Was Faszien überhaupt sind, was sie leisten und warum sie Schmerzen verursachen können

Der Begriff Faszie ist aus dem Lateinischen entlehnt und meint Band oder Bündel. Rein optisch sind Faszien ein weißes Gewebe, das Knochen, Muskelfasern, Gelenke und Organe umhüllt. Wie Forschungen zeigen, enthalten diese Strukturen Rezeptoren, Nervenenden und sind von Lymphbahnen durchzogen. Das Fasziengewebe erweist sich als elastisches Netz, das sich zusammenfalten und dehnen kann und so flexibel jede Bewegung mitmacht. 

Das muss auch so sein. Ein Beispiel: Nur wenn sich Faszien zusammenziehen und dehnen, lassen sich Gelenke mühelos bewegen. Wie am Ellbogen: Faszien falten sich im äußeren Bereich eng zusammen, wenn der Arm gestreckt wird – ähnlich einer Ziehharmonika. Denn sonst wäre dieses Gewebe irgendwie im Weg. Beim Beugen muss es sich dann wieder dehnen. Leicht vorzustellen, was passiert, wenn das Gewebe verhärtet ist. Dann werden Bewegungen mühsam und schmerzhaft.

Zusätzlich fungieren Faszien als Sinnesorgan, um den eigenen Körper wahrzunehmen. Nur so wissen Menschen auch ohne hinzusehen, in welcher Position sich ihre Arme und Beine befinden. Faszien sind verblüffend sensibel: Versuche haben ergeben, dass sie sogar auf Stress reagieren. Sie ziehen sich messbar zusammen.

Dieses lebendige Gewebe ist verletzlich: Bei Verstauchungen, Schnittwunden, Knochenbrüchen oder Operationen kann es passieren, dass es durcheinanderkommt und stellenweise anschwillt, verhärtet oder verfilzt. Schon einseitige Belastungen reichen mitunter aus, dass sich das Gewebe ungut verschiebt, die komplizierte Architektur Risse bekommt. Das Ergebnis: eine fehlende Elastizität, die die Beweglichkeit einschränkt und Schmerzen aller Art verursachen kann.

Wie eine Faszienbehandlung abläuft – und wie sie sich anfühlt

Faszien können durcheinanderkommen. Distorsion meint in diesem Zusammenhang, dass irgendetwas ungut verdreht, gedehnt, verfilzt ist. Die Behandlung nach dem Faszien-Distorsionsmodell zielt darauf, das verletzte Bindegewebe manuell anzuregen, sich neu zu organisieren. So können sich verklebte Abschnitte lösen.

Bevor Therapeuten bei der Faszien-Distorsionstherapie überhaupt Hand anlegen, machen sie zunächst eine ausführliche Bestandsaufnahme. Berücksichtigt werden dabei natürlich die sichtbaren Beschwerden und Bewegungseinschränkungen. Entscheidend für die Behandlung ist aber, an welchen Stellen Patienten selbst Schmerzen und Spannungen wahrnehmen. Wer schon oft wegen solcher Beschwerden Hilfe gesucht hat, weiß, dass das nicht immer selbstverständlich ist.

Die eigentliche Behandlung nach dem Faszien-Distorsionsmodell ist dann eine ganz handfeste Sache. Welche Möglichkeiten Therapeuten zur Stimulation bestimmter Partien nutzen, zeigt ein Ausbildungsvideo auf Youtube. Vorab ein paar Erklärungen dazu:

Triggerbänder: Therapeuten streichen mit mehreren Fingern unter kräftigem Druck bestimmte Stränge – sogenannte Triggerbänder – entlang. Je nachdem, wie verdreht und verklebt die Partien sind, kann das für Patienten unangenehm, mitunter auch richtig schmerzhaft sein. Doch es lohnt sich, das kurzzeitig auszuhalten. Sobald der Therapeut den Druck löst, ist alles okay.

Beschwerden, die verdrehte, aufgerissene, verklebte Faszienbänder hervorrufen können: brennende, ziehende Schmerzen entlang der Faszienbänder, Bewegungseinschränkungen und Schwächen.

Hernierter Triggerpunkt: Es gibt immer wieder Stellen, an denen sich das Bindegebe in Zwischenräume schieben kann, in die es nicht gehört. Zum Beispiel zwischen die Muskelstränge an Nacken und Schulter, die dann in ihrer Bewegung blockiert sind. Das Ergebnis kennen viele: ein steifer Nacken. Auf diese sogenannten hernierten Triggerpunkte wird in der Therapie mit den Fingern Druck ausgeübt, damit sich das Gewebe dahin zurückzieht, wo es eigentlich sein sollte. 

