Brennstoffzellen/Wasserstoffautos/Wasserstoff

von Merlin

Die Ressourcenverknappung der fossilen Primärenergien und das Klimaschutzziel führen unweigerlich zu den erneuerbaren Energien. Linde Chef Reitzle und die Wasserstoffproduktion.

Peinlich, großspurig präsentierten der Autokanzler Schröder und Daimler-Chef
Schrempp im Nov. 2000 das "Null-Liter-Auto" - New electric car 5 = Necar 5
als serienreif. Nun, 12 Jahre später, scheinen die Probleme gelöst zu sein.
Der Kanadier Ballard Power rüstet 25 Busse in Sao Paulo mit Brennstoffzellen aus! Wasserstoff fällt als Nebenprodukt an.

Herstellung und Nutzung von Wasserstoff.

Mercedes testet Wasserstoffautos auf einer Weltumrundung. In 125 Tagen um die Welt. 30000 Km!

Peinlich, peinlich. Bis 2004 sollten serienreife emissionsfreie Autos, betrieben mit Brennstoffzellen, auf unseren Straßen fahren. Aus dem versprochenem Wunder wurde bittere Enttäuschung. Der kanadische Brennstoffzellen-Hersteller Ballard Power wurde abgestraft. Die Aktie sackte von 135,-- Dollar auf  jetzt  1,54 Dollar. Man soll an der Börse keinen versprochenen Trends hinterherlaufen! Das geht meist in die Hose. Wie bei der T-Aktie.

Die Produktion war zu teuer. Vor allem der Katalysator, für den man noch viel teures Platin benötigte. Die Sache war störanfällig. Und niemand wollte in die Infrastruktur investieren. Benötigt würden ca. 1000 Tankstellen für Wasserstoff. Tanken werden meist von Öl-Konzernen betrieben. Diese haben kein Interesse an einer Konkurrenz. Die mauern lieber, bauen damit sogenannte Markthürden auf.

Die Idee selber ist nicht neu. Bereits 1838 wurde eine einfache Brennstoffzelle von F. Schönbein erstellt und elektrische Spannung erzeugt. Wasserstoff kann man mittels Elektrolyse von Wasser herstellen. Dazu könnten oft stillstehende Windkraftanlagen genutzt werden. Bei chemischen Prozessen fällt Wasserstoff teilweise als Nebenprodukt an. Wird zurzeit sinnlos abgefackelt. Allein im Kölner Raum würde der „Abfall“ ausreichen, 40.000 PKW zu betreiben.

Es gibt Versuche, Wasserstoff in einem Bioreaktor mit Algen herzustellen. (Photosynthese) 

In 125 Tagen um die Welt mit Brennstoffzellen-Autos von Mercedes.

Wasserstoffgas hat mehr Energie als andere Brennstoffe.

Im Gegensatz zu Elektro-Batterie-Fahrzeugen kann man große Gewichte antreiben, LKW, Busse, Schiffe.

Auf der Alster fährt ein Schiff mit einer 100 kW erzeugenden Brennstoffzelle. Allerdings kostete diese 2/3 des Gesamtpreises. Raketen starten mit Wasserstoff/Sauerstoff-Gemischen. U-Boote der Dolphin-Klasse  besitzen Brennstoffzellenantriebe. In etlichen Großstädten Europas fahren Testflotten von Bussen, wie zum Beispiel in Hamburg oder Brünn – Tschechien.

BMW hat einen serienreifen Verbrennungsmotor für Wasserstoff und Benzin entwickelt. Auf Flughäfen werden Shuttelbusse getestet. Suzuki testet in England seinen Fuel Cell-Scooter 2011, einen Roller mit luftgekühlter Brennstoffzelle.

Die großen Japaner haben die Produktionskosten für wasserstoffgetriebene Fahrzeuge reduziert. Vermutlich gehen Honda, Nissan und Co. jetzt in die Serienproduktion.

200 Fahrzeuge F-Cell von Mercedes wurden bereits an Kunden ausgeliefert.

Das Unfallrisiko ist nicht größer als bei Benzinverbrennung. Im Gegenteil, Benzin explodiert früher und Wasserstoff verflüchtigt sich schneller.

