Aktiv und Passiv leicht erklärt - Tipps für Eltern

von sariana

Hausaufgabenhilfe für Eltern und Schüler: Hier sind Tipps zum Thema Aktiv und Passiv. Am Ende stehen auch noch Tipps für Referendare oder auch für Lehrer.

Hausaufgabenhilfe
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Allgemeines zu Aktiv und Passiv ...

... mit pädagogischen Ansätzen

Deutsch in der 7. Klasse. Das Thema Aktiv und Passiv steht neu auf dem Stundenplan. Die Lehrerin steht vor ihrer Klasse und leitet in das Thema ein. Dazu nutzt sie diese beliebte Dialogart:

"Das neue Thema müsst ihr euch so vorstellen: Hannes ist immer aktiv am Unterricht beteiligt, da er sich immer meldet, aber sein Freund Axel wirkt leider eher passiv." Dazu warf die Lehrerin einen aufmunternden Blick zu Axel.

"Oh", meldet sich Axel zu Wort, "so können Sie das nicht sehen. Ich bin immer gedanklich dabei, nur die Antworten wollen mir einfach nicht einfallen." Die Klasse amüsiert sich. Auch die Lehrerin schmunzelt und antwortet: "Ja, so kann man es auch sagen. Aber ich sehe, du hast verstanden, was das aktive Handeln und das passive Handeln bedeutet."

Dieser Dialog zeigt, dass die Lehrerin ein praktisches Beispiel als Einführung gewählt hat, was den Zugang des Lernenden sofort erleichtert. Dabei hob sie einen Schüler hervor, der sehr viel am Unterricht beizutragen hat. Sie hat ihn also gelobt. Den anderen Schüler konnte sie mit wenigen Worten bereits aus der Reserve locken, also motivieren, sich doch am Unterricht zu beteiligen.

Aktiv zu handeln oder passiv ist jedem schnell klar. Doch wenn die Satzstruktur genauer unter die Lupe genommen wird, kommen die ersten Probleme.

Subjekt, Prädikat ...

... und andere Satzglieder

Bevor ein Schüler das Thema Aktiv und Passiv erlernt, muss er folgende Grundkenntnisse sicher beherrschen:

  1. Das Subjekt erkennen.
  2. Das Prädikat bestimmen.
  3. Dativ- und Akkusativobjekt zuordnen.
  4. Deklination der Pronomen sowie Substantiven (Nomen).
  5. Konjugation der Verben in allen Zeitformen im Aktiv sowie Passiv.

Regeln zum Subjekt:

Ein Subjekt wird mit "wer/was?" erfragt, steht im Nominativ, also im 1. Fall.

Beispielsatz:

Beate geht morgen wieder in die Schule.


Erläuterung:

Um das Subjekt zu ermitteln, stellen wir folgende Frage: Wer geht morgen wieder in die Schule? Die Antwort darauf lautet: Beate.


Regeln zum Prädikat:

Das Prädikat ist das Verb im Satz. Die Verben unterteilen sich in Hilfs-, Modal- und Vollverben.

Zu den Hilfsverben gehören: sein, haben, werden.

Zu den Modalverben gehören: können, dürfen, müssen, sollen, wollen, mögen.

Alle anderen Verben zählen zu den Vollverben.

Beispielsatz:

Beate geht morgen wieder in die Schule.


Erläuterung:

An dieser Stelle kann man nach dem Prädikat wie folgt fragen: Was tut Beate morgen wieder in der Schule? Die Antwort lautet: geht. "geht" kommt von "gehen" und ist ein Vollverb. Wer sich im Erkennen von Verben sicher fühlt, kann sich diese Fragen später ersparen.

Dativ- und Akkusativ erkennen

Der Dativ steht im 3. Fall und wird mit "wem?" erfragt. Der Akkusativ befindet sich im 4. Fall und wird mit "wen/was?" erfragt.

Beispielsätze:

Beate sortiert den Müll.
Sie gibt dem Hund einen Knochen.