Beschwerden, wenn sich das Bindegewebe in Bereiche schiebt, in die es nicht gehört: lokaler, dumpfer Schmerz, der plötzlich oder langsam entstehen kann. Benachbarte Gelenke können in ihrer Bewegung dadurch eingeschränkt sein.

Kontinuum-Distorsion: Knochen, Muskeln und Bindegewebe haben die gleiche Entstehungsgeschichte – nur dass Knochen mehr Kalzium eingelagert haben und dadurch fester sind. Das Verhältnis dieser verschiedenen Strukturen zueinander wird gerne verglichen mit dem Übergang von der geschlossenen Eisdecke, über Packeis hin zu Wasser. Wenn die Eisschollen zu chaotisch übereinander liegen, kann es zu schmerzhaften Turbulenzen kommen. Auch da hilft die Faszientherapie, mit gezieltem – und kurzzeitig schmerzhaftem – Druck ein bisschen Ruhe und Ordnung in das Gewebe zu bringen. 

Beschwerden, die auftreten, wenn die Übergangszone zwischen Knochen und Sehne beispielsweise durch einen Sturz gestört ist: ein punktueller Schmerz, der plötzlich beginnt. Er kann lange andauern oder wieder verschwinden. Kraft und Feingefühl in dem betroffenen Gelenk sind vermindert. 

Faltdistorsion: Faszien, die die Gelenke einhüllen, kann man sich wie eine Ziehharmonika vorstellen. Wenn sie sich nicht mehr richtig zusammenfaltet, ist die Bewegung eingeschränkt. Dann versuchen Therapeuten, gezielt an Gelenken zu ziehen oder sie zu komprimieren, damit sich Faszien wieder richtig ordnen. Weh tut das nicht. Die Faltdistorsion bietet sich oft nach Verstauchungen an. An diesem Punkt unterscheidet sich die Faszien-Distorsionstherapie übrigens deutlich von anderen Behandlungen: Üblicherweise werden gestauchte Gelenke eher auseinandergezogen als kontrolliert "zusammengefaltet". 

Beschwerden, die falsch zusammengeschobene Faszien an Gelenken verursachen können: ein plötzlicher Schmerz, der tief im Gelenk sitzt und für ein instabiles Gefühl sorgt. Er kann lange bestehen bleiben. Die Bewegung ist nicht eingeschränkt, das Gelenk kann aber geschwollen sein. 

Zylinderdistorsion: Sie kennen bestimmt die Spielzeug-Springfedern, die fließend von Stufe zu Stufe rollen. So ähnlich kann man sich zylindrisch angeordnete, großräumige Faszien-Strukturen im Bereich von Bein und Schulter vorstellen. Leicht vorstellbar, was passiert, wenn sich die Spiralwindung verheddert. Um das Gewebe zu stimulieren, werden in der Therapie bestimmte Partien mit Schröpfgläsern oder Plastikschraubstöcken fixiert, bevor der Patient versucht, Schulter oder Bein zu bewegen. Auch das ist tut nicht weh.

Beschwerden, wenn sich oberflächliche Faszien verheddern: ein tiefer Schmerz, der meist plötzlich in der Nacht auftritt. Verbunden mit bizarren Symptomen.

Tektonische Fixation: Faszien können an der Oberfläche wie tektonische Platten angeordnet sein. Wenn sie sich nicht richtig übereinander schieben oder ineinander verkeilen, werden Bewegungen mühsam, die Gelenke steif. Durch ein gezieltes Führen des Gelenks – hier am Knie – können sich solche Verwerfungen lösen. Das sieht im Video unangenehmer aus als es ist. Es fühlt sich nur irgendwie ungewohnt an, ist aber immer schmerzfrei.

Beschwerden, die auftreten können, wenn das Bindegewebe nicht gut mit Flüssigkeit versorgt ist, verhärtet und steif wird: Diese Schmerzen entstehen erst allmählich, oft als Folge anderer Fasziendistorsionen.

Wie Sie einen qualifizierten Therapeuten finden

Die Faszien-Distorsionstherapie ist eine Zusatzausbildung, die Ärzte, Heilpraktiker und Physiotherapeuten absolvieren können. Ein Verzeichnis geprüfter Therapeuten finden Sie auf der Website der EFDMA 
European Fascial Distortion Model Association. Die Einträge sind allerdings kostenpflichtig. Deswegen dürfte die Liste alles andere als vollständig sein. Da bleibt oft nur, sich vor Ort bei Therapeuten zu erkundigen.

