Editor's Choice
Für das Geburtstagskind - eine aufregende Geschenk-Geschichte
Wie man zum Geburtstag mit einer Geschichte einem Kind ein besonderes Geschenk machen kann
Auf der Suche nach einer besonderen Idee für ein Geburtstagsgeschenk
Meine Enkelin freute sich auf ihren 5. Geburtstag. Den nächsten Geburtstag würde sie feiern, wenn sie schon in der Schule war. Also suchte ich nach einer besonderen Idee, nach einem besonderen Geschenk für diesen Geburtstag. Ich schrieb eine Geburtstags-Geschichte in vier Kapiteln. Vier Tage vor ihrem Geburtstag schickte ich per E-Mail jeden Tag ein Kapitel an ihre Mutter, mit der Bitte ihrer Tochter dieses Kapitel vorzulesen und zwar als etwas, was ihr Opa erlebt hatte. Und so entstand die Geschichte vom Zwerg Murmarin - eine Geschichte, die jeder entsprechend anwenden kann, wenn einige persönliche und jahreszeitliche Daten geändert und angepasst werden. Der Erfolg war umwerfend.
1. Kapitel - vier Tage vor dem Geburtstag
„Hallo, du! - Moin!“ Ich sah mich suchend um, denn ich hatte das leise Stimmchen zwar gehört, als ich mein Auto aufschließen wollte – aber ich sah niemanden. „Hallo, du! Hier bin ich!“ und dann sah ich ihn auf meinem Auto sitzen: den kleinen Mann, nicht größer als eine Puppe, mit roten Backen und mit lustigen Augen und mit einer roten Zipfelmütze - ein Zwerg. „Hallo, du“ sagte ich – und „Moin! Was machst du denn auf meinem Autodach?“ „Blöde Frage! Ich friere! Siehst du das nicht?“ Tatsächlich zitterte er an allen Gliedern, und wenn ich genau hinhorchte, hörte ich ihn auch mit den Zähnen klappern – so kalt war ihm. „Ja, dann wollen wir beiden Hübschen mal zusehen, dass wir ins Auto kommen.“ Ich wollte das Schloss aufschließen, aber es klemmte ein bisschen, und schon rief er wieder: „Mach ein bisschen schneller, sonst gibt’s was auf die Kokosnuss.“ Endlich saßen wir im Auto. „Du darfst vorne nicht sitzen. Geh am besten nach hinten auf den Kindersitz von Jasmin, das ist meine süße Enkelin, musst du wissen. Übrigens: Hast du auch einen Namen? Ich heiße Klaus, Opa Klaus. Und du?“ „Na klar, habe ich einen Namen. Ich bin Murmarin, der Zwerg. Und übrigens darf ich doch vorne sitzen. Ich bin zwar erst 300 Jahre alt, aber da bin ich ja wohl alt genug, um vorne im Auto zu sitzen. Ich gehe doch nicht in einen Kindersitz! Pah!“ Inzwischen war ich schon mal losgefahren, ich musste ja schließlich in die Schule und konnte meine Schüler nicht warten lassen. „Nun, Murmarin,“ sagte ich zu ihm, „was willst du denn eigentlich von mir? Oder hast du nur zufällig auf meinem Auto gesessen?“ Er wurde auf einmal ganz ruhig. „Du musst mir helfen!“ seufzte er. „Und warum gerade ich?“ fragte ich. „Weil du Lehrer bist. Und Lehrer wissen ja bekanntlich alles – sagt man wenigstens.“ „Ich weiß ganz bestimmt nicht alles, aber wir können es ja mal versuchen. Was kann ich also für dich tun, Murmarin?“ „Opa Klaus, ich bin mit einem ganz bestimmten Auftrag hier in eure Welt gekommen. Wir Zwerge wohnen ja normalerweise ganz woanders, und ich würde doch nicht freiwillig in eine solche Kälte gehen.“ Er machte eine Pause. „Und weiter?“ fragte ich ungeduldig. „Ich hab’s vergessen.“ „Was hast du vergessen?“ „Ich habe meinen Auftrag vergessen. Ich weiß nicht, wofür ich hier bin.“ Wir beiden waren ganz stille. Das war ja ein Ding! „Ja, dann müssen wir beide mal ganz gut und lange nachdenken, so lange, bis du wieder weißt, wozu du hier bist,“ sagte ich. „Ja, das müssen wir,“ sagte er.
