Ist das so? Oder versinken wir in einem Rausch, der in der Sucht endet?
Nach dem Wählen einer Spielfigur beginnt man, deren Charakter zu bilden. Schon da wird klar, wo die späteren Stärken und Schwächen der Figur liegen werden. Klar wird auch der Bezug zur "Realität" des Spielers. was wählt er, was fehlt ihm im realen Leben? Für jeden Therapeuten sicherlich eine spannende Frage. Was würden Sie wählen?
Ich habe mir bei meiner ersten Begegnung mit Diablo eine Bogenschützin gewählt und habe sie durch viele Dungeons begleitet und eine echte Loyalität zur Spielfigur aufgebaut. Ich kann mich heute, nach 12 Jahren noch genau erinnern, wo ich diese Spielfigur in den unterirdischen Hallen verloren habe.
Wie viel stärker muss die Loyalität eines jungen Menschen sein, der viele Tage am Charakter seiner Figur "arbeitet". Was heißt da Tage? Wochen und Monate vergehen zuweilen.
Über das Für und Wider der Computerspiele wurde schon viel berichtet, über Sucht und Realitätsverlust.
Wenig wird über die emotionale Bindung der Spieler zu den Figuren erzählt. Da muss man wohl selbst in die Hölle steigen, um das heraus zu finden.
Wenn sie ihre Kids verstehen wollen, dann ist das fast wie eine therapeutische Sitzung.
Wenn sie selber spielen, dann wissen sie ja sowieso, worüber ich schreibe.
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