Die Tulpe - Gattung Tulipa - ein wenig Botanik

Die Pflanzengattung Tulpe gehört zur Familie der Liliengewächse (Liliaceae). Diese Zwiebelgewächse (Speicherorgan Zwiebel mit dachziegelartig angeordneten Schuppenblättern) gehören zu den Einkeimblättrigen. In die gleiche Familie gehören noch Lilie und Fritillaria. Die Vermehrung erfolgt entweder durch Brutzwiebel oder durch Samen.

Ihr ursprünglicher Lebensraum befindet sich im westlichen und zentralasiatischen Bereich. Von der Türkei bis zum Kaukasus, die Mehrzahl der Wildarten stammt aus diesem Gebiet. Es gibt aber auch Wildtulpen im Mittelmeerraum und sogar in den Westalpen.

 

Die Tulpe und die Drei

Wunderschön ist an den einfachen Tulpen der Blütenaufbau zu erkennen. Alles ist dreifach vorhanden. Zwei Blütenkreise bilden die wunderschöne kelchige Form; drei zu Blütenblättern umgewandelte Kelchblätter als äußere Hülle, gefolgt von drei Blütenblättern (Perigonblüte). Im Zentrum der Blüte steht der aus 3 Fruchtblättern verwachsene oberständige Fruchtknoten, endend in einem Griffel mit dreilappiger Narbe, umgeben von zwei Kreisen mit je drei Staubgefäßen.

Wildtulpe - botanische Tulpe - Gartentulpe, Zuchttulpe

Ein wenig verwirrend ist für den Laien nicht nur die Vielfalt der Blütenformen, sondern vor allem auch die Begriffe. Was sind Wildtulpen? Was Gartentulpen? Was haben sie miteinander zu tun? Wie unterscheiden sie sich?

Die "Urmütter" oder auch der Genpool unserer Garten- oder Zuchttulpen und ihrer vielfältigen Formen sind die Wildtulpen. Davon gibt es an die 150 Arten, von klein bis hoch gewachsen, von einfach gefärbt bis gestreift.

Einige Wildtulpen-Arten:

  • Tulipa clusiana (Damentulpe, Persische Tulpe) -eine mittelhohe, nach dem Tulpenvater Carolus Clusius benannte, leicht duftende Blüte. Violette Basis, weiße Innenseite, rosa Außenseite; schmale Laubblätter; vermehrt sich durch zusätzliche Ausläufer; zum Verwildern geeignet; Blütezeit: April, Mai
  • Tulipa sylvestris (Weinbergtulpe) – europäisch; langstielig; kommt auch in den Zentralalpen vor, goldgelbe, lilienförmige, angenehm duftende Blüten. Auf etwas nährstoffreicherem Boden zum Verwildern vor lichten Gehölzen und zwischen Weinreben geeignet! Blütezeit: April, Mai.

Lesetipp: Botanische Begriffe und ihre Bedeutung

 

 

 

Botanische Tulpen oder Wildtulpen-Hybriden

Wie der Name schon sagt, sind botanische Tulpen Kreuzungen von verschiedenen Wildtulpen-Arten. Entweder in freier Natur entstanden oder durch gärtnerische Hilfe. Der Name der Wildform scheint jeweils auch im Namen der entsprechenden Botanischen Tulpe auf, z.B. Kaufmanniana Early Harvest. Sie vereinen die Vorteile der Wildtulpen und der Gartentulpen, denn man kann sie auch verwildern lassen.

  • Kaufmannia Tulpen
  • Forsteriana tulpen
  • Greigii Tulpen
Tulpen - einfarbig, gestreift, gefranst, vielfältig

Tulpen - Tupfer in weiß (Bild: adele sansone)

Die Gartentulpe oder Ziertulpe

GartentulpenUnter dem botanischen Begriff "Tulipa gesneriana" fasste bereits 1753 Carl von Linné die ersten Zuchtformen der Tulpen zusammen. Von schlichten Blütenköpfen in strahlenden Farben oder pastelligen Tönen bis zum üppigen Farbenrausch gibt es, außer schwarz, nichts, was esdunkle Tulpe an Zuchttulpen nicht gibt.

