Alle Jahre wieder

Zum 1. April eines jeden Jahres trachten die Kollegen in den Betriebsstätten der Republik danach, den Untergebenen, Übergebenden, Auszubildenden, Reinigungskräften, Hausmeistern, dem Kantinenpersonal, kurz: jedem, dessen sie habhaft werden können, eins auszuwischen.

Die Aprilscherze sollen gut ausgedacht sein, denn an diesem Tag ist jedermann erstens auf der Hut und zweitens rufen alte Hüte à la "Ihr Schnürsenkel ist auf. April April!" nur noch ein müdes Gähnen hervor. Andererseits gibt es kaum noch wirklich Neues, und so stirbt die Hoffnung zuletzt, der vom Scherz Heimzusuchende möge vergessen haben, dass heute der 1. April lauert.

Aprilscherze für den Büro-PC

Der Monitor hat den BlueS(creen)

BluescreenDer Microsoftgemeinde ist der sogenannte Blue Screen, der mit weißer Schrift auf blauem Hintergrund den Systemabsturz des Computers verkündet, ein Schrecken und ein Graus.
Microsoft hat vor Jahren einen Bildschirmschoner herausgebracht, der den Blue Screen optisch simuliert. Diesen kann man den Kollegen heimlich auf den PC installieren, er sorgt für eine Schrecksekunde oder vielleicht auch für Schreckminuten, wenn nämlich scheinbar mitfühlende Kollegen zum Betroffenen eilen und ihm raten, um Gottes Willen jetzt weder Tastatur noch Maus anzurühren bis man den Computerbeauftragten verständigt hat.

Kommentare darüber, dass jetzt vermutlich die gesamte Arbeit vernichtet sei, ja sogar ein Festplattencrash zu befürchten stehe, können das Unwohlsein des Betroffenen noch verschärfen und den Scherzbolden Gelegenheit geben, die Situation bis zur Neige auszukosten.

Aber Vorsicht! Viele der kostenfrei angebotenen Bildschirmschoner im Internet sind virenbelastet, da kann der Schuss schnell nach hinten losgehen. Einen auf Viren geprüften Download gibt es hier.

Der Desktop verweigert die Zusammenarbeit

Dieser Aprilscherz muss am Vortag vorbereitet werden, sobald der Kollege in den Feierabend entschwunden ist.

  • Man schließt alle Programme und fertigt vom Desktop des kollegialen PC mit der Taste Druck eine Bildschirmfotografie (Screenshot) an.
  • In einem Bildbearbeitungsprogramm fügt man den Screenshot ein, das geht meistens mit Bearbeiten ->  Einfügen und speichert ihn ab.
  • Jetzt leert man den Desktop auf einen Schlag, indem man alle Icons ausblendet: rechte Maustaste -> Symbole anordnen nach -> Klicken auf Desktopsymbole anzeigen. Auf die gleiche Weise lassen sich später alle Icons wieder hervorholen.
  • Dann wird das gespeicherte Abbild des Desktops als Hintergrundbild eingerichtet (rechte Maustaste -> Eigenschaften -> Reiter Desktop -> Durchsuchen).

Jetzt sieht alles wieder aus wie vorher, nur lässt sich natürlich nichts mehr anklicken, die Icons sind nur Trugbilder.

Die Maus spielt verrückt

MausWenn bei der Maus die Tasten vertauscht sind, kann einen das zum Wahnsinn treiben. Die Maus lässt sich relativ einfach auf Linkshand-Betrieb umstellen, sodass linke und rechte Maustaste vertauscht sind. Das geht für Windows so: Systemsteuerung -> Maus. Dort den ersten Reiter Tasten wählen. Bei Tastenkonfiguration einen Haken setzen in Primäre und sekundäre Taste umschalten.

Bildquelle: Christian Hilgers/pixelio.de

Die Maus lahmt und bibbert

Gleichfalls unter Systemsteuerung -> Maus findet man unter Zeigeroptionen die Zeigergeschwindigkeit. Das ist eine prima Möglichkeit, mit Einstellung der maximalen Langsamkeit der Maus Bleigewichte anzuhängen. Der Bescherzte schiebt großflächig hin, her und über sein Mousepad hinaus und erreicht doch nur winzige Bewegungen des Mauszeigers.

Nervig ist auch die andere Zeigeroption, die Mausspur anzeigen zu lassen, aber nicht auffällig lang, sondern nur ganz kurz, so dass man sich die Augen reiben und über eine Brille nachdenken muss.

Die Tastatur fremdelt

TastaturÄrgerlich ist es, wenn die Tastatur auf einmal keine Umlaute mehr hat, der Bindestrich nicht mehr zu finden ist, der Doppelpunkt verschwunden ist und das ß ebenso, z und y ihre Position vertauscht haben, @- und €-Zeichen nicht mehr reagieren. Dann haben wir es mit der amerikanischen Tastaturbelegung zu tun. Das schwant zwar manchem, aber nicht jeder ist in der Lage, die Sache schnell umzukehren.

Bildquelle: später / pixelio.de

Die Aprilscherzbolde kennen die einfache Tastenkombination, die unter Windows schnell zwischen der deutschen und der amerikanischen Tastaturbelegung wechseln lässt: SHIFT + ALT.

