Weltwirtschaftsfaktor Milch - und die FolgenDie Entwicklung der Milchwirtschaft begann etwa vor 10.000 Jahren mit der Haustierhaltung von Ziegen, Schafen und Auerochsen, deren Fleisch, Fell und Milch genutzt wurde. Um bei der Milch zu bleiben, die Mengen für die menschliche Ernährung waren damals verschwindend gering, weil in erster Linie das Jungvieh damit ernährt werden musste. Erst mit "Tricks" mussten später Kühe dazu gebracht werden, außerhalb ihrer Stillzeit Milch zu produzieren. Im Jahr 1620 gab eine amerikanische Kuh nur knapp 1 Liter Milch täglich Das war in Europa wahscheinlich kaum anders. Mitte des 19. Jahrhunderts gab eine Kuh etwas mehr, aber immer noch weniger als 2 Liter Milch täglich und 1960 waren täglich etwa 7 Liter. Heute liegt die durchschnittliche Milchmenge pro Kuh bei 26 Liter pro Tag, und es soll Kühe geben, die bis zu 50 Liter pro Tag produzieren. 6) Dazu kommt, dass sich wahrscheinlich weltweit die Zahl der Kühe ebenso vergrößert hat. Damit trifft wieder einmal zu, was der Naturarzt Paracelsus bereits um 1500 formulierte: Alles ist Gift, nur die Menge macht den Unterschied.MilcheiweißunverträglichkeitDie beginnt, allerdings mit unterschiedlicher Intensität, bereits im Säuglingsalter, bei der Umstellung von der Muttermilch zur Kuhmilch. Trotz Verdünnung reagiert fast jeder Säugling mit mehr oder weniger starken Durchfällen darauf. Weiter könnten unverträgliche Stoffe über die Haut, in Form eines Milchschorfs und über die Atemwege mit asthmatischen Anfällen ausgeschieden werden. Der Organismus fühlt sich vergiftet und versucht den Giftstoff auf schnellstem Weg wieder loszuwerden. Einige Kinder gewöhnen sich an ihn, während anderen ein Kuhmilchersatz in Form von Stuten-, Esels- oder Sojamilch gegeben werden muss. Selbst bei anscheinend völliger Tolerierung sollte hinterfragt werden, ob es sich bei dieser Akzeptanz nicht dennoch um einen verdeckten Abwehrprozess handelt. Das Ganze ist vergleichbar mit dem Rauchen. Mit der ersten Zigarette werden Schwindel und Hustenanfälle ausgelöst. Möglicherweise kommt Übelkeit bis zum Erbrechen und Durchfall dazu. Der Körper versucht durch vermehrte Ausscheidung das inhalierte Gift schnellstens wieder loszuwerden. Es handelt sich dabei übrigens um Reaktionen, die nach weiteren Zigaretten nicht mehr auftreten. Kaum jemand wird jedoch deshalb auf die Idee kommen, dass das Rauchen nun „gesünder“ sei. Das Milch gesund sei behauptet die Milchlobby, die der Allgemeinheit die ersten Erfahrungen mit ihren Produkten schlichtweg unterschlägt. Die in diesem Zusammenhang geäußerte Behauptung, dass einige Völker, wie z. B. die Chinesen, keine Enzyme zur Milchverdauung haben, stimmt so nicht. Keine menschliche Rasse verträgt Kuhmilch in größeren Mengen. Es kommt annähernd immer zu mehr oder weniger starken Reizzuständen der Darmschleimhäute, durch die günstigenfalls lediglich die Resorption der Vitamine und Spurenelemente behindert oder unmöglich wird. Dies kann mit einem Dauerschnupfen verglichen werden, bei dem es Betroffenen unmöglich ist, Gerüche wahrzunehmen. Üblicherweise werden Intoleranzen auf Nahrungsmittel mit Verdauungsbeschwerden, wie Durchfälle, Blähungen, Leibschmerzen in der Vorstellung der Allgemeinheit verbunden. Das muss aber nicht der Fall sein, denn Reizzustände des Darmes können sich – ohne am Verdauungstrakt stark symptomatisch in Erscheinung zu treten – an der Skelettmuskulatur auswirken. Lumbalgien, Hüft- und Kniearthrosen sind u.a. dann denkbare Folgen. Bemerkenswert erscheint mir der Umstand zu sein, dass sich augenscheinlich die Zahl dieser degenerativen Veränderungen in den letzten Jahrzehnten etwa in dem Umfang steigerte, wie die auch Milchproduktion zugenommen hat. Studien darüber werden vermutlich nicht angestellt, oder nicht veröffentlicht, da sie für den Milchabsatz nicht förderlich wären. Eher vorstellbar erscheinen mir dagegen Themen, in denen Milch als unschlagbare Konkurrenz zum Potenzmittel Viagra dargestellt wird. Der Unterschied: Allergie und UnverträglichkeitIn der Umgangssprache wird meist verallgemeinernd von