Die Kosten einer FDM-Behandlung liegen zwischen 50 und 70 Euro, nach Angaben der EFDMA können es sogar bis zu 120 Euro sein. Sie werden in der Regel von privaten Krankenkassen und privaten Zusatzkrankenversicherungen erstattet. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten bislang nicht. Gesetzlich Versicherte müssen die Behandlung für solche alternativen Heilmethoden aus eigener Tasche zahlen, fünf Behandlungen sollten zunächst in jedem Fall einkalkuliert werden.

Die Gefahr, sinnlos viel Geld zu investieren, ist bei dieser Therapie allerdings nicht groß: Wenn Schmerzen oder Beschwerden wirklich von Faszien herrühren, zeitigt eine Behandlung relativ schnell Wirkung. Patienten spüren direkt im Anschluss oder spätestens im Lauf des Tages, ob sich Gelenke wieder leichter bewegen, sich eine Körperpartie geschmeidiger anfühlt, besser mitbewegt und weniger schmerzt. 

Natürlich ist die Faszien-Distorsionstherapie kein Allheilmittel. Deswegen ist es wichtig, sich einen Therapeuten zu suchen, der die ganze Bandbreite therapeutischer Möglichkeiten überblickt. Nur so ist zu entscheiden, was im Einzelfall am ehesten hilft.

Ideal ist natürlich, wenn FDM-Therapeuten selbst noch weitere Methoden beherrschen, die sich ergänzend anbieten. Im Fall der Faszien gehört dazu vor allem die Osteopathie. Denn auch innere Organe sind mit Faszien umhüllt. Und natürlich nimmt der Bauchraum im Fasziennetz des Körpers eine zentrale Position ein. Doch gerade diesen Bereich spart die Faszien-Distorsionstherapie bisher aus. Doch auch mit den sanften Berührungen osteopathischer Techniken lassen sich Faszien im Bauchraum behandeln.

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Drei Beispiele: Tennisellenbogen, Fersensporn, Muskelschmerz

Beispiel 1: Tennisellenbogen

Anders als der Name vermuten lässt, hat der Tennisellenbogen nicht zwingend etwas mit Tennisspielen zu tun. Die Beschwerden am Ellenbogen treten auf, wenn man etwas mit der Hand greifen oder hochheben möchte. Oder einen Lappen auswringen. Dann kann es im Ellenbogen so ziehen und stechen, dass man gleich wieder loslässt. Entzündungsanzeichen wie Rötungen oder Schwellungen fehlen. Oft werden Schmerzmittel, Cortison und Spritzen verordnet. Ob Tennis-, Golferellenbogen oder Mausarm: Als alternative Behandlungsmethode bei solchen Schmerzen bietet sich das Faszien-Distorsionsmodell an. Je nachdem, welche Partien der Patient als schmerzhaft empfindet, werden Verklebungen an Triggerbändern gelöst oder aber die Übergangsregionen von Knochen zu Muskeln durch Druck auf einzelne Bereiche stimuliert (Kontinuumdistorsion).

 

Beispiel 2: Fersensporn

Es ist ein Kalkvorsprung unter der Ferse, der beim Auftreten so sticht, dass sich der Fuß kaum noch belasten lässt. Stoßwellentherapie oder eine Operation sind gängige Behandlungsmethoden bei Fersensporn (Fasciitis plantaris). Falls alles nichts nützt, bleiben als letzte Rettung nur genau angepasste Schuhe mit einer Aussparung im Fersenbereich. Aber es ist durchaus denkbar, dass die Beschwerden weniger von dem im Röntgenbild diagnostizierten Kalkvorsprung herrühren als von Faszien. Ursache können verklebte Triggerbänder im Fersenbereich sein, die sich durch kräftiges Entlangstreichen lösen lassen. Einen Versuch ist es wert – anders als eine Operation, bei der hinterher auch noch die Narben im Fuß Probleme machen können, ist die Faszien-Distorsionstherapie ohne Risiko.

