Sportliches Schwimmen

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Schwimmbekleidung

Das Ziel des sportlichen Schwimmens ist immer mit Leistung verbunden. Es geht darum eine bestimmte Distanz innerhalb einer bestimmten Zeit zurück zu legen. Ein wichtiges Prinzip des sportlichen Schwimmens besteht darin, selbst so wenig Wasserwiderstand wie möglich zu generieren. Ein hoher, selbst erzeugter Wasserwiderstand macht langsam.

Wer also sportlich schwimmen, und nicht nur plantschen oder baden will, sollte bei der Auswahl seiner Schwimmbekleidung darauf achten, dass sie funktionell ist. Das bedeutet, dass sie die Schwimmbewegungen nicht behindern und keinen zusätzlichen Wasserwiderstand erzeugen soll.

Kleiner Exkurs: Bei Wettkampfanzügen wird spezielles Material verwendet, was die Gleiteigenschaften des Körpers im Wasser erhöht, indem der Wasserwiderstand des verwendeten Materials reduziert wird. Das bedeutet, das Material erzeugt einen geringeren Wasserwiderstand als die menschliche Haut. Das war der Grund für die bis vor kurzem noch erlaubten, aber jetzt verbotenen Ganzkörperanzüge der Spitzenschwimmer. Der zeitliche Vorteil macht sich allerdings nur bei den sehr guten Wettkampfschwimmern bemerkbar. Für alle anderen hat es vielleicht einen psychologischen Vorteil.

Bei den Damen: Ungeeignete Schwimmbekleidung für das sportliche Schwimmen

Die typischen Bikinis sind weniger geeignet zum sportlichen Schwimmen, da sie zu lose am Körper anliegen. Einmal kräftig am Beckenrand abgestossen und die Bikini-Hose baumelt an den Fußgelenken. Auch der typische Bikini-BH ist mehr ein Wasserfänger beim sportlichen Schwimmen. Für die Damen, die auf einen Zweiteiler nicht verzichten wollen, gibt es spezielle Sport-Bikinis mit etwas mehr Stoff und einem festeren Sitz am Körper. Ebenso zu meiden sind Badeanzüge mit tiefem Decolleté, denn auch dort fängt sich nur das Wasser und erhöht den selbst generierten Wasserwiderstand.

Bei den Herren: Ungeeignete Schwimmbekleidung für das sportliche Schwimmen

Knielange, schlabbrige Beachshorts im Hawaiiprint mögen zwar "cool" aussehen, sind beim sportlichen Schwimmen jedoch nur hinderlich, da sie zuviel Wasserwiderstand generieren. Für ein Kraftausdauertraining sind sie gut zu gebrauchen, aber das betrifft erst wieder die fortgeschrittenen Schwimmer.

Unterschiede zwischen Schwimmanzügen und Badeanzügen

Die Schwimmanzüge unterscheiden sich von den Badanzügen in Material und Schnitt. Bei Badanzügen wird auf modische Details Wert gelegt und versucht, die körperlichen Vorzüge der Trägerin zur Geltung zu bringen. Ein Ausschnitt der tief blicken läßt. Designs, die möglichst viel Haut zeigen. Es finden sich oft Metallverschlüsse, Perlenverzierungen, Rüschen, Biesen und andere Verzierungen. Ein Badeanzug verfügt meist über einen tiefen Rückenausschnitt, damit auch der Rücken streifenfrei gebräunt werden kann. Er wird meistens von zwei Trägern über den Schultern gehalten.

Ein Schwimmanzug ist auf Funktionalität ausgerichtet. Er besteht aus elastischem, chlorresistentem, schnell trocknendem, form- und farbbeständigem Material. Seine Oberfläche ist glatt, um so wenig Wasserwiderstand wie möglich zu generieren. Ein Vorteil dabei sind flache Nähte und eine saubere Verarbeitung. Der Ausschnitt am Decolleté ist relativ hoch, d.h. nahe am Hals und eng anliegend, so dass kein Wasser gesammelt werden kann. Beim Beinausschnitt und Rückenausschnitt gibt es unterschiedliche Varianten. Die sehr sportlichen Modelle mit hohem Beinausschnitt sind nur Damen mit der entsprechenden Figur zu empfehlen. Für alle anderen gibt es einen mittleren Beinausschnitt. Der Schwimmanzug sollte sehr eng anliegen, aber nicht einschneiden. Das Material weitet sich im Wasser meist etwas. Wenn sich im Wasser Falten an Bauch, Rücken oder Hüften bilden, wurde der Schwimmanzug zu groß gekauft.

