Arbeiten mit Speckstein - nur etwas für Bildhauer?
von MiJo
Speckstein als ideales Material, um der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen
Speckstein - ein Material für Kreative ...
... oder solche, die es werden wollen!

Was für ein merwürdiges und gleichzeitig wunderbares Material, dieser Speckstein. Mir begenete er zum ersten Mal hautnah, wie wohl vielen anderen auch, während eines Klinikaufenthaltes. Während der sogenannten Ergotherapie war die Bearbeitung dieses Materials eine der Gestaltungsmöglichkeiten. Mich hat Speckstein von Anfang an fasziniert. Er ist einerseits tatsächlich ein Stein, und macht auch dessen schweren und wuchtigen Eindruck. Andererseits merkt man beim Bearbeiten, wie weich und zerbrechlich er eigentlich ist. Allerdings gibt es da auch große Unterschiede, denn - Speckstein ist nicht gleich Speckstein.
Es gibt ihn in den unterschiedlichsten Farben, von fast ganz weiß über Braun-, Blau-, Grün- oder Rottöne bis ganz schwarz. Meistens hat so ein Klumpen (unbearbeitet sieht er wirklich so aus) auch noch Einschlüsse von anderen Farben. Dieses Geheimnis bewahrt er allerdings bis fast zum Schluß.
Auch in der Härte gibt es sehr große Unterschiede. Da muss man einfach seine Erfahrungen machen. Und dabei kann es schon mal vorkommen, dass auch etwas Lehrgeld bezahlt werden muss.
Bücher zum Thema
Theoretische Vorbereitung
usetzen.Der Handel bietet ein Fülle zum Thema an. Das ersetzt natürlich nicht, sich diesem Material auch tatsächlich zu nähern, es im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen. Wenn man nicht gleich einige Kilo ordern will , macht es Sinn irgendwo Specksteinarbeiten in Augenschein zu nehmen. Dazu bieten sich Ausstellungen, Freunde oder eben Kliniken an. Letztere Möglichkeit ist allerdings nicht unbedingt die erstrebenswerteste.
In der einschlägigen Literatur gibt es natürlich die verschiedensten Motiv-Anregungen. Aber der eigenen Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Von kleinen Schmuckgegenständen bis zu richtigen Plastiken ist alles machbar.
Der spannendste Abschnitt beginnt allerdings erst, wenn ein unbearbeiteter Klumpen Speckstein auf der Arbeitfläche liegt. Zu diesem Zeitpunkt verrät er allerdings überhaupt noch nicht, wie er später mal aussehen könnte.
Speckstein und Werkzeug zur Bearbeitung
Und jetzt ran an den Speck(stein)
Der sieht dann erst mal aus wie ein richtiger Stein. Je nach Vorstellung vom Endprodukte ist es ein richtiger Brocken oder nur ein Steinchen. Jetzt ahnt auch noch niemand, wie die Oberfläche zum Schluß aussehen wird.
Man hat maximal eine vorsichtige Ahnung von der Farbe.
Bei der Wahl des Motives gibt es zwei verschiedene Herangehensweisen. Einerseits kann man eine genaue Vorstellung davon entwickeln, was daraus werden soll. Dafür gibt es dann in der Literatur genügend Vorlagen. Andererseits ist es auch spannend, es dem Stein zu überlassen, was er denn mal werden will.
Zu den einzelnen Arbeitsschritten:
Zunächst ist die Auswahl Rohmaterials an der Reihe. Am Anfang empfielt es sich, einen nicht zu großen Stein zu wählen. Gerade kleinere Schmuckstücke sind ein ideales Motiv.
latzt, und das währe am Ende eine herbe Enttäuschung.
Zum Schluß kommt dann die Feinarbeit, das Nassschleifen. Dadurch kommt die eigentliche Textur des Steines zum Vorschein. Das ist immer eine Überraschung, hoffentlich eine Positive. Mit Politur oder Öl kann die Oberfläche dann noch veredelt werden. Verwendet man Öl, so wird das vom Stein geradezu aufgesogen und man muss den Vorgang nach einiger Zeit noch einmal wiederholen.
Bei allen Arbeiten sollte man aber immer viel Geduld aufbringen. Im Material können kleine Risse oder Einschlüsse sein, an deren Verlauf es auch gern mal zerbricht. Das gilt natürlich auch für die Zeit nach der Fertigstellung. Ein Fallenlassen kann zur völligen Zerstörung eines kleinen Kunstwerkes führen.
Dann mal los!
Jetzt bleibt mir nur noch, viel Spaß beim Entdecken dieses Material zu wünschen. Der Arbeitsplatz ist schnell eingerichtet. Man sollte allerdings schon mit etwas Staub rechnen. Ideal wäre also ein Platz im Freien. Ansonsten gibt es ja auch so etwas, wie einen Staubsauger.
Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die Arbeit mit Speckstein einerseits etwas sehr Handfestes aber gleichzeitig irgendwie Meditatives ist. Die Form muss dem Stein schon abgerungen werden. Und das erfoldert auch etwas Anstrengung. Und doch bleibt eine gewisse Leichtigkeit bei all diesen Arbeiten.
Als Mutmacher für Unentschlossene der bescheidene Hinweis: die hier abgebildeten Stücke wurden alle von mir gefertigt.
Vielleicht wird ja ein neues Hobby entdeckt! Ich habe es jedenfalls.

Talken bis der Arzt kommtam 18.09.2011
Ebooks - sind das denn noch Bücher?am 15.09.2011
Bohrende Fragenam 13.09.2011
Depression - Wer ist denn hier noch gesund?am 12.09.2011





Kommentare
Dieser weiche Stein lässt sich wunderbar verarbeiten. besonders für Kinder geeignet. Däumchen von mir.
L-G.
Alma
Ist in unseren Schulen auch ein beliebtes Material, um die Kreativität der Kinder zu wecken, weil es sich so leicht bearbeiten lässt. Ich habe auch einige Tierchen um mich herum zu sitzen.
LG
Ach nee, ich muss ja nicht alles können. Ich bleibe dann doch lieber beim schreiben, fotografieren, zeichnen, dekorieren und dichten, mit mehr oder weniger Erfolgsaussichten : )
LG Kerstin
Danke, einfach noch mal probieren!
LG
MiJo
Super Artikel, der verdient doch gleich mein speckiges Däumchen. Ich habe auch schon einmal mit dem Speckstein "gekämpft". Wahrscheinlich hatte ich nur das falsche Werkzeug, denn das Endprodukt wollte nicht ganz so aussehen, wie ich es mir vorgestellt hatte : )
LG Kerstin
Danke, immer ran an den Speck!
Liebe Grüße
MiJo
Tolle Idee, da hast Du mich neugierig gemacht, es auszuprobieren. Danke :-)