Mit diesem bezaubernden Zwerg "Murmarin" war jedes Kapitel gekennzeichnet
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2. Kapitel - drei Tage vor dem Geburtstag
Da saßen wir beide nun, Murmarin und ich, und wir dachten ganz feste nach. Weißt du noch worüber? Richtig! Murmarin war aus dem Land der Zwerge in unsere Welt gekommen, mit einem ganz bestimmten Auftrag, aber den hatte er vergessen. Er wusste nicht mehr, warum er hier war. Aber beim Autofahren sollte man nicht so fest und lange über andere Dinge nachdenken, dann passt man nicht mehr so gut auf. Beinahe hätte ich den Fahrradfahrer übersehen, der plötzlich vor meinem Auto auftauchte. Im letzten Moment konnte ich noch bremsen, aber Murmarin fiel von seinem Sitz herunter und stieß sich ganz mächtig den Kopf. „Aua,“ schrie er, „kannst du nicht aufpassen. Jetzt habe ich mir weh getan.“ „Wenn du dich richtig angeschnallt hättest, wärest du auch nicht vom Sitz gefallen. Selber Schuld,“ sagte ich. Wir konnten nicht mehr länger nachdenken, denn ich war an meiner Schule angekommen, und die Kinder warteten auf mich zum Unterricht. Als ich aussteigen wollte, suchte ich nach Murmarin, aber der war spurlos verschwunden. Egal, darum konnte ich mich jetzt nicht kümmern.
Ich erzählte den Kindern in der Schule von Murmarin und davon, wie ich ihn getroffen hatte. Und ich fragte sie: „Wisst ihr vielleicht, welchen Auftrag der Murmarin wohl haben könnte? Habt ihr da eine Idee?“
Einige meiner Schüler lachten: "Was erzählst du uns denn da für Geschichten? Das gibt’s doch gar nicht. Wer glaubt denn noch an Zwerge?“ Du musst wissen: Meine Schüler sind schon groß und auch schon älter, fast schon wie die Mammi; und die glauben nicht mehr an Zwerge und Meerjungfrauen und Cinderellas und Pinocchios und so was ähnliches.
Da meldete sich ein Mädchen und sagte: „Ich glaube, dass der Zwerg in unsere Welt gekommen ist, weil er zu irgendwelchen kleinen Kindern wollte. Denn die großen Kinder und die Erwachsenen glauben gar nicht mehr an Zwerge, das siehst du ja. Aber kleine Kinder glauben noch an Zwerge. Deshalb muss der Auftrag von deinem Freund Murmarin etwas mit kleinen Kindern zu tun haben.“
Nun, ich war zwar noch nicht der Freund von Murmarin; ich wusste ja noch nicht einmal, ob er wiederkommen würde. Aber, das war ein guter Gedanke. Wenn er wiederkommen würde, wollte ich Murmarin davon erzählen.
3. Kapitel - zwei Tage vor dem Geburtstag
Zwei Tage hatte ich nichts mehr von Murmarin gehört. Ich hatte schon Angst, dass ihm etwas passiert sein könnte. Da saß er plötzlich im Auto wieder neben mir – angeschnallt, er wollte nicht noch einmal vom Sitz fallen. „Da bist du ja,“ sagte ich. „Wo bist du denn gewesen? Ich habe dich vermisst.“ „Du warst ja nie allein im Auto. Dauernd waren irgendwelche Leute bei dir. Da habe ich mich nicht getraut,“ antwortete er. „Ist dir denn inzwischen etwas eingefallen? Du weißt doch! Ich habe meinen Auftrag vergessen.“ Ich erzählte ihm von der Idee meiner Schülerin, dass wohl sein Auftrag irgendetwas mit Kindern zu tun haben müsste, weil die großen Leute ja meistens gar nicht mehr an Zwerge glauben. Das fand er in Ordnung, aber weiter hatte er auch keine Idee. Ich überlegte: „Könnte es was mit Weihnachten zu tun haben?“ „Quatsch,“ sagte er. „das müsstest du doch wissen – als Lehrer. Weihnachten, das erledigt das Christkind, ist doch klar.“ „Und Nikolaus?“ überlegte ich weiter. „Der soll ja so überarbeitet sein.“ „ Nein, mit dem Nikolaus habe ich auch nichts zu tun. Der ist ja schon viel älter als ich, mindestens hundert Jahre. Außerdem ist er viel größer und hat einen langen Bart. Siehst du bei mir einen Bart?“ „Nein,“ sagte ich. „Na, siehst du,“ sagte er. „Und jetzt frage mich bitte nicht, ob ich etwas mit Ostern zu tun habe. Ich bin nämlich auch kein Osterhase. Das sieht ja wohl jedes Kind.“ „Okey, okey, ist ja schon gut. Könnte es mit Kindergarten zu tun haben,“ überlege ich. „Sollst du vielleicht Kindergartenkinder besuchen?“ Er überlegte auch.
