Wer kennt ihn nicht, den plötzlich auftretenden „Hexenschuss“. Ob die Erste Hilfe „Wärme“ immer richtig ist, soll überlegt werden. Kälte richtig angewendet, ersetzt die entzündungshemmenden Medikamente voll.

Als Grund für plötzlich auftretende Muskel- oder Gelenkschmerzen werden Unterkühlungen angenommen. Es wird vermutet „Zug“ bekommen zu haben und Wärme zur Linderung verwendet. Sofern sich der Zustand dadurch über längere Zeit nicht bessert, wird professionelle Hilfe gesucht.

Üblicherweise gibt der Arzt erst eine Spritze und schmerzlindernde Tabletten, sowie Entzündungshemmer, verbunden mit der Empfehlung die peinigenden Partien warm zu halten. Mit etwas Glück bessern sich viele dieser Beschwerden in einiger Zeit trotz dieser Behandlung. In anderen Fällen jedoch nicht, und es kann so eine „Karriere zum Rheumatiker“ eingeleitet werden.

Unter der Voraussetzung, dass Unterkühlung tatsächlich Ursache ist, ergibt sich bei näherer Betrachtung der körperlichen Reaktionen ein ungewohntes Bild. Unser Organismus ist stets bemüht, sich in der Balance zu halten und, sofern er einen Wärmeentzug erleidet, wird versuchen dieses Ungleichgewicht in kürzester Zeit zu beheben. Dabei tut er meist zu viel des Guten, und legt, scheinbar um weiteren Wärmeverlusten vorzubeugen, ein lokales Wärmedepot an. Wird dort jetzt zusätzlich Wärme zugeführt, steigert sich der ohnehin bestehende Reizzustand u.U. zur massiven Entzündung. 

Akut und chronisch

Nachvollziehbar ist, dass bei akutem Geschehen Wärme als kontraindiziert angesehen wird. So wird es beispielsweise zu Recht als „Verbrechen“ angesehen, einen entzündeten Blinddarm mit Wärmflaschen zu traktieren. Bei Lumbalgien oder anderweitigen Muskel- und Gelenkbeschwerden, die sich prinzipiell nicht von einer Appendizitis unterscheiden, wird Wärme in jeder nur erdenklichen Form fast regelmäßig verwendet. Außerdem, wie ist die Einnahme eines Entzündungshemmers, kombiniert mit der Empfehlung betroffene Körpergebiete zu wärmen, zu bewerten?

Jetzt müsste verständlich geworden sein, dass subakute und akute Zustände sich durch Wärmeapplikationen verschlechtern müssen und dass dabei zur Behandlung das Gegenteil, die Kälte angezeigt ist. Chronische Schmerzzustände – Zustände die der sog. Durchblutungssteigerung bedürfen, reagieren dagegen auf Wärme bestens.

Bei der Einschätzung ob ein Schmerz nun chronisch oder akut ist, taucht jedoch die nächste Schwierigkeit auf. So wird beispielsweise behauptet, dass Beschwerden die seit mehr als 6 Wochen bestehen, als chronisch anzusehen sind. Stimmt das auch dann noch, wenn von Anbeginn mit Wärme, antirheumatischen Einreibungen, Moorpackungen, Massage, chinesischen Schüttelmaschinen und elektro-therapeutischen Anwendungen, der Organismus daran gehindert wurde selbst den akuten Zustand normalisieren zu können?

Die Entscheidung – Wärme oder Kälte

Emotionell wird Wärme bevorzugt. Es wird die Ansicht vertreten damit auf keinen Fall schaden zu können, sondern immer Gutes zu tun. Und wenn die Wärme die angestrebte Linderung nicht bringt, ist eben das „Rheuma“ zu stark. Millionen, wenn nicht Milliarden Euro, nach m.E. vermeidbaren Behandlungskosten entstehen so. Dabei ist es einfach zwischen der Verwendung wärmender oder kühlender Anwendungen zu unterscheiden:

Nehmen Sie Eis aus dem Gefrierfach oder der Tiefkühltruhe und legen Sie es auf die schmerzende Stelle. Aber keinesfalls länger als 30 Sekunden(!!!). Sofern Sie unter einem akuten Zustand leiden, ist der Schmerz dadurch umgehend deutlich erträglicher geworden, haben Sie sich so das akute Geschehen bewiesen. Wenn dann nach wahrscheinlich kurzer Zeit der Schmerz erneut auftritt, nehmen Sie das Eis wieder. Sie werden bemerken, dass der schmerzverminderte Intervall von Mal zu Mal länger wird. Das in dem Umfang, wie sich der Entzündungszustand reduziert. Erst wenn sich durch die Eisanwendung keine Verbesserung zeigen, liegen Sie natürlich mit der Wärme, z. B. der Wärmflasche richtig.

Eis, niemals länger als 30 Sekunden!

Bei der Kryotherapie kommt das Eis über mehrere Minuten zur Anwendung. Der damit erzeugte Wärmeverlust zwingt den Körper zu vermehrter Wärmebildung, dem Gegenteil von dem, was bei entzündungsähnlichen Zuständen erreicht werden soll. Langzeitkälteapplikationen sind deshalb indirekte Wärmeanwendungen. Diesen Effekt der sog. reaktiven Hyperämie vermeiden Sie durch kurzeitige aber wiederholte Eisanwendungen.

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Hier eine weitere Seite zum Thema Selbshilfe: Peter Jeker

Rückenschmerzen und Massage macht das Sinn?

 

Weiterführende Literatur 
Klaus Radloff "Die chinesische Medizin kennt keine orthopädischen Krankheiten" 

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Der Link zur Behandlungsmethode für Therapeut/Innen 

Energetisch-Statische Behandlung ESB/APM

 
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