Via dell'AmiciziaVia dell'Amicizia

 

Klettersteig Via D'Amicizia zur Cima Sat

Anfahrt und Zugangsbeschreibung

Der Zustieg zum Klettersteig beginnt auf der westlichen Seite von Riva mit dem schön angelegten und gepflasterten Weg 404, der vorbei an der Bastione di Riva zur Capanna Santa Barbara und weiter zum Klettersteig führt.

Wer von Norden kommt, fährt auf der Brennerautobahn (A22) bis zur Ausfahrt Gardasee Nord / Rovereto und dann weiter über die Landstraße nach Riva. Auf der Gardesana Occidentale (SS45), die am Westufer von Riva entlang führt, sind in der Nähe des Enel-Kraftwerks blaue Schilder zu erkennen, die den Zustieg zum Klettersteig markieren.

Der Zustieg zum Klettersteig

Der Zustieg zum Klettersteig beginnt in Riva mit dem gut markierten Weg 404, der zunächst steil aufwärts zur Bastione die Riva auf 212 m führt. Die Bastione ist ein runder Wehrturm, der im 16. Jahrhundert erbaut wurde und stolz über Riva thront. Schon von hier aus bieten sich tolle Ausblicke auf das malerische Städtchen.

Weiter geht's dann vorbei an der schön gelegen und bewirtschafteten Hütte Capanna Santa Barbara auf 560 m in Richtung zur Kapelle Chiesetta di Santa Barbara. Schon vor der Kapelle biegt man rechts ab und bleibt auf dem 404er Steig, der dann gleich zum Einstiegspunkt des Klettersteiges führt.

Der Anstieg kostet einiges an Schweiß und Mühen - vor allem wenn man in der glühenden Morgenhitze aufsteigt. Leider hat sich auf diesem Weg schon der erste Unfall ereignet, so dass der Rettungshubschrauber gerufen werden musste.

Der Rettungsheli aus der Nähe

Der Rettungsheli im Einsatz

Via dell'Amicizia

Gleich zu Beginn des Steigs beginnen die ersten Drahtseile. Der gesicherte Weg führt hier auf bewaldeten Felsbändern hoch über Riva zu ersten etwa 40m hohen, senkrechten Leiter. Diese hat in der Mitte eine Plattform, auf der man etwas pausieren bzw. die Aussicht geniessen kann, falls nicht allzu viel Betrieb ist. Anschließend folgt ein längeres Stück einfaches Gehgelände, wobei man schon aus der Ferne die berühmte 70 m lange Eisenleiter in der Felswand erkennen kann. Diese Stelle ist aus meiner Sicht die spannendste aber auch schwierigste Stelle der Amicizia und wird mit B/C bewertet.

Der Zustieg zu großen Leiter beginnt mit einer kleiner Leiter. Danach geht es fast fließend in die senkrecht nach oben führende, fast schon überhängende und immer steiler werdende Leiter nach oben. Technisch anspruchsvoll sind die Leitern nicht. Doch die viele Luft unter den Füßen verursacht schon ein leichtes Kribbeln im Bauch und macht die Amicizia zu einem ganz besonderen und lohnenswerten Klettersteig. Man bedauert danach fast, dass man diesen spektakulären Abschnitt hinter sich gelassen hat.

Wie auf Bild 8 zu sehen ist, sind ganz unten an den Leitern Warnschilder angebracht, die vorschreiben, dass sich max. 3 Leute gleichzeitig an den Leitern hochhangeln dürfen. Die Praxis sieht aber leider ganz anders: Auf unserer Tour waren mindestens 20 Kletterer gleichzeitig in der Leiter (Bild 16). Da sieht man mal wieder den Unterschied zwischen Theorie und Praxis: Bei der Masse an Klettersteigler würden bei korrekter Einhaltung der Regelung wahrscheinlich gerade mal 1 Prozent den Gipfel erreichen.

