmilch – Osteoporose - Eiweißkonsum

In China war Kuhmilch bis etwa 1990 unbekannt. Deutschland und Neuseeland exportierten etwas später verhältnismäßig geringe Mengen Milchprodukte,( für Touristen) in das Reich der Mitte. Ein Chinese schüttelte sich vor Ekel beim Anblick und Geruch von Käse, und Joghurt wurde abgelehnt, weil er Durchfall auslöste. Man ernährte sich, wie Anfangs des Jahrhunderts in Deutschland auch, vegetarisch. Mahlzeiten bestanden überwiegend aus Reis oder Teigwaren und ein paar gedämpften Gemüsestücken. Hungersnöte traten sporadisch auf. Das erklärt auch die chinesische, dem deutschen Gruß "Guten Tag" entsprechende Grußfloskel: „Nihau“. Wörtlich übersetzt bedeutet sie: "Du gut" oder „Hast du heute schon gegessen“. Nach damaligen amtlichen Statistiken gab es in China keine Osteoporose. Heute ist China Milchproduzent, die Chinesen müssen Kuhmilch trinken lernen (!), und vermutlich werden sich statische Anpassungen an den Westen ergeben.

Andere Länder, andere Zahlen

Überall auf der Welt, wo „Schmalhans Küchenmeister“ ist, ernährt man sich zwangsläufig überwiegend pflanzlich und von gerade ebenso erschwinglichen Kohlenhydraten. Osteoporose kommt dort fast nicht vor. Die Zahl der Erkrankungen steigt mit zunehmender Wohlhabenheit und erreicht „Spitzenwerte“ bei den Angehörigen der reichen Industrienationen. Das allein sollte Hinweis darauf sein, die Verwendung von Eiweiß einzuschränken.

Noch etwas

Sollten Rückenschmerzen etc. mit dem Bestehen einer Osteoporose begründet werden, sollten Sie daran nicht unbedingt glauben, denn osteoporotische Veränderungen machen keine Schmerzen. Die Ursachen für die Beschwerden müssen woanders gesucht werden.

Eine sehr große Proteinquelle ist die Milch und ihre Produkte. Lesen Sie deshalb auch:

Weltwirtschaftsfaktor Milch

Weltwirtschaftsfaktor Milch - und die Folgen

Weltwirtschaftsfaktor Milch - Die Rindviecher schlagen zurück

 

Weiterführende Literatur 
Klaus Radloff "Die chinesische Medizin kennt keine orthopädischen Krankheiten" 

Meine Website: 
Orthopädie: Die therapeutische Schnapsidee!
und weiteren Themen

Der Link zur Behandlungsmethode für Therapeut/Innen 

Energetisch-Statische Behandlung ESB/APM

 

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Kommentare

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jeffrey sagte:
am 01.01.2010
Ich wußte schon, dass Du den Schaukelstuhl nicht ganz ernst gemeint hast - dafür ich.
Das o. g. Stadium und Alter ist halt schon recht fortgeschritten ... ein Trimolin ist nicht zum Hüpfen und ein Trampolin kann man auch zum sanften Schwingen benutzen. Es gibt auch noch die Möglichkeit, einen "Sitzball" (Ich weiß jetzt nicht, wie die Dinger richtig heißen ....) zu verwenden.
Ich will auch nicht die "grundsätzliche Weisheit" der taostischen Kultur in Abrede stellen - ebensowenig die der vedischen.
Und ich habe ja ein paar Faktoren eingeräumt: Qualität, Zubereitung, Menge und Konstitution ...
Der "Milch-Lobbyismus" ist natürlich eine ganz andere Sache!

Ich für meinen Teil ernähre mich mit Sicherheit nicht gesund (Wie auch immer eine solche "Ernährungslehre" aussehen möge ...). Mir ist es iieber, wenn es mir schmeckt!
Das Einzige, worauf ich ein wenig achte, sind ein paar konstitunelle Richtlinien. Dabei nehme ich z. B. entsprechende Gewürze zu Hilfe. Und gerade da sind der Ayurveda - und die Chinesen - führend!


Klaus_Radloff sagte:
am 01.01.2010
Danke, dass du meinen nicht ernsthaft gemeinten Vorschlag mit dem Schaukelstuhl in Erwägung gezogen hast.

Heute musste ich einer 89 jährigen Urgroßmutter deren Beckengelenke und die Wirbelsäule behandeln, die sie sich auf einem stundenlangen Flug "versessen" hatte. Eine inzwischen etwa 1,5 Meter große Frau, die vormals eine "Höhe" (korrekte Bezeichnung für Körpergröße) von 172 cm (so ihr Passeintrag) hatte. Was soll die auf einem Trampolin?

Ich finde es weiterhin überlegenswert, dass Kuhmilch in China bis vor etwa 15 Jahren nur als Roborans (Stärkungsmittel) in chin. Apotheken erhältlich war. Warum ist man in dieser grundsätzlich weisen, taoistisch fundierten Kultur während der letzten zweitausend Jahre nicht auf die Idee gekommen, ein paar sich selbstständig vermehrende Rindviecher zur Minderung von Hungersnöten anzuschaffen?

