Browsergames als Kostenfalle im Netz

von mertino

Browsergames werden meistens als kostenloser Spielspaß beworben. In der Realität verderben integrierte Shops in vielen Browserspielen allerdings schnell das Vergnügen.

Der Sprung zum Mainstream

Kaum einer erinnert sich noch die kläglichen Anfänge früherer Onlinespiele in den Weiten des Internets. Mit äußerst einfachen Grafiken und viel Enthusiasmus erschufen Fans von Strategie und Taktik ein paar unterhaltsame Games, die man absolut kostenlos spielen konnte. Heute ist die Zahl der Browsergames um ein Vielfaches höher. Sogar im Fernsehen wird man derzeit häufig für eine Teilnahme umworben. Natürlich alles unter der Prämisse des "kostenlosen Spielens". Leider tritt bereits nach einigen Stunden schnell Ernüchterung ein:

Die meisten Browserspiele sind alles andere als kostenlos...

Browsergames locken durch schnellen Spaß

Auf den ersten Blick klingt das Prinzip der Spiele natürlich absolut verlockend. Einfach mit einer Email Adresse anmelden und schon kann es losgehen. Egal, ob man einen kleinen Bauernhof errichtet oder lieber mit einem Helden ein paar Abenteuer in einer Fantasy-Welt erlebt: Browsergames sind vielseitig gestaltet und bedienen viele Geschmäcker. Mittlerweile finden sich auch grafisch echte Perlen, die durch 3D-Grafik und Sounduntermalung durchaus überzeugen.

Kostenlose Games im Netz sind rar
Kostenlose Games im Netz sind rar

Nach einiger Zeit dürfte jedem Spieler aber ein gewisses Missverhalten auffallen. Gebäude werden nur noch langsam errichtet, bestimmte Funktionen sind gesperrt und einige Konkurrenten weisen viel schnellere Fortschritte auf. Danach wird schnell klar: der Betreiber des Spiels lässt sich den Zugang zu diesen Boni mit barer Münze bezahlen. Sicherlich sind die Beträge selten wirklich hoch, allerdings schafft die Masse der Dienstleistungen einen gehörigen Betrag in die Kassen der Browsergames-Produzenten. Natürlich müssen diese auch irgendwie ihre Leute bezahlen, aber derzeit herrscht ein klares Missverhältnis zwischen Fairness und Geldangeboten.

Das unten aufgeführte Video präsentiert einige hochkarätige Browsergames unterschiedlicher Firmen. Dabei reicht die Palette vom aufwändigen Rollenspiel über eine lustige Simulation bis zum taktisch fordernden Strategiespiel. Kein einziges dieser populären Titel ist absolut kostenlos und soll lediglich unterhalten. In jedem versteckt sich mehr oder weniger offensichtlich ein Premium-Angebot, welches den Teilnehmern Vergünstigungen schmackhaft machen möchte.

Kein Spiel der Top 10 verzichtet auf Premium Features

Fazit: Kostenlose Browsergames gibt es nicht?

Die Suche ist schwierig, aber nicht unbedingt erfolglos.

Auch heute existieren immer noch einige Browsergames, die absolut kostenlos sind. Natürlich können diese nicht mit dem Anspruch aktueller Titel mithalten und dürften sich auf dem Papier sehr schwer mit der Konkurrenz aus dem hause Bigpoint, Upjers oder Gameforge tun. Dennoch ist hier ein höchster Grad an Fairness garantiert, denn niemand kann mit seinem Portemonaie einfach ein paar zusätzliche Hilfen bestellen.

Wünschenswert ist, dass größere Firmen sich ein Beispiel an diesen Systemen nehmen und auf keinen Fall die Balance zwischen Gewinn und Spaß verlieren. Derzeit scheint der Trend eher in Richtung Geld zu gehen, weshalb die sonst boomende Browsergames Industrie vielleicht in Zukunft ihren Ruf als Zugpferd des Unterhaltungssektors verliert...

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mertino, am 20.07.2011
 
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