Historisches

Die Süßholzwurzel hat eine lange historische Vergangenheit. Bereits im alten Ägypten kannte man Süßholz als Heilpflanze. Auch im alten Griechenland und im römischen Reich war die Pflanze zu Heilzwecken bekannt. Bevorzugt wurde die Süßholzwurzel in der damaligen Zeit bei Atemwegsinfekten eingesetzt. Das ist übrigens auch heute noch so. Hildegard von Bingen setzte die Pflanze viele Jahre später bei Magenverstimmungen ein, Pfarrer Künzle wiederum bei Husten.

In Japan löst die Süßholzwurzel - laut einer Studie - in Kombination mit der Pfingstrose bei Frauen den Eisprung aus. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) gehört die Pflanze mit zu den wichtigsten Heilpflanzen. Hier wird sie bevorzugt bei Husten und als allgemeines Erkältungsmittel eingesetzt. 

Botanik

Süßholzer gehören zur großen Gruppe der Hülsenfrüchtler. Es handelt sich um eine mehrjährige, kräftige und ausdauernde Staudenpflanze, die übrigens ein Alter von 15 Jahren erreichen kann. Im Frühsommer erscheinen die Blüten, aus denen sich später Hülsenfrüchte mit eingelagerten Samenkapseln entwickeln. Süßhölzer bevorzugen sonnige und warme Standorte mit einem humusreichen Untergrund. Die Wurzeln der Staude sind stark verzweigt und haben eine hohe Ausdehnung im Erdreich. Diese werden für die Herstellung von Lebensmitteln und Arzneimitteln eingesetzt. Erntezeitpunkt ist in der Regel im Herbst. Dafür werden die Wurzeln ausgegraben, gewaschen, geschält und ausgekocht. Das Endprodukt wird in der Lebensmittelindustrie zu Lakritze verarbeitet oder dient als Zusatz in Süßgetränken. Alternativ dienen die Wurzeln zur Arzneimittelherstellung wie Tropfen, Tee, Saft oder Extrakt. Verwendet werden hierfür übrigens nur die Wurzeln vom echten Süßholz Glycyrrhiza glabra. Die Pflanze hat ihren Ursprung in Asien. Angebaut wird sie heutzutage unter anderen in Russland, dem Iran und in einigen Mittelmeerländern. 

Lakritze - das wohl bekannteste Produkt aus Süßholz (Bild: nataliaaggiato / Pixabay)

Therapeutischer Nutzen + Nebenwirkungen

Die Süßholzwurzel kann bei verschiedenen Indikationen eingesetzt werden. Anerkannt ist die Heilpflanze bei Infektionen der oberen Luftwege. Hier zeigt diese entzündungshemmende, schleimlösende und antivirale Eigenschaften. Ein anderes Einsatzfeld sind Magenerkrankungen wie die akute und chronische Gastritis (Magenschleimhautentzündung) sowie Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Auch gegen das Bakterium Helicobacter pylori zeigen sich erste positive Erfolge, sodass hier auf Dauer unter Umständen schulmedizinische Antibiotika eingespart werden können. Laut aktueller Studienlage kann die Pflanze wohl auch den Blutzuckerspiegel senken helfen, ein möglicherweise präventiver Schutz gegen Diabetes. Eingenommen wird die Süßholzwurzel als Extrakt, Teeaufguss, Saft und Pulver. Im Handel sind einige Fertigpräparate erhältlich.

Süßholz kann bei zu langer Einnahme und zu hoher Dosierung zu Nebenwirkungen führen. Hierbei steht möglicherweise ein massiver Kaliumverlust an erster Stelle. Vorsicht ist deshalb bei Hypertonie (Bluthochdruck), Leber- und Nierenerkrankungen, Osteoporose und während der Schwangerschaft geboten. Außerdem bestehen Wechselwirkungen mit einigen schulmedizinischen Präparaten. In diesem Fall sollte vor Einnahmebeginn unbedingt eine Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker erfolgen. 

Mein Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht den Rat eines Arztes, Heilpraktikers und Apothekers. 

Ashlie, am 21.05.2018
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