Der weitere Weg zum Gipfel ist eher wenig schwierig, wobei das letzte Stück zum Gipfel mit weiteren kleineren Leitern geschmückt ist. Wer nach etwa 2 Stunden glücklich auf der 1260 m hochen Cima Sat steht, kann bei schönem Wetter den traumhaften Tiefblick nach Riva und den Gardasee geniessen. Eine Vogelperspektive die seinesgleichen sucht.

Auf den Wegzeigern sind 2 Abstiegsmöglichkeiten nach Riva angegeben: Entweder zweigt man nach rechts ab und steigt über den Sentiero dei Crazidei (418) direkt nach Riva ab oder man geht in Richtung Cima Capi (909 m). Diese Variante ermöglicht es, die Via dell'Amicizia mit weiteren Klettersteigen im Rocchettamassif zu kombinieren.

Kurz vor dem Klettersteig erst mal das Equiment anlegen und ...

Der Abstieg

Kurz nach dem Gipfel trifft man auf einen Wegzeiger, der 2 Abstiegsmöglichkeiten ausweist: Entweder zweigt man nach rechts ab und steigt über den Sentiero dei Crazidei (418) direkt nach Riva ab oder man geht in Richtung Cima Capi (909 m) und hat dann die Möglichkeit, die Via dell'Amicizia mit weiteren Klettersteigen im Rocchettamassif zu kombinieren. Wir haben die 2. Variante gewählt und noch die Via Ferrata Fausto Susatti angehängt.

Bei der Querung zur Cima Capi hat uns leider die Wegführung etwas verwirrt, so dass wir zunächst auf dem Bonchet dei Concoli (1207 m) gelandet sind. Hier sind viele Verbauungen aus dem 1. Weltkrieg zu finden. Zu unserer Überraschung fanden wir direkt neben dem Weg eine Artilleriegranate, die nicht ganz ungefährlich aussah.

Wer also zur Cima Capi queren möchte, muss zunächst auf dem Weg 404 ein ganz schönes Stück absteigen, bis der Weg wieder auf einen Sattel führt. Von dort aus geht der Weg wieder in einen Klettersteig über und führt hoch über Sperone-Tal zur Cima Capi. Von dort sind wird dann über den Susatti Klettersteig nach Biacesi di Ledro abgestiegen, wo unsere Tour geendet hat.

Die Wegweiser sind manchmal nicht ganz eindeutig ...

Hans, am 05.05.2011

Kommentare


Hans am 18.01.2012
Hi Grace, ja, so hat halt jeder seine Hobbies :-)
Grace am 18.01.2012
*schluck* schon bei den Fotos wird mir schwindlig. War bestimmt ein Erlebnis, aber diese Leitern...
Hans am 07.07.2011
Hallo Efes, Der Cima SAT Steig ist auch ein wenig extrem, was die Leitern anbelangt. Nur die Leitern in der Brenta sind für mich vergleichbar. LG Hans
Efes am 07.07.2011
Ich liebe Klettersteige, muss aber gestehen dass (insbesondere exponierte freie) Leitern nicht ganz mein Ding sind und es dann eher heißt Augen zu und rauf! Liebe Grüße Efes
Hans am 02.06.2011
Hallo Joppeline, äh, laut Schild dürfen an dieser Leiter nur 3 Leute gleichzeitig klettern (Siehe Bild 8)! Aber Du hast schon recht: An dem Tag waren mindestens 30 Leute gleichzeitig drin!
Joppeline am 06.05.2011
Toll! Die Leiter ist geradezu eine Himmelsleiter, auch wenn ihre Tragkraft sich nur auf 30 Personen beschränkt, statt auf alle Menschen dieser Welt. Ein schöner Artikel und wunderbare Fotos. Fast könnt' man selbst zum Kletterer werden. Bis dahin erstmal Daumen hoch, das kostet weniger Kraft!
Mauserl am 06.05.2011
Ich war voriges Jahr am Gardasee. Also schöne Bilder von euch! Für solche Aktivitäten muss man länger auf Urlaub sein. Ist ein Stück vom Paradies. Toller Beitrag!!
primapage am 06.05.2011
Sehr imposante Bilder und ein sicher sehr einladender Steig.



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