Hochsensibilität – wie äußert sich das?

von Salutem

Möchten Sie wissen, ob auch Sie betroffen sind? Sind sie schnell überfordert, zart besaitet, hysterisch? Empfindlich?

Was ist Hochsensibilität?

Hochsensible Menschen reagieren stärker auf Reize als andere Menschen. Die Ursachen sind bisher noch nicht bekannt.

 

Im „Normalfall“ sortiert der Thalamus „Das Tor zum Bewusstsein“ wichtige Reize und unwichtige Reize. Bei Hochsensiblen Menschen werden mehr Reize als wichtig eingestuft und somit bewusst.

 

Normalerweise nehmen wir etwa ein Hintergrundgeräusch nicht wahr, wenn es im Moment nicht wichtig für uns ist. Hochsensible Menschen nehmen auch unwichtige Hintergrundgeräusche wahr.

Die Geräusche einer befahrenen Straße nehmen nicht-hochsensible Menschen zwar als Dauergeräusch im Hintergrund wahr, sie achten aber nicht bewusst darauf, beziehungsweise es wird ihnen nicht bewusst, solange kein Auto-Geräusch gefährlich nahe kommt und so zum Risiko wird. Dann wird es selbstverständlich vom Gehirn als wichtig eingestuft und kommt ins Bewusstsein. Bei hochsensiblen Menschen würde der Dauer-Straßenlärm nicht als unwichtig eingestuft, sondern die Geräusche werden permanent bewusst wahr genommen.

 

Die Sinnesorgane (Nase, Mund, Ohren, Augen) nehmen bei hochsensiblen Menschen nicht mehr Reize auf als bei nicht-hochsensiblen Menschen, aber die Reize werden anders bewertet und daher werden mehr Reize überhaupt wahrgenommen und dann auch stärker, als bei nicht-hochsensiblen Menschen.

 

Die Hochsensibilität kann sowohl Segen wie auch Fluch sein. Chronische Erkrankungen und Stress-Beschwerden sind die negativen Folgen. Mehr Sensibilität im menschlichen Umgang miteinander kann sehr positiv sein. 

 

Ein interessantes Video zum besseren Verständnis

Wie macht sich Hochsensibilität bemerkbar?

Sinneseindrücke wie Gerüche, Geräusche, Licht, Hitze oder Kälte werden intensiver wahrgenommen. Auch die Schmerzempfindlichkeit kann erhöht sein.

Stimmungen von Freunden oder innerhalb der Familie werden deutlich wahrgenommen. Es besteht die Gefahr, dass hochsensible Menschen durch die Stimmung Anderer stärker beeinflusst werden. Andererseits kann dies auch als Stärke in zwischenmenschlichen Beziehungen gesehen werden.

Hochsensible Menschen reagieren möglicherweise stark auf Kaffee, Alkohol oder Medikamente.

 

Hochsensible Menschen stehen unter Dauerstress. Es besteht die Gefahr der Reizüberflutung.

Orte, an denen viele Menschen sind und damit auch viele Sinneseindrücke überfordern hochsensible Menschen schnell und können zu Stress-bedingten Beschwerden bis hin zum Burn-Out führen.

Hochsensibilität kann bisher nicht sicher diagnostiziert werden. Die Ausprägungen variieren sehr stark von Mensch zu Mensch. Die Hochsensibilität ist nicht als Krankheit anerkannt.

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Wie kann man mit der Hochsensibilität umgehen?

Hochsensible Menschen müssen lernen ihre eigenen Belastungsgrenzen zu erkennen und einzuhalten. Orte und Situationen die besonders belastend sind, sollten – wenn möglich – gemieden werden oder schnell wieder verlassen werden.

Unnötige Geräuschquellen wie ein laufender Fernseher oder ein Radio können reduziert oder ganz ausgeschaltet werden. Fenster und Türen können geschlossen werden.

Menschen, die besonders sensibel sind, was die Stimmungen in ihrem Umfeld angeht, können diese Stärke für Ihren Beruf und den Umgang mit anderen Menschen nutzen.

Regelmäßige Ruhe- und Entspannungszeiten können den Stress durch die Reizüberflutung verringern helfen.

 

 

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Salutem, am 31.05.2012
 
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Kommentare


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Salutem am 10.03.2013

Vielen Dank für den Kommentar !

