Weißenhorn

von Hans

Die Fuggerstadt Weissenhorn, deren Wurzeln bis in das 12. Jahrhundert zurückreichen, gilt mit seinem mittelalterlichen Stadtkern zu Recht als schönster Ort im Landkreis Neu-Ulm und wird deshalb gerne als Kleinod der Region Ulmer Winkel bezeichnet.

Wappen von WeißenhornWeißenhorn ist Kulturstadt und Fuggerstadt zugleich und wurde schon in der Werbebroschüre von 1930 als "Perle unter den schwäbischen Kleinstädten" bezeichnet. Diese Auszeichnung verdankt Weißenhorn vor allem seinem mittelalterlichen Stadtkern und dem liebenswürdigen Charme des "schönsten Städtchens" im Neu-Ulmer Landkreis. Der Stadtkern von Weißenhorn blieb im zweiten Weltkrieg erhalten, weil der Unternehmer Oskar Mareis auf eigenes Handeln eine weiße Fahne am Kirchturm der Stadtpfarrkirche gehisst hatte.

Die Stadt der Fugger

Archäologische Funde belegen, dass bereits die Alemannen, die Römer und auch Menschen aus der Steinzeit die Gegend um Weißenhorn besiedelten.

Die neuere Geschichte von Weißenhorn beginnt dagegen im Jahre 1160 mit der ersten urkundlichen Erwähnung einer Burgsiedlung namens Villa Wizzenhorn vom Stamm der Herren von Neuffen. Als dieses Adelsgeschlecht im Jahre 1342 erlosch, kam Weißenhorn in den Besitz der Herzöge von Bayern, die die Stadt fast ständig beliehen und an andere verpfändet hatten.

FuggerschloßIm Landshuter Erbfolgekrieg kam Weißenhorn dann in den Besitz von Kaiser Maximilian I und wurde 1504 vorderösterreichische Provinzialstadt im Bezirksamt Burgau. Doch schon 1507 übertrug Maximilian den Besitz an Jakob Fugger. Die Fugger, die die lokale Barchentweberei unterstützten, machten Weißenhorn zu einer blühenden Handelsstadt und lieferten weberische Qualitätsprodukte in alle Welt. Neben Augsburg ist Weißenhorn die einzige Stadt überhaupt, der es heute noch erlaubt ist, die Bezeichnung Fuggerstadt zu führen. Erst mit dem Ende des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation fiel die Stadt im Jahre 1806 wieder an Bayern zurück.

Durch die zentrale Lage in einem landwirtschaftlich geprägten Umland, den Handwerksbetrieben undHandwerksbetrieb durch die bis zum Jahre 1848 bestehende Herrschaft der Fugger war die Stadt bis ins 19. Jahrhundert von Reichtum und Wohlstand geprägt. Erst durch den Bau der Bahnlinie von Ulm nach Kempten, die an Weißenhorn vorbei führte, hat die Stadt den Anschluss an die industrielle Entwicklung verloren. Erhalten aber blieb der mittelalterliche Charakter und der liebenswürdige Charme einer schwäbischen Kleinstadt.

Weitere bekannte Fuggerstädte neben Weißenhorn sind zum Beispiel Augsburg, Günzburg, Leipheim, Burgau, Memmingen oder Kempten.

Sehenswürdigkeiten

Das Obere Tor, das Rathaus und das Heimatmuseum

Das obere Tor wurde 1470 im Zuge der Stadtbefestigung unter Herzog Georg dem Reichen erbaut und besitzt zwei - für die damalige Zeit charakteristische - Vortürme. Auf der Frontseite ist ein Fresko des Weißenhorners Malers Anton Bischof angebracht. Das 1923 erstellte Kunstwerk zeigt eine Szene aus dem Jahre 1525: "Der Bürgermeister Diepold Schwarz verhandelt mit dem Bauernführer Jörg Ebner aus Ingstetten, 1. April 1525".

