Der Weg zurück ins Leben..
von crazytiger
Sucht, Krankheit, ein einschneidendes Erlebnis, das sind nur einige der Gründe die Menschen aus der Bahn werfen können. Doch ist es überhaupt möglich danach wieder ein "normales" Leben zu führen?
Warum Menschen aus dem Leben flüchten wollen
Der Druck der Gesellschaft beschleunigt den Absturz
Die Gesellschaft von heute stellt an jeden Menschen gewisse Ansprüche um ihn anzuerkennen. Je nach Gesellschaftsschicht sind diese Ansprüche höher oder niedriger. Was die Gesellschaft dabei jedoch außer acht lässt ist die Individualität des Einzelnen. Es gibt eine Vorlage in die alle Menschen gleich welcher Herkunft oder Geschlechts gepresst werden. Wer versucht auszubrechen muss mit Ausgrenzung rechnen.
Doch manchmal kann man sich nicht mehr anpassen. Dieses Gefühl ausbrechen zu wollen kann durch Krankheit, Frust oder aber auch durch einschneidende Erlebnisse wie den Verlust eines geliebten Menschen hervorgerufen werden.
Am Anfang wird oft noch versucht, die Situation zu verschleiern. Es wird gelogen und betrogen - nur um den Schein zu wahren.
Und je tiefer man fällt, desto einsamer wird man....
Hilfe annehmen lernen
Selbsterkenntnis und "Heilung"
Die Erkenntnis ein Problem zu haben, kommt bei jedem Menschen früher oder später. Doch das allein genügt nicht. Auch der feste und ehrliche Wille die Situation zu ändern muss vorhanden sein. Erst dann wird man sich Hilfe suchen und auch annehmen. Man wird sich mit seinen Problemen auseinander setzen und die Ursache, welche es zu bekämpfen gilt, erkennen.
Professionelle Hilfe findet man in jeder Stadt. Auch der Weg aus der Sucht ist absehbar. Doch die inneren Verletzungen brauchen am längsten um zu heilen und hinterlassen oft tiefe Narben.
Der Weg zurück ins Leben..
Eine Chance wieder neu anzufangen
Viele stehen nach der Therapie völlig mittellos da. Hier sollte man den Stolz außer Acht lassen und sich zumindest vorläufig eine Wohnung vom Sozialamt zuweisen lassen. Denn ein ordentlicher Wohnsitz macht nicht nur die Arbeitssuche leichter. Ein eigenes zuhause ist auch ein Rückzugsort, wenn alles zu viel wird, oder man einfach mal ganz allein sein möchte.
Man sollte sich jedoch zuvor Gedanken über den zünftigen Wohnort machen. Zu nahe an "alten" Freunden, birgt ein hohes Rückfallrisiko. Wenn zudem die gesamte Umgebung sehr negativ eingestellt ist, ist ein radikaler Ortswechsel ratsam. So wird dann auch der Neuanfang erleichtert, da im neuen Wohngebiet keiner etwas über das Geschehene weiß.
Die Arbeitssuche gestaltet sich mit einem gewissen Vorleben oft schwierig. Wichtig ist es nicht aufzugeben! Irgendwo ist immer jemand der bereit ist, Menschen eine 2.Chance zu geben!
Für viele ist das "normale" Leben erst wieder gewöhnungsbedürftig. Hier hilft es, sich öfter mal in eine Bar oder eine Disco o.ä. zu begeben und neue Menschen kennen zu lernen. Natürlich ist das alles nicht so einfach wie es sich hier liest. Zu alldem kommt immer wieder die Bewältigung von Problemen, sich jeden Tag aufs Neue zu sagen das man es schafft und jeden Tag zu versuchen einen Grund zum weiter machen zu finden.
Hilfreich ist auch eine Art Plan, in den man alle Ziele die man erreichen möchte, einträgt. Die großen wie die kleinen. Angefangen von "neue Freundschaften schließen" bis z.B. zum leitenden Angestellten oder zum selbstständigen Unternehmer. Denn jedes kleine Ziel welches erreicht wurde, ermuntert und bestätigt auf dem richtigen Weg zu sein.
Ehrlichkeit ist wichtig, jedoch sollte man nicht immer gleich alles offen legen. Denn leider haben sehr viele Menschen Vorurteile und durch das Geständnis eines gewissen Vorlebens werden manche Menschen gar nicht mehr bereit sein, unvoreingenommen jemanden neu kennen zu lernen. Und jeder Rückschlag tut sehr weh. Aber er macht auch stärker.

Babys im Müll - Warum?am 10.05.2012
Die " Mitleidslüge", gibt es sie wirklich?am 04.05.2012




Kommentare
Ja doch,der Artikel ist nicht schlecht.Ich selbst habe fast 40 Jahre an der Flasche gehangen,Therapie war zwecklos,was mich letztendlich gerettet hat,die Einsicht das es so nicht weiter geht und ein Wille der Berge versetzen kann.Nun schreibe ich hier selbst meine Geschichte um alles aufarbeiten zu können.Im übrigen,ich bin seit über 3 Jahren trocken.Sollte Dich so eine Geschichte intressieren sie steht bei Winni hier bei pagewizz.
L G Winni
Hallo Manuela,
wahre Worte die Du da schreibst. Ich musste beim Lesen an einen Freund denken, welchen ich vor sehr vielen Jahren kekannt habe. Er hat sehr viele Versuche unternommen, um aus der "Sucht" rauszukommen. Lieder hat das Leben und verschiedene Bahnen gegeben, so dass ich oft daran denke, ob er es geschafft hat. Du hast vollkommen Recht, es gibt immer einen Menschen, der sich um einen sorgt, manchmal weiss man nicht einmal das es ihn gibt. Schade, das es nicht viele Menschen auf der Welt gibt, die das Urteilen lassen und vielmehr Hilfestellung und eine Schulter zum Ausweinen bieten, die so nötig ist in solch schwehren Zeiten.
Ich wünsche dem Unbekanntem alle Kraft der Welt, dass er es schafft, wenn er solche Freunde hat, die Ihm zu Seite stehen, stehen die Chancen recht gut ...
Alles gute ...
Sehr eindrückliche Worte! Danke für diesen Artikel
Hallo Manuela!
Ein überzeugend geschriebener Artikel! Wer selbst einmal in Lebenslagen war, die keinen Ausweg mehr zu bieten scheinen, der kann nachempfinden, wie schwer der Rückweg sein kann und meistens auch ist. Leider ist es eben nicht so, wie Nichtbetroffene manchmal meinen, dass mit dem Entschluss, einen neuen Weg einzuschlagen, alles wie von selbst läuft. Jeder Tag bringt neue Kämpfe. Aber mit jedem Tag, den man ohne Niederlage überstanden hat, wächst die Kraft, zu widerstehen.
Du schreibst so realistisch, dass ich daraus schließe, dass es sich nicht um eine akademische Übung handelt, sondern um das reale Leben. Auf jeden Fall wünsche ich dem betreffenden Menschen Kraft, die täglich zunimmt!
Liebe Grüße
Wolf-Gero