Die Größen fallen von Hersteller zu Hersteller sehr unterschiedlich aus. Am sichersten ist es, den Schwimmanzug in der gewählten Größe anzuprobieren und ggfs. auf eine Nummer kleiner auszuweichen.

Unterschiede bei den Badehosen

Bei den Badehosen gibt es verschiedene Längen. Von den kurzen "Speedo briefs", über Boxershort-Länge, knielang, bis zu knöchellangen Schwimmhosen. Der sportliche Freizeitschwimmer bedient sich je nach Körperfülle bei den Speedos bis knielang. Die Badehose muss eng anliegen, sollte jedoch nicht einschneiden – weder am Bund noch an den Beinen. Meistens läßt sie sich in der Weite zusätzlich durch eine Kordel regulieren. Auch hier ist das Material elastisch, chlorresistent, schnell trocknend, form- und farbbeständig.

Schwimmbrillen

Schwimmbrillen gibt es inzwischen in allen Formen und Farben. Es gibt klare, farblich getönte und verspiegelte "Gläser" (wobei das Material Kunststoff ist). Die Augenauflage kann das Kunststoff der Gläser sein (beispielsweise Malmsteen Modell/Schwedenbrille), ein knapp bemessener etwas weicherer Kunststoff, Moosgummi oder Silikon. Auch die Größe der Brille variiert erheblich. Die Auswahl reicht von der spartanischen Schwedenbrille bis zu maskenähnlichen Schwimmbrillen.

Passform der Schwimmbrille

Welche Schwimmbrille man wählt, ist individuelle Geschmacks- und Passformsache und abhängig von der Gesichtsform (Nasenhöhe, Abstand der Augen, schmales/breites Gesicht, etc.). Inzwischen gibt es für Damen, Herren und Kinder speziell gefertigte Modelle. In den meisten Geschäften ist es möglich die Schwimmbrillen auszuprobieren. Diese Gelegenheit sollte man nutzen, um die Passform unterschiedlicher Schwimmbrillen für das Gesicht zu testen. Es kommt nicht darauf an, dass eine bestimmte Schwimmbrille dem Trainingspartner oder dem Verkäufer passt, sondern sie muß einem selbst passen. Sie darf nicht drücken und scheuern. Der Nasensteg sollte passen und keine schmerzhaften Einkerbungen hinterlassen und/oder verstellbar sein. Das aufliegende Material sollte sich angenehm auf der Haut um die Augen anfühlen, schließlich sollte damit mindestens eine Stunde lang geschwommen werden können. Am besten wäre es, wenn sich die Schwimmbrille (ohne Benutzung des Kopfriemens) nach einem leichten Andrücken um die Augen festsaugen und für einige Sekunden dort haften bleibt.

Funktion der Schwimbrille

Die Schwimmbrille soll die Augen vor dem Chlorwasser schützen. Deshalb sollte sie auch dicht sein. Die Dichtigkeit verliert sich jedoch mit der Zeit des Gebrauchs durch Materialverschleiss.

Rundumsicht bei Schwimmbrillen

Wichtig wäre auch eine gute Rundumsicht. Einige Schwimmbrillen bieten nur ein eingeschränktes Blickfeld. Spätestens beim Rückenschwimmen stellt es sich als nachteilig heraus.

Spezielle Passform bei Schwimmbrillen

Jeder Kopf ist anders. Besonders die Damen haben manchmal Probleme mit den Angeboten für Erwachsene. Abhilfe bieten die Modelle für Kinder und Jugendliche, die für eine schmalere Kopfform ausgelegt sind. 

Spezielle Schwimmbrillen bei Fehlsichtigkeit

Inzwischen gibt es für Kurzsichtige Schwimmbrillen in unterschiedlichen Sehstärken zu erschwinglichen Preisen. Auch unterschiedliche Sehstärken auf beiden Augen sind kein Problem mehr – es lassen sich unterschiedliche Stärken wählen. Es gibt verschiedene Hersteller, so dass unterschiedliche Designs zur Verfügung stehen. Bei manchen muss man sich die Brille selbst zusammen basteln.

Die andere Alternative besteht darin Kontaktlinsen mit einer "normalen" Schwimmbrille zu tragen.