 

Beispiel 3: Schmerzen im Muskel

Es kann in Armen, Oberschenkeln oder Waden auftreten: ein schmerzhaftes Ziehen im Muskel. Meist wird davon ausgegangen, dass eine Muskelverletzung wie ein Muskelfaserriss für solche Beschwerden verantwortlich sind. Wenn Beschwerden im Muskel zum dauerhaften Begleiter werden, ist davon auszugehen, dass auch – oder sogar ausschließlich – Faszien betroffen sind. Werden schmerzende Muskeln nach dem Faszien-Distorsionsmodell behandelt, zeigt das prompt Wirkung. So prompt, dass die Faszien-Distorsionstherapie schon seit Jahren im Spitzensport eingesetzt wird. Der Osteopath und Notfallarzt Stephen Typaldos (1957–2006) entwickelte dieses Konzept 1991 nämlich ursprünglich für Athleten, die er betreute. Auch heute werden Fußballprofis der Bundesliga damit behandelt – wenn's sein muss, sogar in der Halbzeitpause oder am Spielfeld-Rand.

Fitness für die Faszien: Wie man das Bindegewebe trainieren kann

Die Faszienrolle, als sogenannte Blackroll erhältlich, ist eine gute Möglichkeit, das Bindegewebe gesund zu erhalten und zu regenerieren. Der Vorteil dieses Trainingsgeräts: Durch die fließenden Bewegungen, mit der die Rolle über die einzelnen Körperpartien wandert, besteht keine Gefahr, einzelne Passage zu sehr zu strapazieren. Worauf der genaue Effekt der Faszienrolle beruht, das dürfen Forscher noch klären. In jedem Fall drückt der Schaumstoff, den es in verschiedenen Härtegraden gibt, das Fasziengewebe kurzzeitig zusammen, die Gewebsflüssigkeit wird verdrängt. Wenn sich das Gewebe anschließend entspannt und dehnt, können sich Verklebungen lösen. Insofern bietet sich das Training mit der Faszienrolle beispielsweise vor und nach dem Sport an. Es gibt jede Menge verschiedener Übungen im Stehen und Liegen.

Ausblick: Es gibt noch vieles zu erforschen

Im Bereich der Faszien bleibt noch viel zu erforschen. Derzeit tut das die Universität Ulm mit einem eigenen Projekt. Doch schon jetzt liefert das Modell Erklärungen, warum einige alternative Heilmethoden so gut wirken. Ein Beispiel ist das Rolfing, eine Bindegewebsmassage, die in den 50er-Jahren entwickelt wurde und ebenfalls darauf zielt, Faszien zu stimulieren. Auch Bewegungstherapien wie Pilates, Eurythmie, Tai-Chi, Qigong und Yoga können sich heilsam auf das Bindegewebe auswirken. 

Nur mit Akupunktur sollte nicht parallel zur Faszientherapie behandelt werden. Das ist für den Körper zu verwirrend. Es sind zu viele verschiedene Impulse, die da zusammentreffen. Mit zeitlichen Abstand spricht allerdings nichts dagegen, beide Therapien einzusetzen.

Weitere Informationen zum Thema Faszien und ihre Behandlung sind auf der Website der EFDMA 
European Fascial Distortion Model Association mit Sitz in Wien zu finden.

Zum Weiterlesen: Das Fasziendistorsionsmodell (FDM) nach Stephen Typaldos D.O.
 Die Typaldos-Methode. Herausgegeben von der European Fascial Distortion Model Association (EFDMA).
 Medizinisches Handbuch, 220 Seiten, 77 Abbildungen, gebunden
, 1. Auflage 2012, 
ISBN: 978-3-9502774-6-3, Preis: 100 Euro. Erhältlich im Online-Shop der Mileana GmbH

S. Typaldos: Orthopathische Medizin. Die Verbindung von Orthopädie und Osteopathie durch das Fasziendistorsionmodell (1997). Deutsche Auflage: European FDM Association 2006,
ISBN 3-200-00745-1. Das Buch scheint vergriffen zu sein.

S. Typaldos: Faszien Distorsions Modell, 4. Auflage 2002. Deutsche Auflage: Institut für fasziale Osteopathie, ISBN 978-0-615-53993-5. Preis: 150 Euro. Bei Amazon schon seit längerem vergriffen, dafür im Online-Shop der Mileana GmbH erhältlich. 

Fernsehbeiträge: Der WDR hat am 29. Januar 2013 in seinem Wissenschaftsmagazin "Quarks & Co" das Thema Faszien in dem Beitrag "Auf der Spur der Faszien" aufgegriffen. Darin geht es allerdings weniger um die FDM-Therapie als um das Rolfing. Außerdem gibt der WDR online Tipps, wie man selbst dem Bindegewebe etwas Gutes tun kann und zwar in Form eines Faszien-Trainings

Fernsehbeiträge: Der WDR hat am 29. Januar 2013 in seinem Wissenschaftsmagazin "Quarks & Co" das Thema Faszien in dem Beitrag "Auf der Spur der Faszien" aufgegriffen. Darin geht es allerdings weniger um die FDM-Therapie als um das Rolfing.