Durch das Tor gelangt man in den mittelalterlichen Teil von Weißenhorn. Das Rathaus, das 1761 erbaut wurde, grenzt direkt an das Obere Tor und besitzt mit seinen zum Kirchplatz hin offenen Arkaden eine weitere Sehenswürdigkeit.

Im rechten Teil des oberen Tores ist das Heimatmuseum von Weißenhorn untergebracht. Im Jahre 1908 gegründet, beherbergt es eine der reichsten volkskundlichen Sammlungen aus der Region Schwabens. Dem Betrachter offenbart sich dabei eine Vielzahl an künstlerischen und kunsthandwerklichen Gegenständen, die den Besucher in die Geschichte und die kulturelle Entwicklung der Fugger einweisen. Geöffnet hat das Museum Donnerstags bis Sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 2.50 Euro.

Das Obere Tor ...
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... mit einem Fresko ...
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... des Malers Anton Bischof aus dem Jahre 1923
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Wie leicht zu erkennen ist, wurde das obere Tor um 1470/80 erbaut
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Das Rathaus mit den ...
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... offenen Arkaden ...
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... und dem Wappen von Weißenhorn.
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Das Heimatmuseum ist auch gleich um die Ecke
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Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt und die Fuggerschlösser

Durch das Obere Tor gelangt man direkt auf den Kirchplatz, der von der Stadtpfarrkirche und dem Fuggerschloss beherrscht wird. Davor befand sich an der Stelle der Stadtpfarrkirche eine gotische Kirche, die am 22. Februar 1859 durch ein zu schweres Weihwasserbecken einstürzte.

Der Neubau der Kirche begann im Jahre 1872 nach Plänen des damals in Deutschland führenden Architekten August Ritter von Voith. Der Bau zählt zu den bedeutendsten Leistungen der Sakralbaukunst im 19. Jahrhundert und wurde im Stil der Neoromantik errichtet. Im Inneren der Kirche befinden sich schöne Deckenmalereien und ein sehenswerter Altar.

Das alte Schloss - fälschlicherweise auch Neuffen-Schloss genannt - wurde um 1460/70 von Jörg von Rechberg erbaut. Gleich daneben befindet sich das Neue Schloss, das im Jahre 1513 von Jakob Fugger für Maximilian den I. errichtet wurde und durch seine reichhaltig verzierten Fenster auffällt. Seit einigen Jahren nisten auf dessen Dach wieder Störche.

Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmerlfahrt
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Blick auf den Altar ...
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... mit seinen vielen ...
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... Details
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Blick auf die ...
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... mit christlichen Motiven ...
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... Kirchendecke
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Das Neue und Alte Schoss direkt nebeneinander
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Die schön verzierten Fenster ...
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... des neuen Schlosses und ...
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... die Gründungstafel
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Das Bräuhaus

Das mit seinem getreppten Giebel in Richtung Kirchplatz gewandte Bräuhaus wurde im Jahre 1565 erbaut. Die barocke Fassade wurde um 1700 zu seiner jetzigen Form umgestaltet.

Das Bräuhaus ...
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... und die Gründungstafel
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In der Haupstraße

In der Hauptstraße spiegelt sich der mittelalterliche Charakter durch hohe Giebel, enge Gassen, altes Fachwerk und winkelige Sträßchen wieder, wobei sich repräsentative Häuser aus dem 19. Jahrhundert und mittelalterliche Bauten gegenseitig abewechseln. 

Der Blick entlang der Hauptstraße auf das Untere Tor, ...
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... alte Fachwerkhäuser, ...
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der Blick zur Stadtpfarrkirche und ...
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... die Bürgerhäuser mit ansprechenden Giebeln vervollständigen das malerische Ensemble
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Das Fachwerk der "Schranne", in deren Erdgeschoss einst eine Markthalle untergebracht war
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Das "Reißler-Haus", das in den Jahren 1994 bis 1996 liebevoll renoviert wurde, ...
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... ist ein typischer Vertreter des so genannten "Ackerbürgerhauses"
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Fachwerk, ...
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... Turmspitzen, ...
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... Hauseingänge, ...
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... verzierte Giebel ...
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... und sprechende Straßenschilder leiten zum Verweilen ein
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Abseits der Hauptstraße

