Rote Flüh - Alte Südwand

von Hans

Die Alte Südwand der Roten Flüh ist ein Kletterklassiker allererster Sahne. Es ist die leichteste Klettertour in der Südwand der Roten Flüh, die aber durch die zahlreichen Varianten auch wesentlich anspruchsvoller gestaltet werden kann.

Rote Flüh - Südwand
Rote Flüh - Südwand

Hier ein Bericht über die Durchsteigung der alten Südwand aus dem Jahre 1997. Die schlechte Qualität der Bilder rührt daher, dass es damals noch keine Digitalkameras gab. Deshalb wurden von den Dias zunächst Papierbildabzüge gemacht und diese dann eingescannt ;-)

Am 18. Januar 1997 fuhr ich zusammen mit Urs ins Tannheimer Tal um die Rote Flüh über die Alte Südwand zu erklettern. Um halb Zwölf kamen wir am Halden See an, stiegen in einer Stunde zum Gimpelhaus auf und brauchten nochmals eine Stunde bis wir endlich am Einstieg waren. Bei super Wetter (erstaunlich, da der Wetterbericht eigentlich Wolken und Regen? angekündigt hatte...) machten wir uns dann an die erste Seillänge, die wir ohne Probleme durchklettern konnten. Der schwerste Teil folgte nach der dritten Seillänge, da hier ein Felsband zu queren war, das schlechte Sicherungsmöglichkeiten bot und ein Sturz sehr wahrscheinlich zu erheblichen Verletzungen geführt hätte... Doch die gesamte Route überschreitet nie den IV (UIAA) Schwierigkeitsgrad, so daß wir nach 3 Stunden Kletterei gesund und munter den Gipfel erreichten. Da es schon langsam dunkel wurde (wir erlebten noch eine fantastischen Sonnenuntergang) machten wir uns schleunigst auf den Rückweg und mußten dennoch bei Dunkelheit vom Gimpelhaus aus absteigen. Da der Weg sehr vereist war und einige Ausrutscher nicht ausblieben ist es ratsam, solch eine Tour besser am frühen Morgen zu beginnen. Dennoch war es ein super Erlebins, vor allem auch deshalb, da es den ganzen Tag sonnig und so warm war, daß wir die komplette Tour im T-Shirt klettern konnten. Und das im Januar!

Da wir diesmal keinen Führer dabei hatten (Urs kannte diese Route schon) weiß ich nicht genau welche Bewertung die Schwerste Stelle erhalten hat. Ich denke aber, daß hier der 4. (UIAA) Schwierigkeitsgrad nicht überschritten wird. In der gesamten Route sind genügend sehr gute Standplätze vorhanden, an denen auch ein Abseilen möglich ist. Dazwischen gibt es gelegentlich Haken, die aber für eine gute Sicherung unzureichend sind. Wer also auf Nummer sicher gehen will, der nehme noch die entsprechende Ausrüstung mit (Klemmkeile, Friends usw.). Vorteilhaft ist auch, dass die schwierigsten Seillängen im unteren Teil der Route vorzufinden sind. Hat man also erst mal die ersten 3-4 Seillängen geschafft, so ist der Rest kein Problem mehr.
In der alten Südwand
In der alten Südwand
Die Schlüsselstelle
Die Schlüsselstelle
Am Abend taucht die Sonne alles in ein gelbes Licht
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Auf dem Gipfel
Auf dem Gipfel

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Hans, am 15.03.2010
 
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Kommentare


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Hans am 16.03.2010

Wenn ich da an die Zeiten vor 10 Jahren zurückdenke, war man noch voller Tatendrang und hatte jede freie Minute genutzt, um irgendwelche Verrückten Dinge zu unternehmen... In der Zwischenzeit hat sich das zwar etwas gelegt und man wird risikobewusster aber fasziniert bin ich immer noch davon.

Ich muss mal in den alten Archiven suchen. Ein paar Berichte finden sich da sicher noch. Allerdings werten gute Photos die Artikel doch ziemlich auf. Sobald also mal Zeit ist, werden die entsprechenden Dias nochmal verbessert eingescannt und reingestellt :-)

Viele Grüße,
Hans

klaber am 15.03.2010

Hallo Hans,
das ist ein sehr informativer Beitrag. Und das vor allem für Jemanden, der noch nie im Gebirge geklettert ist. Ich glaube gern , dass es sicher Spass macht und das Gefühl hervorbringt etwas erreicht zu haben.
Gruß Klaus

Simon am 15.03.2010

Hmm, hat sich nicht viel verändert in den letzten 10 Jahren *g* Wundervolle Ecke in den nördlichen Alpen und immer wieder von Neuem lohnend :-))



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