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Weltwirtschaftsfaktor MilchWeltweit werden etwa 610 Millionen Tonnen Kuhmilch pro Jahr produziert. Die größten Milchproduzenten sind die EU, USA, Indien und Russland. In der Europäischen Union (EU) werden rund 130 Millionen Tonnen pro Jahr produziert. Die EU ist somit weltweit der größte Milcherzeuger. Stand: 2004, (Quelle: FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) 1) Die erzeugte Menge steigt ständig. Eine us-amerikanische Kuh gab im Jahr 2008 monatlich 782 Liter (KG) Milch oder 26 Liter täglich. Zugleich stieg in gleichen Jahr die Zahl der amerikanischen Rindviecher um weitere 90.000. 2) Ähnliche Zahlen in Bezug auf die Milchmenge und Milchkühe gelten für die EU. Dabei sinkt die Anzahl der Milch erzeugenden Betriebe ständig. Aus Gründen der Rentabilität wird die Produktion in immer weniger, aber immer größeren Betrieben angestrebt. Mit gentechnischen Turbokühen, deren Milchleistung etwa doppelt groß wie der herkömmlichen Kühe sein soll, wird sich ein Betätigungsfeld für internationale Großkonzerne ergeben und es werden vermutlich die bäuerlichen Betriebe wegen Konkurrenzunfähigkeit auf der Strecke bleiben. Die riesigen Milchmengen werden in jeder nur denkbaren Form auf den Markt gebracht. Neben den klassischen Milchprodukten, wie Trinkmilch, Joghurt, Käse etc., verarbeitet die Nahrungsmittelindustrie Milch in zahlreichen Formen und zu vielfältigen Produkten, angefangen von der Verkäsung, über Backwaren- oder Eiscremeherstellung bis hin zum Einsatz in der Fleischverarbeitung, oder in der Herstellung von Fertignahrung. Neue Absatzmärkte werden gesucht und z. B. in den Teilen der Welt gefunden, in denen keine Milch produziert wird.
Milch wird gefühlsmäßig mit Unschuld und Reinheit verbunden. Das zeigt sich in Redewendungen wie „Milchgesicht“, die nur vom Ausdruck „die Milch der frommen Denkungsart“ noch getoppt wird. Daher fällt es nicht sonderlich auf, dass bei der Vermarktung nicht immer salonfähige Methoden angewendet werden. So geriet beispielsweise der Nestlé-Konzern in den 1980ern in die Schlagzeilen. Das, wegen seiner aggressiven Werbekampagnen zur Vermarktung von Milchpulverprodukten als Muttermilchersatz in Ländern der Dritten Welt: Vermarktung von Säuglingsnahrung in Entwicklungsländern
In den 1970er und 1980er Jahren wurden Nestlé und andere Unternehmen für ihre Vermarktung von Säuglingsnahrung in Entwicklungsländern heftig kritisiert. Ihnen wurde (und wird) vorgeworfen, aggressive Verkaufsmethoden anzuwenden, etwa Verkaufspersonal Supermärkten als Krankenschwestern zu verkleiden und Gratismuster zu verteilen, deren Verwendung bei damit einhergehender Einstellung des Stillens zum Versiegen der Muttermilch führt. Damit würden Mütter dauerhaft von den teuren Produkten abhängig gemacht, die aber gerade in Entwicklungsländern für große Teile der Bevölkerung unerschwinglich sind, zudem würden gesundheitliche Schäden und Tod von Säuglingen durch Zubereitung mit verschmutztem Wasser in Kauf genommen. 4) Eben sowenig sauber war der chinesische Milchskandal im Herbst 2008. Der deutsche Fernsehsender ARD berichtete von 50.000 Kindern, die wegen Vergiftungen melaminhaltiger Milch stationär behandelt werden mussten. Melamin ist eine stickstoffreiche organische Chemikalie, die sehr hitze-, feuer- und lichtbeständig ist. Durch chemische Umwandlung kann sie zu Kunstharzen verarbeitet werden, die vor allem in Klebstoffen, zur Herstellung von Plastikgegenständen und in Flammschutzmitteln verwendet werden. Wegen seines hohen Stickstoffgehalts kommt Melamin zudem bei der Herstellung von Düngemitteln zum Einsatz. In der Milch täuscht sie einen höheren Eiweißgehalt vor. Milchprotein ist der teuerste Bestandteil der Milch. Melamin bewirkt die Bildung von Nieren- und Blasensteinen, es bildet Kristalle. Die meisten der in China erkrankten Babys hatten drei bis sechs Monate lang vergiftete Babymilch getrunken. Drei Säuglinge starben an Nierenversagen. Überflüssig extra zu erwähnen, dass Nestlé involviert war. 5) Auf jeden Fall werden, um Gewinne zu optimieren und möglichst zu steigern, die positiven Eigenschaften der Milch immer und immer wieder an vielen Stellen und möglichst auffällig herausgestellt. Das geschieht auf den vielfältigen Wegen der Werbung: „Schon Kleopatra wusste, dass Milch ein absolutes Schönheitselixier ist und wahre Wunder bewirken kann." "Mineralstoffe, Vitamine und Proteine pflegen und regen zugleich den Zellstoffwechsel an.“ „Milch macht müde Männer munter“ So lauten die üblichen Werbeaussagen. Heidi Klumm jodelt für die Milch in Amerika (strange but true), und Yvonne Catterfield steht mit einem Milchbart vor der Kamera. Dennoch bleibt es dabei, in der Milch sind einfach nur Eiweiße, Kohlenhydrate, Vitamine und Spurenelemente gelöst. Aber damit könnte das gesundheitliche Dilemma anfangen. Davon jedoch beim nächsten Mal. Weltwirtschaftsfaktor Milch - und die Folgen
Weiterführende Literatur Meine Website mit weiteren Themen Der Link zur Behandlungsmethode für Therapeut/Innen Verwandte Seiten
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Veröffentlicht: 30. Oktober 2009
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Autor Klaus_Radloff
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