Auswandern! Und weg!

von Uruguru

Warum es besser ist durch Auswandern, dem Leben in Deutschland den Rücken zu kehren, nach dem Motto, macht doch Euren Dreck alleine weiter!

Das Leben in Deutschland!

Verarsche? Das geht doch nicht alles mit rechten Dingen zu oder?

 

Lange hat es nicht gebraucht, um festzustellen, dass nicht alles was in Deutschland passiert, mit rechten Dingen zugeht. Schon gegen Ende der 70er, als ich meine erste Auslandsreise antrat, hatte ich, als ich wieder nach Deutschland zurückkam, so ein komisches beklemmendes Gefühl. Dieses Gefühl hat mich auf all meinen Reisen und ich bin sehr viel gereist in meinem Leben,  nicht verlassen.

Es stellt sich mir die Frage, was war der Auslöser für dieses Gefühl? Ein Gefühl, als hätte man ein schlechtes Gewissen, wäre ertappt worden, so ein Gefühl, wenn man auf der Straße fährt und man hat plötzlich einen Polizeiwagen hinter sich. Jeder kennt es, der Gedanke was habe ich falsch gemacht oder bloß jetzt nichts falsch machen. Genau so ein Gefühl hatte ich jedes Mal, wenn ich von einem Auslandsaufenthalt wieder nach Deutschland eingereist bin.

Aber auch andersherum, bei der Ausreise aus Deutschland, da hatte ich das Gefühl der Freiheit, jetzt bist Du wieder draußen aus Deutschland. Das ist doch nicht normal oder?

Als ich dann vor ein paar Jahren, mit dem Wissen, dass ich nun nie mehr zurückkommen muss, im Flieger saß und der Flieger dann endlich, mit Ziel Südamerika abhob, da ging mein Herz auf! Ja ich fühlte mich frei! So richtig frei. Weg, nur weg und das möglichst ganz weit! Das war mein Wunsch, mein Ziel. Auswandern, für den Rest meines Lebens. Mit Anfang 50 fühlte ich mich einfach noch jung genug, um diesen Schritt in eine recht ungewisse Zukunft zu gehen. Doch ich wusste, dass ich auch alt genug bin, um zu wissen, dass diese auch der letzte Schritt meines Lebens sein konnte, weil ich ja das ach so soziale Gefüge welches in Deutschland, die Menschen vor dem Verhungern schützt, verlasse.

Diese Zeilen beweisen es, ich lebe noch immer, zwar habe ich nicht mehr den Standard, den ich von Deutschland gewohnt war, aber ich habe eines gewonnen: meine Freiheit!

Nicht, dass der Kampf ums Überleben weggefallen wäre, nein es ist nur einfacher geworden, mit weniger zu leben. Wenn ich bedenke, dass ich nun mit einem Bruchteil dessen im Monat auskomme oder mit dem was manche in Deutschland im Monat brauchen, lebe ich ein ganzes Jahr! Hallo, wer das liest, möge doch bitte einmal nachdenken was ich eben gesagt habe!

Ein Leben in der Natur! Sachen machen, die ich vorher noch nie gemacht habe. Schlafen, ohne Wecker! 7-8 Stunden jeden Tag. In Deutschland habe ich es nur auf 3-5 Stunden gebracht pro Nacht! Essen, Obst frisch vom Markt, zu Preisen da würde man sich in Deutschland die Augen reiben. Rindfleisch, von Rindern, die den Stall nie erlebt haben, billig, sodass man sich jeden Tag ein kleines Steak leisten kann.

Da frag ich mich doch, was habe ich mich in all den Jahren mich verarschen lassen in Deutschland. Habe mich dem Konsum hingegeben, mich von der Werbung manipulieren lassen, die mir suggeriert hat, was ich alles noch unbedingt brauche, um gut zu leben.

