Dubstep - Ein Leben im Untergrund

Geboren in den Garagen Südlondons, hatte Dubstep zunächst ein Leben im Untergrund vor sich. Die Szene wuchs und wuchs, bis Dubstep nach etwa zehn Jahren aus dem Untergrund den kommerziellen Durchbruch schaffte. 2010 veröffentlichten die drei britischen Produzenten
Artwork, Benga und Skream das gleichnamige Album ihres Musikprojektes "Magnetic Man". Die erfolgreichste und erste Single des Albums "I Need Air" featuring Angela Hunte, ist auch dem einen oder anderen Deutschen ein Begriff, auch wenn hierzulande ein hervorstechender Charterfolg ausblieb. Trotz alledem war man nun an die Erkenntnis gelangt, dass Dubstep massentauglich ist.

Skream - Mitglied von Magnetic Man

Skream - Mitglied von Magnetic Man (Bild: http://upload.wikimedia.org...)

Diese Tatsache nutzte bald ein gewisser Sonny Moore aus, der bis dahin als ein Frontmann einer Screamo-Band unterwegs war und sich seit Kurzem beim Produzieren versuchte. "My name is Skrillex" war seine erste EP, die ihm einen größeren Bekanntheitsgrad in der EDM-Szene verschaffte und schon Mitte 2010 veröffentlicht wurde.

Was man zusätzlich noch erwähnen muss, ist, dass Sonny Moore ein amerikanischer Produzent ist, der nie ein Teil der britischen Dubstep-Szene war. Somit war die im Folgenden beschriebene Entwicklung nicht abzusehen.

Der Hype um Skrillex

Obwohl auch britische Künstler wie Nero jetzt mehr und mehr Erfolg hatten, setzte sich Skrillex spätestens mit seiner zweiten EP "Scary Monsters and Nice Sprites" und der gleichnamigen Single (diese Originalität und extremer Einfallsreichtum bezüglich der Namensgebung hat sich im Übrigen bis zum neusten Album von Skrillex durchgesetzt) an die Spitze des kommerziellen Dubstep. Auf Youtube verzeichnet das dazugehörige offizielle Video knapp 100 Millionen Aufrufe.

Ist Skrillex Dubstep?

Diese Art des Dubstep hat sich durch eine komplett neue Erscheinungsform Aufmerksamkeit geschaffen. Jedem Laien fällt auf, dass sich Skrillex enorm vom klassischen Dubstep unterscheidet. Skrillex benutzt eine Vielzahl von Bass-Samples, schneidet sie aneinander und kreiert so ein Machwerk, dass sich nur noch mit dem Begriff "Reizüberflutung" beschreiben lässt.

Dubstepwerk der Neuzeit
Hier ein typischer Skrillex

Brostep ist degenerierter Dubstep

Mittlerweile verbindet mehr als die Hälfte aller Jugendlichen den Begriff Dubstep mit Skrillex. Das ist nachvollziehbar, da nur wenige die Geschichte des Dubstep kennen. Für sie ist Dubstep eine Erfindung von Skrillex. Dabei hat sich in der Dubstep-Szene für Skrillex und ähnliche Interpreten ein ganz neuer Begriff hervorgetan: Brostep.
(Brostep bezeichnet im Übrigen auch alle 0815-Interpreten, die in 15 Minuten bei Fl Studio einen Track erstellen, diesen bei Youtube hochladen und sich dann Dj Bassf**ker nennen.)

Dubstep - Todesursache Skrillex?

Es ist keine genaue Todesursache bekannt. Es war vielmehr ein Prozess, bei dem Interpreten à la Skrillex mitgewirkt haben. Da mit zunehmenden Bekanntheitsgrad die Quantität der Brosteptracks stieg (und kaum jemand Brostep von Dubstep unterscheidet, die Tracks also als Dubstep betitelt werden) und eine Vielzahl von schlechten, seelenlosen und wirklich unmusikalischen Tracks für die Mülltonne produziert wurden, litt der Begriff Dubstep enorm darunter.

Es ist wieder das alte Problem, dass fast jeder Mensch in seiner Jugendzeit einen Musikgeschmack hat, der einem selber nach zehn Jahren nur noch zum Kopfschütteln bringt. (Außerdem habe ich wirklich das Gefühl, dass "die Jugend von heute" komplett niveau- und geschmacklos geworden ist - auch wenn das wahrscheinlich alle Erwachsenen über meine Generation gesagt haben.) So schreien alle zwölf-sechzehn Jährigen "Dubstep ist so geil!", kennen nur Skrillex und posten diesen Müll auch noch nach Lust und Laune auf allen sozialen Netzwerken, als Kommentare unter Videos oder in Foren.

So haben sich gewisse geldgeile Interpreten der internationalen Chartmusik nun Dubstep ins Boot geholt und damit begonnen, den Markt zu überfluten. Man könnte meinen, der Hype um Dubstep würde gerade erst an Fahrt aufnehmen.

Tod

Ein Funken Hoffnung? Die Szene lebt weiter

In der eigentlichen EDM-Szene ist Dubstep schon längst abgeschrieben. Man hat sogar zwischenzeitlich noch ein Genre sterben lassen, nämlich MOOMBAHTON, das eigentlich als Dubstep Nachfolger gedacht war. Tod durch Missbrauch von 0815-Produzenten.

Das neue Genre in der EDM-Szene ist Trap, eine Mischung aus basslastigen Beats und Rap, welches sich auch weiterhin etablieren wird.

Ein wenig Hoffnung bleibt dennoch für Dubstep. Es gibt einige Menschen, die sich abseits des Mainstreams noch immer an dieses Genre wagen, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.

Deshalb möchte ich noch abschließend ein zwar älteres aber trotzdem geniales Dubstep-Werk (jawohl, das ist Dubstep!) zeigen.

 

Viel Spaß!

Autor seit 2 Jahren
8 Seiten
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