Die Venus - Fakten und Zahlen

Die Venus ist - von der Sonne aus betrachtet - der zweite Planet in unserem Sonnensystem. Sie ist in etwa 108 Millionenkilometer von der Sonne entfernt und hat einen Durchmesser von ca. 12.104 Kilometern. Die Venus ist damit ungefähr so groß wie unsere Erde, die einen Durchmesser von rund 12.756 Kilometern aufweist.

Zwillingsplaneten?

Erde und Venus

Ähnlichkeiten zwischen den beiden Planeten bestehen außerdem in ihrem Aufbau. Sowohl die Erde, als auch die Venus besitzen einen Eisen-Nickel-Kern, der von einem Gesteinsmantel umhüllt ist. Dieser Gesteinsmantel ist bei beiden Himmelskörpern von einer Gesteinskruste überzogen. Doch damit hören die Ähnlichkeiten der beiden Planeten auch schon wieder auf. Die Oberfläche der Venus ist geprägt von Vulkanen und aus ihnen hervortretenden Lavaströmen und die enorme Dichte ihrer Atmosphäre lässt den Planeten zu einem Brutofen werden, in dem die Temperaturen auf bis zu 470°C ansteigen können. Damit besitzt unser "Zwillingsplanet" die heißeste uns bekannte Oberfläche im gesamten Sonnensystem. Bei uns auf der Erde ist es da mit einer Durchschnittstemperatur von °15°C doch schon deutlich angenehmer. Erstaunlich ist außerdem, dass die Venus ganze 243 Erdtage braucht, bis sie sich einmal um die eigene Achse gedreht hat, also bis ein "Venustag" vergangen ist und dabei gleichzeitig für ein Jahr, einen Umlauf um die Sonne, gerade einmal 225 Erdtage benötigt. Auf der Venus vergeht ein ganzes Jahr schneller, als ein einziger Tag. Damit überholt sie unsere Erde bei ihrem Weg um die Sonne im Schnitt alle 19 Monate.

Wie sieht es auf der Venus aus?

Die Oberfläche der Venus konnte erstmals in den Jahren 1978 und 1994 durch die Pioneer- und Venera- Sonde sowie die Sonde Magellan kartiert werden. Bislang konnten aber nicht einmal diese Sonden die Oberfläche direkt beobachten. Vielmehr konnte sie bislang nur durch Radartechnik untersucht werden. Fest steht, dass die Oberfläche des Himmelskörpers geprägt ist von Vulkanen und den von ihnen hervorgerufenen Lavaströmen. Bis heute sollen viele dieser Vulkane, die zum Teil mehrere Kilometer hoch sind, noch aktiv sein. Wie genau sie entstanden sind, ist allerdings noch unklar, denn eine Plattentektonik, wie wir sie auf der Erde haben, existiert auf unserem Nachbarplaneten nicht. Ozeane wurden auf der Venus bislang noch nicht entdeckt. Es gilt aber auch als unwahrscheinlich, dass überhaupt jemals Wasser in dieser Form auf der Venus gefunden werden könnte. Die Oberfläche der Venus ist außerdem durch Krater gekennzeichnet, die durch Einschläge anderer Himmelsobjekte entstanden sind. Ungefähr 963 dieser Einschlagkrater sollen sich auf unserem "Zwillingsplaneten" befinden. Im Vergleich dazu, sind auf der Erde bisher nur rund 480 solcher Krater bekannt. Sämtliche Krater der Venus wurden aber mit der Zeit von den Lavaströmen erfasst und wieder aufgefüllt,  sodass die Oberfläche der Venus, bis auf die Erhebungen in Form von Vulkanen, relativ ebenmäßig ist.

Woraus besteht die Atmosphäre der Venus?

Der Hauptbestandteil der Atmosphäre der Venus ist Kohlendioxid. Ganze 96 Prozent der Atmosphäre macht dieser Stoff aus. Kaum ins Gewicht fallen da die restlichen Bestandteile der Sphäre, nämlich Stickstoff (3,5%) sowie Wassermoleküle und Schwefeldioxid. Andere Element sind nur in so geringen Mengen vorhanden, dass sie nahezu bedeutungslos sind. Ganze 96mal dichter als die Erdatmosphäre ist die Atmosphäre, die die Venus umgibt und eine dicke undurchsichtige Wolkendecke um sie herum bildet. Das die Atmosphäre der Venus so undurchdringlich ist, erschwert die Erforschung der Venus erheblich.

Warum ist die Venus mal Morgen- und mal Abendstern?