Nahrungsmittelallergien gesprochen. Eine Nahrungsmittel-Allergie darf keinesfalls nicht mit einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit (Intoleranz) verwechselt werden. Zwischen beiden Zuständen liegen Welten. Eine allergische Reaktion kündigt sich mindestens mit generellem Juckreiz an, zu dem Hautschwellungen bis hin zu extremer Atemnot und Bewusstlosigkeit kommen können. Dem gegenüber stehen Unverträglichkeiten, die zwar die Symptome einer Allergie nicht aufweisen, für andere, zwar ebenfalls recht unangenehme, aber nicht bedrohliche Erscheinungen auslösen. Daher werden Nahrungsmittelunverträglichkeiten auch als „Pseudoallergien“ bezeichnet. Allergien lassen sich (nur bedingt) durch Laboruntersuchungen nachweisen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten dagegen nicht. Berichtet ein Patient seinem Arzt vom Verdacht, gegen Milchprodukte allergisch zu sein, wird der vielfach einen Allergietest durchführen, und mit dessen negativen Ergebnis seinem Patienten zureden, Milch – weil sie doch so gesund ist – weiterhin zu trinken. Gleichzeitig wird damit jedem andersdenkenden, alternativen Ernährungsberater „so der Wind aus den Segeln“ genommen, und seine Bedenken als wissenschaftlich unhaltbar dargestellt. LaktoseunverträglichkeitZu allem kommt, dass trotz mancher Jubelmeldung über den angeblichen Gesundheitsnutzen von Milchprodukten, Nachrichten über Gesundheitsschäden durch Milchkonsum nicht abreißen. Immer mehr Menschen sind sich z. B. des Problems der Milchzuckerunverträglichkeit bewusst und stehen dem Milchkonsum deshalb kritischer gegenüber als früher. Die Milchindustrie hat darauf laktosearme oder laktosefreie Milchsorten entwickelt und so dem möglicherweise sinkenden Absatz entgegengewirkt. Die pharmazeutische Industrie bietet Lactase-Enzyme in Tablettenform an, damit auch garantiert jeder Milchprodukte verzehren kann. Für eine Selbstdiagnose bei vermuteter Laktoseintoleranz gibt es mehrere Möglichkeiten. Hier die m.E. einfachste: Milchzucker oder Laktose wird als Abführmittel empfohlen. Er ist in Apotheken und Reformhäusern erhältlich. Leider wirkt es nicht bei jedem und nur Personen mit einer Intoleranz bekommen einen durchfälligen Stuhlgang. OsteoporoseEin tragendes Argument für die Verwendung von Milch und Milchprodukten ist deren Reichtum an Kalzium. Die Werbung sagt, dass ein halber Liter den Kalziumbedarf zu 50 bis 60 Prozent abdeckt. Bei dieser Behauptung handelt es sich jedoch gelinde gesagt um ein „Windei“, da Milch neben zugegeben hohen Anteilen an Kalzium ja auch viel Eiweiß enthält. Eiweiß ist ein Grundstoff, der vom Körper nicht bevorratet werden kann, und dessen momentan nicht benötigte Mengen umgehend wieder ausgeschieden werden. Das geschieht unter Mitreißung von Kalzium. Im Gegensatz zu unseren Vorfahren ernähren wir uns heute deutlich proteinreicher. Zu Zeiten meiner Großeltern kam Fleisch (Eiweiß) nur Sonntags auf den Tisch. Während der anderen Wochentage dominierte die deutlich eiweißärmere und billigere vegetarische Ernährung. Heute sind Eiweiße mehrfach am Tag Bestandteil des Speiseplans und in Kombination mit zusätzlichen Proteinmengen aus Milchprodukten fördern sie deshalb osteoporotische Knochenveränderungen. Dabei tut die so eben beschriebene Milcheiweißintoleranz Übriges: Durch die damit verbundenen Reizerscheinungen der Darmschleimhäute wird die Resorption nicht nur von Vitaminen, sondern auf die des Kalziums erschwert. Das bedeutet, dass Eiweiße, also auch Milch und Milchprodukte bei der Entstehung der Osteoporose einen wesentlichen Anteil haben können. Ein FallberichtDie etwa 50 jährige Patientin litt seit geraumer Zeit unter erheblichen Rücken- und Hüftbeschwerden. Um einer Osteoporose vorzubeugen trank täglich sie große Mengen Milch und verzehrte ansonsten noch weitere Milchprodukte. Ihr Zustand besserte sich nach 3 bis 4 Tagen Abstinenz deutlich und die Beschwerden setzten nach dem "Genuss" von 1 Liter Milch ebenso spontan wieder ein. Offensichtlich hatten ihre Beschwerden ihren Ursprung in einer Milchunverträglichkeit. Unglaublich aber wahr! Sollten