Nasensteg und Kopfband bei Schwimmbrillen

Nasenstege und Kopfband lassen sich bei vielen - aber nicht bei allen - Modellen verstellen. Manche Hersteller bieten auch austauschbare Nasenstege an.

Anti-Beschlag-Beschichtung bei Schwimmbrillen

Die Schwimmbrillen werden mit einer Anti-Beschlag-Beschichtung geliefert, die sich allerdings mit der Zeit abnutzt.

Schwimmbrillen für draußen

Für das Schwimmen im Freiwasser (Seen, Flüsse, Meer) oder im Freibad ist eine Schwimmbrille mit getönten oder verspiegelten Gläsern besser geeignet als eine mit klaren Gläsern. Das Blenden durch die Sonne wird durch die Spiegelung im Wasser nochmals verstärkt. Getönte oder verspiegelte Schwimmbrillen - möglichst mit UV-Schutz - fangen das zum großen Teil ab.

Aufbewahrung bei Schwimmbrillen

Meistens werden die Schwimmbrillen in einem Etui aus Hartplastik oder einer kleinen Tasche aus weichem Plastikmaterial geliefert. Wird die Schwimmbrille darin aufbewahrt, hält sie meist länger und bleibt länger kratzerfrei, als wenn sie frei zwischen den anderen Schwimmutensilien in der Tasche herum fliegt.

Material der Bademützen

Badekappen gibt es in den Materialien Silikon, Latex, elastischer Stoff und Neopren. Die Neoprenbademütze ist vor allem für das Schwimmen bei Kälte im offenen Wasser geeignet oder im Winterwarmfreibad bei empfindlichem Kopf. Normalerweise wird eine Schwimmkappe aus Silikon oder Latex benutzt. Latex ist ein sehr dünnes, gummiartiges Material, dass - besonders bei langen Haaren - ziemlich an den Haaren ziept, wenn es über den Kopf gezogen wird. Silikon ist etwas dicker im Material, glatter und angenehmer beim Aufsetzen. Die Lebensdauer dürfte bei beiden - je nach Pflege - gleich sein. Silikon ist meiner Meinung nach etwas widerstandsfähiger. Es gibt Schwimmhauben in allen Farben, uni, bedruckt oder gemustert.

Funktion der Bademützen

Badekappen erfüllen die Funktion, dass sie die Haare - besonders bei den Damen - aus dem Gesicht heraus halten und, dass sie die Haare aus dem Wasser heraushalten. Nichts ist ekliger und irritierender beim Schwimmen, als plötzlich irgendwelche, im Wasser treibenden, losen Haare zwischen den Fingern zu haben. Zudem reduziert eine gut sitzende Badekappe ebenfalls den eigenen Wasserwiderstand.

Für das sportliche Schwimmen empfiehlt es sich auf Omas Blümchenbadekappe zu verzichten. Ebenfalls wieder aus aus dem Grund den eigenen Wasserwiderstand zu reduzieren.

Ohrenstöpsel

Wer Probleme mit Wasser in den Ohren hat oder zu Ohrenentzündungen neigt, sollte sich ein paar Ohrstöpsel zulegen. Da jeder einen anderen Gehörgang hat, empfiehlt es sich einige durch zu probieren, bis man die passenden gefunden hat.

Nasenklemme

Wer Probleme mit Chlorwasser hat, oder es bei der Atmung nicht schafft das Wasser aus seiner Nase heraus zu halten, ist mit einer Nasenklemme gut bedient. Auch diese gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und man kommt um den Selbsttest nicht herum.

Fazit

Mit diesen drei Utensilien: Schwimmhose oder –anzug, Schwimmbrille und Badekappe ist man für das sportliche Schwimmen bereits komplett ausgestattet. Alles andere braucht man vorher oder nachher: Badeschlappen, Handtuch/Badetuch, Bademantel, Duschgel, Shampoo, Körperpflegemittel etc.

Viel Spass beim sportlichen Schwimmen. ;o)

Mehr Infos zum sportlichen Schwimmen (nicht nur über Bekleidung)

Limmat Sharks Zürich
Fundgrube an Infos unter Ratgeber und Tips

Veras Triathlon-Blog
Tipps und Tricks rund um den Triathlonsport

janedoe, am 11.11.2010
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Autor seit 4 Jahren
6 Seiten
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