Nachrichten, nach denen ich mich richten sollte. :)  Wählen gehen! Jawohl! Wer zur Wahl geht, gibt dort seine Stimme ab und versenkt diese in einer (Wahl) Urne. Hallo denkt mal über diesen Satz nach! Heißt doch nichts anderes, als dass ihr danach für 4 Jahre nichts mehr zu sagen habt. Wie denn auch ohne Stimme. :)

Das sind so Kleinigkeiten, über die ich mir erst in nachhinein klar geworden bin. Ich habe ja jetzt Zeit zu denken, was man mir in Deutschland nicht gelassen hat. Da musste ich arbeiten, um meinen Lebensstandard zu sichern. Um die Banken zu befriedigen, die mir mit immer neuen Krediten zu mehr "Lebensqualität" verholfen haben. Es soll ja jeder haben, mein Haus, mein Auto, mein Boot! Und es muss größer sein als das des Nachbarn,  provozierter Konkurrenzkampf. Hast Du was Neues, brauch auch ich was Neues. Das muss aber größer, besser und teurer sein, als das was Du hast, sonst bin ich ja nichts.

Ja geht es denn noch? Was soll diese Verarsche? Es geht auch ohne! Man braucht es nicht! Alles, was man braucht, ist ein Dach über dem Kopf, um nicht nass zu werden, wenn es mal regnet. Mehr eigentlich nicht. Alles Andere ist schon Luxus. Klar auch ich sitze gerne in einem bequemen Stuhl, esse gerne an einem Tisch, bereite gerne meine Mahlzeit auf einem Herd zu und benutze gerne eine Dusche sowie eine Toilette. Ja auch ein Bett zum Schlafen habe ich gern. Aber mehr braucht der Mensch eigentlich nicht. Das Mehr ist dann der Luxus, den man teuer bezahlt.

Ein Auto? Ok, ich bin meine Leben lang Auto gefahren, hier fehlt es mir nicht unbedingt. Es gibt Busse die bringen mich überall hin, wenn ich mal etwas erledigen oder einkaufen möchte. Ein Fahrrad? Erschwinglich, aber ich fahre nicht gern Fahrrad. Die 2-3 Kilometer zum Einkaufen, die ich laufen muss, wenn ich etwas aus dem Supermarkt brauche, die kann ich auch laufen. Laufen ist gesund, habe ich in Deutschland viel zu wenig gemacht.

Ha, Stereoanlage, früher brauchte ich unbedingt eine, groß, laut und teuer. TV, LCD Breitbild-Bildschirm um noch mehr Werbung zu sehen. CD-DVD-Rekorder usw. alles so Sachen, die einen Haufen Geld kosten. Heute komm ich mit einem PC zurecht, der bietet mir alles, was ich brauche, deutsche Musik. Deutsches TV, macht doch mir nichts aus, wenn ich Wetten Dass oder den letzten Tatort, statt am Samstag, erst am Montag schaue, weil ich es mir erst noch laden muss.

Ja so ist es, ich bin zwar nicht mehr in Deutschland , aber ich informiere ich trotzdem noch über das, was dort abgeht. Im Zuge des Internets ist die alles Möglich. Weg heißt halt doch nicht ganz weg sein. Meinen ehemaligen Heimatsender FFH höre ich ach heute noch tagein und tagaus. Nur mit dem einen Unterschied, ich freue mich diebisch, wenn ich höre, wo die Staus sind, die Radarkontrollen stehen usw. Warum? Es geht mir heute am Arsch vorbei. Lange genug musste ich auf diese Sachen aufpassen.

Wer sich die Mühe gemacht hat und bis hierhin gelesen hat, wird sich vielleicht fragen, wie es denn im Ausland mit der Verständigung aussieht. Da sag ich mal, es ist einfacher als mancher denkt. Klar muss man sich anpassen und die Sprache lernen. Klar geht das nicht von heute auf morgen. Doch im Laufe der Zeit lernt man das. Ich war ja schon etwas vorbelastet durch meine vielen Reisen nach Spanien, da konnte ich zumindest schon etwas Spanisch , auch wenn hier in Südamerika ein anderes Spanisch gesprochen wird als wie in Spanien. Doch geschrieben wird es wiederum gleich. Also konnte und kann ich aufbauen. Und das kann jeder. 

