Geboren am 21. Juli 1899 in Oak Park, Illinois. Konvertiert zum Katholizismus, nachdem er in seiner Kindheit von seinem Vater streng protestantisch erzogen wurde. Rutschte ihm mal ein Schimpfwort über die Lippen, war die Mindeststrafe das Zähneputzen mit Toilettenseife. Als seine Mutter starb, kam er nicht zu ihrer Beerdigung. Angesprochen auf seine Kindheit, meinte er nur, sie wäre keine schöne gewesen. Von wem die Rede ist? Natürlich von Ernest Hemingway.

 

Er zieht mit vollster Überzeugung in den Ersten Weltkrieg, wird in Italien stationiert und ist für der Versorgung der Soldaten an der Front mit Schokolade und Zigaretten zuständig. Durch eine Granate wird er schwer verletzt, nur durch 20 Operationen kann sein Bein gerettet werden. Er verliebt sich in seine 9 Jahre ältere Krankenschwester, die mit zurückhaltender Zuneigung reagiert.

 

Zurück in den USA wird er zunächst Reporter in Toronto. Seine erste große Liebe, die Krankenschwester, heiratet einen neapolitanischen Adligen, was ihn schwer verletzt. Vielleicht gehen auch deshalb seine vier Ehen in die Brüche. Er zieht nach Chicago, doch auch dort hält er es nicht lange aus. Er kann den Leitenden Redakteur seiner Zeitung überzeugen, Außenkorrespondent zu werden und begibt sich nach Paris.

 

Unter der angepriesenen künstlerischen Atmosphäre dieser Stadt beginnt er das literarische Schreiben. Doch dies ist nicht der einzige Grund, weshalb er gerade Paris ausgewählt hat. Hier sind die Mieten erschwinglich und der Alkohol billig. Er hofft, den Journalismus und das Schreiben unter einen Hut zu bringen, was jedoch zunächst nicht funktioniert. 1927 gelingt ihm endlich der Durchbruch. Geld spielt nun erst mal eine untergeordnete Rolle für ihn, er fährt nach Kenia auf Safari und berichtet voller Stolz von seinen Erfolgen als Großwildjäger.

Eine Biografie

Doch auch der Krieg lässt ihn nicht los. Voller Vorfreude stürzt er sich als Kriegsreporter im Griechisch-Türkischem Krieg und im Spanischen Bürgerkrieg an vorderster Front ins Geschehen. Er schafft es, von der Öffentlichkeit als Prototyp des Machos wahrgenommen zu werden, wobei er sich selbst immer wieder gekonnt inszeniert. So behauptete er z.B. in den Kriegen selbst über 122 Soldaten getötet zu haben.

 

In Spanien lernt er den Stierkampf kennen und schätzen, stellt er für ihn doch die männlichen Tugenden Mut und Kraft dar. Doch das Stadtleben liegt ihm nicht mehr. Er zieht nach Florida, nach Key West, wo Hochseeangeln zu einem seiner größten Leidenschaften wird. Er trinkt zu viel und prügelt sich oft, beherrscht die Klatschspalten der internationalen Presse. Viele seine Freunde verprellt er durch Kritik an ihren Werken oder satirischen, man kann auch sagen verletzenden Texten, die er veröffentlicht.

 

Als viele seinen Stern schon versinken sahen, schaffte er ein unglaubliches Comeback. 1954, mit 55 Jahren, erhält er den Literaturnobelpreis für sein Werk "Der alte Mann und das Meer".

 

Doch mit ihm geht es bergab. Depressionen und Alkoholsucht zerstören sein Leben. Wie sein Vater wählt er den Freitod, er stirbt am 2. Juli 1961 in Ketchum, Idaho.

 

Er war Macho, Abenteurer und Schriftsteller. Er hatte einen Schlag auf Frauen. Seine Hobbys, wie das Hochseeangeln, der Stierkampf, das Jagen und das Boxen sind immer wieder Motive in seinen vielzähligen Romanen. Doch die äußere, harte Schale war nicht alles, was ihn ausmachte. Er war auch ein sensibler Schriftsteller, seine Freunde bezeichneten ihn als fast schüchtern und er liebte Katzen. Aus Angst, verlassen zu werden, verließ er seine Ehefrauen selbst, und mit dem Alkohol versuchte er seine Selbstzweifel zu ertränken. Ernest Hemingway war also viel mehr als nur der harte Macho, doch genauso werden ihn wohl die meisten Menschen in Erinnerung halten.

Laden ...
Fehler!