Schlampe im heutigen Deutsch hat zwei abwertende Bedeutungen. Es ist in der ursprünglicheren Bedeutung eine Bezeichnung für eine in tadelnswerter Weise unordentliche oder nachlässige Person. [...]

Also nehmen wir an es geht hier nicht um Leute, die ihre Sachen verschlampen, sondern um die promisken Frauen. Jetzt bräuchte man wieder Wiki, um promisk zu erklären, aber das mach ich kurz so. Eine Frau ist promisk, wenn sie nicht an langfristigen Beziehungen, sondern rein an sexuellen Kontakten mit unterschiedlichen Partnern interessiert ist. Dadurch wäre eigentlich alles klar, wenn die Sprache was Statisches wäre und das Wort Schlampe rein in diesem Kontext genutzt würde.

Schlampe? (Bild: 12webmaster/pixelio.de)

Wird es aber nicht.

Rein nach dieser Definition wäre Schlampe nämlich gar kein Schimpfwort. Warum es dann als solches benutzt wird? Naja, das lässt sich mit folgendem Beispiel verdeutlichen: Schwul ist auch kein Schimpfwort.

Aber es ist eine Lebensweise, die nicht von allen Menschen toleriert wird. Daher kommt der Missbrauch dieser Wörter als Schimpfwörter.

Wie das Wort "Schlampe" zum Schimpfwort wurde

Eigentlich war eine Schlampe ein Rock. Also ein Kleidungsstück, das herunterhing, unordentlich und schmutzig war. Daraus ließ sich dann ableiten, dass die Person, die so einen Rock trägt, auch ungepflegt und dreckig ist.

Die Sexualität wurde – und wird teilweise heute noch – ebenfalls als etwas Schmutziges empfunden. Vor allem eben, wenn eine Person wechselnde Geschlechtspartner hat.

Erweiterte Bedeutung

Aber die Definition, wie sie in Wikipedia steht, ist wohl nicht allen bewusst. Dazu ein Beispiel, das in jeder Disco, jede Woche, mehrfach passiert:

Ein Mann und eine Frau, die sich gerade kennenlernten, unterhalten sich. Flirten. Er fragt sie – mehr oder weniger diskret – ob sie mit ihm schlafen wird. Sie ist ganz entrüstet und lehnt ab. Etwas verärgert und mit verletztem Ego dreht sich der Mann um und zischt: "Schlampe!"

Ein Paradoxon. Denn obwohl sie ihm gerade verdeutlicht hat, dass sie keine Schlampe ist, bezeichnet er sie als solche.

Das könnte daran liegen, dass sie ihm vorher Hoffnungen gemacht hat. Er ist daraufhin natürlich enttäuscht und auch sauer, weil sie ihn getäuscht hat.

Vielleicht.

Beschimpfungen unter Mädchen

Wenn sich Mädchen gegenseitig als Schlampen bezeichnen, dann kommt das manchmal näher an die ursprüngliche Bedeutung.

Vor allem wenn sich Freundinnen untereinander streiten, bezeichnen sie sich als Schlampen, wenn zum Beispiel:

  • eine was mit dem Freund/Schwarm der anderen hatte
  • das Vertrauen missbraucht wurde
  • oder schlicht und einfach gelogen wurde

In diesem Kontext ist das Wort Schlampe mit einer losen Moral zusammenhängend. Wir erinnern uns: Loser, schlabbrig herunterhängender Rock.

Jetzt aber die Antwort: Bin ich eine Schlampe?

So generell gefragt, ja! Zumindest wenn Du weiblich bist. Denn es gibt mit Sicherheit irgendjemanden, der Dich nicht mag und Dich deshalb als Schlampe bezeichnet. Ob es dafür Gründe gibt oder nicht, ist eine ganz andere Frage.