Warum Südamerika? Auch das will ich nicht unerwähnt lassen. Jeder, der auch auswandern möchte, sollte sich seine Gedanken machen, wohin er denn am besten auswandern will. In meinem Fall habe ich mich vorher informiert und gerade, weil ich mit der spanischen Sprache schon ein wenig vorbelastet war, habe ich mich für Südamerika, genauer Uruguay, entschieden. Hier kann ich frei sein. Hier fragt mich keiner, was ich bin, was ich will! Hier kann ich einfach der Mensch sein, der ich gerne sein möchte. Ich brauche keine Arbeitsgenehmigung und muss nur für das Steuern bezahlen, was ich hier im Land verdiene. Was ich hier nicht habe, ist ein soziales Netz, das mich auffängt, wenn ich nichts zum Beißen habe.  Aber brauche ich das denn wirklich? Ist dieses sogenannte Soziale Netz nicht eher der Hemmschuh für manche, die etwas tun wollen aber dadurch nicht dürfen? Die man bewusst "klein" lässt, denen man bewusst gerade so viel zum Leben gibt, wie sie brauchen? Dazu dann das Fernsehen, welches Sie vom Denken ablenkt! Ihnen den Wunsch nach dem mehr suggeriert, was sie sich aber wieder nicht leisten können. Womit dann wieder ein Frust aufgebaut wird, der wieder vom Eigentlichen ablenkt. Aber eventuell dazu animiert in die Kneipe zu gehen, um dort die letzten Euro zu versaufen. Ein Kreislauf eben aus dem man schwer wieder herauskommt.

Hallo, wieder erkannt? Ich hoffe diese Zeilen regen manchen Leser zum Denken an. Wenn nur einer das macht und ihm klar wird was ich zum Ausdruck bringen will, dann ist das schon ein Erfolg für mich.

Ich freu mich auf Feedback. Anregende Themen, die ich in der letzten Zeit so finde, sammel ich in meinem eigenen Blog und ich lade jeden ein, diesen zu besuchen. Da gibt es viel zum Nachdenken.

Wahrscheinlich kommen dann einige tatsächlich zur gleichen Meinung wie ich, dass in Deutschland eine große Verarsche stattfindet und schon lange nicht mehr alles mit rechten Dingen zu geht.

Vielen Dank, an den, der bis hier gelesen hat.

Wer Bilder schauen möchte der soll mal hier kicken :)

Uruguru!

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Kommentare


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Uruguru am 31.07.2011

Hi Petra was haben die deutschen Mittelgebirge was es woanders nicht auch gibt? Gut ja, ich denke ich kenne sie fast alle vom durchfahren und teilweise habe ich da auch gelebt. Wenn das hier nun so betrachte, habe ich den höchsten Berg des Landes mit ca. 500Metern in Marschweite und das Meer in Gehweite. Da brauche ich keine Mittelgebirge mehr. Und den Rhein oder Main sowie die Mosel vermisse ich auch nicht. dafür hab ich den Rio de la Plata. Der Wein hier ist übrigens auch sehr gut...........
LG
Uruguru

Stehlampen-Petra am 31.07.2011

Danke für den Link.
Otto Normalo wäre bestimmt auch ein Grund zum Auswandern. Aber ich fürchte, dass mich das Heimwehpacken würde. Mir würden die Mittelgebirge fehlen usw.

LG
Petra

Uruguru am 31.07.2011

Hola Manfred,
Danke für Deinen bestätigenden Kommentar. Die Einleitung auf Deiner Seite klingt schon mal genau nach meiner Meinung!

Gruß auf die Insel!

Uruguru

Manfred Betzwieser am 31.07.2011

So habe ich auch vor über 15 Jahren gefühlt und habe meinen Schritt bis heute nicht bereut.
Das war auch die Grundlage zu meinem Buch "Soll ich Auswandern - Schnauze voll". Wer etwas mehr nachlesen möchte geht auf: www.auswandern1.de

Uruguru am 29.07.2011

Hallo Petra, Bilder findest Du wenn Du auf die Links zu Uruguay klickst! Unter www.deuru.com sind auch noch einige sehr schöne Fotos von Uruguay zu sehen.
Stimmt schon, dass man nicht alles mitmachen muss und sollte. Aber Otto Normalo macht das halt, und die wenigstens verzichten von sich aus auf TV und Auto.
Danke für den Kommentar und LG

Uruguru

Stehlampen-Petra am 29.07.2011

Ich habe bis zum Ende durchgelesen.
Ich respektiere die Art so zu leben.
Meiner Meinung nach kann man auch in Deutschland einiges erreichen wenn man nicht alles mitmacht. Zum Glück kann man nicht gezwungen werden Auto zu fahren oder fernzusehen :-)

Schade dass keine Bilder im Text sind. Uruguay ist landschaftlich bestimmt sehr schön.

LG
Petra

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