Die Anreise

Von Deutschland aus erfolgt die Anreise zum Beispiel über Bregenz bzw. den Pfändertunnel, fährt dann weiter über Chur und den San Bernadino Pass und erreicht schließlich nach Bellinzona den ersten Ort des Verzasca Tals: Tenero-Contra.

Via Mala

Blick in die Via-Mala SchluchtWer Zeit hat, für den lohnt sich ein Besuch der Via Mala. Hier trifft der Hinterrhein auf eine Engstelle und schneidet sich einige hundert Meter tief ins harte Gebirgsgestein. Teilweise sind die Felsen so dicht beisammen, dass der Fluss nicht mehr zu sehen ist. Viamala heißt auf rätoromanisch "schlechter Weg" und bezeichnet eigentlich einen früher berüchtigten Wegabschnitt entlang des Hinterrheins zwischen Thusis und Zillis im Schweizer Kanton Graubünden. Die tief eingegrabene Schlucht bildete das schwierigste Hindernis im Verlauf der Unteren Strasse von Chur zu den Alpenpässen Splügen und dem SanViamala Bernardino. Wie Forschungen ergeben haben, führte wohl bereits zur Römerzeit ein Weg durch die Viamala. Felszeichnungen aus der Bronzezeit weisen ausserdem darauf hin, dass schon etwa um 1500 v.Chr. ein Saumpfad über die Alpen durch diese Gegend führte.

Wer die Schlucht besichtigen möchte, kann über etliche Stufen bis zum Talgrund absteigen und einige Meter teils durch in den Fels gebohrte Tunnels am Fluss entlang laufen.

 

Rofflanschlucht

BHinterrheinei unserer Anreise machten wir außerdem noch Rast an der Rofflaschlucht, die auf einer Höhe von 1144 Metern zwischen Andeer-Bärenburg und Sufers im Kanton Graubünden in der Schweiz liegt. Diese Schlucht des Hinterrheins mündet direkt in einen Stausee, der bereits von der Straße aus gut sichtbar ist und durch seine smaragdgrüne Farbe zum Halten einlädt. Direkt vom Ufer des See aus führt ein kleiner Steig auf der rechten Seite in die Rofflaschlucht. Dies ist zwar nicht der offizielle Weg in die Schlucht, aber auch von dort bieten hat man bereits schöne Einblicke in die Tiefe. Von den Felsformationen auf dem Bild unten kann man sogar Wanderer beobachten, die die Schlucht auf dem "Normalweg" besichtigen.

Rofflanschlucht

Der Eingang zur Rofflaschlucht befindet sich in dem historischen Gasthaus, das direkt an der Straße liegt. Das kleine Museum dokumentiert die spannende Entstehungsgeschichte des Schluchtenweges: So wurde Christian Pitschen Melchior auf einer Amerikareise beim Besuch der Niagarafälle inspiriert, in seiner Heimat ebenfalls einen Wasserfall touristisch zu erschliessen. In den Jahren von 1907 - 1914 meisselten und sprengten er und seine Familie in mühseliger Handarbeit die bis heute praktisch unverändert erhaltene Galerie in den harten Fels. Diese führt zu einem beeindruckenden Wasserfall und leitet anschliessend sogar unter dem Rhein hindurch. Rund 8000 Sprengladungen wurden gezündet, und es brauchte aber vor allem viel Kraft und Ausdauer, um die Sprenglöcher in den harten Stein zu schlagen. Der Eintritt in die Schlucht ist mit 3 CHF für Erwachsene bzw. 2 CHF für Kinder bezahlbar. Für Hausgäste ist der Eintritt frei.


Die Verzasca ist ein Wildfluss und gab dem Tal seinen Namen. Der Name geht auf die gründe Färbung des Wassers zurück, wobei "verde acqua" grünes Wasser heißt. Die Verzasca entspringt am 2864 m hohen Pizzo Barone und fliesst zunächst durch das halbkreisförmige Vegorness Tal. Die erste Siedlung am Flusslauf ist Sonogno, das 918 m hoch liegt. Der Fluss fließt anschließend weiter Richtung Süden durch ein Tal mit mediterraner Vegetation, Weinbergen, aber auch schroffen, steilen Bergflanken. Bei Brione mündet die Osura in die Verzasca. Dieser erste Teil stellt den schönsten Teils des Verzasca Tal dar und lädt zu sagenhaft schönen Wanderungen ein.

