Die Weltmeisterschaftsbälle von 1930 bis Heute auf Bildern festgehalten. Am Anfang stand dahinter lediglich die Idee, ein Memo-Spiel zu kreieren: Spielkarten mit Fußbällen darauf. Dabei ist Jens Heilmann kein Fußballfan, sondern eher ein Künstler. Ein Fotograf, der in Bilderserien und gestalterischen Plänen denkt und in seinen Werken Gegenstände wie Schrottteile, Schraubenmuttern oder Wassergläser wie moderne Skulpturen erscheinen lässt.

Spielbälle der Fußball-WM

Doch 2007 beschäftigten Heilmann wie aus heiterem Himmel Fragen wie: Hatten die Fußbälle der vergangenen Jahrzehnte immer das gleiche Design und Material? Unterschiedliche Farben? Wo wurden die Bälle hergestellt? Wurden sie je aus einer Hand fotografiert, auf Bildern festgehalten? Heilmann wusste es nicht. Sein Forscherinstinkt war geweckt. Neugierig machte er sich auf die Suche nach den Spielbällen der WM-Endspiele.

Weltmeisterschaftsbälle von 1930 bis Heute

Die ersten Fußball-Recherchen führten den Künstler zum Sportartikelhersteller Adidas nach Herzogenaurach. Dort kann man alle Arten von Outdoor-Bällen bis Hallenfußbälle kaufen. Außerdem lagern hier zig Bälle, auch von den Weltmeisterschaften ab 1974 bis zur Gegenwart. Dann reiste Heilmann weiter nach Frankfurt am Main, zum Deutschen Fußballbund. Beim DFB wird der legendäre Fußball des WM-Finales von 1954 in einem Safe aufbewahrt. Heilmanns Lohn: entsprechende Fotos dieser WM-Bälle. Die Idee reifte allmählich zur praktischen Umsetzung. Heilmann begab sich nach England, um Bälle der Fußballweltmeisterschaften 1930 bis 1966 abzulichten. Er kontaktierte Fußballverbände, schrieb Sportfirmen an. Immer auf der Suche nach Bällen, mit denen bei Weltmeisterschaften gekickt wurde.

Bälle der Fußball-WM - Die Suche nach den Weltmeisterschaftsbällen

In Italien, im Florenzer Museo del Calcio, machte er Bilder von den WM-Bällen der Jahre 1934, 1938 und 1962. In Oneonta, New York (USA) empfing ihn in der National Soccer Hall der Ball der Fußballweltmeisterschaft von 1950. Bei Rene Sopp, einem anerkannten Sammler von Fußballrelikten, fand er die WM-Bälle von 1990, 2002 und 2006. Auch der Sammler Roger Saur erwies sich als äußerst kooperativ und schickte die Bälle von 1994 und 1998 aus New York City per Luftfracht zu Heilmann. Zu Francisco Aquino allerdings musste der deutsche Künstler nach Mexiko fliegen, um den WM-Ball von 1970 aus erster Hand vor die Linse zu bekommen. Aquino war das Risiko zu groß gewesen, sein Fußballsouvenir nach Deutschland zu schicken, nicht einmal als versicherter Kulturtransport: Er sei sein größter Schatz!

Die Weltmeisterschaftsbälle als Fotoserie

Am Ende hatte sich die Odyssee nach den Bällen der Fußball-Weltmeistschaften gelohnt. Heilmanns "Weltmeisterschaftsbälle" zeigt sämtliche WM-Spielgeräte, die wie leuchtende Monde auf schwarzem Hintergrund strahlen. Auf 60 Seiten gibt es viele Geschichten rund um das Leder und ein ausführliches Interview mit Torhüterlegende Sepp Maier. Abgerundet wird die einzigartige Edition durch sieben hochwertige Pigmentdrucke. Limitiert auf 500 Exemplare. Preis: 500 Euro.

Quellen:

 

MarcoTheuer, am 08.11.2011

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Bildquelle:
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