Ein Gedi – eine Oase am Toten Meer

Einer der wohl faszinierendsten Orte am Toten Meer in Israel ist der Kibbutz Ein Gedi. Am Rand der judäischen Wüste, zwischen steilen Klippen und Wadis liegt eine kleine autonome Gemeinde, ein grüne Oase mitten in der Wüste am Ufer des Toten Meere. Da man das Tote Meer nicht umsonst tot nennt, überschreibt dieser ganz besondere Ort in der Wüste seine Besonderheit mit dem Hinweis, eine "Perle in der Einöde" zu sein. Wer die Wüste zwischen dem Moab Gebirge und dem Nachal Arugot kennt, kann sich in etwa vorstellen, wie unsagbar frisch diese grüne und saftige Oase in der Wüste für die überraschten Besucher aussehen möge. Die karge Landschaft drum herum ist ein Bild der Einöde, ein vertrocknetes verdorrtes Land, staubige Sandstürme peitschen über den Steinboden, wirbeln Sandkörner und Dreck auf und prägen so die Gegend der israelischen Wüste. Für den Besucher bietet sich ein eindrucksvolles Bild der Handschrift Gottes.

Öde und staubig - Israels Wüste (Bild: Sandra-Maria Erdmann)

Was versteht man unter einem Kibbutz?

Als Kibbuz bezeichnet man eine ländliche Kollektivsiedlung in Israel mit gemeinsamem Eigentum und basisdemokratischen Strukturen.

Der Kibbutz Ein Gedi

In dieser Einöde gibt es Menschen, die sich vor vielen, vielen Jahren durch ihre Liebe zu Natur ein kleines Paradies geschaffen haben. Im Einklang mit der Natur entstanden so in der kargen Landschaft blühende Gärten voller Leben am Ufer eines Meere, welches nicht nur Totes Meer heißt, sondern auch wirklich durch seinen extrem hohen Salzgehalt kein Leben in sich trägt. Der Salzgehalt des Toten Meeres ist zehn mal höher, als der normaler Gewässer. Ein Gedi ist mittlerweile auf der ganzen Welt bekannt. Durch vielfältige touristische Attraktionen kann sich der Kibbutz und seine dort lebenden Mitglieder selbst finanzieren. Gästehäuser am Rande des Toten Meeres und der überaus bekannte Botanische Garten im Inneren des Kibbutz ziehen jährlich Scharen von Touristen aus dem Ausland, aber auch aus den heimischen Gegenden an. Ein Gedi gilt unter den Kennern und Wellnessexperten als Oase der Ruhe und Entspannung. Die eindrucksvolle Wüstenlandschaft mit seinen 330 Sonnentage im Jahr gilt besonders unter Insidern als Wellness- und Kulturattraktion. Das trockene Klima und der besonders hohe Sauerstoffgehalt der Luft, bieten Allergikern neben dem Salz und den reichhaltigen Mineralien im Toten Meer, die Möglichkeit eines kurativen Urlaubsaufenthaltes. Vom Kibbutz Ein Gedi sind außerdem alle wichtigen heiligen Städte und Touristenattraktionen im Heiligen Land innerhalb einer Stunde erreichbar, weshalb dieser Ort auch für einen abwechslungsreichen Urlaub sorgt.

Ein Sandsturm färbt den Himmel über dem Kibbutz Ein Gedi (Bild: Sandra-Maria Erdmann)

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Der Kibbutz Ein Gedi – damals und heute

Die Geschichte des Kibbutz Ein Gedi ist schnell erzählt. Aufgebaut wurde der heutige Kibbutz mit dem Namen Ein Gedi in der Nähe des antiken Ein Gedi, welches vom 7. bis zum 6. Jahrhundert vor Christus eine besondere Stellung in der israelischen Geschichte einnahm und für 1300 Jahre eine bedeutende israelische Siedlung war. Bekannt und vor allem bewiesen wurden diese Tatsachen durch archäologische Ausgrabungen vor Ort. Die Ausgrabungsstätten können noch immer besucht werden. Außerdem wurde die historische Siedlung einige Male im Alten Testament, im Talmud, in den jüdischen Lehren sowie in historischen römischen und byzantinischen Schriften erwähnt.

Ein Gedi, wie wir es heute vorfinden, wurde 1956 von einer handvoll Menschen gegründet und 1959 erneuert. Mit den Jahren wurde aus diesem kleinen Projekt ein beachtliches Städtchen, welches bis heute knapp 500 Mitglieder aller Altersstufen zählt. Der Kibbutz befindet sich auf dem tiefsten Punkt der Erde, etwa -417 Meter unter dem Meeresspiegel und liegt auf dem Gebiet, wo die Kontinente Asien und Europa ihre Geburtsstunde hatten. Als Naturschutzreservat erhielt es die Auszeichnung der "National Geographic" als eines der beliebtetesten und interessantestesten Naturschauspiele. Die Menschen im Kibbutz leben völlig autag und haben sich ihre kleine Oase lebenswert gemacht. Neben den fast 500 Mitgliedern leben in der Oase eine eindrucksvolle Anzahl unterschiedlichster Tier und Pflanzen: Berghasen, Ziegen, Füchse, Leoparden, verschiedene Vögel und Reptilien. Darüber hinaus ist dieser Ort am Toten Meer für seinen Botanischen Garten bekannt.

Der Botanische Garten in Ein Gedi

Der Botanische Garten im Kibbutz Ein Gedi ist eine von den Mitgliedern liebevoll angelegte Parkanlage. Unter klimatischen Extrem- und problematischem Wasserbedingungen war der Garten für die Bewohner einst eine Art Experiment, welches sich aber etabliert hat. Heute ist der Botanische Garten fast überall auf der Welt bekannt und einzigartig in seiner Form. Die Pflanzen und Bäume, immerhin eine Artenvielfalt von über 1000 Pflanzen von fünf Kontinenten, integrieren sich perfekt in die Wohnlandschaft der Kibbutz-Mitglieder. Benötigt werden in der israelischen Wüste vorranging Bäume, welche fähig sind Wasser zu speichern. Deshalb sind in der Parkanlage speziell Bäume und Pflanzen aus den tropischen Regionen, aber auch verschiedene Wüstenpflanzen heimisch geworden. Zur typischen Flora in Ein Gedi gehört die Dattelpalme und der Affenbrotbaum, darüber hinaus können Oliven-, Feigen und Granatapfelbäume bewundert werden. Mit etwa 40 verschiedenen Palmenarten ist die Wüstenoase eine der artenreichsten Gegenden.

SandraMariaErdmann, am 20.04.2012

Kommentare


SandraMariaErdmann am 21.04.2012
Ich danke euch für das Lob!
Merlin am 20.04.2012
Israel muss ich auch noch besuchen. Sehr schöner Artikel. LG Merlin
Christine am 20.04.2012
Oh, toll! Ich möchte so gern mal wieder dorthin und der Artikel hat diesen Wunsch wieder in mir geweckt. Das Kibbuz habe ich damals nicht besucht, und offensichtlich etwas verpasst. Es ist schon bewunderswert, wie man mitten in der Wüste eine Pflanzenwelt schaffen kann, von der Mensch und Tier profitieren. Leider ruft das auch, gerade in dieser Region, viele Neider hervor. Danke für das Verlinken einer meiner Artikel; ich werde deinen ebenfalls verlinken.
SandraMariaErdmann am 20.04.2012
Danke schön!
Buchfink am 20.04.2012
Doch, gefällt mir.


Bildquelle:
johannes flörsch (Romantische Orte in Portugal)

Autor seit 3 Jahren
14 Seiten
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