Die Venus erscheint uns als ganz besonderer "Stern" am Nachthimmel. Sie ist zeigt sich als erstes sichtbares Himmelsobjekt in der Abenddämmerung und verschwindet am nächsten Morgen erst als allerletzter von all den leuchtenden Punkten des Sternhimmels. Erstaunlicherweise ist die Venus jedoch nicht die ganze Nacht lang zu sehe. Vielmehr verschwindet die Venus jede Nacht für eine Zeit lang aus dem Sternenhimmel. Dann nämlich steht sie zu nah an der Sonne und kann von der Erde aus nicht mehr wahrgenommen werden.

Die Venus als heller Stern - ... daneben der Mond und die Milchstraße

The Milky Way, the Moon and Venus over the Fields in Azul, Argentina (Bild: Stocktrek Images / AllPosters)

Als "Morgenstern" erscheint uns die Venus, wenn sie westlich am Himmel steht. Dies ist dann der Fall, wenn sie auf ihrer Umlaufbahn die Erde überholt hat und sich wieder von ihr weg bewegt. Erscheint sie auf der östlichen Seite, nähert sie sich der Erde an und wir sehen sie in der Nacht als "Abendstern". Während ihrer Wanderung um die Sonne, durchläuft sie sämtliche Sternbilder an unserem Nachthimmel. Doch warum können wir die Venus überhaupt so gut erkennen? Der Grund, weshalb sie so hell am Firmament erscheint, liegt in der dicken Wolkendecke, die sie umgibt. Diese wirft 76 Prozent des Lichts, das auf sie trifft zurück. Selbst Schnee reflektiert nur ein wenig mehr des einfallenden Lichts. Steht die Venus günstig zur Erde, lässt sie sich auf Grund ihrer Helligkeit sogar am Tage beobachten.

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Warum hat die Venus keinen Mond und warum dreht sie sich eigentlich in die "falsche" Richtung?

Warum hat die Venus keinen Mond?

Neben dem Merkur ist die Venus der einzige Planet unseres Sonnensystems, der über keinen eigenen Mond verfügt. Zwar wurde in den Jahren 1672-189 vermutet, dass um die Venus ein Trabant namens Neith kreist, doch diese Annahme stellte sich als Fehler heraus. Es waren wohl größere Sterne, die die Forscher irrtümlich für einen Mond der Venus hielten. Mittlerweile gehen die Wissenschaftler davon aus, dass der Merkur ursprünglich als Mond um die Venus rotierte. Höchstwahrscheinlich  "verließ" der Merkur die Venus, als diese plötzlich die Rotationsrichtung wechselte.

Warum sich die Venus in die "falsche" Richtung dreht?

In dem Moment, als die Venus vermutlich ihren Mond verlor, begann sie sich auch in eine andere Richtung zu drehen. Ihre Rotationsrichtung ist nun - verglichen mit der Erde - rückläufig. Zuvor drehten sich beide Planeten in die gleiche Richtung. Was war passiert? Forscher gehen davon aus, dass die Venus vor unvorstellbar langer Zeit, also in der Frühzeit des Sonnensystems, mit zahlreichen anderen Himmelskörpern so heftig kollidierte, dass sich ihrer Rotationsrichtung änderte. Dabei könnte sich ihr Trabant von ihr gelöst haben. Es ist aber ebenso möglich, dass durch die Rotationsänderung der Mond von der Venus "angesaugt" wurde und sich mit ihr vereinigt hat. Der "verschwundene" Mond könnte sich seitdem im Inneren des Planeten befinden.

Auf jeden Fall, sind der fehlende Mond sowie die veränderte Rotationsrichtung Eigenschaften, die die Venus im Sonnensystem einzigartig machen.

 

 

Alle Bilder von pixabay.com

Flocke1902, am 27.08.2012

Kommentare


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Kuscheltier am 26.09.2012

Schöner, interessanter Artikel, der die Auszeichnung verdient hat. Herzlichen Glückwunsch!

Flocke1902 am 11.09.2012

Vielen Dank für die Komplimente :) ...

Mauserl am 10.09.2012

Interessanter Artikel!!

gk60 am 07.09.2012

Toller interessanter Artikel!

Stehlampen-Petra am 06.09.2012

Ich freue mich die Venus und oft sogar noch die Milchstrasse zu sehen.
Ein toller Artikel. Glückwunsch zu der Auszeichnung :-)

LG
Petra

Flocke1902 am 06.09.2012

Vielen Dank euch!
Den Artikel hab ich zur Liste hinzugefügt ,,,

fojut am 06.09.2012

ein Spitzenartikel und spannend geschrieben- weiter so!
Hannelore

KreativeSchreibfee am 05.09.2012

Ich kann meinen "Vorrednern" in allen Punkten nur zustimmen. Ein wirklich informativer Artikel, der auch für Laien gut verständlich ist.

Ach ja, es wäre schön, wenn du noch einen weiteren Artikel zum Thema "Astronomie auf PageWizz" hinzufügen könntest/würdest - http://pagewizz.com/sternschnuppen-perseiden-sternschnuppennacht-august/

DH und LG Kerstin


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