Rechtschreibtraining: Lesen Sie viel, laut und sprechen Sie akzentuiert!

von Stratege

Viel lesen, laut lesen und dabei akzentuiert sprechen hilft, sich die richtigen Schreibweisen einzuprägen.

Wie man ein sicherer Rechtschreiber wird

Rechtschreibtraining 2: Viel, laut und akzentuiert lesen

Damit die Methode Schreibweisen vergleichen funktionieren kann, muss man sich viele äußere Wortstrukturen eingeprägt haben.

 

Das geschieht dadurch, dass man viel liest.

 

Aber nicht so, wie wir Erwachsene das gewohnt sind: Buch, Zeitung oder Zeitschrift aufschlagen und nur noch mit den Augen lesen.

 

Das ist sicherlich eine gute Sache, denn wir haben schon viel gelesen und haben es schon gelernt, neue Wortstrukturen zu erfassen und in unserem Gedächtnis zu speichern.

 

Bei den Schreibanfängern ist dieser Prozess noch nicht so stark automatisiert, so dass diese sich nicht nur mit dem leisen Lesen beschäftigen sollten.

 

Besser wäre es, wenn diese Schreib- und Leseanfänger – unter Kontrolle – laut lesen würden.

 

Dabei ist es aber nötig, dass der erwachsene Kontrolleur den gleichen Text vor sich liegen hat und mitliest.

 

Ich will dies einmal an einem Satz verdeutlichen, dem der Leseanfänger so wahrscheinlich nicht begegnen wird.

 

Unterfranken ist der nordwestliche Regierungsbezirk im Freistaat Bayern.

 

Ein typischer Franke – ohne garantieren zu können, dass die nachfolgende Schreibweise exakt der fränkischen Aussprache entspricht – wird den Satz vermutlich wie folgt aussprechen.

 

Underfrange is der nordwesdliche Regierungsbezirk im Freistaad Bayern.

 

Wenn ein Kind den richtig geschriebenen Satz fränkisch liest, prägt sich das Kind über das Gehör eine falsche Schreibweise ein.

 

Wenn nun das Kind das Geschriebene mit dem Gehörten vergleicht, wird es auf Unterschiede stoßen, die ihm die Rechtschreibung erschweren.

 

Deswegen ist es unbedingt wichtig, dass die Erwachsenen beim Leseanfänger genau darauf achten, dass dieser das, was er liest, akzentuiert ausspricht.

 

Das muss dann aber nicht so weit gehen, dass die Eltern, eine für die Umgebung absolut untypische Aussprache pflegen.

 

Es ist im Rahmen eines Textes natürlich sehr schwierig, den nachfolgenden Satz:

 

„Ich habe meinen Fuß an einem spitzen Stein gestoßen.

 

Hamburgerisch gesprochen niederzuschreiben:

 

„Ich habe meinen Fuß an einem spitzen Stein gestoßen“.

 

Viel einfacher lässt sich die süddeutsche Aussprache niederschreiben:

 

„Isch habe meinen Fuß an einem schpitzen Schtein geschtoßen.“

 

Ich denke, man merkt an diesem Beispiel, wie wichtig es ist, exakt zu sprechen, wobei es für ein süddeutsches Kind sicherlich nicht einfach ist, zu erkennen,  dass der „schpitze Schtein“ als der „spitze Stein“ geschrieben werden muss.

 

Noch einige Beispiele für die Notwendigkeit des akzentuierten Lesens und Sprechens für einen erfolgreichen Rechtschreiblernprozess.

 

Das Kind erzählt:

 

„Am ledzden Sonndach wor´n mer mit de Oma in Krummich in den Kersch“

 

Können Sie sich vorstellen, wie schwer es für dieses Kind sein kann, diesen Satz rechtschriftlich korrekt niederzuschreiben?

 

„Am letzten Sonntag, waren wir mit der Oma in Krombach in der Kirche.“

Aus meiner Sicht ist es also dringend erforderlich, dass die Eltern, die ihrem Kind beim Rechtschreiblernen helfen wollen, mit diesem Kind lesen und dabei soll das Kind laut lesen und akzentuiert sprechen.

 

Beim Lesen sollten die „harten Konsonanten“:  „k – p – t“ und die weichen Kon-sonanten:  „g – b – d“  hörbar unterschieden werden. Ich weiß, die alphabetische Reihenfolge bei den weichen Konsonanten stimmte nicht, aber mir war es wichtig, die Entsprechung: harter Konsonant und weicher Konsonant zu haben.

 

Wichtig ist es auch, darauf zu achten, dass keine Endungen verschluckt werden.

 

Und noch einmal als Wiederholung: s in Verbindung t oder p am Wort-  oder Silbenanfang wird sehr häufig als „sch“ gesprochen, während das wirkliche „sch“ in Verbindung mit anderen Konsonanten oder auch mit Vokalen so geschrieben wird, wie es gesprochen wird.

 

Beispiele:

 

Sprechweise

Schreibweise

schpielen

spielen

schwimmen

schwimmen

Schaf

Schaf

 

 

Fortsetzung folgt

 

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Stratege, am 18.09.2010
 
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Kommentare


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Simon am 18.09.2010

Oh ja, der Dialekt ist sicherlich eine der übelsten Fehlerquellen - zumindest für mich. Toller Hinweis und Tipp!
Danke!

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