Definition "Tränenflüssigkeit"

Die Tränenflüssigkeit dient der Befeuchtung und Ernährung der Hornhaut sowie der Reinigung des Bindehautsacks. Hierbei werden drei Schichten unterschieden - die Fettschicht - die wässerige Schicht und die Schleimschicht. Die Fettschicht wird in den sogenannten Meibom-Drüsen produziert, diese verhindern das rasche Verdunsten der Tränenflüssigkeit. Sie bilden die äußere Schicht. Die Tränendrüsen im Auge produzieren den wässerigen Anteil, die sog. Mittelschicht. Diese enthält zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe, Salze und Eiweißstoffe zur Ernährung der Hornhaut und dient der Viren- und Bakterienabwehr. Die Schleimschicht bildet die Basis der Tränenflüssigkeit. Sie sorgt für das Anhaften der Tränenflüssigkeit an der Hornhautoberfläche. Damit die Tränenflüssigkeit ihre optimale Funktion ausüben kann, müssen alle oben erwähnten Bestandteile in der richtigen Zusammensetzung und Menge vorhanden sein. Ist das nicht der Fall, kann es zu einer Benetzungsstörung - dem sogenannten Sicca-Syndrom kommen. 

Ursachen und Symptome

Die Ursachen und Symptome können vielfältig sein und gehören zunächst einmal in die Hände eines erfahrenden Augenarztes. Nur dieser kann eine sichere Diagnose erstellen und gegebenfalls weitere Schritte einleiten.

Ursachen 

  • Oberflächenschädigung der Hornhaut durch Verletzungen
  • trockene Räume durch Klimaanlagen und Bildschirmarbeit
  • äußere Umwelteinwirkungen durch Feinstaub, Pollen und Nikotin
  • Verengungen der Tränenkanäle, Ausfall der Tränendrüsen
  • chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Autoimmunreaktionen, Hormonstörungen und Lupus
  • Einnahme bestimmter Medikamente wie die Anti-Babypille, Antidepressiva und Beta-Blocker
  • altersbedingte Abnahme der Tränenflüssigkeit (natürlicher Vorgang)

 Symptome

  • Augenrötung, Brennen und Jucken
  • geschwollene Augenlider
  • massive Sehstörungen Notfall!
  • ungewöhnlich starker Tränenfluss
  • verklebte Augenlider (können beim Öffnen Schmerzen verursachen)

 Da es sich hierbei um einen Symptomenkomplex handelt, muss wie bereits oben erwähnt, eine gesicherte Diagnose vorliegen. Nicht in allen Fällen handelt es sich um ein Sicca-Syndrom!

naturheilkundliche Therapien - Phytotherapie - Homöopathie - Bio-Chemie - Ayurveda

Handelt es sich um ein Sicca-Syndrom mit stark tränenden Augen, kann ein Tee aus Schafgarbe helfen. Das Kraut mit kochendem Wasser aufsprudeln und über den Tag verteilt trinken. Nach einigen Tagen sollte sich der Tränenfluß bessern.

Kamillenumschläge, ein weiteres Mittel aus dem Bereich der Phytotherapie, können ebenfalls Wunder bewirken. Dazu werden Kamillenblüten überbrüht und als Umschlag auf die geschlossenen Augen gelegt. Nicht anwenden bei Vorhandensein einer Korbblütlerallergie!

Ist die Bindehaut entzündet, helfen Euphrasia-Augentropfen aus der Apotheke, alternativ kann auch Augentrost-Tee getrunken werden (im Reformhaus erhältlich).

Euphrasia kann ebenfalls als homöopathisches Mittel eingenommen werden. Hier hilft es in erster Linie bei geröteten und brennenden Augen. 

Nach Verletzungen, Augenoperationen und Überanstrengungen kann Ruta, ein weiteres Homöopathikum weiterhelfen. Kommt es zu einem Defizit an Tränenflüssigkeit, ausgelöst durch Verengungen in den Tränenkanälen, sollte man es mit Alumina versuchen.

Bei massiven Rötungen, zum Beispiel nach starker Sonneneinstrahlung und Zugluft sind Pulsatilla und Belladonna das Mittel der Wahl.

Für eine homöopathische Selbstbehandlung hilft die D 6-Potenz am besten, die Globuli sollte man  mehrmals täglich unter der Zunge zergehen lassen.

Schüßler-Mineralien lassen sich ebenfalls beim Sicca-Syndrom einsetzen.

Ferrum phosphoricum D 12 lindert Entzündungen auf der Bindehaut und unter dem Augenlid, Calcium sulfuricum D 6 hilft beim Aufbau geschädigter Schleimhäute, Silicia D 12 kann bei starker Lichtempfindlichkeit eingenommen werden.

Wichtig ist es, die Tabletten mehrmals täglich einzunehmen! 

Aus dem Bereich der Indischen Medizin "Ayurveda" stammt Ghee, eine fettige Substanz, die aus Butter gewonnen wird. Dazu wird Ghee in eine Augenbadewanne gefüllt und anschließend auf ca. 30 Grad erwärmt. Anschließend wird die flüssige Substanz vorsichtig auf das geöffnete Auge gegeben. Der Versuch kann in Eigentherapie durchgeführt werden, besser ist es allerdings, einen auf Augenerkrankungen spezialisierten Heilpraktiker aufzusuchen. Ghee läßt sich übrigens über den Naturkosthandel beziehen.

Fazit

Unter dem Sicca-Syndrom versteht der Mediziner eine Benetzungsstörung des Auges. Es kommt zu einer fehlerhaften Zusammensetzung oder einem Defizit der Tränenflüssigkeit. Die Ursachen und die daraus resultierenden Symptome können vielfältig sein und reichen von einer harmlosen Rötung bis zu massiven Sehstörungen, die unter Umständen notfallmäßig behandelt werden müssen. Das "trockene Auge" gehört zunächst einmal in die Hände eines erfahrenen Augenarztes. Dieser muß eine sichere Diagnose erstellen und eventuell weitere Schritte einleiten. Das Sicca-Syndrom kann mit Hilfe naturheilkundlicher Therapien unterstützend behandelt werden. Dazu gehören unter anderem einige Heilpflanzen und homöopathische Arzneimittel. Interessant ist der Einsatz von Ghee, einer "butterähnlichen" Substanz aus dem Reich der Indischen Medizin.

Mein Artikel ersetzt nicht den Rat eines Arztes, Heilpraktikers und Apothekers! 

Ashlie, am 15.09.2012
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