Gartentulpen können durch Tochterzwiebel, die man im Frühherbst ausgräbt und neu einsetzt, selbst vermehrt werden. Wer sich den Spaß machen möchte, Tulpensamen von Zuchttulpen weiter zu vermehren, wird so manche Überraschung erleben. Sie werden nämlich ziemlich sicher nicht wie ihre Mutterpflanze aussehen. Besonders vielfältig ist die Tulpenpracht auf Mainau zu bewundern.

Es gibt viele verschiedene Klassen, in die Tulpen unterteilt werden. Sich seine Lieblingstulpen auszusuchen kann Spaß machen. Um nur einige zu nennen:

  • Darwin Tulpen
  • Papageien Tulpen
  • Cottage Tulpen
  • Gefüllte Tulpen, Päonienblütige Tulpen

Blütezeit: Je nach Tulpensorte beginnt die Blütezeit bereits im März und April. Die Spätblüher begeistern noch im Mai bis Juni.

Lese-Tipp: Woher hat die "Tulipa gesneria" ihren Namen?

Ein weiterer Frühblüher im Garten: der Krokus und seine Kulturgeschichte.
Tulpen - Vielfalt

Tulpen (Bild: adele sansone)

Die Tulpe und ihre Historie

Vom persischen Reich aus über das osmanische Reich, in dem die Tulpe sogar Wappenpflanze wurde, gelangten die ersten Tulpen, Wildtulpen und erste Hybride, 1555 durch den Gesandten Busbecq an den Wiener Hof. 600 Zwiebel begleiteten Jahre später den Botaniker Charles de l'Ecluse /Carolus Clusius nach Leiden/Holland (1593) Von diesem "Hortus Botanicus" der Universität Leiden aus trat die Tulpe ihren Siegeszug an.

 

Dass z.B. die Tulpe Semper Augustus wahre Horrorpreise und Spekulationen damit nach sich zog, konnte in den ersten Tagen der Tulpenbegeisterung niemand ahnen. Mehr dazu!.

Den Namen Tulpe wiederum verdankt die Pflanze ihrer Ähnlichkeit mit einem Turban (Tulipan türk.).

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Tulpe, allerdings als Zeichen der Dankbarkeit für die Befreiung, aus vollem Herzen verschenkt. Eine Million Blumenzwiebel fanden so ihren Weg nach Großbritannien. Heute sind die Niederlande die weltweit größten Produzenten von Blumenzwiebeln.

 

 

Tulpen als Bastelvorlage - Ideen und Tipps


 

 

Tulpen - zur Dekoration

Da die Blütenform der Tulpe sehr einfach nachzuzeichnen ist, ist diese Blume für Bastelideen im Frühjahr bestens geeignet. Lassen Sie sich von den Bildern inspirieren. Wenn Sie Anweisungshilfe brauchen, Tipps und Anleitungen zum Basteln mit Tulpen.

Tulpen aus Griechenland

Mal nicht "Tulpen aus Amsterdam", hier geht es um Wildarten, die sogar nur an diesen bestimmten Orten vorkommen (endemische Arten). Wie überhaupt die griechischen Inseln für Botanik-Fans ein Paradies darstellen. Wildpflanzen Griechenlands.

  • Tulipa bakeri - im Frühjahr überflutet sie das Hochland von Omalos auf Kreta.Gelb an der Basis, weiß im Zentrum und rosa/lila am Rand. Sie ist en Endemit Kretas.
  • Tulipa doerfleri - leuchtend rot, ebenso ein Endemit Kretas
  • Tulipa saxatilis
Adele_Sansone, am 17.01.2013

Kommentare


Reisefieber am 16.01.2014
Der Frühling kann kommen!



Bildquelle:
Reisefieber (Woher kommen die Tulpen?)

Autor seit 3 Jahren
138 Seiten
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