Camping mit Fahrrad braucht die richtige Vorbereitung

Voraussetzung für ein solches Unternehmen ist natürlich ein passendes Fahrrad. Das muss kein High-Tech-Modell sein, sondern es reicht auch ein ganz normales Straßenfahrrad. Camping mit Fahrrad soll ja vor allem auch erholsam sein und nicht unbedingt zu spitzensportlichen Leistungen führen. Das Fahrrad sollte natürlich allen Anforderungen der Straßenverkehrsordnung gerecht werden. Im Vorfeld ist es ratsam, das Fahrrad noch einmal eingehend technisch zu überprüfen. Im Bekanntenkreis findet sich sicher jemand, der sich damit auskennt, so kann man teure Kosten für Fahrradreparaturgeschäfte vermeiden.

Für das Camping benötigt man ebenfalls eine Grundausstattung. Vorteilhaft ist es natürlich, wenn man in einer Gruppe fahren möchte. So verteilt sich ein Teil der Ausstattung finanziell und packtechnisch auf mehrere Personen. Bevor man die nötigen Campingutensilien kauft, sollte man jedoch Dachböden, Keller o.ä. nach vorhandenem Material untersuchen. Irgendwann hatte doch jeder in jungen Jahren mal die Idee, Campen zu gehen und auf so manchem Dachboden befinden sich da noch verstaubte, aber kostbare Schätze der Eltern, die jetzt die nächste Generation getrost noch verwenden kann.

Grundausstattung für Camping mit Fahrrad

Hier muss man zwei Gruppen unterscheiden. Zum einen wird die Ausstattung zur Übernachtung benötigt und zum anderen eine Ausstattung für den Transport. Auf jeden Fall wird die Ausstattung von chronischem Platzmangel bestimmt. Es kommt also darauf an, praktische Dinge zu verwenden.

 

Für das Camping wird benötigt:

 

Grundausstattung:

  • Leichtgewichtzelt in der Regel für zwei Personen ausreichend – das Zelt sollte zwar geringes Gewicht und geringe Packmaße haben, aber trotzdem noch ausreichend Platz zum Unterstellen des Gepäcks bieten
  • Schlafsack, der zu den Nachttemperaturen des Urlaubsziels passt, für unsere Regionen reichen allerdings ganz normale Modelle aus (reichen bis ca. 5°C Nachttemperatur)
  • Isomatte oder Luftmatratze je nach gewünschtem Schlafkomfort

Küchenausstattung:

  • Campingkocher mit dem dazu benötigten Brennstoff – besonders beliebt, klein und leicht zu transportieren sind Kartuschenkocher, die mit Gas funktionieren und man bekommt unterwegs in Baumärkten überall Ersatzkartuschen
  • Streichhölzer oder Feuerzeug zum Anzünden
  • Campinggeschirr – hier gibt es spezielles Aluminiumgeschirr, womit man gleichzeitig kochen und aus dem man anschließend auch essen kann. Als Besteck bietet sich Bundeswehrbesteck an, das neben dem üblichen Messer, Gabel und Löffel auch über Flaschen- und Dosenöffner verfügt, Edelstahltasse
  • Taschenmesser mit unterschiedlichen Funktionen

Sonstiges Zubehör zum Camping:

  • Taschenlampe oder Kopflampe
  • Kerzen
  • Wäscheleine, da hin und wieder auch Sachen gewaschen werden müssen, da Wechselsachen nur eingeschränkt mitgenommen werden können
  • Erste-Hilfe-Set / Reiseapotheke
  • evtl. Gummihammer, damit die Heringe in harten Boden geschlagen werden können

Ausstattung für den Transport

Camping mit Fahrrad beschränkt sich auf die Sicherung der allernötigsten menschlichen Bedürfnisse. Deshalb ist diese Reiseform auch eine Erfahrung für all jene, die einmal ausprobieren möchten, wie man mit wenigen Mitteln auskommt. Es bedeutet Einschränkung in allen Lebenslagen, weil die Möglichkeiten, Gepäck zu transportieren weitgehend beschränkt sind. Für die Fahrradfahrt sollte man folgende Dinge einplanen:

 

  • Gepäcktasche für den Gepäckträger – Hier gibt es die verschiedensten Varianten und Größen. Welche man wählt, hängt von der Tragfähigkeit des Fahrrads und von der persönlichen Kondition ab, wie viel man sich selbst zutraut, zu transportieren
  • Lenkertasche mit Klarsichthülle für Fahrrad- oder Wanderkarte
  • empfehlenswert wäre ein Fahrradhelm
  • Trinkflasche am Fahrrad
  • Luftpumpe am Fahrrad
  • Fahrradschloss
  • Flickzeug
  • Regenponcho
  • Gepäckspanner zum Fixieren von Zelt und Schlafsack oder diverser Kleinteile

Kleidung und persönliche Ausstattung für Camping mit Fahrrad auf Minimum beschränken

