Wann wird Pfingsten gefeiert und was bedeutet es?

Pfingsten ist im Prinzip das Geburtstagsfest der christlichen Kirche. Genau 49 Tage nach Ostern - nach der Auferstehung Christi - ist das eingetreten, was er seinen Jüngern prophezeite: Die Ankunft des Heiligen Geistes, die als "Pfingstwunder" ins neue Testament eingegangen ist. In religiösen Bildern ist die Taube das Symbol für den Heiligen Geist. Das Pfingstwunder in der Apostelgeschichte wird so ausgedrückt, dass die Jünger Jesu plötzlich in der Lage waren, verschiedene Sprachen zu sprechen und zu verstehen, nachdem sie den Heiligen Geist empfangen hatten. Diese Befähigung wird aus theologischer Sicht mit den Folgen des Turmbaus zu Babel in Verbindung gebracht, der eine Sprachverwirrung als Strafe Gottes auf den Größenwahn der Menschen zu Konsequenz hatte. Durch den Heiligen Geist waren die Jünger nun befähigt, ihre Mission in alle Welt zu bringen und so über alle Sprachen und ethnischen Grenzen hinweg die Lehre Christi zu verbreiten.

Pfingstsonntage von 2013 bis 2018

Die Pfingstfeiertage lassen sich leicht ausrechnen, wenn man weiß, wann Ostern ist. Hier die Daten für Pfingsten in den nächsten Jahren:

2013 So., 19. Mai
2014 So., 8. Juni
2015 So., 24. Mai
2016 So., 15. Mai
2017 So., 4. Juni
2018 So., 20. Mai

Pfingstbräuche und ihre Bedeutung - Regional unterschiedliche Gepflogenheiten an Pfingsten

Es gibt eine ganze Reihe von Pfingstbräuchen, die von Region zu Region unterschiedlich sind und auch eine unterschiedlichen Ursprung haben. In der Lüneburger Heide gibt es zum Beispiel das  Pfingstbaumpflanzen, das überhaupt nichts mit der religiösen Bedeutung von Pfingsten zu tun hat, sondern aus dem germanischen Glauben entstanden ist. Dort sollen die geschmückten Bäume im Frühjahr die bösen Geister vertreiben.

 PfingstochseIn den Alpen und in Mecklenburg wird das Schmücken des Pfingstochsen gepflegt. Es hat den Hintergrund, dass am Pfingstsonntag das Vieh zum ersten Mal auf die Weide getrieben wird. Das ist eine besondere Zeremonie, die mit einer Prozession der Rinderherde durch den Ort verbunden ist. Das stattlichste Rind wird mit Blumen, Stroh und Bändern dekoriert und als Leittier an die Spitze der Herde gesetzt. Das ist dann der Pfingstochse. Aus diesem Brauch ist die Redensart "geschmückt wie ein Pfingstochse" entstanden. Früher wurden die Pfingstochsen geschlachtet, um aus ihrem Fleisch das Pfingstessen zu kochen.

Wer in Altbayern oder Österreich lebt, kennt noch eine andere Bedeutung. Dort ist ein Pfingstochse ein Mann, der morgens lange im Bett liegt. In manchen Alpendörfern ist es üblich, den Langschläfer als "Pfingstochse" auf dem Schubkarren durch Ort zu fahren, um der Dorfbevölkerung zu zeigen, was für ein Langschläfer er ist.

In vielen größeren und kleineren Städten gibt es Pfingstmärkte mit Vergnügungsparks. In Frankfurt am Main wird der Wäldchestag gefeiert, im rund hundert Kilometer entfernten Alsfeld gibt es den Pfingstmarkt, wo am Dienstag nach Pfingsten Krämerbuden in der von Fachwerkhäusern geprägten Innenstadt allerhand Waren feil bieten. In Halle an der Saale wird der Knoblauchsmittwoch zelebriert und weit über die Grenzen des rheinland-fälzischen Deidesheim hinaus kennt man die Geißbockversteigerung.

Pfingststehlen und Birkenstecken als Pfingstbrauch

Das, was sich ansonsten in der Walpurgisnacht abspielt, wird in Österreich und einigen Regionen  Deutschlands in die Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag gelegt. In der so genannten Unruhnacht werden verschiedene Streiche ausgeheckt wie Gartentüren ausgehebelt und versteckt. Diesen Brauch bezeichnet man auch als Pfingststehlen. Ursprünglich steckte das Vertreiben der bösen Geister hinter der Unruhnacht.

Weiterhin gibt es in einigen Gegenden das "Birkenstecken", wo in der Pfingstnacht Junggesellen ihrer Liebsten eine Birke an die Hauswand zu stellen. Hier ist ebenso wie beim Pfingststehlen eine Parallele zum Abend vor dem 1. Mai zu erkennen, wo in vielen Teilen Deutschlands ein Maibaum aufgestellt wird.

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Pfingstferien in Deutschland - In Bayern und Baden-Württemberg sind sie am längsten

Pfingsten ist für viele Familien mit Kindern ein magisches Datum, eine Reise zu planen. Insbesondere in Bayern und Baden-Württemberg werden die Pfingstferien für den Jahresurlaub genutzt, weil die Hotelpreise günstig sind, die Wetterprognosen für die Urlaubsplanung meist gut und die Pfingstferien sich über zwei Wochen erstrecken.