Was zum Treumen

Ferrari F 50
Mike Hawthorn in Ferrari, 1958 British Grand Prix
Ferrari
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Kontrollierte Knallgasreaktion führt zur Stromerzeugung.

Ca. 8 € für 100 Km, jede Technik setzt sich nur durch, wenn sie für den Endverbraucher wirtschaftlich ist.

Brennstoffzellenautos fahren weiter als Batterie-Fahrzeuge, sind schneller wieder betankt und können größere Lasten tragen. Erreichen Geschwindigkeiten bis 170 Km/h. Bei den E-Cars sind die Asiaten führend. In der Brennstoffzellen-Technik ist Daimler Weltspitze.

Die Fahrzeuge sind serienreif, aber noch zu teuer. 3000 € Kosten pro Brennstoffzelle sind einfach zu viel für die Serienproduktion. Es geht darum, den Platingehalt zu senken oder zu ersetzen. Seit 1993 arbeitet Ballard Power in Vancouver, ein Pionier der Szene, an der Entwicklung. Ford und Daimler sind daran beteiligt. Funktionstüchtig ist die Technik. Ballard liefert 21 Module für Busse in Europa und 25 nach Süd-Amerika.

Der schwere Geländewagen Toyota Highlander kommt 2015 auf den Markt. Er hat 122 PS und beschleunigt flotter als Benziner oder Diesel. Bei Elektromotoren ist die volle Leistung stets abrufbar. Man muss sich nur an die geräuscharme Kulissen gewöhnen.

Ökologisch sinnvoller Wasserstoff wird in Berlin seit 2011 am neuen Flughafen mit grünem Strom erzeugt.

Bedauerlich ist, dass Unternehmen Subventionen vom Steuerzahler einstreichen, damit ihren Marktvorteil ausbauen. Z. B. Opel, der lässt seine Autos aber in Kanada bauen. Da sollte unsere Regierung genauer nachfragen! Wenn Steuergeld, dann aber auch Vorteile für den Bürger in Form von Arbeitsplätzen! 1,4 Milliarden für Total, Shell und Co? Die bauen ihre Zukunft auf und schröpfen uns in der Gegenwart.

Witzig finde ich auch, dass solche Fahrzeuge bereits in Kalifornien zertifiziert sind. Da sind die Umweltauflagen härter, und dann geht es.

Keine Abgase, keine Emissionen, warme Abluft und Wasserdampf.

Lohnt sich ein Investement.?

Die Automotive Fuel Cell Cooperation von Daimler, Ford und Ballard Power in Kanada produziert Brennstoffzellenstacks. Ballard Power hat das Augenmerk auf der mobilen Nutzung dieser Technik. Spezialisiert sich auf Busse, produziert aber auch für Stromerzeuger.

Plug Power beschäftigt sich mit Brennstoffzellentechnik im stationären  Bereich. Klein- und Groß-Heizkraftwerke. Mobile Stromaggregate. Stromgeneratoren in entlegenen Gebieten u.s.w. Anwendungsmöglichkeiten im zivilen wie militärischem Bereich gibt es genügend. Wer möchte keine bezahlbare, saubere Energie?

Linde will die Versorgungslücke in Deutschland schließen und Stationen aufbauen.

Daimler, Ford, Toyota sind vermutlich führend in der Technik und haben serienreife Produkte.

Gelingt es, ein sicheres Versorgungsnetz auszubauen, Fahrzeuge mit vergleichbaren Preisen wie heutige Kutschen anzubieten, dann denke ich, wird sich diese Technik durchsetzen.

850 Millionen m³ Wasserstoff fallen als Nebenprodukt, das meist abgefackelt wird, allein in Deutschland an. Damit könnten wir 10.000.000 Autos betanken. 190 Milliarden m³ fallen weltweit in Ölraffinerien an.

Wasserstoff könnte man auch als Zwischenspeicher in der Stromerzeugung nutzen.

Meine feste Überzeugung, die Zukunft hat begonnen.

