Schärfentiefe - Tiefenschärfe - Goldener Schnitt

Als Schärfentiefe beim Fotografieren wird der Bereich von vorne bis hinten bezeichnet, der scharf abgebildet wird. Dieser ist abhängig von der Brennweite des Objektives. Bei Makroaufnahmen oft nur wenige Millimeter tief, ist bei einer Landschaftsaufnahme dieser Bereich bei einer Brennweite von 50 mm einer Kleinbildkamera etwa von 2 Meter bis unendlich.

Reicht die Schärfentiefe bei der Aufnahme eines Motives mit Vorder- und Hintergrund nicht für beide Bildelemente aus, bestimmt der Fotofreund, welches Motiv das Hauptmotiv ist.  Durch das Visieren des Objektives auf das Hauptmotiv und leichtes Drücken auf den Auslöser bis zum Druckpunkt  (bei Digitalkameras) wird die Schärfe und Belichtung automatisch eingestellt.

Jetzt aber Auslösen wäre zu früh! Denn das Hauptmotiv wäre in der Mitte des Fotos und wahrscheinlich das Nebenmotiv nicht oder nur teilweise auf dem Bild. Also unbeweglich den Finger auf den Druckpunkt lassen. Damit bleibt die Belichtungs- und Schärfeeinstellung erhalten. Den Fotoaparat jetzt so drehen, dass das Bild beide Motive vorteilshaft abbildet.

Hier hilft bei Displays oder Suchern die Einstellung des Rasters mit neun Quadraten. Wichtige Bildpunkte sollten möglichst nicht in der Bildmitte stehen. Also durch das Hauptmotiv sollte die erste oder zweite Rasterlinie - waagrecht oder senkrecht - durchgehen (etwa ein Drittel zu zwei Drittel, siehe Goldener Schnitt).Wenn der Ausschnitt das gewünschte Bild zeigt, dann auslösen. Der Goldener Schnitt wird auch als Bildformat gezeigt im Artikel Ausflug im Odenwald

Schärfentiefe - Tiefenschärfe

Das Hauptmotiv ist die Feste Marienberg

Praktische Beispiele - Hauptmotiv im Hintergrund oder Vordergrund

Beide Bilder zeigen Blumen und die Würzburger Feste Marienberg. Damit konnte ich Aufnahmen der Feste Marienberg machen, die meiner Sichtweise entsprechen. An anderer Stelle hatte ich die Wichtigkeit, die Sicht der Dinge zu schulen beschrieben. So gibt es eben einmalige, persönliche, nicht austauschbare Fotos dieser Feste. Wer hunderte gleicher solcher Aufnahmen sucht, kann das via Suchmaschinen schnell bestätigt haben.

Das erste Bild nimmt als Hauptmotiv die Feste Marienberg. Sie befindet sich im oberen Drittel des Bildes und ist scharf und korrekt belichtet. Ich hatte also das Objekt in der Bildmitte des Suchers (Display) und drückte sanft den Auslöser bis zum Druckpunkt. Dann ließ ich den Finger unverändert auf dem Auslöser und drehte die Kamera leicht nach unten, bis auch die Blumen ihre herrlichen Farben zeigten. Und auslösen, fertig.

Das Bild darunter zeigt dagegen eine unscharfe Feste und Überbelichtet. Klar, die Messung lag jetzt auf den Blumen als Hauptmotiv bei gleicher Vorgehensweise beim Messen und Auslösen. Beide Bilder geben die Motive so wieder, wie es unsere Augen in der Natur sehen. Hier können wir entweder die Ferne oder die Nähe scharf sehen. Somit entsprechen Fotos mit (leichter) Unschärfe des Nebenmotivs unserem natürlichen Sehen. Damit wirken die Fotos "plastischer".

Wenn Vordergrund und Hintergrund ...