Sie unter ähnlichen Beschwerden leiden, dürften Ihnen ein paar Tage Verzicht auf den "Osteoporosekiller" schadlos möglich sein und sofern Sie danach ebenfalls weniger Schmerzen haben sollten, wissen Sie mehr. Unverträglichkeitsreaktionen sind individuell und können von jedem anderem Nahrungsmittel (Eiweiß) ebenso ausgelöst werden. (Ein separates Thema). Um bei Milchprodukten zu bleiben, hier noch einige Anmerkungen zum Joghurt. Als der so etwa 1960 erstmals auf den Markt kam, entwickelte sich dieses Produkt nicht zum "Renner". Den Konsumenten war das Zeug zu sauer. Deshalb wird ihm jetzt nicht nur Süße, sondern auch Geschmack zugesetzt. Erdbeer, Himmbeer, Kiwie usw. Bezeichnet werden diese Aromen dem deutschen Lebensmittelrecht entsprechend als "naturidentisch". Hergestellt wird das Ganze aber aus Holzspänen. Jetzt fühlen Sie sich getäuscht? Wieso eigentlich, Holz ist doch ein Naturprodukt, von dem Sie in dieser Form schon eine Menge Beschwerden bekommen könnten, Stichwort Süße: Hinter der Bezeichnung "Light" verbirgt sich nicht nur ein in seinem Fettgehalt reduziertes Produkt. Zuckerersatzstoffe wie u.a. Aspertam sind darin enthalten. Info´s zu diesem Stoff finden Sie hier. Lesen Sie weiter: Weltwirtschaftsfaktor Milch - Die Rindviecher schlagen zurück Quellangaben
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Veröffentlicht: 30. Oktober 2009
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Autor Klaus_Radloff
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Kommentare
UrsulaOrtmann sagte:
vor 13 TagenVG
Ursula
Klaus_Radloff sagte:
vor 13 Tagenhttp://www.das-eule.de/html/eu_l_e__e_v__wissenschaftliche.html
Ich denke, dass hier und dort mal gerüttelt auch einiges bringt.
VG Klaus
UrsulaOrtmann sagte:
vor 13 TagenVG
Ursula
Klaus_Radloff sagte:
vor 13 TagenEin zugkräftiger Artikel allein bringt es nicht. Es gibt schon viel, nicht besonders Gutes mit noch besseren Titeln. Das Problem scheint mir vielmehr darin zu liegen, dass Otto Normalverbraucher bereits gründlich von der Werbung hypnotisiert wurde und - bei aller Logik - glaubt die neuen Informationen von Sektierern zu erhalten. Ich setze stattdessen auf wiederholten Anstoß, frei nach dem chin. Sprichwort "Wasser ist härter als Stein"
VG Klaus
UrsulaOrtmann sagte:
vor 13 TagenVG
Ursula
Klaus_Radloff sagte:
vor 13 TagenDanke für eure Komplimente aber auch für die wertvollen Ergänzungen und Links. Als Verbraucher kann man nur aufpassen und die Lebensmitteldeklarationen gründlich lesen. Und da steht dann nichts ...
Das Lebensmittelrecht lässt den Herstellern zuviel Freiraum und selbst wenn Sägespäne im Brot sind, müssen die nicht deklariert werden, weil Holz ja ein Naturprodukt ist.
Ähnlich die Regelung mit "technischen" Zusätzen. Das sind Stoffe, die zur Produktion benutzt werden und deshalb nicht zum Lebensmittel gehören. Sie müssen ebenfalls nicht angegeben werden. Das alles dürfte Stoff für einen Krimi sein, den aber kaum jemand kauft, weil ihn für böse Science Fiktion hält.
VG Klaus
AnnaFelicitas sagte:
vor 14 Tagenwie versprochen - hier bin ich ;) und bevor ich gleich zur nächsten Seite wechsle, möchte ich dir ein Kompliment für diese dalassen. Chapeau - du hast gut recherchiert und informiert!
Wie von Ursula schon erwähnt (dank an dich du Liebe!), reichert die Lebensmittelindustrie viele ihrer Produkte mit Milchzucker (Laktose) an. Nicht etwa weil er so gesund ist, sondern weil er ein günstiger (aber auch billiger!) Geschmacksverstärker ist. Daher findet man Laktose in jedem Fertigprodukt, jeder Gewürzmischung, praktisch jeder Süßigkeit, in Wurstwaren usw. usf..
Zur EU-Kennzeichnungspflicht einige Infos: http://www.oegast.at/index.php?id=32
Wer an einer Laktoseintoleranz "leidet", sollte prüfen, ob er nicht auch eine Fructoseintoleranz hat. Bei ca. 60% der Betroffenen soll dies so sein.
Buchtipp zum Stichwort >>Holzspäne im Joghurt<<: http://www.amazon.de/Was-macht-die-Tiefkühlpizza-knusprig/dp/359614017X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1282288688&sr=8-1
Alles Liebe
Anna
UrsulaOrtmann sagte:
vor 14 TagenVG
Ursula