Die Pfingstferien 2013 und 2014

2013 2014
Baden-Württemberg 21.05. - 01.06. 10.06. - 21.06.
Bayern 21.05. - 31.05. 10.06. - 21.06.
Berlin 10.05./21.05. 30.05.
Brandenburg 10.05. 30.05.
Bremen 10.05./21.05. 30.05./10.06.
Hamburg 02.05. - 10.05. 28.04. - 02.05./30.05.
Hessen - -
Mecklenburg-Vorpommern
17.05. - 21.05. Datum noch nicht bekannt
Niedersachsen 10.05./21.05. 30.05./10.06.
NRW 21.05. 10.06.
Rheinland-Pfalz - -
Saarland - -
Sachsen 10.05./18.05. - 22.05. 30.05.
Sachsen-Anhalt 10.05. - 18.05. 30.05. - 07.06.
Schleswig-Holstein 10.05. 30.05.
Thüringen 10.05. 30.05.

 

Durch die Schulferien gewinnt "Pfingsten" noch eine zusätzliche Bedeutung.

Bildquelle: Wikimedia Commons

Krimifreundin, am 12.04.2012

Kommentare


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Krimifreundin am 18.05.2013

Danke, Karin, fürs Kompliment! Was Langschläfer betrifft, muss ich dir beipflichten. Ich gehöre zwar nicht dazu, habe aber eine zuweilen bessere Hälfte, die morgens noch süß träumt, während ich mir den ersten Schweiß von der Stirn wische. Aber dafür läuft sie (die zuweilen bessere Hälfte - mein Ehemann) dann am späten Nachmittag zur Topform auf, während ich müde in den Seilen hänge. Jeder Mensch hat einen anderen Tagesryhthmus. Aber wie du ja schreibst, in der Landwirtschaft haben Langschläfer schlechte Karten! ;-)

Die_Utopische am 18.05.2013

Sehr gut und zudem noch leicht verständlich erklärt. Besonders interessant fand ich den Teil mit den regionalen Bräuchen. Einige waren mir nicht bekannt. Der mit den menschlichen Pfingstochsen gefällt mir allerdings nicht so gut. Es ist ein Irrglaube zu glauben, Langschläfer würden weniger leisten - ihr Tagesrhythmus ist eben nur etwas anders. Aber gut - im bäuerlichen Umfeld ist Frühaufstehen natürlich von Vorteil (um die Kühe rechtzeitig zu melken, die Hühner und Pfingstochsen zu füttern und was es noch alles dort zu tun gibt). ;-)

Krimifreundin am 03.03.2013

Danke Wolf für den gezückten Daumen! Die meisten Leute freuen sich über den zusätzlichen Feiertag an Pfingsten, wissen aber nicht, warum wir dieses religiöse Fest feiern. In meiner ehemaligen Heimatgemeinde gibt es am Pfingstmontag immer einen ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel mit flotten und fröhlichen Liedern. Das macht richtig Spaß. Spiritualität und religiöses Bewusstsein sollte Freude vermitteln und keine Miesepampelei sein, die mit hoch erhobenem Zeigefinger einhergeht, Angst vermittelt und ewig den Sündenfall vor Augen führt. Die Bibel in- und auswendig zu kennen und alle Stellen richtig oder weniger richtig zu interpretieren, hat für mich nichts mit Glauben zu tun, sondern mit Wissenschaft. Bei Laien, die mit der Bibel unterm Arm belehrend und missionierend durch die Gegend ziehen, ist dies meist ein Auswuchs von Bigotterie. Ich sehe da das Gleichnis von dem Balken im Auge (bei den Belehrenden) und dem Splitter (bei den fröhlich Glaubenden) als treffendes Beispiel.

WolfHein am 03.03.2013

Man kann bei solchen Themen immer tiefer bohren und kommt an kein Ende. Viele wissen aber nicht einmal das Notwendigste. Die Tiefe der Empfindung für solche Tage ist verschwunden. Was tritt an ihre Stelle?
Daumen

Krimifreundin am 10.07.2012

@Shamael: Der Artikel ist keine theologische Abhandlung sondern soll eine allgemeine Erklärung darstellen. Selbst Leute, die sich als bekennende Christen bezeichnen, kennen die religiöse Bedeutung von Pfingsten nicht, noch nicht einmal die von Ostern. Wer die gewonnenen Erkenntnisse vertiefen will, dem sei es nicht verwehrt. Über Glaubensfragen will ich mich nicht auslassen.

Shamael am 10.07.2012

Der Artikel ist gut beschrieben, aber er besagt uns nichts ueber Pfingsten und was damit gemeint ist. Was ist Christus, was ist seine Wiedergrburt, was ist der Turm von Babel, was ist Babel, was geschieht 49 Tage nach Ostern, 40 Tage nach der Kreuzigung, was ist Ostern, wer oder was ist der Heilige Geist, was ist die Kirche? Alles Fragen die hier nicht beantwortet werden. Zitate aus der Bibel zu entnehmen ist einfach, nur, man muss sie auch Erklaeren koennen und die Zusammenhaenge offen legen. Die Narrative der irrfuhrenden Bibel kann jeder "lesen", die Bibel jedoch in Klartext unstezen und lesen, koennen nur die Wenigsten. Wenn das nicht der Fall waere ud jeder wuerde verstehen was das Buch uns besagt, wuerden alle darauf aufgebauten Religionen und ihr Business zerfallen. Geld kann man nur von Lustchern absaugen. Diejenigen die das Wissen haben, haben keinen Glauben, denn glauben ist nicht wissen.

Krimifreundin am 14.04.2012

Danke für die vielen positiven Feedbacks. Es ist immer ermunternd, wenn man das Gefühl vermittelt bekommt, dass man keinen Unsinn geschrieben hat. Pfingsten aus theologischer, bzw. religiöser Sicht zu beleuchten, ist eigentlich ein trockenes Thema. Deshalb habe ich die Pfingstbräuche mit dazu gepackt.

monros am 14.04.2012

Kann ich mich nur anschließen. Wieder ein toller Artikel von dir. Die Pfingstbräuche kannte ich bis jetzt noch nicht.
LG
Monika




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