Wer investieren will, der Zeitpunkt ist günstig. Überlegen wo, wie, wann, wie viel, sollte aber jeder selber.

 

 

Merlin, am 25.02.2012
 
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Kommentare


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Merlin am 30.05.2012

@mupf66, 2013 / 2014 soll einiges auf den Markt kommen. Wenn du bis dahin warten kannst? Renault ist ja schon dabei.

mupf66 am 29.05.2012

Sehr interessant. Mein Opel-Zafira Erdgas ist nun schon 10 Jahre mein Sparschwein. Muss mich langsam nach etwas Neuem umsehen.

Daumen hoch

Merlin am 27.03.2012

@HenningSchuenke, in den letzten 75 Jahren hat sich doch einiges getan.
Und es ist nicht die gleiche Technik zwischen Wasserstoff-Batterien und
Zeppelinen. 200000 m³ Wasserstoff als Helium-Ersatz ist auch eine andere
Dimension. Nur bei der gleichen Menge Super bleifrei wäre der Schaden vermutlich wesentlich größer. Da wäre halb Lakehurst ausradiert worden.
LG Merlin

Michael am 27.03.2012

So wie ich das lese, steht hier nichts von ungefährlich. Nur, dass das Risiko nicht größer
ist, als bei Benzinverbrennung auch. Eher geringer, da Benzin sich früher entzündet.
Gruß Michael

HenningSchuenke am 27.03.2012

In meinem Wohnmobil habe ich seit Ende 2007 eine Brennstoffzelle der Firma Efoy. Die braucht Methanol als Wasserstofflieferant. Raus kommen am Ende 50 Watt elektrische Leistung, Abwärme und ein bisschen Wasser. Die erlaubt dann durchaus einen weiteren Tag und eine Nacht ohne Strom von aussen.
Methanol selbst wäre ja auch als Wasserstoffträger einfacher zu handhaben. Klar, es ist giftig und entzündlich, aber nicht so reaktionsfreudig, wie Wasserstoff. Der heißt ja nicht umsonst auch Knallgas. Ich würde mich auch nicht immer darauf verlassen, dass er sich schnell genug verflüchtigt, wie in diesem Artikel behauptet. Das hat z.B. damals in Lakehurst bei der Hindenburg nicht funktioniert.

Merlin am 28.02.2012

@Immortelle, der peak oil (Spitze der höchstmöglichen Ölförderung) ist bereits
erreicht. Von nun an gehts bergab. Also bleibt nicht viel anderes mehr übrig,
als neue Wege zu gehen. Daimler tanzt auf zwei Hochzeiten. Einmal in China mit dem Batterie- und E-Autobauer BYD und mit Ballard Power und den Brennstoff- Zellenautos. Der Endverbraucher entscheidet welche Technik sich durchsetzt,
Möglicherweise auch beide. E-Cars in der City und Brennstoffzellen im Transport und Überlandverkehr. 2014 / 15 geht es los. Linde baut die Tanken.

Immortelle am 28.02.2012

Das denke ich auch, dass es an der Umsetzung mangeln wird, weil die neue Tankstelle dann so teuer wäre. Allerdings dürfen wir ja auch gespannt sein, wohin die Benzinpreise noch klettern. Dann wiederum, und bei der kommenden Verknappung an fossilen Energieträgern, wird diese Technik sicher interessant. Eine Investition in die Zukunft.
LG Immortelle

Merlin am 25.02.2012

Danke Alice, mit der Technik ist sehr viel möglich. Und die Busse fahren schon.
PKW-gibt es auch bereits. Infrastruktur fehlt noch. Bei Bussen reicht ja eine Tanke auf dem Betriebshof. Wasserstofftankstellen kosten aber das Doppelte wie
bei den Herkömmlichen.
LG Merlin

Alice_Alphabet am 25.02.2012

Sehr interessant! Ich hatte keine Ahnung, dass derartige Technologien schon so weit gediehen sind.

Vor allem mag ich den Gedanken, dass die Algen in meinem Aquarium eines Tages den Treibstoff für mein Auto liefern werden. Dafür schaff ich gern noch ein größeres Aquarium an.



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