Wer sich auf einen Urlaub mit dem Fahrrad einlässt, sollte sich beim Gepäck auf das Mindeste beschränken. Da bei den oben genannten Dingen nicht viele Abstriche gemacht werden können, muss man sich genau überlegen, welche Kleidungsstücke und Toilettenartikel ins Reisegepäck gehören. Bei der Kleidung kommt es hier eher nicht auf Schönheit als auf Funktionalität an. Ins Gepäck gehören:

 

  • Unterwäsche für zwei bis drei Tage, die man dann zwischendurch natürlich durchwaschen sollte (deshalb ist so eine Wäscheleine ein Muss)
  • ebenfalls zwei bis drei T-Shirts
  • Wechselsocken
  • ein dicker Pullover oder Sweatjacke, falls es abends mal kälter wird
  • eine Regenjacke
  • Radlerhose und/oder kurze Hose
  • eine Jeans und eine lange Jogginghose
  • Sandalen oder ähnliche leichte (Schlüpf-)Schuhe für abends
  • Badebekleidung und dünnes Duschhandtuch/evtl. kleines Handtuch und Waschlappen
  • Waschbeutel mit Duschgel, Zahnputzzeug, Rasierzeug, Kamm, Hygieneeinlagen oder Tampons/ etwas Toilettenpapier und Deo
  • evtl. Reisefön
  • Geschirrtuch

 

Außerdem sollte man auch an solche Dinge denken:

  • Handy mit Ladegerät
  • Sonnenbrille und Sonnencreme
  • Taschentücher
  • Verhütungsmittel
  • Sicherheitsnadeln/Schere/Fieberthermometer/Schmerzmittel/Wundsalbe
  • Mückenschutz
  • Landkarten und Reiseführer
  • Tube mit Waschpulver/ evtl. ein paar Klammern
  • Fotoapparat
  • Ausweis/ec-Karte/Krankenversicherungskarte
  • kleine Spiele zum Zeitvertreib (Karten, Würfel etc.), was zum Schreiben und was zum Lesen
  • Verpflegung für die erste Etappe

Camping mit Fahrrad vorher genau planen

Wenn die Ausstattung zusammengetragen wurde, ist die Vorbereitung noch lange nicht abgeschlossen. Jetzt geht es daran, eine Reiseroute zu entwerfen. Dabei sollte man sich in den einzelnen Etappen nicht zu viel vornehmen. Manchmal sind 20 Kilometer schon ein weiter Weg. Es kommt auf das Gelände, das Wetter und die persönliche Verfassung an. Empfehlenswert ist es natürlich, ein paar Wochen vorher mit einem Konditionstraining zu beginnen. Wer sich ohne Vorbereitung auf den Fahrradsessel schwingt, wird spätestens nach zwei Tagen nicht nur das Hinterteil, sondern alle Glieder spüren. Planen Sie deshalb Ihre Reiseroute zeitlich nicht allzu straff, sondern so, dass Sie flexibel bleiben und die Zwischenstopps individuell geändert werden können. Eventuell gefällt es Ihnen ja an einem Ort so gut, dass Sie dort länger verweilen möchten oder Sie fahren ein Stück des Weges einfach mit dem Zug. Zum Planen eignen sich Reiseführer der Wunschregion und Campingkarten. Wer nicht gerade mit einem geländegängigen Fahrrad unterwegs ist, sollte sich einigermaßen gemütliches Gelände wählen. Bedenken Sie auch die Verpflegungssituation. Sie werden im Voraus nicht ausreichend Lebensmittel besorgen können, weil die Transportmöglichkeiten beschränkt sind. Sie müssen also unterwegs die Vorräte immer neu auffüllen. Wenn Sie sich unterwegs Sehenswürdigkeiten anschauen wollen, müssen Sie bedenken, dass Sie die voll beladenen Fahrräder nicht einfach unbeaufsichtigt irgendwo abstellen können. Planen Sie dann lieber eine Übernachtung in der Nähe und suchen den besonderen Ort ohne Gepäck auf.

Optimal wäre es natürlich, wenn Sie schon einmal eine Probefahrt über das Wochenende durchführen könnten. So finden Sie am besten heraus, ob Sie dieser Anforderung überhaupt gewachsen sind.

 

Jetzt müssen Sie nur noch herausfinden, welche Ecken von Deutschland für Radfahrer besonders interessant sind. Dann kann es losgehen.

Heischu, am 08.05.2012

Kommentare


Heischu am 17.08.2012
Leider werden die Knochen auch immer steifer...
Efes am 16.08.2012
Schöne Zusammenstellung. Früher wäre ich sofort dabei gewesen und auch jetzt "pfupfert" es wieder wenn ich das lese. Aber irgendwie wird man jedes Jahr etwas bequemer … LG Efes
AlphaBeta am 08.05.2012
Nö, Radwege gibt's da eher nicht, wäre ja langweilig :-D
Heischu am 08.05.2012
Afrika stelle ich mir auch sehr schwierig vor-da gibt es doch bestimmt keine bequemen Radwege. Vielen Dank fürs Däumchen.
AlphaBeta am 08.05.2012
Dein Artikel erinnert mich an einen alten, leider ausgeträumten, Traum. Einmal mit dem Fahrrad durch Afrika...Däumchen für Dich!


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