Wenn Vordergrund und Hintergrund gleich scharf abgebildet sind ist es eine "Ansichtskarte"

Ansichtskarte Feste Marienberg

Beim dritten Bild - einer "Ansichtskarte" oder "Postkarte" reicht durch das Zurückgehen um einen Meter die Schärfentiefe aus um Blumen und Feste in den Schärfebereich zu bringen. So sind auch die meisten Ansichtskarten fotografiert. Die Wirkung ist ein flacheres Bild. Die Festung links oben, oberes, linkes Bild, die Blumen rechts unten, unteres, rechtes Bild geben der Aufnahme dank des  Goldenen Schnitts eine sehenswerte Sichtweise.

Keine Angst, wer sich viele gute Bilder ansieht - also Bilder die gefallen - und beim Fotografieren mehrere Aufnahmen unterschliedlicher Standorte und Betonungen der Motivart aufnimmt, bekommt bald ein Auge für prächtige Motive. Der Vorteil der digitalen Fotografie ist es ja, ohne Mehrkosten viele Aufnahmen machen zu können. Und dann am Computer die Besten auswählen - "weniger ist mehr".

Wer mehr über die Schärfentiefe erfahren will, geht zu Wikipedia.

Schärfentiefe (Tiefenschärfe)

Die Schärfentiefe misst die Ausdehnung des scharfen Bereichs im Objektraum eines abbildenden optischen Systems. Das bedeutet, ein Objekt kann im Bereich der Schärfentiefe bewegt werden, ohne dass sein Bild auf der Bildebene merklich...
Schärfentiefe auf den Hintergrund - ...

Schärfentiefe auf den Hintergrund - das Hauptmotiv

Schärfentiefe = Schärfe auf das Hauptmotiv.

Kätzchen auf der Seekarspitze

Abschließend ein Foto vom Achensee im Herbst, aufgenommen nach dem ersten Schneefall.

Das Hauptmotiv ist hier der Gipfel der über 2.000 Meter hohen Seekarspitze. Der Aufnahmeort lag nahe der Anlegestelle Scholastika, Achenkirch.

Hier zeigt die Unschärfe des Laubes im  Vordergrund noch stärker die "dreidimensionale" Wirkung. Zusätzlich wirkt noch das helle, gelbliche Laub auf dem Hintergrund des blauvioletten Berghanges.

Auf diesem Gipfel, fand ich im sehr warmen August ruhend das hier abgebildete Kätzchen. Hier ist die Schärfentiefe der Nahaufnahme besonders gut zu sehen. Die Entfernungsmessung ist justiert auf die Augen. Dadurch wird das Fell des Rückens bereits unscharf. Das macht das Foto natürlicher und lenkt den Blick auf den Kopf als Motiv. Wir sehen auch bei Nahaufnahmen nur das scharf, was wir fokussieren.

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Beispiel der Schärfentiefe in den Alpen - Blick auf den Mont Blanc

Schärfentiefebeispiel Aufnahme Montblanc-Massiv 
Ein Klick auf das Bild zeigt eine größere Abbildung. Dann der Klick auf die Lupe rechts oben im Bild zeigt das Motiv eindrucksvoll in Vollbild.

Hier ist das Montblanc-Massiv eindeutig das Hauptmotiv. Die Unschärfe der Wiese mit den Blumen im Vordergrund unterstreichen dies.

Liste der Wanderungen mit Fototipps zwischen Heilbronn und Würzburg

hier geht es zum

Artikel Liste aller Fotoartikel

Hier die einzelnen Foto-Artikel:
Der Ort zeigt auch am Mainufer schöne Motive wie in der Altstadt. 
Spazieren durch Miltenberg gibt Anregungen Fotos besser zu gestalten.
Die Stadt an Main lädt mit schönen Fachwerkhäusern ein zur Fotopirsch.

Lohrer Schloss - ein fotografischer Spaziergang Das Lohrer Schloss schenkt dem Besucher viele prächtige Motive. 

Die Sichtweise bestimmt die Aufnahmen mehr als der Standort.
Odenwaldbilder zeigen wie Aufnahmen mit wenig Aufwand sehenswerter werden. 
Die Standorte für die schönen Motive sind im Stadtplan gekennzeichnet. 
Beispiele Goldener Schnitt und Schärfentiefe
Jagsthausen und seine Burg locken den Fotografen mit besonders schönen Motiven. 