OK, machen wir uns doch darüber mal - statt Abendessen - Gedanken.


jeffrey sagte:
am 30.12.2009
Schaukelstuhl - genial!
Darauf wäre ich nicht gekommen - wenn das Gute liegt so nah :-)

Zu Ayurveda habe ich eigentlich nichts grundsätzlich Anderes gesagt - bei Kapha ist z. B. Ziegenmilch die bessere Wahl.

Und auch sonst: Qualität, Menge, Individuum ...

Für mich war Gewürzmilch mit Ghee und Honig das Beste nach dem Nachtdienst. Butter und bestimmte Käsesorten liebe ich einfach!


Klaus_Radloff sagte:
am 30.12.2009
Hallo Jeffrey
Das mit der Eiweiß-Mast ist wenig bekannt oder besser gesagt kaum bewusst und nun "rollt" schon der nächste Trend heran: Die kohlenhydrat-freie Ernährung.

Milch nimmt im von Hungernöten geplagten Asien natürlich einen besonderen Raum ein und im Ayurveda ist sie Arzneimittel, dessen Indikationen vom jeweils vorliegenden, individuellen Zustand abhängen. So wird sie bei einer akuten Gastritis Wunder wirken, muss aber versagen, wenn der Magen sich als "müder Beamter" benimmt und nur wenig Säure produziert.

Bei der Produktionssteigerung von gut 4 Litern vor etwa 60 Jahren auf heute 27 Liter täglich und der unablässigen Werbung mehr Milch zu konsumieren haben unzählige Menschen - ich schätze 50% der Konsumenten - eine Kuhmilch-Eiweißunverträglichkeit. Dazu kommen noch so um die 10% Laktoseintoleranzen. Das Problem ist somit nicht die Milch, sondern deren Menge und Qualität.. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die relativ lange haltbarenUHT-Milch, die als "doppelt totgeschossene Leiche" (von O. Bruker?) bezeichnet wird. Ob dabei die orthomolekulare Betrachtungsweise noch stimmt, kann ich nicht beurteilen.

Zum Schluss noch eine nicht ganz ernsthafte Frage: Macht es statt des Trampolins nicht auch ein Schaukelstuhl?


jeffrey sagte:
am 30.12.2009
Dass wir Wohlständler eiweiß-übermästet sind ist ja kein Geheimnis!

Das mit der Milch möchte so nicht ganz stehen lassen.

Milch ist z. B. Im Ayurveda ein Rasayana. Klar – die Qualität und Bekömmlichkeit hängen von der Herkunft, der Ver- und Bearbeitung, der Zubereitung ab. Wesentlich ist aber auch der Allgemeinzustand und die Konstitution des Konsumenten. Man sollte sie außerdem nicht mit Salz und Saurem kombinieren – und auch nicht mit Bananen.
Richtig zubereitet – kurz aufgekocht mit konstitutionell passenden Gewürzen – kann Milch etwas sehr Wohltuendes und Bekömmliches sein.

Vom orthomolekularen Standpunkt aus ist das Kalzium-Phosphor-Verhältnis gar nicht so schlecht. Lediglich Magnesium ist in diesem Zusammenhang zu wenig drin.

Außerdem scheint Ostoporose eine Art versteckter Skorbut zu sein – weshalb bei der Behandlung Vitamin C nicht fehlen sollte.
Kurkuma als große Hilfe bei der Eiweißverdauung und - verwertung könnte auch in Betracht gezogen werden.

Und ein Geheimtipp für alle, die unter Osteoporose leiden – und nicht nur für die: Kauft Euch ein gutes Trampolin/Trimolin!

Im Übrigen: Udo Pollmer … ein faszinierender Mann!


Klaus_Radloff sagte:
am 23.10.2009
Herzlichen Dank für dein Lob und dass dir das Thema zusätzliche Anregungen geben konnte. Ich hatte etwas "Bauchweh" damit, weil ich die Überlegungen nicht mit handfesten Links untermauern konnte.

Ansonsten bin ich beim Thema "Ballaststoffe" und denke dass da Zucker, Weißmehl und Lebensmittelindustrie eine Rolle spielen werden.

Ansonsten nehme ich, dass du dich in der Gesellschaft eines deiner Kollegen wohl fühlen könntest: Udo Pollmer, unabhängiger Lebensmittelchemiker und u.a. Autor des Buches "Prost Mahlzeit, krank durch gesunde Ernährung".
http://www.das-eule.de/



Simon sagte:
am 23.10.2009
Wow, das fand ich spannend - und ich mag Deinen Schreibstil, Klaus. Ich hätte niemals gedacht, dass zu viel Milch zu Kalzium-Verlust führen kann - und das, obwohl ich Chemiker bin!! Immerhin ernähre ich mich ohnehin sehr fleischarm, aber wie steht es denn mit zu viel Zucker (mein Laster :-) ) oder zu viel weißes Mehl?? Hast du darüber auch Informationen?

Insbesondere schätze ich Deine Meinung, da Du oben bereits den Punkt Industrie angesprochen hast, die meiner Meinung nach eine so große Macht / Lobby besitzt, um viele dieser Informationen zu verfälschen! Man denke dabei nur an "Butter-Gelb", ein Farbstoff, der längere Zeit zur "Verschönerung" der Butter hinzugefügt wurde und sich später als Krebserregend herausstellte ... tolle Sache :-(


Veröffentlicht: 22. Oktober 2009
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