Faszien-Training: Außerdem gibt der WDR online Tipps, wie man selbst dem Bindegewebe etwas Gutes tun kann und zwar in Form eines Faszien-Trainings.

Dieser Beitrag basiert auf Gesprächen mit Frank Heller, Physiotherapeut und Heilpraktiker in Offenburg (Faszien-Distorsionstherapie, Traditionelle Chinesische Medizin).

Fotonachweis (von oben): Wilhelmine Wulff, Petra Bork, Sabrina Knak, Gabriele Planthabe, Robert Babiak jun., Angelina S. K. und Dorothea Jacob (alle pixelio.de)

Bearbeitung: Heimo Cörlin

Mondstein, am 20.03.2013

Kommentare


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Die_Utopische am 29.03.2013

Sehr interessant! Ich bin froh, dass ich davon nicht betroffen bin, aber der Artikel ist sehr fundiert und hilft Schmerzbetroffenen garantiert weiter. Dass die Kosten für die Behandlung nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden, ist mal wieder typisch (wozu bezahlt man eigentlich monatlich eine teure Krankenversicherung? Was hat unser so genanntes "Gesundheitssystem" noch mit Gesundheit zu tun? - Aber ich will nicht abschweifen). Wobei ich den Preis, wenn ich von den Beschwerden betroffen wäre, auch selbst bereit wäre, zu zahlen, denn die Erklärung der Hintergründe klingt für mich wissenschaftlich / medizinisch fundiert. Ein Hartz-4-Empfänger jedoch könnte sich das so nicht leisten. Das finde ich nicht nur ungerecht, sondern kann die gesellschaftlichen Probleme (Armut) letztendlich sogar noch verschärfen - zumal wenn die Schmerzen so schlimm würden, dass er nicht mehr in der Lage wäre zu arbeiten.

LG Karin

Mondstein am 23.03.2013

@Klaus Miehling, es tut mir leid, dazu kann ich leider gar nichts sagen. Ich bin keine Therapeutin. Falls Sie die Beschreibung der Behandlung irgendwie anspricht, würde ich an Ihrer Stelle Kontakt zu einem Arzt oder Physiotherapeuten aufnehmen, der die Fasziendistorsionstherapie anbietet und damit schon viel Erfahrung hat. Eine Anfrage kostet ja nichts. Den Link für die Datenbank mit Adressen finden Sie am Ende des Artikels. Alles Gute!

Klaus_Miehling am 23.03.2013

Mondstein, meinen Sie, es hätte überhaupt einen Sinn, diese Therapie auszuprobieren, wenn Rolfing, Osteopathie und Liebscher-Bracht bereits gescheitert sind?

Alma am 22.03.2013

@Mondstein: In einem Kommentar kann ich nicht alles erklären. Darüber könnte ich wesentlich mehr schreiben. Das war nur ein sehr kleiner verständlicher Einblick was eine Faszie ist. Ich habe auch nicht gesagt, das diese Behandlung nicht gut ist, sondern ich ärgere mich immer, wenn Patienten, wo auch immer, alles bezahlen müssen was eigentlich in eine Behandlung gehört. In viele medizinischen Bereichen ist das so. Ich bin ja schon 67 Jahre alt und habe viel in meinem Leben gelernt, und immer noch. Na, siehst du, die privaten Kassen übernehmen und die Kassenpatienten müssen bezahlen, obwohl das eigentlich in die Behandlung einfließen sollte. Genau das ist der Punkt.
Natürlich weiß ich, das es mehrere Möglichkeiten der Faszienbehandlung gibt. Was ich beschrieben habe, war ja nur ein anschauliches Beispiel und ich möchte auch niemanden angreifen. Weit entfernt. Ich möchte nur Patienten aufrütteln. Patienten sollten, bevor sie selbst Behandlungen zahlen sollen, einmal nachzufragen, ob das nicht zur eigentlichen Ausbildung gehört.
Wenn du noch mehr erfahren möchtest, bin ich gerne bereit Auskunft zu geben. Auch über meine Ausbildungen.