Erläuterung:

Der erste Satz: Beate sortiert den Müll.

Um das Akkusativprojekt sicher zu bestimmen, wird Folgendes gefragt: Wen oder was sortiert Beate? Die Antwort lautet: den Müll.

Der zweite Satz: Sie gibt dem Hund einen Knochen.

Um das Dativobjekt sicher bestimmen zu können, wird Folgendes gefragt: Wem gibt sie einen Knochen? Die Antwort lautet: dem Hund.

Aktiv und Passiv

Die Regel besagt, dass im Aktiv der Täter das Subjekt im Satz ist.

Im Passivsatz wird dieser Täter zum Behandelnden. Das Passiv bildet sich aus dem Hilfsverb "werden" sowie dem Partizip des Vollverbs.

An einem Beispielsatz kann man die Regel leichter verstehen:

 

Wir bringen euch die neue Tafel ins Klassenzimmer.

 

Erläuterungen:

Subjekt = Wer bringt euch die neue Tafel ins Klassenzimmer? = wir

Prädikat = das Verb im Satz = bringen

Zeitform des Prädikats: Präsens (Aktiv)

Akkusativobjekt: Wen/was bringen wir euch ins Klassenzimmer? = die neue Tafel

 

Dieser Satz steht also im Aktiv. Er soll nun umgewandelt werden ins Passiv. Dabei passiert nun Folgendes:

Aus dem Subjekt des Aktivsatzes wird jetzt im Passiv das Dativobjekt.

wir = von uns

 

Das Prädikat wird nun ins Passiv Präsens umgewandelt. Dabei muss an das Hilfsverb "werden" sowie an das Partizip gedacht werden.

bringen = wird gebracht

 

Aus dem Akkusativobjekt wird nun das Subjekt.

die neue Tafel = die neue Tafel

Erläuterung: Der Akkusativ im femininen Genus (weiblichen Geschlecht) hat den gleichen Artikel wie der Nominativ, deswegen bleibt "äußerlich" die Wortgruppe gleich. Die Deklination im Singular lautet wie folgt:

Nominativ   die neue Tafel
Genitiv   der neuen Tafel
Dativ   der neuen Tafel
Akkusativ   die neue Tafel

 

Es wurde nun alles verändert. Das Subjekt wurde zum Dativobjekt, das Akkusativobjekt wurde zum Subjekt und das Prädikat klingt nun auch anders. Jetzt fügt man die Satzbausteine neu zusammen. So lautet nun der Passivsatz im Präsens:

Die neue Tafel wird von uns ins Klassenzimmer gebracht.

Aktiv und Passiv in allen Zeitformen

Diesen Beispielsatz ändere ich nun in alle Zeitformen um. Dabei kennzeichne ich die Prädikate, also die Verben, fett und kursiv.

Aktiv
Präsens Wir bringen die neue Tafel ins Klassenzimmer.
Präteritum Wir brachten die neue Tafel ins Klassenzimmer.
Perfekt Wir haben die neue Tafel ins Klassenzimmer gebracht.
Plusquamperfekt Wir hatten die neue Tafel ins Klassenzimmer gebracht.
Futur 1 Wir werden die neue Tafel ins Klassenzimmer bringen.
Futur 2 Wir werden die neue Tafel ins Klassenzimmer gebracht haben.

 

Passiv
Präsens Die neue Tafel wird von uns ins Klassenzimmer gebracht.
Präteritum Die neue Tafel wurde von uns ins Klassenzimmer gebracht.
Perfekt Die neue Tafel ist von uns ins Klassenzimmer gebracht worden.
Plusquamperfekt Die neue Tafel war von uns ins Klassenzimmer gebracht worden.
Futur 1 Die neue Tafel wird von uns ins Klassenzimmer gebracht werden.
Futur 2 Die neue Tafel wird von uns ins Klassenzimmer gebracht worden sein.

