Wie hilft Bewegung bei Rückenleiden?

Rund 80 Prozent aller Deutschen haben in ihrem Leben mal mehr oder weniger Rückenschmerzen. Die Ursache ist den meisten Fällen "Inaktivität". Die Rückenmuskulatur benötigt ein aktives Leben, um fit und gesund zu bleiben. Eine Vielzahl von Übungen kann die einzelnen Muskulaturpakete kräftigen, mobilisieren und elastisch halten. Der Rumpfmuskulatur sollte man besondere Aufmerksamkeit schenken. Ist diese kräftig und stabil, lassen sich zahlreiche Haltungsschäden und Muskelverspannungen verhindern. Klettern, Tanzen aber auch Rudern und Radfahren sind hier geeignete Sportarten. Soll geschwächte Muskulatur wieder aufgebaut werden, ist moderates Krafttraining das Mittel der Wahl. 

Regelmäßige Bewegung + sportliche Aktivitäten sind für ein gesundes Leben wichtig (Bild: stevepb / Pixabay)

Positive Auswirkungen auf das Herz- und Kreislaufsystem

Regelmäßige sportliche Aktivitäten können das Volumen des Herzmuskels vergrößern, so kann das Organ mehr Blut durch den Körper pumpen, die Sauerstoffversorgung wird verbessert, die einzelnen Zellen mit mehr Nährstoffen versorgt. Da zusätzlich die Gefäße geweitet werden, nimmt der Blutdruck ab, außerdem wird die Arterienverkalkung reduziert.

Man sollte jede Woche einige Stunden trainieren, am besten auf mehrere Wochentage verteilt. Optimal sind ein moderates Ausdauertraining (Joggen, Radfahren, Treppen steigen) mit Intensivphasen (Intervalltraining) und leichtem Krafttraining, z. B. mit Hanteln oder dem eigenen Körpergewicht.

Hat man längere Zeit keinen Sport betrieben oder gibt es bereits Vorerkrankungen, ist vor Trainingsbeginn ein ärztlicher Check sinnvoll. 

Optimierung des Stoffwechsels

Der Stoffwechsel (Metabolismus) stellt die Grundlage aller biochemischen und lebensnotwendigen Prozesse im Körper dar. Insbesondere der Metabolismus wird durch eine aktive bzw. inaktive Lebensweise stark beeinflusst. Ein Beispiel dafür ist der Diabetes Typ 2, mindestens 8 Millionen Menschen sind alleine in Deutschland von dieser Erkrankung betroffenen. Bei Bewegung produzieren die Muskeln bestimmte Proteine, die die Zuckerverwertung im Darm anregen. Aktive Muskeln lagern zudem Zucker als Energiereserve an. Beides dient der Entlastung der Bauchspeicheldrüse und optimiert den Insulinhaushalt. Aktive Muskeln greifen die Fettdepots im Körper an, schützen somit vor Übergewicht und den damit verbundenen Folgeerkrankungen. 

Auswirkungen auf das Immunsystem

Wird der Körper aktiv, produziert dieser mehr Leukozyten. Das wirkt sich besonders im Alter positiv auf das Immunsystem aus, so lassen sich Eindringlinge besser bekämpfen. Im weiteren steigt die Zahl entzündungshemmender Immunzellen im Blut an. So kommt es zu weniger chronischen Entzündungen, die für viele Erkrankungen verantwortlich sind. Außerdem werden auf diesem Weg defekte Zellen zu einer schnellen Reparatur angeregt, so lässt sich einem Tumor vorbeugen. 

Optimal für das Immunsystem ist ein moderates Training draußen an der frischen Luft. Hartes Training dagegen steigert die Intensität des Stresshormons Cortisol im Körper, sodass Leistungssport anfälliger für Krankheiten macht. Auch kurz nach dem Trainingsende ist der Körper geschwächt, da sich die Anzahl der weißen Blutkörperchen vorübergehend vermindert. Deshalb sollte man nach Abschluss der sportlichen Runde vorsichtig sein, z. B. nicht unnötig frieren. Man spricht hier auch vom "Open-Window" Effekt. 

Auswirkungen auf Knochen und Gelenke

Bewegung und Sport halten Knochen und Gelenke in Schuss. So werden alte Knochenzellen abgebaut und neue wieder aufbaut. Regelmäßige Aktivitäten wie Wandern, Joggen, Tanzen, Hüpfen .... erhöhen die Knochendichte, minimieren das Risiko einer Fraktur und schützen vor einem ungewollten Sturz. 

Damit Gelenke auch im Alter funktionsfähig bleiben, müssen diese bewegt werden. Nur so kann die Gelenkschmiere, die sich in Knochen und Knorpel befindet, ihre Funktion erfüllen. Da Gelenkknorpel keine Blutgefäße enthält, ist das die einzige Möglichkeit, um an Nährstoffe zu gelangen. Gelenke dürfen allerdings nicht übertrainiert werden, deshalb ist die Belastung dem jeweiligen Leistungsvermögen anzupassen. 

Liegestütz - Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht (Bild: mohamed_hassan / Pixabay)

Positive Effekte auf Muskeln und Faszien

Muskeln finden sich gesamten Körper, sie umhüllen Organe und überdecken fast alle Knochen. Regelmäßige Bewegung hilft, Muskeln fit zu halten, Krafttraining sorgt sogar für Muskelwachstum, wenn man es nicht übertreibt und Regenerationsphasen einhält. Nur in Pausen zwischen zwei Trainingsphasen wächst der Muskel und passt sich der neuen Situation an. Man spricht in der Sportwissenschaft hier von der Kompensation. 

Da aktive Muskeln Proteine freisetzen, wird die Effizienz des Immunsystems gesteigert, unnötige Fettdepots werden abgebaut, Entzündungsreaktionen werden unterdrückt, Knochenmasse wird aufgebaut. Muskeln haben somit einen positiven Einfluss auf den Organismus.

Faszien sind Bindegewebsschichten, die fast alle Organe bedecken, sie dienen als Schutz und sorgen dafür, dass Organe nicht aneinander reiben. Bänder und Sehnen gehören ebenfalls zu den Faszien, sie halten das Knochengerüst zusammen. Faszien lieben Bewegungen wie Wandern, Hüpfen oder Tanzen. Auch einfache Dehnübungen, Yoga und Pilates zeigen Erfolge und können somit Krankheiten vorbeugen und heilen. Auch der Einsatz einer Faszienrolle ist vom Vorteil.

 

Mein Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht den Rat eines Arztes, Heilpraktikers und Apothekers. 

Ashlie, am 21.04.2018
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Bildquelle:
Foto: Sabine Hense-Ferch (Das große Gähnen)

Autor seit 13 Jahren
278 Seiten
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