Ich habe einmal 2 meiner Angestellten zu einem Lehrgang geschickt der über mehrere Wochenenden durchgeführt wurde. Nach Abschluss zeigte sie mir was Sie gelernt hatten.
Wie war ich erstaunt, als ich feststellte, das ich genau das, schon 20 Jahre vorher gelernt hatte, unter einem anderen Namen.

Alma am 22.03.2013

@Mondstein: In einem Kommentar ist es nicht möglich alles zu diesem Thema zu schreiben. das war nur ein kleiner verständlicher Einblick über Faszien. Das es verschiedene Behandlungsmethoden gibt ist mir bekannt und die beherrsche ich auch.

Ich möchte auch niemanden angreifen. Weit entfernt. Ich ärgere mich nur immer wieder, gleich wo medizinische Hilfe angeboten wird, das immer alles zusätzlich bezahlt werden soll, was eigentlich in eine Behandlung gehört. Wie du selbst sagst, die Privatkassen zahlen und die Kassenpatienten müssen bezahlen. Es geht auch anders. Denn eine Faszienbehandlung ist enorm wichtig in der Physiotherapie. Ohne Frage, und sollte, wenn die Indikation es erlaubt, immer mit einbezogen werden.
Für weiter Fragen steh ich gerne zur Verfügung.

Mondstein am 22.03.2013

@Alma: Dankeschön, Du hast den Zusammenhang zwischen Faszien und möglichen Rückenschmerzen schön beschrieben, auch wenn ich nicht beurteilen kann, ob die Mechanismen im Einzelnen so stimmen. Allerdings: Eine Behandlung nach dem Fasziendistorsionsmodell funktioniert anders als das, was Du darstellst. Das sind nicht nur irgendwelche "schmerzfreien Bewegungen, die dem Patienten zuzumuten sind".
Aber es würde mich sehr interessieren, welche Krankengymnastik-Schule die Fasziendistorsionsbehandlungen im Lehrplan hat.
Zu Deinem Vorwurf der Geschäftemacherei mit dieser Therapie: Die Kosten werden von privaten Kassen übernommen, da ist die Therapie also anerkannt. Dass Patienten gesetzlicher Kassen vieles selbst zahlen müssen, was nicht zum gängigen Kanon der Schulmedizin gehört, ist leider einfach so.

Alma am 22.03.2013

@Mondstein: das Thema ist nicht neu und auch nicht eigenständig. Es hat nur einen neuen Namen. Nehmen wir das Beispiel Rückenschmerzen. Durch die bedingte Bewegungseinschränkung entsteht eine Kettenreaktion.
Durch die Fehlhaltung entsteht ein muskulöses Ungleichgewicht. Einige Muskeln werden überfordert, während andere Muskel sich durch Schonung abbauen.
Ein reibungsloses gleiten der Faszien gegeneinander ist nicht mehr vorhanden, da sich die die Flüssigkeit zwischen den Faszien durch diesen Prozess abbaut. Durch den Flüssigkeitsabbau, entsteht eine Reizung der Faszien, was wiederum Schmerzen verursacht. Die Faszien verkleben, noch mehr Schmerzen entstehen.
Was ist da zu tun?
Krankengymnastischen schmerzfreie Bewegung, die dem Patienten zuzumuten ist, um die Flüssigkeitsreguliereng anzukurbeln, und gleichzeitig die Verklebungen der Faszien lösen. So ist eine schnelle Hilfe möglich und empfehlenswert. Das ist Aufgabe eines Physiotherapeuten!
Jetzt die Überlegung: Das soll ein Physiotherapeut nicht gelernt haben?
Das ist eine der wichtigsten Vorraussetzungen. Wie soll ich dem Patienten denn sonst helfen?
Wer das in der Praxis nicht durchführt, hat nicht aufgepasst oder diese Behandlungsart vergessen.
Nun frage ich mich, warum soll ich den armen Schmerzpatieten noch einmal zur Kasse beten, wenn er mit einem Rezept zur Krankengymnastik kommt? Das gehört zu einer normalen Behandlung.
Was anderes ist es, wenn der Patient ohne Rezept behandelt werden möchte, dann ist ein Preis auszuhandeln.

AliciaVaness am 22.03.2013

Beim Arzt Schmerzen in einer Gegend genannt, wo kein Organ ist, stößt auf Unverständnis. Und wenn keine Meridiane dort verlaufen, könnte sich das Bindegewebe über die nächste Behandlung freuen. Überhaupt an Faszien zu denken, finde ich wichtig.




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