 

Fazit: Wer die Konjugation in allen Zeitformen nicht sicher beherrscht, wird Probleme beim Aktiv und Passiv haben. Auch die Deklination der Substantive sowie der Personalpronomen muss sitzen.

Ideen zur Unterrichtsgestaltung ...

... zum Thema Aktiv und Passiv

Das Verständnis zum Thema erleichtert gerade den schwächeren Schülern, wenn mit lebendigen Beispielen - wie oben beschrieben - begonnen wird. Auf dieser Weise finden sie einen leichteren Zugang. Anschließend lassen sich die Regeln an einem Satzbeispiel am besten erklären. An dem Satzbeispiel sollte gezeigt werden, woran der Schüler erkennen kann, dass es sich hier um Aktiv oder Passiv handelt:

Passiv erkenne ich an dem Hilfsverb "werden" und an das Dativobjekt, das meistens mit der Präpostion "von" beginnt. Steht der Aktivsatz im Futur, ist das Prädikat das Erkennungsmerkmal.

Beispielsatz:

Wir werden euch die neue Tafel ins Klassenzimmer bringen.

 

Erklärung:

Der Schüler sieht das Wort "werden" und ordnet es sofort dem Passiv zu. Das ist natürlich falsch. "wir werden bringen" steht in der Zeitform Futur Aktiv. Im Passiv lautet der Satz:

Die neue Tafel wird von uns ins Klassenzimmer gebracht werden.

 

Erklärung:

"es wird gebracht werden" steht im Futur Passiv.

Bei dieser Gegenüberstellung leuchtet dem Lernenden ein, dass die Konjugation unumgänglich ist. Dazu empfehlen sich Übungen schriftlich wie mündlich in tabellarischer Form gemeinsam und später in Stillarbeit.

Anschließend fallen den Schülern in der Regel die Übungen viel leichter.

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sariana, am 14.02.2012
 
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Kommentare


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sariana am 03.02.2013

Ganz lieben Dank, Khalid und Joana! Es ist immer schön zu lesen, wenn meine Erklärungen auch jemand versteht :)
Sonnige Grüße!

khalid am 01.01.2013

ich danke ihnen uber den ubungen vielen dank

Joana am 06.08.2012

Aber alles versteht man auch nicht so gutttttt!!!!!!! Man versteht nur WOW!!!!!

sariana am 22.02.2012

Das hör ich gern, vielen Dank, liebe Conny!

conny19 am 22.02.2012

Hilfreicher Artikel. Daumen und
lG Conny

sariana am 15.02.2012

Lieben Dank, Alice fürs Verlinken und für die wundervollen Worte. Ich schau mal, ob ich auch für deine Artikel was zum Verlinken finde. :-)

Alice_Alphabet am 15.02.2012

Und uns tut's auch gut, wenn wir unsere Kenntnisse wieder einmal auffrischen.

Ich habe den Artikel als Beispiel in meinem Tabellen-Artikel verlinkt:
http://pagewizz.com/pagewizz-artikel-...

Ein herzliches "wizz" dafür!

sariana am 15.02.2012

Oh, Ruth! Deine Worte tun so gut!!!! *leicht rot werd`*
Tausend Dank!!!! :-)

Krimifreundin am 15.02.2012

Wieder mal toll erklärt. Die deutsche Grammatik ist kein Pappenstiel, aber hoch interessant. Alle Schüler, die dich als Lehrerin haben, sind zu beneiden!
LG v Ruth

sariana am 14.02.2012

Dieser Artikel ist entstanden, weil viele meiner Nachhilfeschüler im Unterscheiden von Aktiv und Passiv Probleme haben, weil sie kein Gespür dafür entwickeln können und die Eltern zumeist ganz hilflos daneben stehen und nicht helfen können.
Ich hoffe, ich habe mit diesem Artikel einigen Eltern helfen können und vielleicht auch ein paar angehenden Lehrern.
Meine Schüler verstehen es ziemlich schnell nach dieser Methode.

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