Auch etwas abseits der Hauptstraße gibt es für den aufmerksamen Betrachter in den netten Gäßchen viele interessante Dinge zu entdecken. So befindet sich zum Beispiel das historische Stadttheater hinter den unscheinbaren Mauern des ehemaligen Zehntstadels. In diesem Schmuckkästlein der besonderen Art finden Theater- und Opernaufführungen statt. Es ist das kleinste Theater von Bayern und hat durch seine unübertreffliche Atmosphäre auch weit über die Stadtgrenzen von Weißenhorn hinaus Bekanntheit erlangt. 

Nebem dem Weinhaus und ...... der Bäckerei ...... entdeckt man auch vielfältige ...... Wandmalereien an den HäusernUnd wer sich umschaut entdeckt zwischen den Häuserdächern ..... das Dach des unteren Tores

Kulinarische Genüsse

In Weißenhorn gibt es eine Vielzahl von Gaststätten. Egal ob Traube, Löwen, Hasen oder Bären - alle laden den hungrigen und durstigen Besucher ein und verwöhnen ihn nach herzenszlust. Und wer Lust auf was Süßes hat, schaut einfach in der Chocolaterie vorbei.

Die Chocolaterie
Die Traube ist ...
Die Traube ist ...
... am Oberen Tor zu finden, ...
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... der Löwen liegt ein klein wenig ...
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... abseits der Haupstraße, ...
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... der Hasen ist direkt gegenüber vom ...
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... Reißler-Haus zu finden ...
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... und der Bären liegt ganz nah ...
... und der Bären liegt ganz nah ...
... am Unteren Tor
... am Unteren Tor

Infos zur Barchentweberei

Barchent ist ein Mischgewebe aus Baumwolle auf Leinenkette, das glatt, auf einer oder auf beiden Seiten aufgeraut ist. Der glatte Barchent hat entweder einen vierschäftigen Köper wie der ''Croisé'', und daher zwei rechte Seiten, ist aber ...

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Hans, am 29.04.2010
 
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Kommentare


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Hans am 09.02.2011

Hallo Nick,

Danke für Deinen Kommentar. Weißenhorn hat mir super gut gefallen und falls die Stadt so was mal vorhat: Die Fotos dürfen dann auf jeden Fall verwendet werden :-)

VG Hans

Nikolaus Hertle am 09.02.2011

Hallo Hans,

ganz großes Lob. Wirklich eine tolle Zusammenfassung, wunderbar geschrieben, tolle Fotos, sehr guter Aufbau. Da könnte man glatt eine kleine Broschüre daraus machen. Ich werd´s mal der Stadt stecken.
Gruß,

Nick

Hans am 25.10.2010

Hallo Heinrich,
Danke für Dein Lob. War auch ne Menge Arbeit :-)
LG Hans

Gast am 24.10.2010

Prima Bericht Hans , tolle Bilder und ein guter Seitenaufbau , kann ich noch etwas lernen . LG Heinrich

Hans am 29.04.2010

Hallo zusammen,
Danke für die lieben Kommentare.

@Heinz
Das war ein Fahrradausflug vom letzten Sonntag. Hatte eigentlich vor Isolde zu besuchen, mit der ich im Oktober 2000 auf den Kilimandscharo geklettert bin, um ein paar Dias von damals anzuschauen. Leider war niemand zuhause, deshalb wurde es eine "Sightseeing Tour". Evtl. kennst Du die Isolde. Sie wohnt in der Hasengasse, im Reißler Haus.

textpressi am 29.04.2010

Der WizzMaster zeigt uns allen, was mit pagewizz alles möglich ist ;-)

Hut ab!

Neben des super Layouts glänzt aber auch der Schreibstil.

swaziland am 29.04.2010

Hi Hans,
schöne Seite, die Du da über meine Heimatstadt gemacht hast.
Leider bist Du mir da zuvor gekommen. Aber was soll´s - besser hät ich´s eh nicht hinbekommen.
VG Heinz



 
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