 

Aprilscherze auf und mit dem stillen Örtchen

Toilette
Um den Kollegen am 1. April etwas Bewegung zu verschaffen, wird die Herrentoilette  abgeschlossen und die Klotür mit einem Schild versehen: Reparaturarbeiten wegen Verstopfung, bitte das WC im Tiefparterre benutzen.

An den Waschbecken der Damentoilette schraube man die Perlatoren ab und baue kleine Brocken roter Farbe von Ostereierfarben-Tabletten ein, es fließt rotes Wasser aus dem Hahn, wenigstens eine Zeitlang.

 

Bildquelle: Thommy Weiss / pixelio.de

Gibt man in die WC-Becken eine große Menge farblosen Badeschaum, so entwickelt sich beim Spülen eine prächtige Schaumwolke, die bis zur Brille oder noch darüber hinaus steigt.

Aprilscherze mit (unbedarften) Auszubildenden

Den Auszubildenden aus dem Handwerk nach Gewichten für die Wasserwaage zu entsenden, dem zu begegnen dürfte selbst der müdeste Lehrling mittlerweile ausgeschlafen genug sein. Aber vielleicht kann durch ernstes, überzeugendes und festes Auftreten des Meisters der Azubi des Malerhandwerks dazu gebracht werden, einen Froschhaarpinsel für diffizile Arbeiten beim Malereinkauf zu besorgen.

In der Kfz-Reparatur setzt man den Azubi vor den Ersatzteile-Monitor auf der Suche nach Krümmerschaugläsern für den Auspuff eines bestimmten Autotyps.

Den kaufmännischen Lehrling schickt man zum Finanzamt, um Steuerhinterziehungsformulare zu holen, am besten, man gibt eine Zettel mit, auf dem das Formular noch ausführlich benannt ist: Steuerhinterziehungsformular Mantelbogen StHZ 0104/2011 Umsatzsteuer sowie ST Innergemeinschaftlicher Erwerb. Oder so. Vorher sollte man beim Finanzamt anrufen und ein vorbereitendes Gespräch führen. Wenn die Finanzamtler gut drauf sind, schicken sie den armen Tropf in der gesamten Behörde herum.

Aprilscherze auf dem Weg zur Arbeit
Joppeline, am 01.03.2011

Kommentare


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kputt am 31.03.2011

als ich beim fernsehen gearbeitet habe, wurden die praktikanten und lehrlinge gerne losgeschickt um Time-Codes und Farbbalken zu holen :D

Krimifreundin am 02.03.2011

Welch ein Glück, dass ich als Freiberuflerin Einzelkämpferin bin. So muss ich mir nur die Aprilscherze von meiner Familie gefallen lassen.

Simon am 02.03.2011

Oh mein Gott! Ich hab selten so gelacht bei einem YouTube-Video! Und das bei den *angeblich* so prüden Amerikanern!! Die haben's faustdick hinter den Löffeln!! 1A+!!!

Die Shift+Alt-Kombination hat mich lange Zeit in den Wahnsinn getrieben, da ich nie wusste, warum plötzlich die Tastatur verdreht war. Immerhin hab ich herausgefunden, wie es umkehrbar ist, uff. Und jetzt erfahre ich den Grund hier :-)) Danke :-D

GLG Simon

WORTKIND am 01.03.2011

Bist du ein böses Mädchen! Hast du auch ein paar Tipps für Kollegen von Homeoffice zu Homeoffice? ;)

Und kannst du bei dem Typen mit dem Buch bitte mal die Pixel wegmachen?

monros am 01.03.2011

Mir fällt im Moment leider keine Geschichte ein. Aber der Artikel ist toll :-)
VlG
Monika

Stehlampen-Petra am 01.03.2011

Ich sage nur eines, gut dass mein PC nicht in Deiner Reichweite ist.
In den Küchen dieser Welt gibt es noch den Klassike, geh` mal die Petersilie wiegen. Oder man lässt einen völiig unbedarften Menschen den Topfdeckel von "Forelle Blau" hochheben...
Ich starte mit einem Grinsen in den Morgen...danke :-)
LG Petra

Gast am 01.03.2011

Ich habe mal beim Straßenbau gearbeitet. Dort wurden die Bordsteine mit einer Schur gesetzt. Man schickte die Lehrlinge gerne los um einen Bogenschnur oder Kurvenschnur zu holen, die es natürlich nie gab.

Augenblick am 01.03.2011

Herrlich, diese Scherze am 1. April. Aber die Zeiten, an denen der Lehrling zum Chef geschickt wurde, das blecherne Augenmaß zu holen sind wohl vorbei. Viele markante Aprilscherze begleiteten meinen Berufsweg, einen davon in Kürze. Ich bat einen Arzt aus Jamaika, sich ins Vorzimmer zu begeben, um eine englischsprachige Delegation zu begrüßen, da der Chef kurz außer Haus sei und er wohl das beste Englisch sprechen würde. Die Delegation gab es natürlich nicht. ..
Vielen Dank für diese Seite, die zum Scherzen anregt, aber aufgepasst,
lass Dich nicht in den April schicken.
VlG Augenblick


Autor seit 3 Jahren
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