Ein weiterer Höhepunkt ist die etwas weiter unten im Tal liegende doppelbogige Steinbrücke bei Lavertazzo. Sie heißt Ponte dei Salti und wird im Deutschen auch Römerbrücke genannt. Der Doppelbogen ist ein erstklassiges Fotomotiv, das sich daher auf unzähligen Postkarten und in Fotoalben wiederfindet.

Rund um die Brücke wird im Sommer viel gebadet, denn die Auswaschungen im Fels ergeben natürliche Becken und Badewannen in denen geplanscht werden kann. Auch die "Maserung" der Felsen ist sehenswert.

Für die ganz Mutigen bietet das bis zu 12 Meter tiefe Wasserbecken direkt unter der Brücke ein Vergnügen der Extraklasse: Wer sich traut, kann von der 13 Meter hohen Brücke direkt in das klare grünlich schimmernde Wasserbecken springen. Für die nicht ganz so Mutigen gibt es weitere Sprungmöglichkeiten, die von etwa 8 Meter bis zu 1 Meter reichen. In der Zwischenzeit stand ich schon 3 mal oben auf der Brücke und hab den Sprung noch nie gewagt. Den 8 Meter Sprung hingegeben schon ein paar Mal... Ist auch nicht ganz ohne :-)

Die Verzasca ist auch unter Paddlern und – bei niedrigem Wasserstand – bei Tauchern beliebt. Es gibt zwei sehr bekannte Tauchpätze, wo sehr anspruchsvolles Strömungstauchen ausgeübt werden kann. Der eine Tauchplatz ist das Becken unterhalb der Ponte dei Salti bei Lavertezzo und der andere ist das sogenannte Amslerbecken etwas oberhalb von Corippo. Neben diesen zwei Tauchplätzen gibt es noch einige weniger bekannte Möglichkeiten um in der Verzasca zu tauchen.

Die letzten Kilometer des Tals sind durch den Lago di Vogorno geprägt, einen Stausee mit einer 220 Meter hohen Staumauer, die das Tal gegenüber der Magadinoebene abriegelt und durch den Bungeesprung von James Bond im Film GoldenEye bekannt wurde. Im Stausee liegt ein versunkenes Dorf, welches man bei niedrigem Wasserstand sehen und von Mergoscia über einen Trampelpfad erreichen kann.

Bei Tenero-Contra mündet die Versasca in den Lago Maggiore. Durch die Lage am Übergang von der Magadino-Ebene in den Lago Maggiore hat sich hier entlang des Sees ein Camping-Zentrum mit sieben Campingplätzen entwickelt. Persönlich würde ich aber das Zelten im Versasca- oder Maggia-Tal vorziehen, da es dort viel ruhiger, romantischer und abwechlungsreicher ist.

Sonogno - Das erste Örtchen, durch das die Verzasca fließt

Wanderung auf den Monte Zucchero

Von Sonogno aus kann man den Monte Zucchero, eine 2735 m hohe Felspyramide am Ende des Verzasca Tals, sehen und besteigen. Wer genügend Kondition und Ausdauer hat, kann den Monte Zucchero in einer anstrengenden Tour sogar überschreiten.

Startet man von Sonogno (919 m) aus, muss man im Aufstieg 1800 Höhenmeter und im Abstieg nach Brione etwa 2000 Höhenmeter bewältigen. Belohnt wird man auf dem Gipfel von einer sagenhaften Aussicht.

