Desinfektionsmittel - ein Trend weitet sich aus...

Bis vor einigen Jahren waren Desinfektionsmittel etwas, das man nur aus Krankenhäusern, Arztpraxen oder lebensmittelverarbeitenden Betrieben kannte. Man kannte die Desinfektionsmittel von Ärzten, die sich vor chirurgischen Eingriffen die Hände desinfizierten oder von der eigenen Schutzimpfung, bei der die Haut vor der Spritze mit Desinfektionsmittel eingesprüht wurde.

Wenn man heute durch einen Drogeriemarkt geht, kommt man sich manchmal vor wie in einem Medizin-Fachgeschäft. Egal ob bei den Seifen, den Waschmitteln oder den Allzweckreinigern - überall locken Aufschriften wie: "Reinigt und desinfiziert" oder "wirkt desinfizierend".

In Zeiten von Schweine- und Vogelgrippe gibt es einen einfachen Grund, warum diese Produkte so viel Erfolg haben: die Angst.

Durch das hohe Ansteckungsrisiko versprechen sich die Anwender von Desinfektionsmitteln einen guten Schutz vor den krankmachenden Keimen und verwenden nicht nur desinfizierende Seife, sondern z.B. auch Hände-Desinfektionsmittel im praktischen Taschen-Format.

Das Problem bei der Verwendung von Desinfektionsmitteln im häuslichen Bereich liegt in der Gefahr der Resistenzbildung. Durch die unsachgemäße Anwendung von Desinfektionsmitteln ist es möglich, dass Bakterien gegen das Desinfektionsmittel resistent werden. Diese Resistenzbildung kann gefährlich werden, denn häufig weisen Bakterien, die gegen Desinfektionsmittel resistent sind auch eine Resistenz gegen Antibiotikum auf.

Desinfektionswaschmittel
ARIEL Desinfektionsmittelwaschmittel

ARIEL Desinfektionsmittelwaschmittel

Desinfektionsmittel richtig verwenden

Die Verwendung von Desinfektionsmitteln macht auch im häuslichen Umfeld manchmal durchaus Sinn.

Ein gutes Beispiel für die sinnvolle Verwendung von Desinfektionsmitteln ist z.B. die Erkrankung eines Familienmitglieds mit einer leicht übertragbaren Infektionskrankheit, wie z.B. mit dem Noro-Virus. Um die anderen Familienmitglieder nicht anzustecken, ist die Verwendung von Desinfektionsmittel durchaus sinnvoll. Im Falle des Noro-Virus wird die Durchführung einer Händedesinfektion und einer Flächendesinfektion sogar häufig vom Arzt empfohlen. Aber natürlich gilt auch hier: das Desinfektionsmittel muss nach den Herstellerangaben angewendet werden, um das Auftreten von Resistenzen zu verhindern.

Auch in Krankenhäusern werden häufig Desinfektionsmittel für die Besucher angeboten. Das hat 2 Gründe - zum einen sollen keine Keime von außerhalb durch die Hände des Besuchers auf den Kranken übertragen werden, zum anderen sollen keine Keime aus dem Krankenhaus vom Besucher mit nach Hause gebracht werden. Auf diesen mobilen Hygiene-Einheiten ist in der Regel die Anwendung des enthaltenen Desinfektionsmittels in Piktogrammen erklärt.

Eine weitere Möglichkeit, warum Desinfektionsmittel im häuslichen Bereich verwendet werden, ist die desinfizierende Wäsche von Berufsbekleidung, die im medizinischen Bereich getragen wird. Viele Angestellte, z.B. in Arztpraxen, nehmen ihre Berufsbekleidung mit nach Hause und waschen sie selbst. Hier macht die Verwendung von Desinfektions-Waschmittel Sinn, um die aus der Praxis "mitgenommenen" Keime auf der Kleidung abzutöten bzw. zu inaktivieren.

Selbstverständlich sollten auch im Rahmen der häuslichen Krankenpflege (z.B. bei Verbandswechseln oder bei Katheterwechseln) Desinfektionsmittel verwendet werden. Diese bringt allerdings in der Regel der Pflegedienst oder der Arzt mit.

Desinfektionsmittel für die Hände

Sterillium - der Klassiker unter den Hände-Desinfektionsmitteln

Wissenswertes über Desinfektionsmittel bei Wikipedia

Desinfektion macht einen wesentlichen Teil der antiseptischen Arbeitsweise aus. Laut dem Deutschen Arzneibuch bedeutet Desinfektion: "Totes oder lebendes Material in einen Zustand versetzen, dass es nicht mehr infizieren kann". Zur Desinfe...

Vorsicht beim Kauf und der Verwendung von Desinfektionsmitteln

Desinfektionsmittel bergen neben der möglichen Ausbildung von Resistenzen noch andere Gefahren. Werden sie nicht richtig entsorgt und unsachgemäß verwendet, können sie in Kläranlagen großen Schaden anrichten. So können Desinfektionsmittel zum Beispiel schädigend auf die für die Kläranlagen so wichtigen Bakterien wirken, wodurch die Wasseraufbereitung in der Kläranlage nicht mehr richtig funktioniert. Außerdem können verschiedene Bestandteile von Desinfektionsmitteln auch das ökologische Gleichgewicht von Gewässern stören.

Bitte beachten Sie deswegen immer die Hinweise auf der Verpackung des Desinfektionsmittels. Verwenden Sie Desinfektionsmittel nur dann, wenn es auch wirklich angebracht ist und entsorgen Sie das Desinfektionsmittel vorschriftsgemäß.

 

Wie stehen Sie zur Verwendung von Desinfektionsmitteln im privaten Umfeld?
sundog, am 11.05.2012

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