 

Ich persönlich empfehle ja, das Wort in folgendem Kontext zu nutzen:

Eine Schlampe ist: Eine Frau, die durch Lügen und Täuschen einen Mann sexuell ausnutzt, dabei nur ihren Vorteil im Sinn hat und sich nicht darum kümmert, dass sie den Mann verletzt und verar****!

Das wäre doch ein guter Kompromiss!

Das absolut Schlimmste

ist aber, dass es wirklich so viele Mädchen gibt, die sich so eine Frage stellen! Denn das bedeutet nichts anderes, als dass sie als Schlampe bezeichnet wurden. Das Wort sollte eigentlich generell nicht benutzt werden! Denn wie Wikipedia schon sagte ist es abwertend.

Es ist wirklich verwunderlich, dass sich viele fragen "Bin ich eine Schlampe?", da ja die Bedeutung des Wortes des meisten bekannt sein müsste. Aber falls nicht: Jetzt müsste das geklärt sein...

Zum Abschluss noch was lustigeres :)
Mein Leben im Liegen. Aus dem Tagebuch einer Schlampe
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ingii, am 26.07.2011

Kommentare


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ImGesticKzArts am 03.12.2012
Das nenn ich mal informativ und auch sehr gut auf den Punkt gebracht!
Woorde am 18.11.2011
Schade, dass pubertierende, bratzige Mädchen, die sich diese Frage stellen, leider nie den Aufwand auf sich nehmen werden, diesen schönen Artikel zu lesen. Schließlich besteht er aus mehr als drei Wörtern.
Stehlampen-Petra am 09.08.2011
Hmm, in Hessen sind gerade die Ferien vorbei. Ich scheue mich ein bißchen mit der S-Bahn zu fahren, weil dort oft lautstarke und unschöne Dialoge stattfinden. Manchmal ist das sehr nervig ...
Efes am 09.08.2011
@Grace genau z.B. Schlamper... ;-) Ne, geht nict, im Duden gibt es ja auch keinen Puffpapa...
stranden am 06.08.2011
Erfrischen, so viel Ehrlichkeit von einer Frau lese ich nicht jeden Tag. Zitat: "Eine Schlampe ist: Eine Frau, die durch Lügen und Täuschen einen Mann sexuell ausnutzt, dabei nur ihren Vorteil im Sinn hat und sich nicht darum kümmert, dass sie den Mann verletzt und verar****!" So ist es. "Ein Paradoxon. Denn obwohl sie ihm gerade verdeutlicht hat, dass sie keine Schlampe ist, bezeichnet er sie als solche." Das stimmt, ja. Auf der sprachlichen Ebene. Ich finde es toll, dass sich junge Männer nicht mehr an der Nase rumführen lassen, sondern gerade heraus fragen, ob die Anmache im Bett enden wird, oder eben nicht. Wenn er nur einer von 20 Typen ist, dem sie an diesem Abend den Kopf verdrehen will, um am Ende vielleicht mit einem davon in die Kiste zu springen, wozu sollte er dann sein Bier stehen lassen? Tatsache ist: Frauen suchen sich die Männer aus (zumindest meistens), "senden Signale", und warten, bis der Mann begreift, dass er so tun muss als würde das Interesse von ihm ausgehen. Dabei geht das Interesse doch von ihr aus! Also bitte Mädels: Steht doch dazu, wenn ihr einen Quicki wollt! Männer sind nicht eure Puppen. Und Schlampe meinte im Beispiel oben eben genau das: Du Schlampe, versuch mich nicht zu manipulieren!
Traumfaenger am 04.08.2011
Sehr schön definiert! Daumen hoch!
Grace am 26.07.2011
Mei, dafür gibt es halt Schimpfwörter. Wenn man Schlampe nicht mehr benutzt, dann braucht man bei einem Streit ein neues Schimpfwort. ;-)



Bildquelle:
Sabine Kranich (Sind Intelligenz und Bildung in einer Beziehung wichtig?)
Kerstin Schuster (Wie macht man mit dem Partner Schluss?)

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