Geisterritter als Entschädigung

Jacob Reckless und sein Bruder Will begaben sich auf die große Reise in das magische Märchenreich, das sich hinter jenem Spiegel verborgen hatte, den sie durchschritten. Damit schritten sie zugleich, bei Cornelia Funke fast schon wie gewohnt, auch gleich an die Spitze der Bestsellerlisten, nicht jedoch ohne von verschiedenen Seiten negative Kritik über sich ergehen zu lassen. Denn ganz unterschiedlich waren die Reaktionen auf das düstere Werk. Während die einen jubelten gab es von den anderen vernichtende Kritik, insbesondere auch deshalb, weil Funke ihr heimisches und gewohntes Metier offenbar zu verslassen schien.

Doch wie der neue Roman "Geisterritter" sicherlich allen schnell zeigen wird, ist Funke noch immer Funke und hat ihre jungen Leser keinesfalls vergessen. Mögen die heranwachsende Leserschaft die "Geisterritter" als kleine Entschädigung dafür betrachten, dass sie kurzzeitig vernachlässigt wurden.

Spannend ist das neue Werk allemal und in gewohnt leichter Sprache verfasst. Natürlich geht es bei "Geisterritter" wie der Name schon erahnen lässt um tapfere Ritter und um grausige Geister und ganz bewährt um Bande der Freundschaft die sich kaum wo besser darstellen lassen als in einem Internat – das war schon bei Hanni und Nanni, bei Schreckenstein und nicht zuletzt bei Harry Potter so und hat sich bewährt. Die Geschichten spielen in Salisbury, einer Stadt in der englischen Grafschaft Wiltshire, wo sich eine große mittelalterliche Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert befindet. In diesem Gotteshaus wurde der uneheliche Sohn Königs Heinrich II., William Longspee, nach seinem Tod im Jahre 1226 bestattet. Als Helfer derer die in großer Not sind und ihn rufen erscheint der Geist des Halbbruders von Richard Löwenherz, was auch Jon Whitcroft sich erhofft. Er muss allerdings schon bald feststellen, dass es ganz anderer Geister auf ihn abgesehen haben. Als elfjähriger Junge wird Jon von Zuhause weg auf ein Internat geschickt, während seine Mutter mit ihrem neuen Freund zusammenlebt.

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Weitere Personen in Geisterritter sind eine kühne Mitschülerin von Jon namens Ella sowie deren Großmutter, die sich in dieser Form vermutlich kein Kind wirklich wünscht. Sie bietet für Touristen Geistertouren an und Flucht leidenschaftlich gerne mit wilden Pflanzennamen wie Nesseldreck und ähnliches mehr. Und dann sind da natürlich noch die Geister wovon es sowohl gute als auch böse gibt. Erzählt werden die Geschichten in der Ich-Form aus der Sicht des jungen Whitcroft, eine Besonderheit, die man von Cornelia Funke bisher eigentlich nicht kannte.

Eine Besonderheit ist auch die Illustrationsform von Geisterritter, die ein wenig an alte Märchenbücher erinnert. Dass dies absolut gewollt war, betont Cornelia Funke selbst, denn sie wollte ein Buch dergestalt, wie sie es selbst aus ihrer Kindheit kennt: Kunstvolle Zeichnungen, von denen einige wenige coloriert waren, wobei der Verlag sich dafür entschied, sämtliche Abbildungen in Farbe anzulegen.

Bleibt abzuwarten, wie die Leserschaft in den nächsten Wochen und Monaten auf Geisterritter reagieren wird, doch dürfte ein sehr guter Platz in der Bestsellerliste bereits wieder für Cornelia Funke reserviert sein und der "Funke von Funke" auf die Leser überspringen. 

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Efes, am 28.07.2011
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Bildquelle:
Karin Scherbart (Asterix bei den Pikten – Rezension)

Autor seit 3 Jahren
315 Seiten
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