ein paar einführende Worte

Ein monotomer Rasen, ein paar pflegeleichte Koniferen und einige Blumen aus dem Gartencenter, das entspricht dem Zustand vieler deutscher Hausgärten. Von Natur und Selbstversorgung keine Spur. Für die Anlage eines Gemüsebeetes reicht bereits eine kleine Fläche, notfalls sogar ein Blumenkübel oder ein Balkonkasten. Frisches Gemüse bedeutet Frische und Aroma, außerdem Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Außerdem bietet ein eigener kleiner Garten eine Alternative zum manchmal monotomen Berufsalltag.

Schrebergarten

Lage - Untergrund

Der Lage eines Gemüsegartens sind fast keine Grenzen gesetzt. So bietet sich eine kleine Fläche im Vorgarten, neben der Terasse oder im Hinterhof an. Auch - wie bereits in der Einleitung erwähnt - ein Blumenkübel oder ein Balkonkasten eignet sich unter Umständen zur Zucht bestimmter Pflanzen. Steht eine größere Fläche zur Verfügung, kann in einem Mehrfamilienhaus auch ein Gemeinschaftsbeet angelegt werden. Wichtig ist ein überwiegend sonniger und windgeschützter Platz, optimal  die West- und Südseite eines Hauses. Hier ist der Ertrag und die Qualität am höchsten.

Der Untergrund sollte eine lockere und krümelige Struktur aufweisen. Fehlt diese, kann man den Boden mit organischen Substanzen wie Kompost oder Stallmist aufbessern. Wichtig ist es, die Materialien nur in die oberste Bodenschicht (10-15 cm) einzuarbeiten. Nur so können die Pflanzen diese optimal nutzen.

Pflanzzeit - Wasserversorgung - Düngung

Die bevorzugte Pflanzzeit ist das Frühjahr. Hierbei werden zwei Möglichkeiten unterschieden. Einmal lassen sich Pflanzen aus Samen großziehen, die Alternative sind - besonders für den Anfänger geeignet - Setzlinge. Diese sollten von hoher Qualität sein, kräftig und gut entwickelt. Am besten erwerben lassen sich Stecklinge auf Wochenmärkten, Gartencentern oder auf Tauschbörsen. Viele Pflanzen, insbesondere Wurzelgemüse, können auch ausgesät werden. Radieschen, Möhren und Rote Beete eignen sich hierfür besonders gut. Wichtig ist es hierbei genügend Platz zwischen den Pflanzen zu lassen, das heißt, den Samen nicht zu dicht auszubringen.

Neben genügend Tageslicht ist eine gute Wasserversorgung notwendig, insbesondere wenn das Frühjahr zu trocken sein sollte. Optimaler Zeitpunkt zum Gießen sind die frühen Vormittagsstunden. Die Pflanzen benötigen das Wasser in der Mittagszeit und in den Nachmittagsstunden, damit sie nicht geschädigt werden. Das Wasser sollte auf den Boden und nicht auf die Blätter gegeben werden, Staunässe ist zu vermeiden, da es ansonsten zu Fäulnis und Pilzerkrankungen kommen kann.

Gemüsepflanzen benötigen Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalk und Mineralstoffe. Diese sind in der Regel im Boden genügend vorhanden, sodass kein zusätzlicher Dünger gekauft werden muß. Im Gegenteil, viele Gärten und Böden sind durch falsche Bewirtschaftung und durch Umwelteinflüsse völlig überdüngt. Nur wo wirklich Defizite vorherrschen, muß nachgeholfen werden.

Wildkräuter - Schädlinge

Wildkräuter sollten toleriert werden. Sie spielen im Ökosystem Garten eine wichtige Rolle, in dem diese zum Beispiel für einige Vogelarten und Insekten eine Nahrungsgrundlage darstellen. Nur dort, wo eigenhändig gezüchtetes Gemüse zurückgedrängt wird, sollten durch natürliche Methoden wie Hacken und Jäten Wildkräuter beseitigt werden. Hilfreich kann auch eine Mulchschicht aus Stroh, Laub oder Rasenschnitt sein. Diese dient zwischen den Pflanzen als schützende Bodenabdeckung. 

Wird ein Gemüsebeet  natürlich, das heißt ohne Chemie angelegt, sind Schädlinge eher selten. Wichtig ist  eine gesunde Mischkultur. Hierbei werden verschiedene Pflanzen so kombiniert, dass sich diese durch bestimmte bioaktive Stoffe gegenseitig schützen. Zum Schutz vor Blattläusen, Raupen, Ameisen und Florfliegen bieten sich umweltschonende Methoden wie Leimringe an. Netze, mit denen sich die Beete abdecken lassen, hindern Schädlinge an der Eiablage. Schnecken, die besonders in feuchten Sommern zur Plage werden können, lassen sich mit Hilfe eines Schneckenzaunes abhalten.

Ashlie, am 01.05.2012

Kommentare


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Alice_Alphabet am 01.05.2012

Leider wohne ich in der Stadt und habe nicht einmal ein allerkleinstes Gemüsebeet. Dein Artikel weckt Sehnsüchte.



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