„Die Idee ist nicht schlecht,“ gab er zu. „Aber ich glaube doch nicht,“ schüttelte er den Kopf. „Das wäre ja viel zu viel Arbeit für einen einzigen Zwerg. Dann wäre ich wohl mit mehreren Kollegen hier. – Nein, es muss etwas mit einem einzigen Kind sein, weswegen ich hier bin.“ Da hatte ich die Idee. „Dann kann es sich nur noch um einen Geburtstag handeln. Sonst wüsste ich wirklich nichts mehr.“ Er überlegte wieder und legte dabei einen Finger an die Nase, so, wie große Leute das auch machen, wenn sie scharf nachdenken. „Da könntest du Recht haben. Aber wenn ja, dann weiß ich immer noch nicht, welches Kind, an welchem Datum und welches Geschenk. Pass mal auf. Ich werde morgen zur Post gehen, ob da ein Paket für mich liegt. Und wenn du Recht hast, dann liegt da ein Paket, und da steht drauf, für welches Kind das ist, und an welchem Tag dieses Kind Geburtstag hat. Ich sage dir dann wieder Bescheid. Denn dann musst du mir ja helfen dieses Kind zu finden. Bis dann. Schlaf gut!“
4. Kapitel - ein Tag vor dem Geburtstag
Heute morgen habe ich vergeblich auf Murmarin gewartet. Er saß nicht auf dem Autodach und er saß auch nicht im Auto. Er war einfach nicht da. Auch, als ich aus der Schule kam, war er nicht da. Was war denn wohl los? War doch kein Paket angekommen? Hatte er das Postamt nicht gefunden? Aber nein, dazu war er zu schlau. Aber vielleicht war das Paket viel zu schwer für ihn, und er konnte es gar nicht tragen. Das musste es sein.
Ich setzte mich sofort ins Auto und fuhr zur alten Post. –
Richtig! da saß er ja an der Bürgersteigkante. Und er saß auf einem Paket, das wirklich größer war als er selbst. Aber das war ja auch kein Wunder, denn Zwerge sind ja nun mal sehr, sehr klein. Er saß recht traurig auf seinem Paket, aber als er mich kommen sah, sprang er vor Freude auf. „Ich hab’s!“ rief er. „Unsere Idee war richtig. Kuck hier! Hier steht der Name!“ „Steig erst einmal ein und schrei hier nicht so herum!“ sagte ich und lud ihn und sein Paket ins Auto. Er war ganz aufgeregt. „Hier steht das Datum, schau her. 22. November. Und hier steht der Name: J........!“ „Sei still,“ sagte ich schnell. „Vielleicht hört jemand mit, und es soll doch eine Überraschung sein.“ „Ja, da hast du recht,“ tuschelte er selbst ganz aufgeregt. „Wie machen wir das denn jetzt?“
„Komm mal her, ich habe eine Idee!“ Und dann flüsterte ich ihm ins Ohr, damit es keiner hörte: „Pss, pss, psst....“ Jawohl!“ Er war ganz begeistert. „So machen wir das. Das gibt eine schöne Überraschung.“ Und ich fuhr los, um mit Murmarin das Geburtstagskind zu suchen. -
Hoffentlich finden wir es auch.
Am Geburtstag
Bei den letzten Sätzen der Geschichte war meine Enkelin - so erzählte mir die Mutter später - ganz nervös geworden. "Mammi, du, der meint ja mich. Hey Opi, hey Murmarin - hier! Ich! Du meinst mich. Ich habe morgen Geburtstag!" - Es hat wohl etwas länger gedauert, bis sie eingeschlafen war.
Am nächsten Morgen klingelt es zur mit Mutter verabredeten Zeit. Die schickt ihre Tochter zur Tür: "Schau mal nach! Vielleicht ist das ja für dich." Das lässt sie sich nicht zweimal sagen. Sie rennt zur Tür, reißt sie regelrecht auf - und vor der Tür steht ein großes Paket, auf dem ein freundlicher kleiner Zwerg sitzt.
Ich denke, mehr muss ich nicht erzählen.









Kommentare
Am liebsten zwei Daumen von mir, aber dann müsste ich Liegestützen machen...
Liebe Grüße,
Christine