Finanzen: Was ist die Riester-Rente?

von Wildcat

Seit 2002 unterstützt der Staat mit der Riester-Förderung eine zusätzliche Altersvorsorge. Damit sollen die Leistungen der gesetzlichen Rente ergänzt werden.

"Schön blöd, wer auf staatliche Geschenke in Form von Zulagen und Steuervorteilen verzichtet." (Quelle: wiwo.de). In der Tat handelt es sich bei der Riester Rente um ein Geschenk des Staates. Der gesetzliche Rentenanspruch ist für die meisten Menschen nicht ausreichend, um eine Versorgung im Alter zu gewährleisten. Deshalb orientieren der Staat, Banken und Finanzberater auch auf die "Riester-Rente". Anlass für die von Walter Riester vorgeschlagene Förderung der freiwilligen Altersvorsorge war die Reform der gesetzlichen Rentenversicherung in den Jahren 2000/2001.

Die Riester Rente ist eine privat finanzierte und geförderte Rente, die vom Staat durch Zulagen und Steuersparmöglichkeiten durch Sonderausgaben unterstützt wird. Förderberechtigte leisten einen jährlichen Mindestbeitrag von mindestens 60 Euro. Dazu erhalten sie eine maximale Zulage in Höhe von 154 Euro im Jahr für den Vertragsinhaber sowie 185 Euro für jedes Kind, das Kindergeld erhält. Außerdem können die privat eingezahlten Beträge, abzüglich der erhaltenen Zulagen, steuermindernd als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Ist der freiwillig Versicherte jünger als 26 Jahre, erhält er nach Abschluss eines Riester-Vertrages einen einmaligen Sonderbonus in Höhe von 200 Euro.

Vorteile der Riester-Rente:

  • Der Vertragsanbieter garantiert dem Vertragsinhaber ab dem Auszahlungszeitpunkt die Auszahlung aller eingezahlten Beiträge.
  • Die Riester-Rente wird lebenslang gezahlt.
  • Für den Erwerb von Wohneigentum zur Eigennutzung können 75 bis 100 Prozent des eingezahlten Kapitals entnommen werden. Das Darlehen zur Anschaffung von selbst genutztem Wohneigentum bleibt förderfähig. Darauf fallen auch keine Zinsen an.
  • Das eingezahlte Kapital in einen Riester-Vertrag wird bei einer Vermögensaufstellung nicht berücksichtigt.
  • Das angesparte Guthaben im Riester-Vertrag bleibt vor der Auszahlungsphase pfändungssicher.
  • Auf Wunsch kann das eingezahlte Kapital in einen Riester-Vertrag in einen anderen Tarif des Vertragsanbieters gebührenpflichtig umgewandelt werden.

Nachteile der Riester-Rente:

  • Während der Ansparphase in den Riester-Vertrag kann bei einer anderweitigen Verwendung nicht garantiert werden, dass die Höhe der eingezahlten Beiträge als Summe erhalten bleibt.
  • Mit einer Verzinsung der eingezahlten Beiträge kann nicht gerechnet werden.

Förderberechtigte Personen

Nach § 10a EStG können folgende Personen einen Vertrag für die Riester-Rente abschließen:

  • rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer, rentenversicherungspflichtige Selbständige und Künstler, die über die Künstlersozialkasse versichert sind,
  • pflichtversicherte Landwirte,
  • Bezieher von Arbeitslosengeld,
  • Bezieher von Krankengeld,
  • ALG-II-Empfänger,
  • nicht erwerbstätige Pflegepersonen,
  • Wehr- und Zivildienstleistende,
  • geringfügig Beschäftigte, wenn der Arbeitgeberbeitrag vom Arbeitnehmer auf 19,9 Prozent, der volle Rentenversicherungsbeitrag, aufgestockt wird,
  • Bezieher von Vorruhestandsgeld, die zuvor pflichtversichert waren,
  • Beamte, Richter, Amtsträger und Berufssoldaten,
  • erwerbsgeminderte oder arbeitsunfähige Personen,
  • Kindererziehende innerhalb der gesetzlichen Kindererziehungszeiten.

Nicht förderberechtigte Personen

  • Selbständige, die nicht rentenversicherungspflichtig sind,
  • Pflichtversicherte mit einer berufsständischen Versorgung,
  • geringfügig Beschäftigte ohne Aufstockung des Rentenbeitrages,
  • Altersrentner und andere Personen, die eine Rente beziehen,
  • nicht rentenversicherungspflichtige Studenten.

Darüber hinaus gibt es noch mittelbar förderfähige Personen wie der berufstätige Ehepartner mit einem eigenen Riester-Vertrag.

Profitabel oder nicht?

Der Riester-Vertrag kann sich nach bisherigen Erfahrungen und Berechnungen insbesondere für junge Menschen lohnen. Aber auch für ältere Berufstätige, besonders, wenn sie Kinder haben, ist die Riester-Rente interessant. Und nach statistischen Einschätzungen profitieren Frauen davon mehr als Männer. Aber letzten Endes sollte man hier seine eigene Rechnung, vielleicht zusammen mit einem Berater, anstellen, da hier eine ganze Reihe von Faktoren eine Rolle spielen. Und ausschlaggebend bleibt sicher in jedem Fall, wie hoch die monatliche Zusatzrente im Auszahlungszeitraum überhaupt sein wird.

Wildcat, am 15.01.2012
 
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