Die Zeit vor Weihnachten ist die Adventszeit - Warum haben wir überhaupt einen Adventskranz?

Adv"Advenire" stammt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt in etwa "ankommen". Die Adventszeit bedeutet also im christlichen Glauben so viel wie die herannahende Zeit der Ankunft des Erlösers zu Weihnachten.

An allen vier Sonntagen vor dem 24. Dezember wird pro Sonntag eine Kerze (mehr) angezündet, so dass am letzten Sonntag vor Weihnachten alle vier Kerzen brennen.

Der Adventskranz - Schön geschmückt auf jedem Tisch - Warmes Licht und Behaglichkeit

Gerade Kinder können die Zeit bis zum Weihnachtsfest meist kaum erwarten.

Die Geschenke liegen unter dem Weihnachtsbaum, der Duft von Plätzchen liegt in der Luft, es riecht nach frischer Tanne und alles ist weihnachtlich geschmückt. Daran hat sich in all den Jahren nichts geändert.

In beinahe jedem Haushalt liegt in der Vorweihnachtszeit auch ein Adventskranz auf dem Tisch, der vielleicht sogar mit den Kindern selbst gebastelt und liebevoll geschmückt wurde. Manchmal ist es auch nur der schnöde Kranz aus dem Supermarkt oder eben ein tolles ausgefallenes Designerstück. Beim Einkaufen draußen sind die Einkaufscenter mit riesigen Adventskränzen versehen und man findet die Kränze sogar in Bahnhofshallen.

Eines besitzt jedoch jeder Adventskranz, nämlich genau vier Kerzen.

Der Adventskranz stammt aus Hamburg - Ursprünglich ein Zählwerk für Kinder

Erst zum Ende der Jahrhundertwende wurde der Adventskranz erfunden, und zwar von dem Erzieher und Theologen Johann Heinrich Wichern (1808 - 1881). Er gründete das heute noch bekannte "Rauhe Haus", ein Bauernhaus, in welchem er armen und vernachlässigten Kindern ein liebevolles Zuhause schenkte.

Viele dieser Kinder konnten damals weder lesen, schreiben noch rechnen. Und dennoch, auch diese Kinder fragten erwartungsvoll in der Vorweihnachtszeit, wann denn nun endlich Weihnachten wäre.

Herr Wichern baute für diese Kinder einen Holzkranz mit ursprünglich 24 Kerzen, 4 großen und 19 kleinen. Jede Kerze symbolisierte dabei einen Wochentag, wobei die größeren Kerzen jeweils an einem Sonntag entzündet wurden.

Vier Kerzen schmücken den Adventskranz - ... nur die Sonntage haben sich erhalten

Der Brauch des Adventskranzes hat sich bis heute erhalten, allerdings reduzierten sich die Kerzen auf vier Stück, und zwar nur für die Sonntage. Sehr schnell hat die katholische Kirche nach der "Erfindung" durch Herrn Wichern den Brauch übernommen und bereits 1925 wurden in Köln die ersten Kerzen auf einem Adventskranz in der Kirche entzündet. 1930 folgte dann München. Die Österreicher brauchten etwas länger, nämlich bis zum Jahre 1945.

Mittlerweile finden sich Adventskränze überall auf der Welt, sogar in Japan, auch wenn die religiöse Bedeutung dort weit weniger Einfluss hat. Meistens werden sie nur zur Zierde aufgestellt und in der Ikebana-Technik gefertigt. Hier entstehen dann wahre Kunstwerke.

Der Aventskalender - Ein Zählwerk für Kinder, genau wie der Adventskranz

Die Zeit vor Weihnachten ist für große und kleine Kinder gleichermaßen spannend. Der Adventskalender ist im Grunde nichts weiter, als der von dem Erzieher Johann Heinrich Wichern erfundende Adventskranz mit seinen ehemals 24 Kerzen.

Der Adventskalender besitzt 24 zu öffnende Türchen, eines für jeden Tag bis zum Weihnachtsfest, hinter denen sich manche süße oder niedliche Überraschung versteckt. Dennoch ist ein Kalender, genau wie der ursprüngliche Adventskranz, ein Hilfsmittel zum Zählen der Tage, um den Kindern die Tage bis zum eigentlichen Weihnachtsfest zu zeigen, manchmal natürlich auch, um sie zu versüßen.

Der Lichterkranz - Schon die Germanen hatten einen Kranz

So alt wie die Germanen, so alt ist auch der Lichterkranz.

Immer am 21. Dezember, zur Zeit der Wintersonnenwende, wurde die Wiedergeburt des Lichts, das "Jul"-Fest gefeiert, ebenfalls mit vier Kerzen.

Allerdings wurden sie in umgekehrter Reihenfolge angezündet, also vier Stück zuerst und dann immer eine weniger, um das abnehmende Licht bis zur Lichterwende zu verdeutlichen.

Besonders in Skandinavien wird dieser Brauch auch heute noch zelebriert.

"Frohe Weihnachten" heißt auf schwedisch übrigens "God Jul".

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