Budwig-Diät: Gescheiterter Selbstversuch

von Vigeo

Nach drei Wochen Budwig-Diät gebe ich auf. Dennoch hat diese Zeit einiges bei mir bewirkt; in abgespeckter Version geht es weiter.

Budwig-Diät: Gescheiterter Selbstversuch

Vier Wochen wollte ich durchhalten – nach nun drei Wochen erkläre ich den Versuch für gescheitert. Es wäre einfach nicht fair denen gegenüber, die sich konsequent nach Dr. Johanna Budwig ernähren.

Diese Ernährungsform wurde von Johanna Budwig entwickelt. Mit ihr hat sie, laut eigenen Aussagen, viele krebskranke Menschen geheilt. Auch andere anerkannte Heilpraktiker und Ärzte empfehlen die Diät begleitend zu anderen Therapien.

Da ich selbst als Heilpraktikerin tätig bin, wollte ich sehen, wie einfach (oder schwer) es ist, die Empfehlungen durchzuführen und vor allem durchzuhalten.

Die Budwig-Diät zusammengefasst:

-         Leinöl mit Quark, entsprechend der Mahlzeit gewürzt.

-         Oleolux, aufs Brot oder zum Würzen einer Mahlzeit

-         Gedünstetes Gemüse mittags und/oder abends, dazu Pellkartoffeln, Reis oder ähnliches

-         Käse

-         Rohkost

-         Budwig-Müsli zum Frühstück

-         Morgens auf nüchternen Magen Sauerkrautsaft

-         Obst- und Gemüsesäfte sowie Tees als Getränke

-         Linomel zwischendurch

-         Kein Fleisch

Da ich nicht krank bin, habe ich die Budwig-Diät mit kleinen Einschränkungen begonnen: Cola und Schwarztee standen weiterhin auf meinem Ernährungsplan; sonst alles wie empfohlen. Mein Verlangen nach Fleisch hatte sich schon in den Wochen vor Budwig auf ein Minimum reduziert, so dass der Verzicht nicht schwer fiel.

Mein persönliches Fazit:

Die Budwig-Diät ist gut durchführbar – wenn die richtige Motivation dahinter steht!

Die Lebensmittel sind nicht teurer als herkömmliche Nahrung – selbst wenn man Bio-Produkte kauft. Dadurch, dass komplett auf künstliche Geschmacksverstärker verzichtet wird, reduziert sich der Hunger auf ein Normalmaß, was sich auch im Portemonaie bemerkbar macht.

Ich habe aber mittlerweile ein Verlangen nach Röstaromen. Drei Wochen nur gedünstetes Gemüse als Hauptmahlzeit ist nicht sonderlich prickelnd. Die empfohlene Rohkost habe ich anfangs täglich zu mir genommen. Mittlerweile ist es aber draußen so kalt, dass mich kaltes Gemüse innerlich nicht aufwärmt: Ich brauche Wärme, von innen wie von außen!

Was sich bei mir geändert hat:

-         ich habe ein Kilogramm abgenommen

-         ich salze nicht mehr so viel. Das Gemüse schmeckt auch mit wenig Salz sehr aromatisch. Besonders lecker wird es, wenn ich Gemüse mit Feta-Käse in Alufolie luftdicht verpackt, im Backofen gare.

-         In den vergangenen drei Wochen habe ich mir zwei Schlemmertage gegönnt. Die Krebstherapeutin Rosina Sonnenschmidt empfiehlt dies ihren Patientinnen, damit die Gelüste nicht allzu groß werden. Meine Schlemmertage waren aber nicht so mit Genuß gefüllt, wie ich es erhofft hat. Letztendlich saß ich abends müde mit prall gefülltem, drückendem Bauch auf dem Sofa und habe mich gefragt: „Warum tue ich mir das eigentlich an?“

-         In den ersten zwei Wochen brauchte ich nach der Abendmahlzeit noch ein Nüsse, um die richtige Befriedigung zu erreichen. Dies fällt seit ein paar Tagen weg. Ich bin satt und Schluss.

-         Ich habe (zwischen den Schlemmertagen) kein Verlangen nach Süßem. Vorher standen täglich Schokolade und Chips auf meinem Speiseplan; nicht viel davon, aber etwas musste immer sein. Nun denke ich nicht einmal mehr an Schokolade und lehne dankend ab, wenn sie mir angeboten wird.

-         Ich kaufe Bioprodukte.

-         Ich esse wieder Obst. Ich bin normalerweise kein Obst-Esser. Hier habe ich das gleiche Problem wie bei der Rohkost: Es ist mir einfach zu kalt! Aber ein bis zwei Portionen schaffe ich am Tag trotzdem; und schließlich schmeckt eine saftige Apfelsine auch sehr lecker.

-         Ich habe Essen und natürlichen Geschmack wieder zu schätzen gelernt, was wohl die wichtigste Erfahrung der vergangenen drei Wochen ist.

Mein Fazit

Die sehr abgespeckte Version der Budwig-Diät werde ich weiterführen und bei Verlangen einen Schlemmertag einlegen. Letztendlich ist es eine ausgewogene, Natur belassene  Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Ballaststoffen, Milchprodukten und Fetten.

Wenn ich aufgrund von Krankheit mich strikter daran halten müsste, bräuchte ich mehr Abwechslung auf meinem Teller.

Vorschaubild: Peter von Bechen / pixelio.de

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Vigeo, am 05.12.2010
 
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Kommentare


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Elke am 29.02.2012

Hallo
wir essen nun schon seit 2 Jahren JEDEN Mogen unser Budwig-Müsli und es wird uns nicht über, da man ja immer wieder andere Früchte nehmen kann. Unser Leinöl beziehen wir frisch gepresst aus einer Öl-Mühle und machen auch unsere Dips immer damit. Zum braten wird Oleolux genommen, ansonsten wird auch Käse gegessen. Der Fleischverzicht geht nicht soweit wie beschrieben, einmal die Woche kommt ein Biohuhn auf den Teller ob als Suppenhuhn oder im Römertopf gemacht, einfach lecker. Ich will die Budwig Ernährung weiter ausbauen da ich vor 13 Jahren Krebs hatte und auch OHNE Chemo noch gut lebe und bis heute nichts habe, denke ich das ist der richtige Weg.

schreiberling am 17.02.2011

was bei mir hilft, ist einfach Sport, Sport, Sport...

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