HSP am 07.03.2013

...Mehr Sensibilität im menschlichen Umgang miteinander kann sehr positiv sein. ...

Das mag zwar stimmen, hat aber nichts mit Hochsensibilität an sich zu tun.

Hochsensibilität wird sicher nicht als Krankheit anerkannt, weil es keine ist. Es ist ein meist unbewusstes ständiges Antennenausfahren und Lage peilen. Reize, die Normalsensible als unwichtig ausblenden können, werden als "zu prüfend" ständig aufgenommen und addiert. Dadurch kommt es zur Reizüberflutung.

Die schöne Seite daran ist eine besondere Wahrnehmungsintensität, und - tiefe die auch sehr beglückend sein kann. Wenn man es schafft, bewusst sich von solchen Highlights wieder zu erholen.

Wie hier auch schon erwähnt, taucht Hochsensibilität auch bei Menschen mit AD(H)S auf, bei Depressionen, Ängsten, Zwängen und Neurosen...
Umgekehrt kann durch die Natur der Sache Hochsensibilität auch zu diesen Erkrankungen führen und zu psychosomatischen Erkrankungen.

Hilfreich ist Rückzug in Maßen, der aber nicht zur "Entwöhnung" vom Leben führen darf, das verschlimmert die Lage noch. Am meisten hilft, sich damit auseinanderzusetzen, und es anzunehmen, dass man andere Bedürfnisse, aber auch andere Begabungen hat, als die meisten Menschen und nicht zu glauben, man sei weniger belastbar.
Wenn man bedenkt, wieviel mehr Informationen Hochsensible zu verarbeiten haben, ist diese Behauptung nicht haltbar.

Mehr Informationen auf Facebook https://www.facebook.com/Hochsensible und http://www.das-wasser-des-lebens.eu/i...

Salutem am 07.06.2012

Ja das stimmt. Danke für den Hinweis.

SandraMariaErdmann am 07.06.2012

Die Grenze zur Hochsensibilität ist oft schwammig - auch Personen mit ADS reagieren oft sehr sensibel auf Geräusche, Gerüche oder Menschenmassen und stehen unter Dauerstress. Danke für die schöne Zusammenfassung! Gruß, Sandra

MinaLosa am 01.06.2012

Die Thematik ist mir nicht unbekannt, schön, dass du einen pagewizz-Artikel darüber geschrieben hast. Eine schöne Website, die sich mit der Thematik beschäftigt, ist: http://www.leise-menschen.com/, lohnt sich, auch auf twitter zu folgen. Auch interessant ist: http://open-mind-akademie.de/
LG Mina

Textdompteuse am 31.05.2012

Bei mir ist das mal als Reizfilterschwäche diagnostiziert worden. Wenn ich hier gerade wieder lese, dass Menschen Geräusche wie Straßenlärm oder andere Hintergrundgeräusche praktisch ausblenden, wundere ich mich. Ich nehme sie immer wahr und z. B. Musik ist eine nette Untermalung beim Staubwischen, stört mich aber beim geistigen Arbeiten. Es gibt Situationen, die sind für mich fast schon Folter - wie die Pieptöne im Supermarkt, Alarmanlagen oder Kälte. Bei mir kann sich auch schneller Ermüdung einstellen.

Trotzdem sehe ich Hochsensibilität nicht als Schwäche oder gar Krankheit an, sondern als erweitertes Wahrnehmungsspektrum an. Ich bemerke vieles, was anderen entgeht - wie Details in der Umgebung oder in zwischenmenschlichen Interaktionen und Begegnungen.

Salutem am 31.05.2012

Danke für deine Erfahrungen.

LG Ulrike

die_Optimistin am 31.05.2012

Das kommt mir sehr bekannt vor. Vor allen Dingen die Stimmungen und Gefühle der Menschen um mich herum nehme ich sehr intensiv wahr. Natürlich ist es nicht immer schön, aber ich empfinde es eher als positiv, weil ich auch die schönen Dinge intensiver erlebe.
Ich wusste gar nicht, dass es eine Bezeichnung dafür gibt. Ich dachte immer nur, dass ich irgendwie empfindlicher bin als andere. Im Internet bin ich irgendwann zufällig auf einen Artikel gestoßen und dachte mir: Das kennst du doch! Das erklärt einiges! Nun kann ich auch besser damit umgehen :)
Einen Daumen von mir für deinen Artikel!
LG Irina

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