Wer die Tour etwas geruhsamer angehen möchte, kann den Aufstieg von Brione (765 m) aus beginnen. Hier muss zunächst das etwas 12 km lange Osura Tal durchwandert werden, bis man auf die erste Selbstversorgerhütte - die Capanna Osola auf 1418 m stößt. Der Weg ist gut rot-weiß markiert und führt über Stock und Stein sehr schön entlang der Osola bis zur Hütte. Wer mehr Zeit hat, kann gleich weiter bis zum Rifugio Sambuco auf etwa 2100 m aufsteigen. Auch dies ist eine Selbstversorgerhütte, die sehr schön inmitten der Bergwelt liegt. Vom Rifugio folgt man dann den weiteren Markierungen und steigt dann von der Bocchetta di Mügaia auf 2518 m über den Südgrat auf den Gipfel des Monte Zucchero. Hier kann man sich dann wieder entscheiden, auf welcher Seite der Abstieg erfolgen soll.

Auf dem Parkplatz bei ...

Tourdetails

Wir starteten um 9.00 Uhr von Sonogno aus und erreichten den Gipfel nach 5 Stunden. Nach einer ausgiebigen Gipfelrast und dem anschließenden Abstieg auf der Südwestseite erreichten wir das Rifugio Sambuco gegen 18.00 Uhr, die Osola Hütte dann etwa gegen 19.00 Uhr. Da es Ende September bereits um 20.00 Uhr dunkel wird, legten wir die 12 km von der Osola Hütte bis Brione in der Dunkelheit zurück. Der Weg zieht sich ziemlich lang hin und das letzte Stück sind wir sogar gejoggt, um den letzten Bus, der um 20.40 Uhr von Brione nach Sonogno führt, zu erwischen.

Der Gipfel entlohnt mit ...

Mergoscia

Mergoscia ist eine kleine Gemeinde im Verzascatal. Es liegt auf der westlichen Talflanke über dem Stausee Lago di Vogorno. Von dort hat man einen wunderschönen Blick auf sowohl auf den Stausee wie auch auf den oberen Teil des Lago Maggiore.

Der Blick von Mergoscia auf den Stausee Lago di Vogorno und ...

Hans, am 20.09.2010

Kommentare


Hans am 10.01.2011
Hallo Heinrich, Das Tal und auch die ganze Gegend drum herum kann ich nur empfehlen. Super schöne Landschaft und Ausflugsziele. Wer das mag ist dort bestens aufgehoben. VG Hans
HeinrichBork am 09.01.2011
Top - Bericht Hans , sehr schöne Gegend , sehr schöne Aufnahmen, musste Dir einen HHD geben :-) VG Heinrich
Hans am 23.11.2010
Hallo Mecki, Danke für das Lob! Einen Ausflug ist die Gegend auf jeden Fall wert :-) Viele Grüße, Hans
Hans am 18.10.2010
Hallo Hansi, Ja, die paar Tage waren viel zu kurz. Aber wir kommen wieder :-) LG Hans
hansi am 23.09.2010
Super Bilder, ich hab gar nicht gewußt, daß unser Urlaub in einer so schönen Gegend war. Ich denke wir sollten da nochmal hin, da gibt es sicher noch mehr zu erleben.
UrsulaOrtmann am 21.09.2010
Hallo Hans danke für deinen Rat, würde ihn gerne befolgen, geht aber im Moment nicht. Auf einen 2735 m hohen Berg würde ich nie und nimmer steigen, obwohl mich die Aussicht da oben schon interessieren würde. Mich faszinieren einfach solche wunderschönen Naturaufnahmen und je nachdem bekomme ich dann einfach auch Reiselust. Aber vielleicht komme ich ja zu einem späteren Zeitpunkt dahin, wäre schon toll. Viele l. Grüsse Ursula
Hans am 21.09.2010
Hallo Ursula, Dann nimm Dir doch einfach mal ein paar Tage frei :-) Die Gegend ist zum Abschalten und zum Entspannen einfach klasse. Außer man rennt auf nen 2735 m hohen Berg ;-) Viele Grüße, Hans
UrsulaOrtmann am 21.09.2010
Hallo Hans, einladend und inspirierend. Wenn ich könnte, würde ich sofort dorthin wollen. Danke. Viele l. Grüsse Ursula



Bildquelle:
Martin Seibel (Guangxi - Chinas verzauberte Provinz)

Autor seit 5 Jahren
52 Seiten
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