Liste der Alpenwanderungen nach Regionen

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Österreich: Tirol, Vorarlberg
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kurze und mittlere Wanderungen

Wandern zwischen Mittenwald + Achensee lange Touren

Wandern von Mittenwald bis zum Achensee - 

mittellange Wanderungen

Wandern zwischen Mittenwald + Achensee 
 - Spaziergänge 
 - kurze Wanderungen
Region Berner Oberland 
Savoyen, Frankreich Wanderungen und Ausflüge 
primapage, am 14.10.2010

Kommentare


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vanitoo am 30.09.2011

hammer schwer das lern ich nie

Hans am 16.10.2010

Nochmal hervorragende Tipps für den ambitionierten Fotografen.
Viele Grüße,
Hans

primapage am 15.10.2010

Liebe Ursula,

lernen ist gar nicht erforderlich, sondern Freude an schönen Bildern. Dazu reicht es, zum Beispiel den "Goldenen Schnitt" bei einem Fotospaziergang auszuprobieren. Also Hauptmotiv mal ins erste oder dritte Drittel des Bildes setzen. Und dann zum Vergleich ins mittlere Drittel.

Ein Motiv selbst gesehen und einige Vergleichsaufnahmen wirken Wunder.

UrsulaOrtmann am 15.10.2010

Mein Gott Johann, wann soll man das denn lernen ? Viel Übung ist sicher dazu nötig, muss es mal ausprobieren und sehen wie weit ich damit komme. Danke dir.

Viele l. Grüsse
Ursula

Gast am 15.10.2010

Kompliment, Johann,
mit jeder neuen Seite über's Fotografieren
weckst Du mehr Interesse an diesem schönen Hobby.

Weiter so!!

VG Augenblick

primapage am 15.10.2010

Hallo Sandra,

diese Aufnahmen kannst du mit jeder Kamera machen, die entweder eine Entfernungseinstellung hat (Schärfe einstellen) oder automatisch scharf stellt (hier am Besten mit der Messmethode kleines Mittelfeld im Sucher). Belichtung wenn vorhanden und Schärfentiefe kann auch per Hand - also ohne Automatik - sofern vorhanden, eingestellt werden.

Das spart die "Druckpunktmethode" mit Schwenken auf den gewünschten Bildausschnitt - erfordert aber Erfahrung. Die erhält man, wenn mehrere Bilder eines Motives mit unterschiedlichen Belichtungszeiten aufgenommen werden.

Das Wichtigste dabei ist jedoch, das Motiv aus und mit unterschiedlichen Blick auf die Dinge zu sehen.

Viel Spass beim Ausprobieren
primapage

primapage am 15.10.2010

Guten Tag Uwe

Deine Zeilen machen mich glücklich. Genau deshalb versehe ich beinahe alle Artikel mit eigenen Bildern um Anregungen und Erfahrungen meines Fotografierens weiterzugeben. Damit jeder seine eigene, persönliche Sichtweise entwickelt und einmalige Bilder nach Hause bringt.

Viel Freude und Vergnügen beim Fotografieren wünscht
primapage

primapage am 15.10.2010

jedermann, auch du bist in der Lage Neues zu lernen. Es muss nur Spass machen und Freude. Und vor Allem, an und in der Praxis lernen. Ich versuche hier als Laie Anregungen zu geben und meine Erfahrungen weiter zu geben. Ein jeder kann sich dabei das Aussuchen, was ihn anspricht.

Jeder kann bessere Fotos machen. Auch ohne Tiefenschärfe und Goldener Schnitt (a:b = b:a+b in etwa 5:8 = 8:13 also Innenglied mal Innenglied zu Außenglied mal Außenglied lernte ich in der Hauptschule). Deinen Artikeln entnehme ich, dass dir die Formeln vielleicht besser zusagen?

Herzlichen Gruß
primapage




Autor seit 3 Jahren
154 Seiten
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